Morgenroutine mit Kindern: DIY Checkliste für mehr Selbstständigkeit

Kathrin Erfahrungen, Familienleben Schreib einen Kommentar

Im Alltag mit unseren Nestlingen gibt es wiederkehrende Situationen, die für Frust bei Groß und Klein sorgen, beispielsweise das Fertigmachen für die Schule frühmorgens.

Bereits in der zweiten Schulwoche nach den Sommerferien hatte ich die Nase gestrichen voll, weil ich mich 30 Millionen Mal sagen hörte: „Zieh dich an!“, „Putz die Zähne!“, „Kämm’ die Haare!“ „Pack den Schulranzen!“ Meine endlos Schleife brachte nichts, außer einen fusseligen Mund. 

Als es dann neulich eskalierte und das Mädchen weinte, weil wir schon zu spät waren, aber ihre Haare noch nicht gekämmt, arbeitete mein Kopf. Das konnte doch nicht unsere Zukunft sein. Jeden Morgen solch ein Stress, nur damit wir pünktlich zur Schule kommen. Eine Lösung musste her.

Das kann doch nicht so schwer sein! Oder?

Das Hauptproblem ist, dass größere Kinder wie unser Mädchen (7 Jahre) durchaus in der Lage sind, alle nötigen Schritte alleine zu meistern, aber sie sich von den kleinsten Kleinigkeiten ablenken lassen. Beim Griff zur Zahnbürste sieht sie ihre Puppe und vergisst sofort, was sie eigentlich wollte. Beim Packen des Schulrucksacks entdeckt sie ein Buch, das unbedingt gelesen werden muss. Auf dem Weg zum Kleiderschrank kommt sie am Brudi vorbei, der sie fragt, ob sie spielen möchte. Natürlich will sie das.

Morgenroutine-Kinder

In ihrem Buch Gelassen durch die Jahre 5 bis 10* erklären Danielle und Katja einleuchtend die „Diskrepanz zwischen Können und Machen“: „Es ist nämlich so, dass die Aufnahmekapazität des Arbeitsspeichers begrenzt ist. Wir können uns nicht unendlich viele Dinge auf einmal merken, auch wir Erwachsenen nicht. Je jünger ein Kind ist, desto geringer ist das Fassungsvermögen seines Arbeitsspeichers. Er wird erst im Laufe der Jahre durch intensive Nutzung und wiederkehrende Übung ausgebaut. (S.120-123). 

Ständige Nörgelei bringt das Kind nicht dazu, sich schneller zu entwickeln. Es verdirbt nur die Stimmung in der Familie.Danielle Graf/ Katja Seide

„Hinzu kommt, dass die kindlichen Ziele am Morgen selten mit den Zielen der Erwachsenen übereinstimmen. Unsere Kinder sind mit ihren Gedanken nicht bei der späteren Turnstunde, wenn sie die Wohnung verlassen. Sie haben völlig andere Prioritäten als ihre Eltern. […] Das Gehirn lässt von der Vielzahl an Reizen nur diejenigen durch, die es als relevant für das gerade aktuelle Ziel einstuft.“ Für unser Mädchens sind dementsprechend Puppen, Bücher und der Brudi wesentlich wichtiger, als Zähneputzen oder Tasche packen.

Hilf mir es selbst zu tun 

Es ist also nur eine Zeit- und Trainingsfrage, bis unsere Kinder es packen, sich ganz alleine für den Tag fertig zu machen. So weit so gut. Trotzdem wollte ich Aufgaben und Verantwortung abgeben. Ihr Unterstützung in Form einer Merkhilfe anbieten, damit ich entlastet bin und sie ihrer Morgenroutine zumindest weitestgehend ohne mich nachgehen kann. 

Ich erinnerte mich dunkel an eine Idee, die ich vor vielen Jahren bei meine Svenja gesehen hatte (den Post dazu kann ich leider nicht mehr finden). Sie hatte den Inhalt der Badetasche für ihre Kinder abfotografiert und dieses Foto laminiert in die Badetasche gepackt. So wussten die Kinder immer, was sie brauchen und ob sie alles haben. So konnten sie quasi anhand der Vorlage immer ihren Kram selbst packen. Das war denkbar einfach, aber klug und hilfreich.

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Morgenroutine: Checkliste

Mit diesem Post im Hinterkopf durchforstete ich Pinterest und fand passende und schöne Ideen. Klar, ich war ja nicht die erste, die nach einer geschickten Lösung für das morgendliche Chaos mit Kindern suchte.

Bei My name is Snickerdoodle entdeckte ich zum Beispiel diese wunderbare, magnetische Klappleiste.

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Bildquelle: www.mynameissnickerdoodle.com

Martin von Papa Jahre stellt eine ähnliche Bilderleiste vor, allerdings mit Druckknöpfen. Das Klicken ist wahrscheinlich besonders reizvoll für kleinere Kinder.

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Bildquelle: https://papajahre.de

Richtig gut gefiel mir auch die selbstgebastelten Holzleisten mit Mini-Wäscheklammern von Listening in the litany

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Bildquelle: https://listeninginthelitany.wordpress.com  

Flexible Helfer: Kühlschrankmagnete

Bilderleisten gefielen mir optisch sehr, jedoch variieren bei uns die einzelnen Punkte je nach Schultag und Inhalt der Schultasche, die sie ebenfalls selbst packen sollte. Deswegen brauchte ich eine „bewegliche“, visuelle Unterstützung.

Bei Chaos served daily fand ich diese einzelnen und besonders hübschen Magnetbilder aus Glassteinen. Etwas in der Art passte wesentlich besser für uns.

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Bildquelle: http://chaosserveddaily.blogspot.com

Ich entschied mich einfachheitshalber für selbstgebastelte Kühlschrankmagnete aus Papier. Für die Bilder habe ich die Bilder Google suche benutzt und innerhalb weniger Minuten ausgedruckt, was mir gefiel. Ihr könnt natürlich auch mit Euren Kindern gemeinsam malen und basteln, das motiviert vielleicht sogar noch mehr.

Morgenroutine-Kinder

Ich empfehle dickeres Papier, welches ihr idealerweise im Anschluss laminiert, damit die Bilder möglichst lange halten. Auf der Rückseite dann nur noch kleine Magnete* mit Alleskleber* aufkleben. Und nach einer Trockenzeit von etwa 24 Stunden sind die visuellen Helferlein einsatzbereit.

Kuehlschrankmagnete-DiY

Unsere Bildmagnete hängen an unserem riesigen Kühlschrank, der genau auf der Augenhöhe des Mädchens eine große, freie Fläche bietet. Ich rutsche alle für den entsprechenden Tag relevanten Magnete unter das „To-Do-Feld“ und dann arbeitet sie sich alleine durch die einzelnen Positionen.

Kinder-Morgenroutine-Hilfe

Klappt das wirklich?

Wir haben die Magnete jetzt schon knapp zwei Wochen im Einsatz und sie funktionieren erstaunlich gut. Das Mädchen benötigt meist noch eine kleine, verbale Erinnerung à la „Denk an Deine Aufgaben – in 20 Minuten gehen wir!“ Dann reagiert sie meist mit einem „Oh ja!“ und legt blitzschnell los.

Diese Checkliste hat unseren Start in den Tag jedenfalls enorm erleichtert. Ich muss nicht permanent ermahnen, erst Recht nicht lauter werden. Das Mädchen ist stolz auf sich, weil sie nun immer so fix fertig ist. Und ich muss mir nicht mehr vorwerfen lassen, dass ich ihre Wasserflasche oder Schulbücherei-Bücher vergessen habe. Stattdessen arbeite ich ganz entspannt meine eigenen Punkte ab. Das ist echt herrlich.

Ich kann solch eine Merkhilfe jedenfalls dringend weiterempfehlen. Sie ist so schnell hergestellt und kann Wunder bewirken. Falls Ihr selber bastelt, freue ich mich über Fotos und Erfahrungsberichte! Vielleicht habt Ihr ja noch geschicktere Ideen!

Eure Kathrin

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