Erfüllt ihr mir meinen Herzenswunsch?

Kathrin Familie 28 Kommentare

Ich frage nicht gerne nach Hilfe. Ich tue mich wirklich schwer damit. Doch bestimmte Situationen kann ich nicht alleine bewältigen und vor allem seit dem die Nestlinge da sind, lernte ich um Hilfe zu bitten. Was anfangs Mut erforderte, entwickelte sich zur überwiegend positiven Erfahrung, denn Nachbarn, Familie und Freunde sprangen gerne und äußerst herzlich in Notsituationen ein. Zurück blieb immer das wärmende Gefühl von Dankbarkeit und nicht wie vermutet ein schlechtes Gewissen, weil ich keine Gegenleistung erbringen kann.

Heute wage ich mich einen riesigen Schritt weiter und bitte nicht meine Freunde und Verwandten um Hilfe, sondern euch meine lieben, teils unbekannten Leser.

Dabei geht es jedoch nicht um mich, sondern um meine Freundin , die ihr vielleicht noch von meinem Artikel „Die Begegnung, die mir die Augen öffnete“ kennt. Sie ist so alt wie ich, hat drei Kinder und Brustkrebs. Sie steckt mitten in einer Chemotherapie, die ihr den Boden unter den Füßen wegreißt. Und als wäre das nicht schlimm genug, ließ ihr Mann sie vor einigen Tagen mit ihren Kindern im frisch bezogenen Haus sitzen und meldet zu allem Übel auch noch Privatinsolvenz an, was für sie bedeutet, dass sie die gemeinsam aufgenommenen Kredite nun alleine abbezahlen muss.

Ihr geht es gesundheitlich, emotional und finanziell gerade so dreckig, dass ich jedes Mal, wenn ich sie sehe, mit hängenden Ohren vor ihr stehe, weil ich nicht weiß wie ich ihr in dieser unfassbar bescheidenen Situation helfen kann. Klar kann ich mit ihr reden, sie in den Arm nehmen und trösten, aber diese Streicheleinheiten wirken unbedeutend in Anbetracht des riesigen Schlamassels, in dem sie steckt.

„Sag mir, wenn ich etwas für Dich tun kann!“ flüsterte ich ihr regelmäßig beim Abschied ins Ohr. Lange Zeit reagierte sie nicht darauf, denn sie ist wie ich eine Einzelkämpferin, doch letzte Woche bat sie mich schließlich, etwas Werbung für sie zu machen, bzw. für die Kindersachen, die sie vom Krankenbett aus näht, um die Haushaltskasse aufzubessern.

Ich schluckte nur und begann zu grübeln. Sie benötigt doch all ihre Kräfte zur Genesung und sollte sich schonen oder Zeit mit ihren Kindern (2, 4 und 8 Jahre) verbringen, statt an der Nähmaschine zu sitzen! Ich will sie sehr gerne unterstützen, aber nicht indem ich mit vielen Interessenten zu ihrer totalen Erschöpfung beitrage. Am liebsten würde ich ihr einfach so etwas Geld schenken, doch nur etwas von meinen überschaubaren Einnahmen abzuzwacken, ist zwar eine liebe Geste, aber ein für sie irrelevanter Betrag.

Und an dieser Stelle kommt ihr ins Spiel, denn ich selbst habe nicht übermäßig viel Geld, aber ich bin zumindest reich an Lesern. Monatlich besuchen knapp 100.000 Menschen meine Seite und ich zähle knapp 12.000 Facebook-Follower. Wenn jeder von euch nur 10 Cent spenden würde, käme ein guter Batzen Geld zusammen.

Es ist jetzt übrigens 2:48 Uhr und ich sitze hier an meinem Laptop und schreibe aufgeregt diesen Text, weil mir diese hoffentlich gute Idee den Schlaf raubt: Vielleicht gelingt es mir mit eurer Hilfe, meiner Freundin so kurz vor Weihnachten etwas finanzielle Erleichterung zu bescheren? Ihr zumindest einige ihrer Sorgen zu nehmen, in der Hoffnung, dass diese finanzielle Unterstützung, sie mental aufbaut und ihren Genesungsprozess beschleunigt? Denn steht sie wieder sicher auf ihren Beinen, kann sie arbeiten (sie ist Erzieherin) und ihr volles Einkommen verdienen.

Ich bitte nach wie vor nicht gerne um Hilfe, erst Recht nicht wildfremde Menschen und schon gar nicht, wenn es um Geld geht. Doch meine Freundin ist ein Einzelschicksal, das mir unfassbar am Herzen liegt. Denn sie ist eine von den Müttern, zu denen ich bewundernd aufschaue, weil sie in ihrem kurzen Leben schon so viel durchmachen musste und dennoch versucht mit aller Kraft für ihre Kinder stark und liebevoll da zu sein – egal wie erschöpft sie ist. Sie ist eine von den Frauen, die immer erst nach dem Wohlergehen der anderen schauen, bevor sie sich um sich selbst kümmern. Und sie ist eine von den Freundinnen, auf die 100 % Verlass ist – eine, die 3 Uhr nachts Gewehr bei Fuß auf meiner Matte stehen würde, wenn ich sie brauche. Und jetzt braucht sie dringend Hilfe…

Weil ich alleine nicht viel ausrichten kann, wünsche ich mir von ganzem, tiefsten Herzen eure Hilfe. Ich wende mich deswegen an euch, weil mir viele von euch in der Vergangenheit schrieben, wie dankbar sie für meine Texte und Arbeit sind. Wie sehr ihnen meine Gedanken und Worten helfen und sie meinen Einsatz zu schätzen wissen. Ich stehe ratlosen Müttern gerne bei und werde das auch weiterhin gerne tun, doch weil ich heute ratlos bin, möchte ich euch ausnahmsweise um einen Gefallen bitten.

Um diese Spendenaktion zu vereinfachen habe ich eine Sammelkasse bei Leetchi.com eröffnet. Damit verliere ich nicht den Überblick über die Spenden und ihr könnt gleichzeitig mitverfolgen wie viel Geld bereits im Pott ist. Wer helfen will, kann sich hier anmelden und einen Wunschbetrag einzahlen. Die gesamten Summe überweise ich im Anschluss an meine Freundin und nach der Übergabe wird es natürlich einen kleinen Bericht dazu geben. Vielleicht ist sie auch bereit, öffentlich (mit Bildern) ein paar Worte dazu zu sagen – bis dahin halte ich sie zu ihrem Schutz lieber anonym.

Sie weiß übrigens (noch) nichts davon und ich hoffe, dass ich es bis Dezember geheim halten und sie dann damit überraschen kann. Ab und zu liest sie meine Artikel, doch weil es seit dem Umzug etwas ruhiger hier ist, stehen die Chancen gut, dass ich sie mit einem „Ach, ich komme immer noch nicht zum Schreiben“ vom Stöbern abhalten kann :)

Willst du glücklich sein im Leben,
trage bei zu and’rer Glück.
Denn die Liebe, die wir geben,
kehrt ins eig’ne Herz zurück.J. W. von Goethe

So, ihr Lieben. Das war mein Anliegen – mein Herzenswunsch an euch – und ob das wirklich eine gute Idee war, wird sich in wenigen Tagen zeigen. Das ist jedenfalls eine gute Gelegenheit für mich, das Fragen nach Hilfe zu üben. Etwas, das mich nach wie vor große Überwindung kostet, aber schon oft zu überraschenden Reaktionen führte.

Meine Daumen sind jetzt jedenfalls fest für meine Freundin gedrückt! Und allein beim Schreiben dieser Zeilen entfacht ein kleines Glücksgefühl in mir, weil ich voller Hoffnung bin, dass ich ihr zumindest mit meinem Gedanken ihr helfen zu wollen, eine Freude bereiten kann.

Herzlichst
Eure Kathrin

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  • Chrissi S.

    Hallo liebe Kathrin, ich habe selbst nicht viel Geld zur Verfügung, hab aber gern ein kleines bisschen geholfen! Ich finde es grossartig, wie du deine Freundin unterstützen möchtest! Liebe Grüße

  • Kathrin

    Ich habe gerne geholfen. Doch nur mit einer Spende sind die Probleme Deiner Freundin nicht zu lösen. Die Privatinsolvenz ihres Mannes, dürfte so weit sie verheiratet ist, auch sie betreffen und damit auch die Kredite fürs Haus. Es wäre sehr wichtig, wenn sie sich professionell beraten lassen könnte. Am besten eine Schuldnerberatung! Für gemeinsam aufgenommene Kredite haftet man immer gesamtschuldnerisch. Das heißt diese Beträge finden sich auch in der Insolvenzmasse wieder. Sie soll sich unbedingt Hilfe suchen! Ich bin leider in einer ganz anderen Ecke von Deutschland, doch auch in Krefeld gibt es sicher Schildnerberatungen!

    • NestlingKathrin

      Danke liebe Kathrin,
      den Tipp werde ich beherzigen und uns diesbezüglich Hilfe besorgen.

      Liebe Grüße
      Kathrin

  • Angela Schneider

    Ich wünsche deiner Freundin und ihrer Familie und Freunden viel Kraft und dass sie bald wieder gesund ist. Meine Mutter hatte auch Krebs (keinen Brustkrebs). Ich habe einen kleinen Betrag gespendet und hoffe, dass dies wenigstens eine kleine Hilfe ist.

  • luebeckmeineperle

    Ich wollte gerade auch direkt einen kleinen Betrag spenden – aber dann schoss mir durch den Kopf, was ist mit der Privatinsolvenz des Mannes? Wie unten geschildert, ist das ja doch kompliziert, wenn sie verheiratet sind. … (Trennung mit beiderseits unterzeichneten Krediten übrigens auch vor allem ohne Insolvenz! ) geht das Geld dann nicht direkt in die Insolvenzmasse?

    • NestlingKathrin

      Ich werde in den nächsten Tagen prüfen wie ich ihr das Geld geschickt zukommen lassen kann und auf jeden Fall professionelle Hilfe hinzuziehen.

      LG
      Kathrin

  • Karin Angela Wedemann

    Auch ich habe sehr gern geholfen. Deine Geschichte liest sich wie die von meiner Freundin und mir. Wie unsere Geschichte ausgegangen ist möchte ich hier nicht schreiben. Ich hoffe das sie die Kraft hat und die Krankheit besiegt und das deine Spendenaktion ihr hilft wieder Freude in ihrem Leben zu haben.
    Sie soll sich auf alle Fälle profesionelle Hilfe holen. Das schafft sie nicht allein. Ich drücke euch die daumen.
    Herzliche Grüße
    Karin

  • sprinterfreund

    Liebe Kathrin,

    darf ich auch „just my 2 Cents“ in die Diskussion einwerfen?

    Genau wie meine Vorredner(innen) war mein erster Impuls, eine paar Cent/Euro zu spenden, gerade letzte Woche habe ich die Sparbüchse von 2 Jahren geleert. Aber so ganz wohl ist mir dabei nicht, gerade mit den schon genannten Kommentaren und Gedanken. Eine langfristige Lösung werden wir wahrscheinlich nicht finden, nur Möglichkeiten, dass sie mal Luft holen kann.

    Was ich tatsächlich schon für Freunde gemacht habe, die auch in richtigen Schwierigkeiten steckten: Ich habe angeboten, für sie einzukaufen. Es entlastet zeitlich, logistisch, finanziell, und das Geld geht nicht verloren.
    Der Einkaufszettel für zwei Leute (ohne Kind, aber mit Katze) für 4 VIER Wochen belief sich (nur) auf
    150 – 180 €!! Das könnte bei deiner Sammlung locker zusammenkommen. Oder es gibt dringende Anschaffungen, die nötig sind, eine dicke Jacke für die Kinder, Winterschuhe,…
    Geschenke sind nicht immer akut, aber es entlastet trotzdem, wenn jedes Kind zu Weihnachten etwas besonderes oder besonders gewünschtes bekommt.

    Wenn Du dich traust, Sie sich traut, kannst Du auch nach einer Rechung fragen, die ihr auf der Seele liegt.
    Telefon, Gas, Strom,… ihr wisst wovon ich rede

    Oder wenn das alles zu intim ist, mache es unauffälliger, bringe einen 10 Kilo.Sack Kartoffeln, haltbare Lebensmittel, den Adventskranz vorbei und erzähle irgendwas, du warst gerade auf dem Mark , es sei im Sonderangebot gewesen und dabei hast Du einfach an sie denken müssen.
    Beziehe die Kinder mit ein. :-)

    Wie gesagt, meine Gedanken dazu. Wenn es nicht passt, dann sorry.

    Viele Grüße vom
    Sprinterfreund

    (dem der Sprinter auch unterm Hintern gepfändet wurde..)

  • Kerry

    Solange Du Deiner Freundin den Betrag nicht überweist sondern in bar übergibst, dürfte das mit der Insolvenz ihres Ehegatten keine Probleme geben.

  • Mareike

    Ich würde auch gerne etwas spenden.
    Leider kann ich mit keinem der angegebenen Zahlunsmittel zahlen.
    Vielleicht möchtest du dich bei mir melden.
    Mj.mareike@googlemail.com

    • Naz van Norel

      Mareike, mit aller rechtste Option geht auch: Girokonto. Nur Kontonummer und BLZ. Habe auch gemacht.

  • Juliane

    Liebe Kathrin,
    es ist so schön, dass Deine Freundin Dich an ihrer Seite wissen kann.
    Egal, wie Ihr das Problem mit der Insolvenz umgeht, Deine Aktion wird ihr zeigen, dass sie nicht alleine ist.
    Im Zweifel schenkst Du es den Kindern, die sind von der Insolvenz der Eltern nicht betroffen und deren Vermögen dürfte sicher sein (wobei meine Kenntnisse im Familien- und Insolvenzrecht überschaubar sind!). Auch die Idee mit der Beteiligung an alltäglichen Ausgaben finde ich gut…
    Ihr werdet einen Weg finden und mit Sicherheit wird es Kollegen (Rechtsanwälte, Schuldnerberater…) geben, die Euch gerne in der Angelgenheit unbürokratisch beraten.
    Ich habe mich auf jeden Fall gerne beteiligt und wichtig ist das Zeichen, dass wir alle dank Dir für Deine Freundin und deren Familie setzen dürfen!
    Danke dafür und Liebe Grüße
    Juliane

  • sunshine

    Liebe Kathrin,

    Ich finde deine Aktion auch einfach großartig! Mir geht es genauso…für mich selbst kann ich nur sehr schwer um Hilfe bitten, für andere tue ich es sehr gerne. Gerne werde ich im Rahmen meiner Möglichkeiten auch etwas geben, aber mir wäre wohler, wenn sich erst ein Weg findet, auf dem es garantiert bei ihr landet und nicht in der Insolvenzmasse ihres Mannes versickert. Ich werde in den nächsten Tagen einfach immer wieder hier vorbei schauen und sobald ihr eine Lösung gefunden habt, bin ich auf jeden Fall dabei!!!
    Lieben Gruß und alles erdenklich Gute für deine Freundin!
    sunshine

  • Pingback: Erfüllung eines Herzenswunsches()

  • Sani

    Liebe Kathrin,
    Bei deiner Freundin brennt es ja an allen Fronten, sie hat mein ganzes Mitgefühl! Auch wenn sie in dieser Situation sicher tausend andere Themen hat, so wäre wirklich wirklich wichtig dass sie was für Ihre Genesung tut. Chemo heilt ja in dem Sinne nicht sie haut einfach alles kaputt. Hier ein interessanter Beitrag
    http://www.drstrunz.de/news/2013/12/131230_wie_frau_ihren_brustkrebs_besiegt.php
    Von diesem Arzt gibt es super Bücher dazu und es ist wirklich wissenschaftlich fundiert und ein Skandal dass Fachärzte für Krebs das nicht berücksichtigen.

  • Chrissi Funk

    Ich würde auch gerne einen klitzekleinen Teil zum Herzenswunsch beitragen.
    Hast Du Paypal? Dann würde ich an Dich Geld senden – und Du wirfst es dann in den großen Topf?
    Grüße Chrissi

    • Chrissi Funk

      Jetzt hat es doch online geklappt – brauche keine Paypal-Adresse mehr.
      Ich finde Deine Aktion so toll – ich habe gar keine Worte dafür … aber ich glaube an Karma!
      Jeder Mensch bekommt irgendwann das, was er/sie verdient – positiv oder negativ.

  • Naz van Norel

    ich finde auch toll, was du für deine Freundin machst. ich würde es auch machen. ich werde auf jedem Fall etwas überweisen. Wer kümmert sich um ihre Kinder? wenn sie in oder um München wohnt, kann ich mit meinem Au-pair nach Möglichkeiten helfen. Was braucht sie ausser Geld? Liebe Grüße, Naz ( naz@mominfo.ne)

  • Claudia Meier

    Kathrin….was Du tust ist klasse. Thats what friends are for!
    Ich werde Dich unterstützen, obwohl es auch mir mit meinem Scheißer in der Brust nicht immer gut geht. Und ich all meine Energie in den normalen Alltag stecke für die Kinder (4 und 8). Meinen Job habe ich kurz vor der Diagnose verloren, aber mein Mann, Familie und Freunde sind da. Das um Hilfe bitten…es fällt mir immer noch schwer…aber es wird und es wird hoffentlich alles wieder gut.
    Ich bewundere Dich für Deinen Mut diesen Schritt zu gehen und wünsche Dir viel Kraft Deiner Freundin weiterhin den Rücken zu stärken!
    Liebe Grüße, Claudia