Vom Umzug mit Baby und Kleinkind

Kathrin Familienleben 12 Kommentare

Wir sind letztes Wochenende umgezogen – raus aus unserer 70 qm kleinen Zwei-Zimmer-Studentenbude in ein größeres Heim. Raus aus der ersten Wohnung, die Thomas und ich vor 8 Jahren gemeinsam bezogen. Raus aus vier wundervollen Dachgeschosswänden mit Dielenfußboden, an denen wir mit ganzem Herzen und vielen Erinnerungen hingen.

Gerne wären wir in unserer gemütlichen Galeriewohnung geblieben, doch da wir mittlerweile beide von zu Hause aus arbeiten und die Kinder immer mehr Raum einnehmen, fehlten zwei Zimmer (eins zum Arbeiten und eins für die Kinder).

Davon abgesehen veränderte sich Thomas’ berufliche Situation drastisch und ein Umzug nach New York stand seit Beginn des Jahres im Raum. Einerseits hätte ich mich gerne auf dieses Abenteuer eingelassen, schließlich arbeitete ich nach dem Abi ein Jahr in Australien und ich studierte zwei Jahre in York (Großbritannien), aber mit zwei kleinen Nestlingen bin ich nur noch halb so risikofreudig und abenteuerlustig.

Und so fiel mir ein riesiger Stein vom Herzen als Thomas mir im Sommer mitteilte, dass er weiterhin von Deutschland aus arbeiten könne und es reicht, wenn er ab und zu für ein paar Tage nach New York fliegt. Dass wir uns ein neues Heim innerhalb Krefelds suchen können und ich mich nicht von meinen gewohnten sozialen Strukturen lösen muss.

Ich war sehr erleichtert, weil die Kinder hier eine liebe Omi haben und ich gute Freunde. Weil ich mich hier auskenne und (so sehr ich auch immer auf die Hässlichkeit der Stadt schimpfe) viele hübsche Ecken weiß, in denen ich mit den Rackern ein paar tolle Stunden verbringen kann. Außerdem blieb uns ein Neubeginn im unbekannten, aber bekanntermaßen sehr hektischen New York erspart. All das beruhigte mich ungemein, denn der Umzug innerhalb unserer Stadt war schon stressig und chaotisch genug.

Und die Kinder?

Das Mädchen registrierte wie ich bereits zwei Wochen vor dem Umzug unser Hab und Gut in Kisten packte und ins neue Heim brachte. Sie beobachtete wie die Schränke und Zimmer leerer wurden und hakte oft skeptisch nach, ob ich auch ihre Puppe, den Teddy und überhaupt ihr ganzes Spielzeug mitnehme. Ich spürte ihre Verlustängste deutlich.

Dementsprechend klammerte sie ungewöhnlich intensiv an mir – sie erledigte beispielsweise an den Nachmittagen lieber langweilige Einkäufe mit mir, als sich mit ihren besten Freundinnen zu verabreden und sie weigerte sich schon Wochen im voraus am Umzugstag bei Omi zu schlafen, was sie bereits einige Male gerne gemacht hatte. An diesen „Kleinigkeiten“ merkte ich, dass sie der Umzug innerlich bewegte.

Am Abend vor dem Umzug gab es dann einen Super-Gau mit dicken Tränen. Als das Mädchen feststellte, dass unser Esstisch samt Stühlen verschwunden war – ich hatte die Dinge, die wir keineswegs mitnehmen wollten im Vorfeld verkauft bzw. verschenkt – begann sie untröstlich zu weinen. Ich fand es eigentlich lustig, kniend auf unserem ollen Wohnzimmerteppich zu essen – ihn noch mal so richtig einzusauen, bevor wir auszogen – aber dem Mädchen war diese abenteuerliche Mahlzeit zu viel und sie brach schluchzend zusammen.

Ich zog sie auf meinen Schoß, nahm sie fest in die Arme und während ich den Blick über die aufgetürmten Kisten in unserem mittlerweile unwohnlichen Wohnzimmer gleiten ließ, erzählte ich ihr, dass auch ich ganz schön traurig und wehmütig bin. Aber auch, dass ich mich riesig auf das neue zu Hause – auf den Garten, ihr neues Zimmer und die Familienbadewanne – freue. So gelang es mir zum Glück, sie nach kurzer Zeit zu beruhigen. Wären wir nach Amerika ausgewandert, hätte ich sicherlich stundenlang mitgeheult…

Der Bub hing übrigens auch wieder verstärkt an mir und quietschte immer sofort, wenn ich ihn auf den Boden oder bei Papa/ Omi ließ. Mit so einer kleinen Klette gestalteten sich die Umzugsvorbereitungen und der Umzug noch schwieriger. Im wahrsten Sinne des Wortes, weil ich ihn nahezu ununterbrochen schleppen musste.

Seelenpflege bei Umzugsstress

Die beiden Nestlinge waren durch den Wind, aber auch Thomas und mir machte das ganze Sortieren, Ausmisten, Packen, Schleppen und Entpacken zu schaffen. Ich mochte Umzüge noch nie, weil sie nervig, zeitraubend und kräftezehrend sind. Doch ein Umzug mit zwei kleinen Rackern war die Krönung meiner bisherigen Umzugserfahrung, denn das bedeutete nicht nur bessere Planung und Organisation, sondern auch mehr Arbeit auf emotionaler Ebene.

Die Kinder forderten extra Aufmerksamkeit und Zuwendung und da Thomas und ich unter chronischem Schlafmangel litten und wir als Selbstständige nicht einfach so Urlaub nehmen konnten, fühlten wir uns in dem Chaos an manchen Tagen total überfordert. Wir stritten öfter. Meist wegen der berühmten Fliege an der Wand…

Glücklicherweise wirkt Reden bei uns Wunder – auch nach all den Jahren noch, so dass wir hier zwar gerade turbulente Zeiten durchleben, aber nichts eskaliert. Davon abgesehen ist die Sonne gerade voll auf unserer Seite und lädt verlockend zu Verschnaufpausen ein. Und so versuche ich die vollen Kisten und wartende Arbeit zu ignorieren und die Familie regelmäßig an die frische Luft zu scheuchen. Wie am Sonntagnachmittag nach dem Umzugstag, an dem wir uns  auf unserem Lieblings-Mitmach-Bauernhof beim Apfelfest vergnügten.

Ein Umzug bedeutet für alle Beteiligten Entwurzelung. Wie bei einem Baum, den man umpflanzen möchte.Golrokh Esmaili

Es wird noch eine ganze Weile dauern bis wir die allerletzte Kiste leeren können und richtig angekommen sind – bis wir uns so richtig wohl fühlen in unserem neuen zu Hause. Noch ist hier alles fremd und „halbfertig“; alles riecht nach „frisch renoviert“ und fühlt sich noch lange nicht vertraut an.

Umso schöner finde ich es, dass der „äußere Rahmen“ noch der gleiche, verlässliche ist: Das Mädchen geht noch in denselben Kindergarten, wir leben nach wie vor in der Nähe unserer lieben Verwandten und Freunde und wir finden uns hier gut zurecht – schließlich wohnen wir ja nur ein paar Straßen weiter.

Eine Eingewöhnung in ein neues Heim braucht Zeit

Der Aufwand der letzten Wochen hat sich jedenfalls gelohnt, denn der Umzug und das neue Heim bringen sehr viele positive Veränderungen mit sich. Hier ist es beispielsweise herrlich ruhig, obwohl wir in Zentrumsnähe wohnen. Wir haben endlich Platz für einen Geschirrspüler – das macht eine tägliche Zeitersparnis von etwa einer Stunde. Thomas, der Bub und ich, wir sind wieder ins gemeinsame Familienbett (2,80 Meter) gezogen, denn das Mädchen hat ja jetzt ein eigenes Zimmer und somit ein eigenes Bett, was sie allerdings nicht davon abhält jede Nacht zu uns zu krabbeln :)

Leider wartet noch ziemlich viel Arbeit auf uns. Die alte Wohnung muss gestrichen und „aufgehübscht“ werden – das ist unser Wunsch, weil uns unsere ehemaligen Vermieter in den vergangenen Jahren oft unter die Arme gegriffen haben. In der neuen Wohnung gibt es viele ungemütliche Ecken und unsere eigentliche Arbeit (die wir teilweise zurückstellten) türmt sich ebenfalls bis unter die Decke. Aber das wichtigste (Kinderzimmer, Schlafzimmer und Küche) steht und den Rest schaffen wir schon noch.

Tipps für einen Umzug mit Kind

Ich versuchte die Nestlinge (hauptsächlich das Mädchen) auf die anstehenden Veränderungen vorzubereiten und in das Geschehen aktiv mit einzubinden, um den Umzug für die beiden so angenehm wie möglich zu gestalten. Hilfreich waren folgende Punkte:

  1. Den Kleinen möglichst früh vom Umzug erzählen (warum und wohin) und sie mit Büchern zum Thema und/ oder einem selbstgebasteltem Countdown-Kalender darauf einstimmen.
  2. Kleinkinder beim Packen von Kartons helfen lassen (sie können ihre Bücher und ihr Spielzeug einräumen) und für neugierige Babys einen extra „Baby-Karton“ hinstellen, der nach Herzenslust gefüllt und entleert werden kann.
  3. Kleinkinder bei der Auswahl von Wandfarbe/ Kinderzimmermöbeln mit einbeziehen.
  4. Am besten nicht alles komplett neu einrichten, sondern einige vertraute Stücke mitnehmen.
  5. Das Kinderzimmer am Umzugstag möglichst zuerst einrichten, damit den Kleinen die Eingewöhnung leichter fällt.
  6. Die Kinder am Umzugstag nur in die Hände von vertrauten Personen geben oder sie selbst betreuen. (Unser Mädchen war tagsüber bei Omi und der Bub auf meinem Rücken.)
  7. Den Kindern die Gelegenheit geben, sich bewusst von der alten Wohnung (dem Kindergarten/ der Schule usw.) zu verabschieden.
  8. Falls die Kinder im neuen Heim ein eigenes Zimmer bekommen, ein Nachtlicht mit Bewegungssensor und automatischer Abstellung anschaffen, damit sie nachts den neuen Weg unfallfrei zu Mama und Papa finden.
  9. Das Ausräumen der Kisten und das Einrichten nicht übers Knie brechen, sondern Prioritäten setzen (was brauche ich dringend?) und genügend Verschnaufpausen einlegen. Wichtiger als ein perfekt eingerichtetes Heim ist das emotionale Wohlergehen der Beteiligten.
  10. Die Kinder nach dem Einzug mit bohren und handwerkeln lassen und/ oder gemeinsam mit ihnen hübsche Deko für das neue Heim basteln.

Und jetzt seid ihr dran! Wer von euch ist bereits mit Kind(ern) umgezogen und was fandet ihr dabei besonders anstrengend/ erleichternd?

Ich freue mich auf eure Erfahrungsberichte!
Eure Kathrin

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  • Sophie (kinderhaben.de)

    Oh ja, den Stress kenne ich! Wir haben das erst kürzlich durch und ich bin froh, dass es geschafft ist. 😉 Umzug mit knapp zweijährigem Kind kann ich aber eigentlich empfehlen. Abschiedsschmerz gab es nicht wirklich und beim Packen war mein Sohn sogar manchmal nützlich (oder glaubte es zu sein, hihi). Meine Eltern waren aber auch eine große Hilfe und zum Glück kennt mein Sohn es seit langer Zeit, auch halbe oder ganze Tage bei ihnen zu verbringen. Ohne Babysitter geht es einfach nicht. Im neuen Kinderzimmer spielt der Sohn jetzt sogar viel lieber als im alten und insgesamt habe ich das Gefühl, dass ihm mehr Platz super gefällt. Und uns auch! :) Kommt gut an im neuen Heim! Grüße aus der Umgebung (wir sind nach Düsseldorf gezogen)!

  • Nina

    Flexibel bleiben 😉
    Ich erinnere mich gerade daran, dass mein kleiner Bruder -damals etwas über ein Jahr alt- anfing zu schreien, als er in sein neues Kinderzimmer getragen wurde. Die anderen Zimmer waren gar kein Problem. Meine Eltern haben genau das Richtige gemacht: sie haben das gegenüberliegende Zimmer, das als Arbeitszimmer gedacht war, einfach mit „seinem“ Zimmer getauscht und alles war schlagartig gut.
    Mein Tipp somit: erst Räume testen, dann mit Farbe/Deko etc. ran. Möbel sind schnell umgestellt und umgeräumt.

  • Martina Stocker

    Hallo Kathrin,

    dass freut mich ja total für euch! Endlich Platz und einen Garten – so, wie du es dir schon lange gewünscht hast. Wenn sich die Kinder noch nicht so ganz auf das neue Umfeld einlassen können, würde ich dir eine Bachblüten-Mischung für die Umstellung ans Herz legen. Das hilft eigentlich immer prima :)
    Dein Mädchen ist ja empfänglich für diese Art von Unterstützung.
    Ich grüße euch alle herzlich und wünsche euch ein glückliches und gesegnetes Leben dort!

    Martina

  • Wir sind damals auch mit einem knapp 2jährigen Kind umgezogen. Ich habe sie auch schon monatelang darauf vorbereitet, da wir lange nach einer neuen Wohnung suchen mussten und somit unzählige Wohnungen angeschaut haben (die alle nix waren…). Somit nutzte ich die Wohnungs-Besuche, sie daran zu erinnern, dass wir umziehen werden, wenn wir eine passende Wohnung gefunden haben. Das Packen der Kisten ging gut, wenn sie nicht gerade ihre ganzen Spielsachen in x-verschiedene Kisten packen wollte :-). Wir haben unser Abschiedsessen auf einem geschlossenen Umzugskarton gestellt – was sie lustig fand. Am Umzugstag haben wir sie mit einbezogen in Kleinigkeiten (meine Schwester war schwanger, konnte somit nicht beim Tragen helfen und kümmerte sich um meine Tochter…) und haben in der neuen Wohnung ihr Kinderzimmer fertig gemacht und alles andere sah am Abend noch chaotisch aus – nur ihr Zimmer nicht!
    LG
    Petra

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  • Lenina

    Wir sind umgezogen, als mein Sohn 9 Monate alt war.
    Ich habe wirklich früh mit packen begonnen, aber mit jedem sich füllenden Karton hing er mehr an mir. Ich durfte nicht mehr das Zimmer verlassen, mich auch nur einen halben Meter ohne ihn wegbewegen. Das war sehr anstregend, denn ich kam einfach nicht vorwärts.
    Zusätzlich räumte er immer wieder Kartons aus, die ich gerade erst eingeräumt hat (ein eigener Karton hat ihn leider nciht interessiert). Irgendwann war aber doch alles gepackt.
    Die neue Wohnung lag im Nachbarhaus (größer und mit Garten :-) ) und musste kaum renoviert werden. Ein Glück, denn mein Freund musste arbeiten und Familie haben wir hier nicht (die ist in Krefeld 😛 ) .
    Am Umzugstag kam dann mein Vater vorbei und hat sich um den Kleinen gekümmert, aber das ging auch nur kurze Zeit gut. In dieser haben wir aber dank einer Umzugsfirma schon alles drüben gehabt – leider hat diese sich nur sporadisch an meinen penibel aufgemalten und geklebten Plan gehalten und wir haben noch Wochen gesucht, wo denn nun die einzelnen Kartons geblieben waren.
    Als erstes haben wir das Schlafzimmer komplett gemacht. Mir war wichtig, dass er zum Einschlafen alles so hat wie im alten Zimmer. Und da der Schnitt der Wohnung nahezu identisch war, hat das nochmal unterstützt.
    Es dauerte aber wirklich lange, bis das ganze Zeug an Ort und Stelle geräumt wa – und Weihnachten stand vor der Tür.
    Das Klammern ließ erst nach, als nichts mehr an den Umzug erinnerte und hält bis heute an, wenn ich zu wuselig fürs Weggehen vorbereite. Er will ja nicht vergessen werden!

    • Lenina

      Achso: Sein nun vorhandenes Kinderzimmer richten wir erst vollständig ein, mit Farbe und allem Pipapo, wenn er dort einzieht. Dann darf er auch mitentscheiden.

    • Melli Schneider

      Das ist auf jeden Fall eine gute Idee! Unsere Tochter hat auch sehr viel mit entschieden und ich habe versucht, ihr so weit wie möglich alle Wünsche zu erfüllen. Das Ergebnis ist zwar kein durchgestyltes Designer-Kinderzimmer, aber dafür haben wir eine sehr glückliche Bewohnerin.

  • Melli Schneider

    Wir sind zum Jahreswechsel umgezogen mit unserer Kleinen. Den Umzug und die neue Umgebung hat sie erstaunlich gut weg gesteckt. Was vielleicht auch daran lag, dass sie vorher kein eigenes Zimmer hatte. Wir haben sie aber auch während der Umzugsphase immer schon mit in die neue Wohnung genommen und ihr gezeigt, wo dann ihr Zimmer sein wird. Da direkt vor ihrem Fenster eine Bushaltestelle ist und sie Busse liebt, war sie da schnell überzeugt :) Hilfreich waren auch die vielen Spielplätze in der Umgebung, die wir zusammen erkundet haben, während der Papa schrauben „durfte“.

    Insgesamt hat sie sich sehr auf den Umzug gefreut. Könnte mir vorstellen, dass das bei älteren Kindern viel schwieriger ist. Die Tipps sind aber toll – sollten wir nochmal umziehen, werde ich mir die zu Herzen nehmen. Vor allem der Countdown-Kalender wäre bei unserer Prinzessin garantiert der Hit.

    Geschnauft habe vor allem ich – beim Packen. Unfassbar, wie viel Zeug sich so ansammelt. Und ich hasse Kisten packen. Zu meiner Studentenzeit bin ich alle zwei Jahre umgezogen, da hielt sich das Anhäufen in Grenzen. Aber nach sieben Jahren Sesshaftigkeit – oh weia! Dann kam noch dazu, dass alle unsere Umzugskartons von damals schimmelig bzw. feucht waren, als wir sie aus dem Keller holen wollten. Über 50 Kartons einfach so für die Katz. Hab ich unseren miesen Altbaukeller verflucht! Mein Mann wollte wieder Kartons aus dem Baumarkt holen, aber da hab ich dann mal ausnahmsweise meinen Willen durchgesetzt und einen Schwung Mehrweg-Boxen bestellt. Das wollte ich eigentlich von Anfang an, aber mein Mann meinte immer: „Das ist doch Quatsch, wir haben ja noch so viele Boxen im Keller etc.“ Kann ich nur empfehlen. Die sind echt mega-stabil und wenn man eine kleine Öko-Mami ist wie ich bleibt auch das Gewissen sauber :) Unsere waren von http://www.turtle-box.de – die sitzen auch in München, war praktisch.

    Insgesamt drücke ich allen Mamis, die umziehen müssen, die Daumen!

  • Pascal

    Wir sind auch letzten Monat umgezogen.
    Erstmal war es ein mega Stress den ganzen Umzug zu organisieren, da wir ein kleines Kinde (2 Jahre) haben und das dann quasi eine Doppelbelastung bedeutet. Da wir denken, dass man etwas mehr auf die Umwelt achten sollte, haben wir Umzugsboxen aus Kunststoff gemietet um nicht wieder teure und unhandliche Umzugsboxen im Baumarkt kaufen zu müssen. Das war sehr einfach und unkompliziert. Nachdem wir in unserem Bekanntenkreis die ganzen Helfer zusammengesucht hatten und alles in die Umzugsboxen verpackt hatten ging der Umzug los. Dafür haben wir unser Kind in die Obhut der Oma gegeben um zumindest einen Teil der Belastung abzuwenden. Die Helfer waren begeistert von unseren Umzugsboxen da diese so einfach handzuhaben waren und man bis zu 6 Stück aufeinander stapeln konnte. Der mitgelieferte Rollwagen hat uns einiges an Arbeit abgenommen, da der Weg zum Transporter etwas weiter war wie zuerst angenommen.
    Unser Umzug ging so schnell wie noch nie (wir sind schon mehrere Male umgezogen, da meine Freundin Flugbegleiterin ist). Die Boxen wurden dann am Ende des Umzugs wieder von DHL abgeholt.
    Eine große Empfehlung auf jeden Fall um den Stress mit der Doppelbelastung des Kindes abzunehmen ist http://www.foxybox.de/umzugsboxen.html da helfen dann die Helfer sogar gern wenn es so einfach geht.

  • Johanna

    Wir sind vor etwa einem Monat von Deutschland in die USA gezogen und es ist gefühlt katastrophal gelaufen. Das gesamte Setting war und ist denkbar ungünstig, fast aller Aufwand blieb an mir hängen und unsere Tochter (2 1/2) scheint sehr darunter zu leiden. Bis zum Spätsommer (wir waren schon auf unserem „home finding trip“) war gar nicht klar, ob unser Umzug überhaupt stattfindet. Mit diesem Zustand hatten wir schon ein Jahr lang in Wochenendbeziehung gelebt, arbeitsbedingt. Das war zwar arbeitstechnisch sinnvoll, aber schon da eine erhebliche Belastung für unser Töchterchen und mich. Plötzlich mehr oder weniger alleinerziehend. Unsere Tochter fing an, jede Veränderung mit größerem Protest zu quittieren, obwohl ihr unsere gemeinsamen Reisen (immer mit dem Zug quer durch Deutschland, um Familie und Freunde zu besuchen, weil sich unser soziales Netz sehr weit spannt, aber an unserem Wohnorten immer eher dünn war) eigentlich bis dahin großen Spaß machten.
    Auf einmal musste alles ganz schnell gehen. Wir hatten nicht mal einen Monat Zeit, aus zwei Haushalten einen zu machen, um dann alles gründlich auszusortieren und für das Umzugsunternehmen vorzubereiten. Kind vorbereiten oder mitpacken lassen? Kaum möglich, zu kurze Zeit und wir durften keine Kisten packen (Versicherung). In Ruhe aussortieren und den halben Hausstand veräußern bzw. verschenken? Auch nicht, weil die Tagesmutter nicht mehr da war und keine Kita der Welt für nicht mal drei Monate ein Kind nimmt. Wir hockten aufeinander und versuchten, das Beste draus zu machen. Eine Nervenprobe sondergleichen. Es war so viel zu tun, dass Routine und gemeinsamen Spielen zum Fremdwort geworden sind. Mein Mann war schon in den USA, der Job hatte nur 4 Wochen nach der Zusage begonnen.
    Ab Mitte November saßen wir in der ausgeräumten Wohnung, jeden Tag verschwanden mehr Dinge. Zum Schluss blieben eine Matratze und zwei Taschen sowie zwei Nervenbündel.
    Zu allem Überfluss wurden mein Mann und ich in diesen zwei Monaten noch Vormünder für unserem kleinen Neffen. Ein nervenaufreibender Kampf, der uns zusätzlich belastet hat, auch wenn es sehr schön ist, dass der Junge bald zu uns kommen kann.
    Glücklicherweise verlief der Flug, quasi unser Umzugstag, sehr gut und nach einigem Zittern kamen auch unsere Sachen noch vor Weihnachten an. Dadurch war es aber auch unmöglich, unserer Tochter das Zimmer so schnell wie möglich schön zu machen. Sie schläft bei uns und ist nicht sehr wählerisch mit ihren Spielzeug. Trotzdem ist die Umgewöhnung von zwei auf drei sowie die neue Umgebung mit neuer Sprache noch lang nicht abgeschlossen und unsere Tochter tut sich schwer. Sie schreit bei jedem Ortswechsel und wenn es nur darum geht, von einem Zimmer ins andere zu gehen, oder mal das Haus zu verlassen. Sie hat oft eine blinde Zerstörungswut, wirft mit allem, was sie in die Finger kriegt und wenn es Steine in Richtung von Mamas Gesicht sind.
    Sicherlich ist ein Teil davon das, was allgemein gern als Trotzphase bezeichnet wird, aber ich merke doch deutlich, wie schwer ihr der Umgang mit all den neuen Sachen fällt. Einen Tagesrhythmus zu finden, ist schwer, sie klammert, isst wenig und wenn, dann Süßes, schläft Knall auf Fall ein und ist dann die halbe Nacht wach. Am Liebsten würde sie den ganzen Tag fernsehen und wehe, es wird verweigert, dann gibt es großes Geschrei (ich tus trotzdem, der Laptop ist jetzt „kaputt“ und weggestellt). Kommunikation? Was ist das? Empathie? Ein Fremdwort in diesem Haus.
    Ich machen mir Sorgen um sie (uns) und hoffe sehr, dass sich das alles bald bessert.
    Nach einem kleinen Nervenzusammenbruch meinerseits zu Weihnachten bin ich alarmiert und kann nur dafür beten, dass der geplante Rückzug in drei Jahren nicht wieder so stattfindet, denn im Moment hab ich nur sehr wenig Energie, unsere Tochter aufzufangen und auch mein Mann hat nur kleine Ressourcen.
    Ich bemühe mich jetzt darum, dass wir ganz in Ruhe unsere Umgebung kennen lernen und langsam langsam zu einem empathischen Miteinander zurückfinden, welches auch eine deutlich gewaltfreiere Kommunikation zulässt. Hoffe, dass es wirkt.
    Etwas erleichtert
    Johanna
    PS: Hier ist es jetzt spät in der Nacht. Schlaflosigkeit und müde Tage gehören auch zu unserer Situation…