Im Test: Walkoverall von Internaht

Kathrin Werbung 19 Kommentare

Seit Jahren schwärme ich nun schon von Walkoveralls, weil sie warm und weich sind, ohne meine Nestlinge in ihrer Beweglichkeit einzuschränken (siehe hier und hier). Da wir mittlerweile bereits in unseren vierten Walkoverall-Winter starten, wollte ich diese Saison etwas optischen Schwung in unsere „Wollwalk-Bude“ bringen und fand dabei diesen knuffigen Anzug* mit passendem Loopschal* aus dem Dresdner Atelier Internaht.

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Die kleine Manufaktur Internaht existiert seit April 2011 in Dresden, wo Annett Winkelmann mit ihren zwei Nähperlen Eva und Petra Bio Kindermode und Bio Babykleidung näht und verkauft. Alles fair und nachhaltig in aufwändiger Handarbeit produziert!

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Internaht Gründerin Annett Winkelmann.

Dabei entstehen neben den kuscheligen Walkoveralls auch allerlei andere Kleidungsstücke wie fröhliche Ringelshirts, bequeme Kapuzenpullover und schöne Kinderkleider – unsere Große trägt auf dem Foto unten das „Mädchenkleid mit Bubikragen„*. Ein Blick in den Shop von Internaht* lohnt sich also in jedem Fall.

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Ich weiß, dass das Halfter nicht richtig am Kopf sitzt ;)

Bevor ich nun auf unseren Walkoverall von Internaht ins Detail eingehe, vorab eine kleine Warenkunde für alle Walk-Neulinge. Denn wer nicht weiß, was Wollwalk für ein geniales Material ist, wird die Vorzüge dieser tollen Anzüge nicht zu schätzen wissen.

Was ist ein Walkoverall?

Ein Walkoverall besteht wie der Name es bereits sagt aus Walk (auch Wollwalk oder gewalkte Wolle genannt). Der Rohstoff für Wollwalk ist Schafswolle, welche unter der Einwirkung von Wasser, Wärme und Reibung in einem bereits seit Jahrhunderten bekannten Verfahren künstlich verfilzt wird. Auf diese Weise schrumpft die Wolle bis zu etwa 40 Prozent. Gleichzeitig verhaken sich die Wollfasern und zwischen ihnen bilden sich kleine Luftkammern, was den Walk wesentlich wärmer als gestrickte oder gewebte Wolle, außerdem wetterwest und strapazierfähig macht.

Für die Walkoveralls von Internaht wird ausschließlich Schurwolle aus der kleinen, österreichischen Manufaktur Gottstein verarbeitet: Allein „mit klarem Quellwasser aus den Bergen – ohne Beigabe von Weichmachern und anderen Chemikalien“ (siehe „Gottstein.at„). Gottstein beliefert übrigens auch Chanel und ist auf Janker, alpine Wollkleidung und Filzschuhe – alles aus Schurwolle – spezialisiert.

Schurwolle ist Wolle, die vom lebenden Tier gewonnen und nicht von alten Textilien recycelt wird. Das von Natur aus darin enthaltene Lanolin (Wollfett) wirkt sich ebenfalls positiv auf die Qualität der Walkoveralls aus.

Schurwollwalk besitzt viele gute Eigenschaften

Ich schwöre wie gesagt seit einigen Jahren auf Overalls aus Wollwalk als Winterbekleidung für Kinder. Da ich bereits sehr gute Erfahrungen mit den Modellen von Disana und Hessnatur sammelte und der Walkoverall von Internaht einen ähnlich robusten Eindruck auf mich macht, hier eine Auflistung der wichtigsten positiven Eigenschaften von Schurwollwalk:

1. Schurwollwalk besticht durch seine natürliche Elastizität.

Mir ist es wichtig, dass sich die Nestlinge auch in molliger Winterbekleidung ungehindert bewegen können und das klappt in den dehnbaren Walkoveralls wesentlich besser als in dick gefütterten, steifen Schneeanzügen aus Plastik (wie z.B. Polyester).

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2. Walkoveralls halten warm, ohne Schweißausbrüche zu verursachen.

Durch die beim Verfilzen entstandenen Luftkammern halten Kleidungsstücke aus Walk kuschelig warm, trotzdem sind sie atmungsaktiv und temperaturausgleichend.

3. Anzüge aus gewalkter Schurwolle sind wind- und wasserabweisend.

Einerseits kann Schurwolle fast die Hälfte ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich dabei feucht anzufühlen und der natürliche Lanolingehalt wirkt wasserabweisend. Zusätzlich sorgt die verfilzte Stoffoberfläche dafür, dass weder Wind noch Regentropfen durchdringen. Dadurch bleibt die Körperwärme der Kinder optimal erhalten.

4. Walkoveralls sind knitterfrei und strapazierfähig.

Der Hessnatur-Anzug vom Mädchen wurde drei Winter lang intensiv getragen – zwei von ihr selbst und letztes Jahr vom Bub. Lediglich die Stellen am Po und an den Knien, auf denen beide gerne durch die Gegend rutschten, sind etwas dünner. Ansonsten weist dieser Walkoverall erstaunlicherweise kaum Abnutzungsspuren auf wie Ihr auf den Fotos sehen könnt.

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5. Walkoveralls sind nahezu selbstreinigend.

Nicht nur Regentropfen gelangen schwer in die verfilzten Wollfasern, auch Staub und Schmutz haben keine Chance. Selbst nach Schlammbädern ließ sich die dicke Dreckschicht nach dem Trocknen von unserem Hessnatur-Walkoverall einfach abklopfen. Absolut genial, wirklich.

6. Gewalkte Wolle nimmt kaum Gerüche auf.

Die normalen Wollpullis und Strickjacken meiner Kinder müffeln nach längerem Tragen schon mal. Obwohl ich den Walkoverall meiner Tochter während der gesamten Tragezeit nicht einmal wusch, roch er nie unangenehm.

7. Walkoveralls haben einen hohen Wiederverkaufswert

Das ist nicht wirklich eine Eigenschaft von Schurwolloveralls ich weiß, aber ein Punkt, den ich unbedingt erwähnen möchte, weil der Neupreis für einige abschreckend ist. Davon abgesehen, dass die Walkoveralls so reichlich geschnitten sind, dass sie wahrscheinlich sogar zwei Winter lang getragen werden können, ist der Wiederverkaufswert (mindestens 50% für einen gut erhaltenen Anzug) enorm.

Markenvergleich: Internaht, Disana und Hessnatur –
Wo liegen die Unterschiede?

Es gibt sicherlich noch einige Walkoveralls von anderen Anbietern auf dem Markt, aber da ich selbst je einen Anzug von Disana und Hessnatur gekauft hatte, kann ich dementsprechend nur diese Marken vergleichen.

Internaht Walkoveralls sind peppig

Obwohl die Walkoveralls von Internaht ähnlich schlank geschnitten sind wie die Modelle von Disana und Hessnatur, stechen sie optisch sofort durch die hübsch gemusterten Innenfutter aus Bio-Baumwolle und die Brust-Applikation ins Auge. Da ich mich an unseren roten Overalls satt gesehen hatte, freute ich mich sehr über das farbenfrohe Kontrastprogramm.

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(Fotoquelle: Internaht.de)

Für den Bub wählte ich das dunkelblaue Modell mit dem rot-weiß-gestreiften Innenfutter*, weil dunkelblau eine unempfindliche Farbe ist und sie dem kleinen Racker unverschämt gut steht.

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Internaht Walkoveralls bestehen aus 100% Schurwolle

Der Walkoverall von Internaht fühlt sich etwas fester und rauer an, als unsere Exemplare von Disana und Hessnatur, was daran liegen mag, dass Disana und Hessnatur feine Merinoschurwolle verwenden.

Dazu Annett Winkelmann:
Grundsätzlich bestimmt der Faserdurchmesser der Wollfaser, ob eine Wolle kratzt oder nicht. Den feinsten Faserdurchmesser hat nur Merinowolle, so dass diese sich auch am weichsten anfühlt. Merinowolle ist eine sehr hochwertige Wolle, die von nur wenigen Merinoschafen gewonnen werden kann. Das zeigt sich leider auch im Preis. Merinowolle ist für uns im Einkauf fast 2,5 fach so teuer wie unsere konventionelle Schurwolle aus Österreich.“

Für mich fühlt sich der Walkoverall von Internaht keineswegs unangenehm oder kratzig an. Im Gegenteil macht er durch den festeren Stoff sogar einen noch robusteren Eindruck auf mich. Ob dem so ist, wird die Winterzeit zeigen.

Internaht Walkoveralls werden in Handarbeit hergestellt

Große Unternehmen wie Disana können durch höhere Abnahmemengen sicherlich einen viel besseren Preis für Merinowolle erzielen. Dafür sind die Overalls nur an der Kapuze gefüttert und die Farben seit Jahren recht konstant.

Dazu Annett Winkelmann:
„Wir kompensieren unsere „normale“ Schurwolle durch eine sehr gute (gleichbleibend hohe, dicke, dichte) Wollqualität, ein weiches, zusätzlich wärmendes Baumwollfutter, moderne Designs und andere kleine Details, welche sicherlich nur in sehr Handarbeits-intensiver Manufaktur-Herstellung möglich sind. 

Ich für meinen Teil unterstütze lieber das kleine Unternehmen aus meiner ehemaligen Heimat, zumal das Händchen für’s Design und die Liebe zum Detail hier schon oft positiv bestaunt wurden. Die roten Overalls von Disana und Hessnatur erregten zwar auch gelegentlich Aufmerksamkeit, weil sie so gemütlich warm wirken, aber unser neuer Anzug von Internaht erntet regelmäßig Komplimente. Oder besser gesagt unser Bub, weil er wahrhaft goldig darin ausschaut.

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Internaht Walkoveralls sind mit weicher Bio-Baumwolle gefüttert

Die Internaht Walkoveralls sind durchgehend mit GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle gefüttert. Das ist nicht nur ein wunderschöner Hingucker, sondern fühlt sich insgesamt viel kuscheliger an als das Innenleben von Disana und Hessnatur.

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Die zweite Lage Stoff verleiht dem Overall zudem zusätzliche Wärme. Das hat Vor- und Nachteile. Bei sonnigen 16 Grad war dem Bub zu warm in seiner Walk-Kluft (er trug nur Body und Strumpfhose darunter). Das wäre uns mit unserem „einschichtigen“ Overall von Hessnatur wahrscheinlich nicht passiert. Dafür spart man sich bei richtig kalten Temperaturen eine extra Kleidungsschicht und kann sicher sein, dass das Kind auch bei Minusgraden auf keinen Fall friert.

Internaht Walkoveralls besitzen Druckknöpfe

Auch die silbernen Druckknöpfe gefallen mir optisch wesentlich besser, als die angenähten Holzknöpfe bei Disana und Hessnatur. Außerdem spart man sich so das Annähen von Knöpfen, weil die Druckknöpfe natürlich nicht abfallen können. Der Nachteil daran ist, dass die Kinder sich auf diese Weise ratzfatz alleine ausziehen können. Zumindest kam der Bub beim Fotoshooting mehrfach auf diese Idee, an dem Tag mit den milden 16 Grad…

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Auf Wunsch könnt Ihr euch übrigens auch einen Walkoverall mit Druckknöpfen an den Beinen bestellen. Das erleichtert das Windelwechseln und/ oder Abhalten.

Internaht Walkoveralls haben eine freche Zipfelkapuze

Bei ganz usseligem Wetter ziehe ich meinen Kindern schützend die Kapuze über den Kopf. Die drollige Zipfelkapuze am Modell von Internaht verführt mich dazu, das grundsätzlich zu tun. Denn was gibt es putzigeres, als einen warm eingepackten „Zwerg“?

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Welche Overallgröße für welches Alter?

Die Walkoveralls von Internaht fallen recht groß/lang aus, vor allem im Vergleich zu den „gängigen“ Herstellergrößen. Auch wenn die Overalls lange genutzt werden sollen, empfiehlt es sich daher nicht die größte Größe zu wählen (dann sind die Overalls auf jeden Fall zu weit und wärmen die Kinder nicht ausreichend), sondern sich an den Tabellen von Internaht zu orientieren (siehe auch „Walkoverall – Passform und Größenauswahl„).

Bei regulären Größen lässt sich der passende Overall anhand Körpergröße und Gewicht des Kindes ermitteln:

Größentabelle

Bei Zwischengrößen und/ oder größeren bzw. schwereren Kindern empfiehlt Annett die Körperlänge sowie die Rückenlänge des Kindes zu messen.

Maßtabelle-Internaht

Fazit

Wie Ihr merkt, bin ich rundum begeistert von meinem Fund. Schurwollwalk in Overallform ist einfach unschlagbar in Sachen Wärme und Bewegungsfreiheit – ein Walkoverall gehört für mich zur Winterausstattung eines Kleinkindes dazu und ist eines der wenigen Kleidungsstücke, das ich wirklich jedem ans Herz legen möchte. Außerdem wirkt das Internaht Design sehr stylisch und dadurch verlieren die Walkoveralls ihren „ökigen“ Charakter. Sie überzeugen mich optisch, haptisch und funktionell, deswegen empfehle ich sie mit gutem Gewissen weiter.

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Nachtrag Oktober 2017
Gefroren hat der Bub im letzten Winter definitiv nicht, dafür wurde er von allen Seiten in seinem putzigen Overall bewundert. Das einzige, was mich etwas störte, war das herausschauende Innenfutter, was umgeklappt zwar wirklich schön aussieht, aber leider nur die ersten Tage. Dann erhält der Overall, der ja eigentlich super sauber bleibt, nur durch die schmalen, aber saudreckigen Bündchen einen „Schmuddellook“. Zumindest beim Bub, der gerne ordentlich im Dreck wühlt.

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Dazu Annett Winkelmann: 
„Ich kann Dir nur empfehlen, das Ärmelfutter mit einem feuchten Tuch und einem Spritzer Flüssigwaschmittel säubern. Wenn das nicht reicht oder bei zu starker Verschmutzung, kannst Du den Overall natürlich auch komplett waschen – entweder von Hand oder im feinen Wollwasch-Programm Deiner Waschmaschine. Wichtig ist nur, dass die Wolle keinen großen Temperaturschwankungen ausgesetzt wird (also nicht bei 30 Grad waschen und bei 18 Grad spülen), denn dann geht der Wollwalk unter Umständen weiter ein und der Overall passt im schlimmsten Fall nicht mehr. Am einfachsten und sichersten ist eine professionelle Reinigung – das machen wir auch selbst so. Die Overalls sind danach wieder wie neu und können gut weiter getragen werden.“

Außerdem gibt es die Overalls seit Herbst 2017 mit schmutzunempfindlicherem Innenfutter: Weniger Weiß, aber immer genau so hübsch!

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Nachtrag: Peppige Walkjacken
Im Dezember 2016 bekamen wir für das Mädchen eine rote Walkjacke mit blau-weiß gestreiftem Innenfutter von Internaht. Sie hatte den Farbton selbst gewählt und fand es witzig im „farbverkehrten“ Partnerlook mit ihrem Brudi zu gehen. Ich war erstaunt wie gut ihr die Jacke stand und wie stylisch Wollwalk aussehen kann. Das Mädchen übrigens auch :)

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Bei der Jacke hatte ich keine Probleme mit schmutzigem Innenfutter, weil sich am Ende der Ärmel eingenähte Bündchen befanden. Überhaupt gefiel mir der Schnitt – genau wie dem Mädchen – seeeehr!

Internaht-Walkjacke

Was ihre Funktion anbelangt, war die Jacke robust, schmutzunempfindlich und sie hielt genau so schön warm wie unsere bisherigen Walksachen. Dementsprechend waren wir von der Walkjacke ähnlich begeistert wie vom Walkoverall.

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Produktsponsoring/ Affiliate Links
Die Kleidungsstücke wurden uns für einen Produkttest kostenlos zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür an INTERNAHT!
Mit einem * gekennzeichnete Links sind Affiliate Links, d.h. wenn Ihr über diese Links einen Kauf tätigt, erhalte ich eine Verkaufsprovision, ohne dass Euch dadurch irgendein Nachteil entsteht.
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