Windelfreiheit – So geht es ohne Windeln!

Kathrin Gastartikel 15 Kommentare

DeniseJacobs_2Funktioniert „windelfrei“ von Geburt an und in jeder Lebensphase bzw. zu jeder Jahreszeit?
Denise Jacobs (Mutter und Autorin von „Baby im Bauch, Chaos im Kopf: Tagebuch einer Schwangerschaft„) zeigt in ihrem beeindruckendem Erfahrungsbericht, dass Windelfreiheit sehr wohl vom ersten Tag an klappen kann.

Viel Spaß beim Lesen!

Eure Kathrin

Am Ende meiner Schwangerschaft las ich zum ersten Mal ein Buch über Windelfreiheit. Was ich las, klang revolutionär:

Babys könnten von Geburt an ihre Ausscheidungen kontrollieren, hieß es da. Sie kommunizierten, dass sie mal müssen so wie sie auch kundtun, wenn sie beispielsweise Hunger haben. Sie könnten ihre Auscheidungen anhalten bis man sie auszieht und „abhält“, also in eine Hockposition bringt, damit sie loslegen können. Babys machten das von Natur aus, denn sie hätten ein angeborenes Sauberkeitsbedürfnis. Wenn Eltern über Monate hinweg nicht auf die Signale reagierten, sondern sie an Wegwerfwindeln als Klo gewöhnten, so verlernten die Babys auf ihre Körperfunktionen zu achten und müssten es später in dem sogenannten Sauberkeitstraining erst wieder erlernen.

Ich war baff. Die Gedanken waren mir völlig fremd. Für mich waren Windeln vorher unumgänglich und ich wäre nie auf die Idee gekommen, sie wegzulassen, weil ich glaubte, dass sonst das Baby überall unkontrolliert hinmachen würde. Mir wurde schlagartig bewusst, wie unwissend ich war – und wie unwissend alle um mich herum sind. Ich kannte niemanden, der davon wusste. Aber alles in dem Buch erschien mir logisch!

Mein Weltbild stand nach dem Lesen des Buches Kopf. Und ich hatte das Gefühl: Ab dem Moment stand es plötzlich richtig herum.

Ich erzählte einer Freundin davon, die schon ein Kind hatte. Doch sie starrte mich entsetzt an.

„Ich bezweifle, dass das funktioniert. Und wie machst du das im Auto? Oder draußen, im Winter? Oder nachts?“

Darauf hatte ich keine Antwort. Ich war beschämt. Ich ahnte, dass ich einer großen Wahrheit auf der Spur war – doch ich hatte niemanden, den ich nach seinen Erfahrungen fragen konnte. Ich würde Vorreiter in meinem Freundes- und Familienkreis sein.

Ich beschloss es dennoch zu versuchen. Der werdende Papa war einverstanden.

Erster Tag:

Wir fuhren wenige Stunden nach der Geburt nach Hause, um nicht im Krankenhaus in die Verlegenheit eines ersten „Pipi-Unfalls“ zu kommen. Wir hatten für daheim sechs durchlässige Mullwindeln besorgt und fünf wasserdichte Unterlagen. Die erste Nacht verlief ruhig. Unser Sohn blieb trocken.

Nach einer Woche:

Wir hatten unseren Vorrat an Mullwindeln von sechs auf sechzehn aufgestockt. Der Papa hatte den Gesichtsausdruck raus, den unser Sohn macht, bevor es losgeht. Ich erahnte anhand der Zeit, die vergangen ist seit dem letzten Pipi, wann unser Sohn das nächste Mal muss. Dann zogen wir ihm die Mullwindel aus und hielten ihn übers Waschbecken. Dazu gaben wir noch ein Zeichen, dass er jetzt loslegen kann: ein leises, gezischtes „Sss“. So stand es in dem Buch, das ich gelesen hatte.

Es funktionierte. Manchmal. Doch die wenigen Momente freuten uns riesig. Zudem hielt ich unseren Sohn in den Stillpausen übers Waschbecken, wo auch meistens etwas kam. Dennoch ging das meiste in die Mullwindeln. Aber wir waren geduldig. Unser Sohn war erst eine Woche alt. Wir wussten: Wir müssen seine Zeichen und seinen Rhythmus erst einmal kennenlernen.

Woran erkenne ich, dass mein Baby muss?
  • Wenn das Baby Signale äußert, also Bewegungen, Geräusche oder eine bestimmte Mimik macht.
  • Im Zusammenhang mit Ess- oder Schlafgewohnheiten, zu einem bestimmten Rhythmus, zu bestimmten Zeiten (etwa immer nach dem Aufwachen oder immer nach dem Trinken)
  • Aufgrund der elterlichen Intuition.

Das heißt konkret: Nicht das Baby muss lernen, sauber zu werden, sondern Eltern müssen lernen, ihr Baby und dessen Bedürfnisse zu interpretieren durch Beobachtung, durch Vertrauen auf ihre Intuition – beziehungsweise anfänglich durch Versuch und Irrtum.

Wenn etwas in die Mullwindeln ging, sahen wir es sofort und wechselten sie. Unser Sohn war damit immer sauber und trocken. Schon nach einer Woche war es für uns unvorstellbar, ihn in Wegwerfwindeln zu packen und in seinen Ausscheidungen liegen zu lassen. Für uns gab es kein Zurück.

Was bedeutet Windelfreiheit?
Windelfreiheit ist die sogenannte Ausscheidungskommunikation zwischen Eltern und ihrem Baby über dessen natürliches Ausscheidungsbedürfnis. Das Baby kommuniziert, dass es muss, und als Elternteil richtet man es nach Möglichkeit ein, dass das Baby „sauber“ (ohne Windel) ausscheiden kann.

Windelfreiheit wird oft falsch verstanden. Es besagt nicht, dass man unbedingt Windeln weglassen muss und dass man bei jedem anstehenden Pipi hektisch in Panik verfällt, weil man das Baby dringend abhalten muss. Es heißt auch nicht, dass man ständig das Kind beobachtet und auf seine Signale wartet. Es bedeutet ebenso nicht, dass man das Kind zur Sauberkeit zwingt oder erzieht.

Windelfreiheit ist ein Teil eines bedürfnisorientierten Umgangs mit dem Baby. Man respektiert die Bedürfnisse des Babys – in dem Fall das angeborene Sauberkeitsbedürfnis. Das Baby signalisiert von Geburt an, was es braucht. Bei der Erfüllung seiner Bedürfnisse ist es auf Hilfe angewiesen.

Insofern stellt sich mir nicht die Frage, wie viel Aufwand das ist und welche Nachteile das bringt. Als Nachteil wird öfter Stress aufgeführt, der mit dem Abhalten verbunden wäre. Doch Stress wird nicht dadurch ausgelöst, dass man auf die Bedürfnisse des Babys eingeht, sondern dadurch, dass man nicht auf sie eingeht und das Kind ihre Erfüllung umso dringender einfordert. So manches Baby bekommt erst Verdauungsprobleme oder Kohliken und schreit, weil es ständig anhält und darauf wartet, dass es abgehalten wird. Ein Baby, dessen Bedürfnisse aber erkannt und erfüllt werden, ist fröhlich, ausgeglichen und entspannt. Und damit war auch ich entspannt.

Mit 1 Monat:

Der Papa brachte stolz das erste Töpfchen mit nach Hause. Ich schüttelte nur den Kopf, doch er ließ sich nicht beirren. Natürlich konnte unser Sohn noch nicht alleine darauf sitzen. Der Papa setzte ihn drauf, hielt ihn fest und scherzte: „Das Töpfchen brennt! Du musst es löschen! Wasser Marsch!“

So machte unser Sohn im Alter von einem Monat sein erstes Pipi ins Töpfchen. Ich musste lachen.

Nachts wurde unser Sohn unruhig, wenn er mal musste. Da wir zusammen in einem Bett schliefen, wurde ich davon wach. Ich ging dann mit ihm ins Bad und hielt ihn übers Waschbecken ab. Wenn ich nicht aufstand, wurde die Mullwindel nass. Dann, und nur dann, landete sein Arm auf meinem Gesicht. Auch tagsüber schlug er mit seinem Arm auf mich, wenn die Windel nass war und ich es nicht bemerkt hatte.

Wie funktioniert Windelfreiheit nachts?
Die Kommunikation nachts kann nur gelingen, wenn eine räumliche Nähe zwischen Baby und Eltern gegeben ist. Das Baby muss also mindestens im selben Zimmer, idealerweise sogar im selben Bett schlafen.

Wenn das Baby unruhig wird und man es bemerkt, kann man es neben das Bett über ein Gefäß abhalten. So muss man selbst nicht extra aufstehen.

Wem das zu viel ist, der kann natürlich nachts auch Wegwerfwindeln oder Stoffwindeln mit Überziehhose verwenden und das Kind nur tagsüber abhalten. Wichtig ist, dass Windelfreiheit nicht in Stress und völliger Übermüdung ausartet.

Mit 3 Monaten:

Unser Sohn war durch und durch kommunikativ. Wenn er sein großes Geschäft machte, hatten wir beim Abhalten immer Drückgeräusche gemacht. Seit unser Sohn drei Monate alt war, zeigte er ebenfalls durch Druckgeräusche an, dass er aufs Klo musste.

Die räumliche beziehungsweise körperliche Nähe zum Baby ist von Vorteil, um zu erkennen, dass es muss. Es gibt zwar auch Mütter, die drei Zimmer weiter spüren, wann ihr Baby muss, doch damit tat ich mich schwer. Ich brauchte die Nähe – und das nicht nur wegen der Ausscheidungskommunikation, sondern weil sie uns beiden guttat. So hatte ich unseren Sohn die meiste Zeit im Tragetuch oder lag neben ihm, wenn er schlief. Gerade im Tragetuch war die Kommunikation besonders gut. Wenn er aufs Klo musste, stemmte er sich mit den Füßen gegen mich und streckte sich aus dem Tuch heraus, so gut er konnte. Dann hielt ich ihn ab und meist stillte ich ihn danach.

Es war Winter und wir wollten auch draußen nicht auf die Windelfreiheit verzichten. So richteten wir unsere Ausflüge weitestgehend nach dem Rhythmus unseres Sohnes aus. Wir wussten, dass er zu dem Zeitpunkt etwa jede Stunde Pipi machen musste. Wir fuhren also los, kurz nachdem wir ihn abgehalten hatten. Nach einer Stunde in den Bergen angekommen, hielten wir ihn auf dem Parkplatz ab und wanderten mit ihm im Tragetuch eine Stunde den Berg hinauf. Oben auf der Hütte hielt ich ihn auf der Toilette ab und stillte ihn. Dann stärkten wir Eltern uns bei einer Brotzeit und nach einer weiteren Stunde, kurz vor dem Abstiegt, hielt ich ihn noch einmal ab. Im Tal angekommen hielten wir ihn neben dem Auto ab, dann fuhren wir eine Stunde nach Hause.

Wie funktioniert Windelfreiheit draußen im Winter?
Wer Windelfreiheit auch bei eisiger Kälte durchführen möchte ohne die Möglichkeit irgendwo einzukehren, für den ist es wichtig, einen zweiteiligen Schneeanzug für das Baby zu kaufen. Einen einteiligen Winteroverall ist eher hinderlich. Wenn man das Baby in der Kälte abhalten will, sollte man nur die Winterhose herunterziehen müssen, nicht die Jacke. Unter der Winterhose kann man dem Baby eine Schlitzhose aus warmer Wolle anziehen, bei der nur ein kleiner Spalt zwischen den Beinen geöffnet werden muss, um dem Baby das Ausscheiden zu ermöglichen. Der Rest bleibt warm eingepackt.

Natürlich hat man auch die Möglichkeit, für die Winterwanderung eine undurchlässige Windel zu benutzen und das Baby gar nicht erst ausziehen, sondern in die Windel machen zu lassen. Windelfreiheit heißt nicht, dass man jede Ausscheidung abfängt. Es reicht aus, das Baby ein- bis dreimal am Tag abzuhalten, damit es langfristig die Kontrolle über seine Ausscheidungen behält.

Das größte Problem bei der windelfreien Babypflege außer Haus war, dass ich mir selbst im Weg stand. Ich erwartete blöde Kommentare und schiefe Gesichter, weil ich wusste, dass Windelfreiheit in unserer westlichen Gesellschaft nicht bekannt war.

Dabei ist die natürliche Säuglingspflege weltweit verbreitet. Nur wir Menschen in den westlichen Industriestaaten haben uns im Laufe der letzten Jahrzehnte von zahlreichen Windelherstellern neue Sauberkeitsstandards einimpfen lassen. Wir haben vergessen, dass Babys ein natürliches Sauberkeitsbedürfnis haben und dass sie signalisieren, wenn sie müssen. Hier glauben die Leute stattdessen, sie müssten Jahre warten bis ihr Kind von sich aus Interesse zeigt.

Das hatte ich schon durchschaut. Dennoch war es für mich ein Problem, hierzulande damit umzugehen. Ich fühlte mich einsam und hatte Angst vor den Reaktionen der Unwissenden um mich herum.

Es war mir unangenehm, mit Freunden oder Verwandten unterwegs zu sein, die nichts davon wussten. Ich hatte zahlreiche innere Konflikte, weil ich unseren Sohn in deren Anwesenheit nicht abhielt, obwohl ich wusste, dass er musste. Unserem Sohn gegenüber hatte ich dann ein schlechtes Gewissen. Im Laufe der Zeit löste ich den inneren Zwiespalt auf und informierte vorab meine Freunde und Familie vor einem Treffen von der Windelfreiheit. Damit war meine selbst aufgebaute Hemmschwelle verschwunden.

Mit 7 Monaten:

Die Ansagen unseres Sohnes wurden zuverlässig. Es gab spürbar weniger „Unfälle“. Er konnte bis zu einer halben Stunde anhalten.

Mit 1 Jahr:

Die Entscheidung zur Windelfreiheit wurde auf eine letzte Probe gestellt. Die Mengen an Urin, die unser Sohn ausschied, übertrafen bei weitem das Auffangvermögen der Mullwindeln. Äußerst peinlich war mir das bei Freunden zu Hause oder in der S-Bahn. Unser Sohn hinterließ so manche große Pfütze. Unfälle mit großem Geschäft waren dagegen äußerst selten.

Nicht-durchlässige Windeln kamen für uns aber nicht in Frage. Die wenigen Male, an denen wir Wegwerfwindeln zuvor ausprobiert hatten, ignorierten wir die Zeichen unseres Sohnes, denn er konnte ja jederzeit in die Windeln machen ohne dass für uns ein Problem entstanden wäre. Er lag oder saß dann des Öfteren länger im Nassen, weil ich seine Zeichen nicht mehr wahrnahm. Das wollte ich nicht.

So verfolgten wir stur weiter unseren Weg. Da die Mullwindeln sowieso nicht ausreichten, um irgendetwas aufzufangen, ließen wir sie ganz weg. Wir kauften stattdessen Unterhosen und stockten unseren Vorrat an Wechselhosen auf. Wir warnten Freunde vor und gingen öfter mit unserem Sohn aufs Klo beziehungsweise fragten ihn öfter, ob er müsse.

Welche Windeln/Backups kann man benutzen?
Es gibt Backups, die man verwenden kann. Niemand muss den Weg gehen mit durchlässigen Mullwindeln, wie wir ihn gewählt haben. Stoffwindeln mit Überhose, undurchlässige waschbare Windeln oder Wegwerfwindeln – all diese kann man mit dem Prinzip der Windelfreiheit kombinieren. Denn bei der Windelfreiheit geht vor allem um die Kommunikation mit dem Baby – um die Wahrnehmung seiner Bedürfnisse und die Reaktion darauf.

Praktisch kann es manchmal sein, ein Töpfchen, ein spezielles Asia-Töpfchen oder ein kleineres, verschließbares Gefäß für Reisen mitzunehmen, damit man auch unterwegs ggf. die Möglichkeit hat, seinem Kind das kleine oder große Geschäft zu ermöglichen.

Mit 1,5 Jahren:

Unser Sohn war tags wie nachts trocken. Es gab danach selten einzelne Unfälle alle paar Monate.

Mit 3 Jahren:

Im Kindergarten ist unser Sohn der einzige unter den Gleichaltrigen, der trocken ist. Alle anderen fangen mit dem Sauberkeitstraining gerade erst an.

 

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  • Sabrina

    Sehr interessanter Bericht!!
    Wir sind auch am überlegen den Windelfrei-Weg zu gehen. Worauf habt ihr euren Sohn in der Nacht schlafen lassen oder habt ihr jedes Mal das Leintuch gewechselt, wenn doch was daneben ging?

    • Denise

      Liebe Sabrina, lieben Dank!
      Wir hatten für die Nacht 5 Inkontinenzunterlagen (bei Bedarf zum Wechseln), wie sie auch im Krankenhaus oder in Pflegeheimen verwendet werden. Diese stauen die Wärme nicht so sehr, wie ich es bei einer zuvor gekauften Moltonunterlage gemerkt hatte (allerdings scheint es auch andere Molltonunterlagen zu geben, die die Hitze nicht so stauen). Eine wasserundurchlässige Unterlage halte ich für ratsam.
      Allerdings kann ich nachts nur bedingt zu Mullwindeln raten. Unser Sohn hat meist die Decke weggestrampelt, so dass es kein Problem war, wenn wir nachts seine Zeichen einmal verschliefen und er nass wurde. Die wenigen Male, wo er das nicht tat, war aber leider auch unsere Decke nass. Das gilt es zu berücksichtigen.

      Wenn du weitere Fragen hast: Es gibt bei FB auch eine Windelfrei-Gruppe. Dort kannst du alle Fragen stellen.
      Viel Freude damit und viele Grüße,
      Denise.

    • Sabrina

      hallo denise!
      super, vielen lieben dank. ich werde mir diese unterlagen einmal ansehen. danke für den fb-tipp!

  • Sabrina Krafft

    Sehr schöner Bericht! Wir haben unsere Tochter das erste Mal abgehalten, als sie 1 Woche alt war. Nun haben wir fast 1 Jahr windelfrei hinter uns und uich bin so froh, dass wir diesen Weg gegangen sind!
    Früher hielt ich es für quatsch, aber meine Tochter belehrte mich eines besseren! ♡😊

    • Denise Jacobs

      Liebe Sabrina,
      vielen Dank! Ich freue mich immer wieder, wenn ich von anderen Eltern lese, denen es genauso geht! :-)
      Ja, Kinder sind in vielen Dingen gute Lehrmeister.
      Liebe Grüße,
      Denise.

  • Stefanie

    Toller Artikel! Wir halten unsere Tochter ab seit sie 3 Monate ist (vorher ging es nicht weil sie eine Hüftbeugeschiene hatte😐). Ein Asia Töpfchen haben wir auch, unser ständiger Begleiter! Leider stoßen wir in unserem Freundeskreis mit gleichaltrigen Babys auf Unverständnis : „Es ist purer Zufall, dass es geklappt hat“…. Aber wir wissen es hat nichts mit Zufall zu tun sondern mit guter Kommunikation zwischen Eltern und Baby 😊.

    • Denise Jacobs

      Liebe Stefanie,
      das stimmt – bezüglich Windelfreiheit gibt es immer noch viel Unverständnis, Falschinformationen und Nicht-Wissen. Aber das ändert sich zunehmend. Ich finde es immer wieder schön zu lesen, wenn Eltern es ausprobieren und genießen können.
      Falls du noch Gleichgesinnte zum Austausch suchst: In größeren Städten gibt es immer mal wieder Windelfrei-Treffen oder -Kurse.
      Viel Freude weiterhin!
      Viele Grüße,
      Denise.

    • Anne

      Hallo Stefanie, schade das es andere Eltern nicht einfach unkommentiert lassen können, oder? Mein Mann und ich haben uns abgewöhnt über das Ausscheidungsthema mit Freunden zu sprechen und freuen uns miteinander und unserer Tochter. :-)
      Viele Grüße Anne

  • Sabine S.

    Vielen Dank für den Artikel. Meine Tochter (1 Jahr alt) kam leider nicht in den Genuss der Windelfreiheit. Wir haben es so gemacht „wie man es halt macht“ – mit den mir immer mehr zuwideren Plastikwindeln. Schade, schade, schade, denn manchmal hab ich das Gefühl, die Kleine weiß, was da abläuft. Liebe Denise, denkst du, der Zug in die Windelfreiheit ist nach einem Jahr für immer abgefahren? Schwierige Frage…

    • Denise Jacobs

      Liebe Sabine,
      das kann ich leider schlecht beurteilen, denn da ist jedes Kind anders. Ich habe aber schon von Kindern gehört, die auch im Alter von einem Jahr noch nichts verlernt haben. Wenn du meinst, dass deine Tochter ein Gefühl dafür hat, dann kannst du es einfach ausprobieren. Fang vielleicht daheim an, wo man Unfälle lockerer sehen und beseitigen kann. Sprich mit deiner Tochter, wie du es dir vorstellst, kaufe mit ihr zusammen ein Töpfchen oder einen Klositz oder beides – und dann probiert es aus! (Rückschläge und Unfälle gab es auch bei uns – phasenweise selten pro Woche, phasenweise ganztags. Lass dich davon nicht entmutigen. Wichtig ist nur, dass sowohl du als auch deine Tochter euch wohlfühlt und du auf ihre Signale reagierst – also wenn sie sich z.B. wehrt aufs Töpfchen zu gehen, dann sie nicht dazu zu zwingen.)
      Ich habe deine Frage nach dem späten Einstieg in die Windelfreiheit des Öfteren in der FB-Gruppe „Windelfrei“ gelesen – falls du bei FB bist, dann schau doch einmal in diese Gruppe und tausche dich mit Eltern aus, die ebenfalls erst später anfangen. Vielleicht haben sie noch weitere Tipps oder Erfahrungen. Aber am allerbesten kennst du deine Tochter!
      Liebe Grüße,
      Denise.

    • Sabine S.

      Vielen lieben Dank für deine Einschätzung.

    • Anne

      Hallo Sabine,

      meiner Meinung nach ist es nie zu spät mit Windelfreiheit anzufangen. Bei meiner ersten Tochter hatte ich es es mit ca. 5 Monaten versucht, da ich erst zu dem Zeitpunkt davon erfahren habe. Ich hatte sie selten ganz ohne Windel sondern meist mit WWW da ich auch keine bequemen Stoffwindeln gefunden hatte. Habe dann häufig gewickelt und das große Geschäft kam meistens beim Wickeln also ohne Windel. Als sie Sitzen mit ca. 10 Monaten konnte habe ich ihr einen Topf angeboten den sie echt schnell angenommen hat. So eine „Sitzung“ hat allerdings auch gerne mal 20 Minuten gedauert. Da haben wir dann mit ihr gespielt, ob das jetzt der Weisheit letzter Schluss ist weiß ich nicht.
      Jetzt ist sie 2 Jahre und geht recht regelmäßig auf Toilette oder Topf (auch schon mal allein, sonst mit Ansage). Leider unterstützt die Krippe uns nicht deswegen hat sie so lange sie da ist eine Windel an aber interessanterweise trennt sie das ganz gut.
      Ich würd sagen versuchs einfach mal. Es gibt noch eine sehr interessante Seite windelwissen.de da gibt es gute Artikel zu dem Thema.
      Viele Grüße Anne

  • linchen

    Schön diesen Beitrag zu lesen, da meine Tochter (7 Monate – zweites Kind) auch windelfrei heranwächst und ich es als überraschend einfach umsetzbar empfinde. Trotz der mittlerweile doch schon langen Zeit komme ich nach wie vor aus dem Staunen nicht heraus wie tief das Thema doch geht.
    Ich bin hineingerutscht, da sie das wickeln anfangs hasste. Ich lese bewusst keine Bücher über dieses Thema, oder informiere mich in Foren, um es so natürlich wie möglich zu lassen. Über deinen Beitrag bin ich jetzt gestolpert und mir fallen die Parallelen auf. Ich habe diese Hemmschwelle gegenüber anderen auch…und hadere mit mir, wenn ich weiß, jetzt muss sie, bzw könnte sie müssen…und ich muss aufstehen…doch mein Gegenüber redet gerade mit mir…wie soll ich ihn/sie da jetzt so einfach unterbrechen… usw. Macht mich auch stutzig…und lässt einen wieder etwas mehr über sich lernen ;-).
    Der einzige Unterschied ist, dass ich Wegwerfwindeln als Backup verwende…aber nicht die gängigen, sondern Ökologische. Erstens aufgrund des Umweltgedankens und zweitens, weil sie nicht so stark saugen, das Kind daher die Verbindung Pipi gemacht und Nass miterlebt und drittens da das Wickeln mit Stoffwindeln länger dauerte (durch die Überhose) und sie es ja anfangs nicht mochte,
    Allerdings habe ich im Gegensatz zu dir auch wenn sie Wegwerfwindeln an hat meine Sensoren eingeschaltet, da ich mich immer sehr darüber freue, wenn ich ihr wieder eine LEERE Windel abmachen kann :-). Danke, dass du deine Erfahrungen geteilt hast. Ich finde wichtig zu schreiben, dass das jeder kann. Man auch nicht unbedingt wieder Bücher dazu lesen muss. Der Rythmus des Kindes (nach dem Schlafen, nach dem Trinken…) findet man auch selbst heraus. Und das ist meiner Meinung das Tolle daran…wieder etwas selbst zu wagen und dadurch im Mutter-sein gestärkt zu werden und seinen Kindern dadurch noch näher zu sein. Puh ist das lange geworden…Lieben Gruß 😉

  • Anne

    Hallo Denise, schöner Artikel vielen Dank. Ich freue mich das ich soviel zu dem Thema mittlerweile im Internet finde. In meinem Freundeskreis kann ich mich da auch nicht austauschen aber es stört mich auch mittlerweile nicht mehr. Ich merke an meiner Tochter das es ihr so gefällt wie wir es machen und das reicht ja völlig :-)
    Viele Grüße Anne

  • Anja Simons

    Hallo, schoener Artikel.
    Als mein kleiner geboren wurde habe ich von Windelfreiheit gehoert. Da ich vorhatte ihn dauer zu tragen und ihn bei mir schlafen zu lassen wollte ich es auchprobieren. Nur leider schrie er entsetzlich beim Abhalten und ich habe nie ein Zeichen erkennen koennen. Von der Furcht getrieben dauerangepieselt zu werden habe ich doch sehr schnell aufgegeben. Mir fehlte wohl die zeitnahe Kommunikatinsmoeglichkeit mit anderen Windelfreien. Mit fuenf Monaten konnte der Kleine schon krabbeln, da habe ich ihn haeufig ohne Windeln gelassen. Mit sechs Monaten hatte er am Ruecken eine heftige Entzuendung die ich mit den Wegwerfwindeln nicht loswurde. Deshalb bin ich auf Stoffwindeln umgestiegen. Achja, das Grosse Geschaeft hat er uebrigends von Geburt an nur bei offener Windel gemacht. Spaeter aber vor allem in der Krippe leider doch in die Windel. Nun ist er 17 Monate und in der einzigen Krippe die Windelfrei praktiziert ab einem bestimmten Alter. Es ist fuer sie auch neu (erst seit diesem Schulahr), aber die Eltern der groesseren Kinder ab 20 Monaten berichten durchweg positiv von fruehem Trocken sein. Mein kleiner kann es wohl verhaeltnismaessig schlecht steuern obwohl ich zu Hause tagsueber genauso windelfrei praktiziere seit er laufen kann (11 Monate).
    Vielleicht lag ich ja doch richtig dass er keine Signale gab damals. Er weiss uebrigens genau was Kaka und Pipi ist und dass man es auf der Toilette oder ins Toepfchen macht und sagt auch fast immer bescheid wenn er es gemacht hat oder auch gerade tut, nur niemals vorher.
    Mein grosser wurde uebrigends mit etwas ueber zwei Jahren Tagsueber Trocken obwohl die Krippe damals sich straeubte mitzumachen. Auch er war mit einem Jahr zu Hause Tagsueber Windelfrei. Er aber nur zu Hause. In der Krippe sind sie nicht mit ihm auf die Toilette gegangen o wohl ich Ihnen mit 19 Monaten sagte dass er es kann. Er wechselte dann die Gruppe, die Erzieher machten mit, dann ging es schnell.
    Also spaeter Windelfrei geht auch, wenn alle Seiten mitmachen. Und mit der Steuerbarkeit, ich bin da heute noch nicht ueberzeugt, da mein kleiner es einfach nicht schafft obwohl er ueber alles genau bescheid weiss, es zu Hause und in der Krippe sieht und auch sprachlich es deutlich sagen kann. Der letzte Schritt vorher zu kommunizieren und auf dem Toepfchen auch wirklich was zu machen ist noch nicht einmal geschafft.