Problemzone Familienbett – es gibt (mehr als) eine Lösung

Kathrin Schlafen 129 Kommentare

Dass kleine Kinder direkt neben der Mutter schlafen, ist für manche Kulturen so natürlich, wie uns das Schlafen der Eltern im gemeinsamen Ehebett erscheint.[1] In Deutschland wollen die meisten Paare nachts nicht auf die Nähe ihres Partners verzichten, auch wenn sie alleine ruhiger und erholsamer schliefen (siehe auch „Schlafen zu zweit – ein nächtlicher Kampf“). Warum also kleine Kinder in ein eigenes Zimmer verbannen, obwohl es ihnen ganz nah an der Mutter spürbar besser geht?

Die Gründe sind vielfältig. Viele glauben, dass gemeinsames Schlafen Kinder verwöhnt, sie unselbstständig macht und für schlechte Schlafqualität sorgt – bei Groß und Klein. Diese Befürchtungen sind jedoch unbegründet. Das einzig reale Problem liegt darin, dass die Interessen der Eltern mit den Bedürfnissen der Kinder kollidieren. Das sorgt für Reibereien – allerdings nicht nur beim Schlafen…

Was Kinder brauchen

Kinder brauchen Körperkontakt und die sichere Nähe eines Erwachsenen – am Tag wie in der Nacht. Oder anders gesagt: ohne vertraute Bezugsperson fällt es ihnen schwer einzuschlafen. Die Natur hat es außerdem so eingerichtet, dass Kinder (v.a. in den ersten Monaten) nachts häufig aufwachen, um zu „kontrollieren“, dass sie nicht alleine sind. Ein Schutzmechanismus, der früher ihr Überleben sicherte. Dass es heute gar keine Gefahren mehr gibt, können Kinder nicht spüren – „die einzigen Sicherheitssignale, die sie verstehen können, sind die „Nähesignale“ vertrauter Erwachsener“ (siehe auch „Warum Babys nicht durchschlafen“).[2]

Was Eltern wollen

Eltern brauchen erholsamen Schlaf und natürlich Zeit für sich. Das Leben mit einem Kind ist schließlich anstrengend. Tagsüber gibt es nur wenige Ruheoasen, da werden die Abend- bzw. Nachtstunden schnell zum kostbaren Zeitfenster für all die vielen Dinge, die noch erledigt werden wollen.

Der Irrtum

Ein Kind ins eigene Bett zu stecken ist kein Garant für’s selbstständige Ein- und Durchschlafen. Es hat doch nicht weniger Kummer, Furcht oder Schmerz, als ein Kind, das bei seinen Eltern schlafen darf!? Die meisten Kinder wehren sich und sie protestieren lautstark, wenn sie allein gelassen werden. Das ist kein Machtkampf wie viele meinen, sondern angeborene, ehrliche Angst!

Finger weg vom Schlaftraining!

Es gibt Schlaflernprogramme, die Kinder gegen ihre Bedürfnisse konditionieren, alleine ein- und durchzuschlafen. Sie funktionieren leider manchmal dahingehend, dass das Kind nach einiger Zeit ruhig – scheinbar selbstständig – schläft. In Wirklichkeit lernt es, dass es gerade dann verstoßen wird, wenn es dringend Hilfe braucht. Es gibt auf (zu schreien). Das jedoch verursacht immensen Stress. Dieser kann die Gehirnentwicklung negativ beeinträchtigen und ein hohes Risiko für die psychosoziale Entwicklung bedeuten.[3] „Ein Kind, dem der Instinkt abtrainiert wurde, bei einer Trennung von seinen Eltern zu schreien, darf [also] nicht mit einem zufriedenen verwechselt werden.“[4]

Gemeinsam Schlafen? Natürlich!
Bildquelle: http://www.sxc.hu/

Familienbett –warum ist es so gut?

Ich als absoluter Fan vom Familienbett könnte dir 1000 Gründe nennen. Die Wissenschaft hat sich jedoch – ganz objektiv – mit diesem Thema beschäftigt und durch Schlafstudien interessante Erkenntnisse gewonnen. Das Fazit: „gemeinsames Schlafen ist eine echte Investition in die zukünftige körperliche und emotionale Gesundheit des Kindes.“[5] Hier ein paar Details:

1. Mutter und Kind schlafen im gemeinsamen Bett besser. Die Vorraussetzung ist, dass die Mutter sich bewusst und freiwillig dafür entscheidet. Im Familienbett fühlt sich das Kind sicher und es kann meist beruhigt werden, bevor es ganz wach ist. Aber auch Mütter sind nachweislich entspannter: Eine Mutter, die nachts getrennt von ihrem Kind schläft, ist häufiger wach aus Sorge, ob es ihm gut geht. Sie leidet – genau wie ihr Kind – unter Trennungsangst: je größer die räumliche Distanz zum Kind, desto unruhiger wird sie schlafen.[6]

Ich holte unser Mädchen bereits in der Klinik zu mir ins Bett. Die Schwestern schlugen vor, sie ins „Schlafzimmer“ zu bringen (ein Raum am anderen Ende des Flures, wo Babys bewacht schliefen), damit ich ein paar Stunden in Ruhe schlummern konnte. Schon der Gedanke daran jagte mir eine Jahresration Adrenalin durch die Adern… Ein ähnlicher Gefühlsausbruch dann in unserer Wohnung: es gibt nur Platz für ein eigenes Kinderzimmer in einer anderen Etage. Jede Nacht eine Treppe hinauf sausen, wenn unser Mädchen ruft. Nein, nein! Dann doch lieber in einem Bett kuscheln.

Eva und Nina in absoluter Schlafharmonie
Vielen Dank Nina!

2. Mutter und Kind entwickeln identische Schlafzyklen, wenn die Mutter stillt und von Anfang an gemeinsam mit ihrem Baby schläft. Das heißt einerseits, dass die Mutter häufigere REM-Phasen (Phasen leichteren Schlafes) durchläuft – der Anteil der REM-Phasen sinkt normalerweise mit zunehmendem Alter. Andererseits wechseln Mutter und Kind nahezu zeitgleich von Phasen leichteren Schlafes zum Tiefschlaf und umgekehrt. Somit reißt das erwachende Baby seine Mutter selten aus dem erholsamen Tiefschlaf. „Der Schlaf der Mutter ist zwar leichter, allerdings deshalb nicht weniger erholsam.“ [7]

3. Das nächtliche Stillen wird erleichtert, somit wachen weder Kind noch Mutter richtig auf. Einfach umdrehen, andocken, weiter schlafen – wer weniger als 15 Sekunden wach ist (egal ob alt oder jung), schläft schnell wieder ein.[8] Selbst wenn keine Stillmahlzeit ansteht, beruhigt sich ein Kind ganz schnell, sobald es Mama spürt, riecht und hört. Kinder, die minutenlang rufen und Mütter, die erst ins Kinderzimmer flitzen müssen, sind mit Sicherheit hellwach.

4. Das Kind fühlt sich nicht allein gelassen und erfährt viele Stunden zusätzlichen Körperkontakt. Ob ein Kind dadurch besser wächst und gedeiht, kann nicht eindeutig durch wissenschaftliche Untersuchungen belegt werden. Sicher ist allerdings, dass sich jede beängstigende Erfahrung im ersten Lebensjahr negativ auf die Gehirnentwicklung eines Kindes auswirkt.[9] Ein Familienbett kann natürlich nicht alle angsteinflössenden Faktoren beseitigen, aber es kann zu einem Ort werden, an dem sich ein Kind sicher und geborgen fühlt.

Gemeinsam statt einsam

Wo soll mein Kind schlafen?

Das Wo ist weniger entscheidend – viel wichtiger ist es, eine Schlaflösung zu finden, die für alle Beteiligten passt. Eltern, die ihr Kind freiwillig zu sich ins Bett nehmen, erleben das sehr positiv. Wer sich allerdings nur für gemeinsames Schlafen entscheidet, weil sonst nichts hilft, leidet oft darunter.

„Der richtige Schlafplatz für dich und dein Kind ist derjenige, der für dich richtig ist und an dem alle (Mutter, Vater und Kind) am besten schlafen.“[10]

Mögliche Schlaflösungen

Was heißt das konkret? Gemeinsames Schlafen kann ganz unterschiedlich aussehen und schließt nichts aus (auch nicht ein eigenes Kinderbett), solange die Möglichkeit besteht, auf die Nähebedürfnisse des Kindes einzugehen. Da jede Familie individuelle Lebensverhältnisse, Tagesabläufe, Ansprüche und Bedürfnisse hat, ist manchmal etwas Kreativität gefragt, damit sich alle Familienmitglieder wohl fühlen. Hier ein paar Beispiele:

Der Klassiker sieht vor, das Kind ins elterliche Bett zu nehmen. Dieses kann ein normales Doppelbett sein (mindestens 1,60 m Breite) oder ein Matratzenlager (mehrere Matratzen nebeneinander). Handwerklich geschickte Eltern können sich dafür einen kleinen Holzrahmen bauen, so rutschen die Matratzen nicht auseinander. Es geht aber natürlich auch ohne.

Kinderbett am Ehebett – so könnte es aussehen.
Bildquelle: http://www.babble.com/blogs/

Einige Familien haben bereits, zum Teil aus Platzgründen, das Kinderbett im elterlichen Schlafzimmer stehen. Wer sein Schlaflager weiterhin nicht teilen, aber das Kind in greifbarer Nähe haben möchte, kann ein Kinder- oder Beistellbettchen direkt ans eigene Bett stellen.
Wer sein Kind stillt, kann beim Kinderbett die Gitterstäbe an einer Seite herausnehmen, so kann das Kind nach dem Trinken ganz einfach wieder zurück geschoben werden.

Wer Wert auf getrennte Räume legt, kann eine Matratze oder ein Bett ins Kinderzimmer stellen, damit ein Elternteil – wenn nötig – dort schlafen kann. Das Kind hat so die Möglichkeit sich ans selbstständige Schlafen zu gewöhnen (wenn man so will), aber erfährt Beruhigung durch die Eltern, sobald es sie benötigt. Diese Variante eignet sich auch hervorragend für größere Kindern. Mein Neffe (5 Jahre) beispielsweise kann manchmal nicht ohne seine Mama schlafen. Unter seinem Hochbett hat meine Schwester deshalb eine Matratze gebunkert, die sie gerne mit ihm teilt, wenn die Monster mal wieder zuschlagen. Je nach Raumsituation kann solch eine Matratze aber auch unter/ neben das Elternbett geschoben werden, dann besucht der Knirps im Notfall die Eltern – nicht umgekehrt.

Zwar wird Familienbett zunächst mit Mutter, Vater und Kind(er) assoziiert– es ist aber durchaus möglich ein Kind bei anderen Familienangehörigen schlafen zu lassen, z.B. den Großeltern oder älteren Geschwistern. So bekommen die Eltern ihren wohlverdienten Schlaf und der Knirps seine Kuscheleinheit.

Was die Skeptiker sagen

An dieser Stelle ein paar entwaffnende Argumente für alle „Gegner“ des gemeinsamen Schlafens.

Kinder und Mütter schlafen besser im eigenen Bett

Sie schlafen anders im eigenen Bett, nicht besser. [11] Schlafstudien zeigen, dass Babys, die bei ihren Müttern schlafen zwar öfter für kurze Zeit aufwachen, über die gesamte Nacht gerechnet aber eine kürzere Zeit wach sind, als alleinschlafende Babys. Auch weinen sie seltener. „Einzelschläfer dagegen wachen zwar seltener auf – wenn sie aber aufwachen, dann richtig und mit gehörigem Protest.“[12]

Mütter, die freiwillig mit ihren Kindern nächtigen, behaupten erholsam zu schlafen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es sich sehr gut anfühlt mein Bett zu teilen – ich liebe das kleine anschmiegsame Bündel an meiner Seite. Ich kann tief schlafen, weil ich sofort merke, wenn unser Mädchen wach wird und an manchen Tagen weiß ich noch nicht einmal wie oft ich sie gestillt habe, weil ich so schnell wieder eingeschlafen bin.
Ungemütlicher wird es nur, wenn sie krankheitsbedingt oder zahnbedingt nicht schlafen kann, dann bin ich natürlich auch wach. Manchmal sogar zwei Stunden. Doch ich möchte sie nicht alleine lassen, wenn es ihr nicht gut geht. Ich darf in solchen Nächten glücklicherweise (fast immer) liegenbleiben, während unser Mädchen sich nahezu geräuschlos auf mir herum wälzt. Bis sie wieder schlafen kann…

Das Kind wird zu sehr verwöhnt

Wenn ein Kind bei seinen Eltern schlafen darf, werden lediglich seine elementaren Bedürfnisse gestillt. Es bekommt bei seiner Mutter genau das, „was es für eine Reise in den Schlaf von Natur aus benötigt – nicht mehr und nicht weniger.“[13]

Das Kind wird nie selbstständig

Wie heißt es noch? Kinder müssen sich daran gewöhnen, ohne die Hilfe der Eltern einzuschlafen, weil sie sonst nicht selbstständig werden? „Das kann weder durch wissenschaftliche Untersuchungen noch aus Sicht der Evolutionstheorie begründet werden.“ „Selbstständige Schläfer sind selbstständige Schläfer – und dadurch nicht unbedingt selbstständige Menschen. [14] Führte gemeinsames Schlafen tatsächlich zur Unselbstständigkeit, gäbe es die Menschheit wohl heute nicht mehr.

Gemeinsames Schlafen ist gefährlich

Kann etwas, das sich über Jahrtausende bewährt hat, ernsthaft gefährlich sein? Natürlich nicht! Befürchtungen man könne sein Kind erdrücken oder ersticken sind unbegründet, denn Babys lassen sich nicht ohne Gegenwehr ersticken: selbst ein Neugeborenes strampelt und schreit, wenn etwas seine Atmung behindert.

Das Familienbett stellt ein Risiko für den plötzlichen Kindstod dar

„Eigene Zimmer für Kinder sind ein Phänomen der westlichen Mittelschicht, in Asien [beispielsweise] schlafen nur 4% der Babys allein.“ Interessanterweise tritt der plötzliche Kindstod am seltensten in den Ländern auf, in denen Co-Sleeping üblich ist.[15] Mütter, die neben ihrem Kind schlafen, spüren offensichtlich eher – und reagieren entsprechend, wenn etwas nicht stimmt. Gemeinsames Schlafen im Familienbett erhöht also nicht das Risiko des plötzlichen Kindstodes, ganz im Gegenteil.

Das Liebesleben der Eltern bleibt auf der Strecke

Bleibt es nach der Geburt so oder so – zumindest für eine gewisse Zeit. Aber das ist ein anderes Thema. Ich wette, dass bei den meisten Paaren früher das Liebesleben auch nicht nur im Schlafzimmer statt fand. Will heißen: wo ein Wille ist, findet sich sicherlich ein (anderes) lauschiges Plätzchen…

Tipps für einen sicheren Schlafplatz

Was gibt es zu beachten?

Es ist nicht gut, wenn Raucher neben dem Kind schlafen. Ausgeatmete Luft enthält Nikotin- und Schadstoffreste, welche vom Kind eingeatmet werden könnten.

Verzichte auf Beruhigungsmittel, Drogen oder Alkohol. Alle Substanzen, die das Bewusstsein beeinträchtigen, können verhindern, dass du rechtzeitig erwachst und angemessen reagierst.

Lasse dein Kind erst bei seinen größeren Geschwistern schlafen, wenn es robust genug (über ein Jahr) ist. Kinder sind sich der Anwesenheit eines Babys im Bett meist nicht bewusst und könnten sich drauf legen.

Lasse keine Tiere im Familienbett schlafen. Unsere Katze hat sich früher mit Vorliebe auf mein Gesicht gelegt – das kann bei Säuglingen lebensgefährlich werden.

Die Temperatur im Schlafzimmer sollte zwischen 16-18 °C betragen. Achte darauf, dass dein Kind nicht zu heiß angezogen bzw. zugedeckt wird. Im Familienbett ist es wärmer, als allein im Kinderbett. An heißen Sommertagen beispielsweise reicht ein Body und ein Baumwolltuch als Decke völlig aus.

Sichere das Schlaflager so ab, dass dein Baby weder heraus fallen, sich einklemmen noch irgendwo hinein rutschen kann. Am Anfang kannst du ein Doppelbett beispielsweise an die Wand stellen –  dein Kind schläft dann zur Wandseite hin. Lasse dein Kind grundsätzlich lieber zwischen dir und der Wand als zwischen dir und deinem Partner liegen. Väter schlafen meist wie Steine.

Ein Sicherheitspolster sichert die ungeschützte Seite des Babys.
Bildquelle: http://www.inhabitots.com/

Sobald sich dein Knirps drehen kann (besser vorher, denn das können sie meist von jetzt auf gleich), musst du ein Gitter anbringen. Was genau für welches Bett möglich ist, kannst du am besten im Baumarkt erfragen.

Ganz wichtig ist die Größe der Liegefläche – sie muss so groß sein, dass alle Beteiligten genügend Bewegungsfreiraum haben. Ist die Matratze zu klein, leidet hauptsächlich die Mutter. Ich spreche aus Erfahrung. Unser Mädchen und Thomas haben auch in den kleinsten Betten hervorragend geschlafen, während ich zwischen den beiden eingeklemmt, kein Auge zu gemacht und das Kind vor dem Herausfallen bewahrt habe.

Die Schlafunterlage sollte eine feste Matratze sein. Ein Wasserbett beispielsweise ist nicht geeignet, weil dein Kind einsinken könnte. Dieses Problem hatten wir bei unserem ursprünglichem Doppelbett. Ich verursachte ein „Tal“ in der Matratze (der Lattenrost konnte nicht härter eingestellt werden), so dass unser Mädchen automatisch immer zu mir kullerte. Ziemlich blöd. Wir legten die Matratze auf den Boden und schwups war alles gut. Apropos…

Unser Familienbett

Am Anfang war eine Matratze

Wenige Tage nach der Geburt haben wir das Kinderbett verbannt und das Ehebett zerlegt. Übrig geblieben ist eine Matratze auf dem Fußboden. Da wir in einer Dachgeschosswohnung mit Dielenfussboden leben, besteht keine Gefahr, dass sich unter der Matratze Schimmel bildet.

Unsere ursprüngliche Matratze war 1,40m breit und schnell zu schmal für uns drei. Thomas zog vorerst aus, auch weil er im Wohnzimmer ruhiger schlafen konnte.

Unser Mädchen leg(t)e ich immer in die Mitte der Matratze. Will sie stillen, erledigen wir das im Liegen. Sie bleibt liegen, ich wechsele die Seiten.

Von Beginn an, habe ich ein längliches, recht festes Kissen (so eine Art Sicherheitspolster) hinter unser Mädchen gelegt, um ein Wegrollen zu verhindern. Es ist so schwer, dass sie es (immer noch) nicht alleine hochheben kann. Also keine Gefahr, dass sie sich darunter vergräbt.

Als sie anfing sich zu drehen erhöhte ich den „Schutzwall“ – das Sicherheitspolster. Als sie begann zu krabbeln, polsterte ich den Platz vor der Matratze sicherheitshalber mit Decken aus. Einmal ist sie von der Matratze gekullert – ein schrecklicher Schreck, doch aus der Höhe war nichts passiert.

Fortschritt Matratzenlager 

Nach ein paar Wochen schlief unser Mädchen wesentlich ruhiger und Thomas sollte wieder einziehen. Wir starteten eine Umräumaktion und legten zwei 1,40 Meter Matratzen in unser Schlafzimmer. Eine fast 3 Meter breite Schlafoase – einfach genial!

Wir schlafen seitdem alle gemeinsam, aber kommen uns nicht ins Gehege. Thomas hat in der Nacht gerne seine Ruhe und wir Mädels rücken lieber ganz eng zusammen. So hat jede(r), was er/ sie braucht.

Matratzenlager – viel Freiraum für alle.
Bildquelle: http://homelifegreenlife.com/

Nächtliche Routine

Ich bringe unser Mädchen immer ins Bett, da ich sie noch stille. Gerne stille und kein Problem damit habe.

Wenn sie eingeschlafen ist – je nach Tagesform und Laune dauert das zwischen 30 – 60 Minuten – gehe ich in die Küche und schreibe wie eine bekloppte an meinen Artikeln. Dabei ist es so leise in unserer Wohnung, dass ich sofort jedes Wimmern mitbekomme und prompt reagieren kann. Wird sie wach, stille ich sie und mache mich anschließend wieder aus dem Staub. Das klappt nur dann nicht, wenn sie krank ist oder zahnt. Dann lässt sie mich meist gar nicht mehr gehen. Ich seufze (manchmal fluche ich auch), weil ich nicht weiter schreiben kann, aber höre dann entweder ein Hörbuch, spiele lustige Spiele auf dem iPod (sehr zu empfehlen Siedler von Catan) oder schlafe mit ein.

Wenn wir Filme schauen oder Freunde zu Besuch sind, stelle ich das Babyphone an. Das reagiert auf den leisesten Muckser, so kann ich wie oben beschrieben verfahren.

Transportables Familienbett

Das gute am gemeinsamen Schlafen ist, dass es auch auf Reisen prima funktioniert. Unser Mädchen ist an den wildesten Orten in Ruhe weggeschnarcht, weil die nächtliche Routine, immer die gleiche ist und sie weiß, dass ich da bin, wenn es brennt.

Was sagt der Papa?

Thomas steht glücklicherweise 100%ig hinter unserem „Schlafkonzept“. Für ihn ist es wichtig, dass es uns allen (emotional) gut geht. Von unseren nächtlichen Stillaktionen bekommt er selten etwas mit und gestört wird er nur in extremen Nächten. An den meisten Tagen jedoch fragt er mich beim Frühstück, wie die Nacht war. So tief schläft Mann!

Schlussgedanke

William Sears bringt es wieder einmal auf den Punkt:

Das Kind im Familienbett willkommen zu heißen (nicht nur zu „dulden“) vermittelt dem Kind die Botschaft „Du bist eine wichtige Person für uns. Wir sorgen für dich in der Nacht genauso wie am Tag.“

In der Nacht reagieren Kinder manchmal sensibler, als am Tag. Sie verarbeiten aufregenden Ereignisse, spüren körperliche Schmerzen (Zähne, Wachstum) vermehrt, wenn sie zur Ruhe kommen und stehen verschiedenste Ängste durch (z.B. Trennung, Dunkelheit, Monster). Sie brauchen unseren Schutz und unsere Zuwendung also auch (wenn nicht noch mehr) in dieser „dunklen “ Tageszeit.

Verfrühtes Drängen zur Unabhängigkeit kann großen Schaden anrichten und teilweise sogar Gegenteiliges bewirken. Dessen sollten sich Eltern bewusst sein, wenn sie nach einer geeigneten Schlaflösung suchen.

Außerdem glaube ich, dass es uns Erwachsenen leichter fällt 2-3 Jahre schlechter (als bisher gewohnt) zu schlafen, als einem Kind. Wir sind gefestigt in unserem Wesen und in der Lage einiges wegzustecken. Kinder dagegen reifen noch. Ihre Seele ist fragil und kann schnell einen Knacks abbekommen. Die ersten Lebensjahre sind dabei ganz besonders wichtig, denn sie bilden das Fundament für das gesamte Leben. Warum also hier schon auf Sparflamme schalten mit unseren Gefühlen?

Thomas jedenfalls würde ich nie aus dem Ehebett werfen – selbst wenn er mir jede Nacht die Decke stähle – denn nichts fühlt sich besser an als neben einem geliebten Menschen einzuschlafen bzw. aufzuwachen. Für unser Mädchen gilt das Gleiche – sie darf bei uns bleiben, solange sie möchte. Dass ihr das gut gefällt, zeigt sie mir jeden Morgen mit ihrem breitesten Lächeln.

Links zum Thema 

Eltern.de: Familienbett – eine super Lösung
Ein sehr schöner, persönlicher Artikel von der Eltern-Autorin Nora Imlau.

Rabeneltern.org: Wissenswertes über den plötzlichen Kindstod
Dieser Artikel geht auch auf das Familienbett bzw. dessen Vor- und Nachteile ein.

Stilllexikon: Familienbett oder nicht?

 

 


Footnotes    (↵ returns to text)
  1.  Renz-Polster, Herbert: Kinder verstehen (2012), S. 100.
  2.  Renz-Polster, Herbert: Kinder verstehen (2012), S. 104.
  3.  Sunderland, Margot: Die neue Elternschule (2006), S. 43.
  4.  Sunderland, Margot: Die neue Elternschule (2006), S. 79.
  5.  Sunderland, Margot: Die neue Elternschule (2006), S. 70.
  6.  Sears, William: Schlafen und Wachen (2005), S. 30.
  7.  Sears, William: Schlafen und Wachen (2005), S. 30.
  8.  Sunderland, Margot: Die neue Elternschule (2006), S. 72.
  9.  Lüpold, Sibylle: Ich will bei Euch schlafen(2007), S. 35.
  10.  Sears, William: Schlafen und Wachen (2005), S. 27.
  11.  Renz-Polster, Herbert: Kinder verstehen (2012), S. 130.
  12.  Renz-Polster, Herbert: Kinder verstehen (2012), S. 128.
  13.  Renz-Polster, Herbert: Kinder verstehen (2012), S. 106.
  14.  Renz-Polster, Herbert: Kinder verstehen (2012), S. 106.
  15.  Sunderland, Margot: Die neue Elternschule (2006), S. 73.

Newsletter Kathrin

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  • Diana

    Liebe Kathrin,
    danke! Ich danke dir von Herzen für deine wunderbaren, ehrlichen, fundierten Artikel! Immer wieder lasse ich mich zwischenzeitlich verunsichern und denke über andere Wege nach, aber du erinnerst mich daran, dass mein Weg genau der richtige ist. Meine Luna ist fast 17 Monate, ich stille immer noch und schlafe mit ihr in einem Bett, der Papa hält unser Ehebett derweil warm. Und ja, Luna liebt ihren Namen, denn nachts wird sie immer noch mindestens 4 mal wach, aber auch ich weiß morgens oft nicht, wie oft wirklich, da ich stets schnell weiterschlafe.

    Danke! Alle paar Tage eine Dosis Kathrin-Lesestoff und ich fühle mich wieder stark, überzeugt und mutig, mich gegen die heutigen gesellschaftlichen Anforderungen zur Wehr zu setzen.

    Liebste Grüße aus Berlin
    Diana

    • Was für ein Kommentar! Was für ein Kompliment! Danke!

    • Sandra

      Da kann ich nur zustimmen…ich fühle mich nach dem Lesen deiner Artikel stets bestärkt auf unserem Weg.
      Ich habe mittlerweile 2 Jungs (3 und 0,5 Jahre) im Bett und genieße die Stunden.

      Danke…bin gespannt auf weitere tolle Themen.

      Sandra

  • Krystyna

    Hallo meine liebe Kathrin,
    wie sehr Du doch recht hast!! Ich wünschte mir ich hätte in manchen früheren Situationen mehr Selbstvertrauen und -Bewusstsein gehabt. Mittlerweile bin ich auch gelassener geworden und genieße es wenn unser kleiner „Räuber“ in Mamas Bettchen will. (Im übrigen handelt es sich hierbei um Kathrins 5 jährigen Neffen) Nur mit dem Papa ist es halt immer wieder mal schwierig. Ihm ist sein Schlaf heilig – das führt zu manch einer heftigen Diskussion. Ich muss nicht sagen, wer sich am Ende durchsetzt. Es ist nur traurig das er so stur auf seinen Ansichten beharrt. Ich werde Ihn wohl mal ganz sanft dazu „zwingen“ deine Berichte zu lesen – ich hoffe das gibt den richtigen Denkanstoß?!:-))
    ich finde es ganz toll das sich Thomas bei diesem Thema so arrangieren kann.
    Ich erwische mich immer öfter dabei unserem Sohn zu sagen wann Papa Nachtschicht hat. Ich genieße es sosehr wenn er neben mir im Bettchen liegt und morgens seine kleinen Fingerchen sanft über mein Gesicht streicheln.
    Und es ist Wahr – wenn unser Sohn nicht durchschlafen kann hat es immer einen Grund.
    Mit seinen 5 Jahren ist unser Sohn sehr Wissbegierig – er interessiert sich für Sachen – die manch ein „normales Kind“ in seinem Alter noch nicht mal kennen. So muss er unbedingt wissen wie das Sonnensystem funktioniert, welche Planeten es gibt – ach ja und wie war das noch mal mit der Kernschmelze? Um nur einige wenige Themen zu nennen die von Interesse sind.
    Es wundert mich also mittlerweile nicht mehr das unser Sohn regelmäßig, mitten in der Nacht, in Mamas Bettchen kommt. Wie soll das kleine Köpfchen auch all die Informationen alleine verarbeiten? Das gelingt doch, ganz fest an Mama gekuschelt, viel besser!
    Und mal ganz ehrlich – ist es nicht das größte Glück auf Erden unsere Kinder so wohl behüten zu können?!
    Für mich ist unser Sohn mein größter Schatz – egal was andere Denken! Denn eins ist sicher, mit 18 Jahren will er nicht mehr im elterlichen Bett schlafen! Also warum nicht noch die Kuscheleinheiten genießen?

    Sei ganz lieb geknuddelt deine
    Krystyna

    • Was soll ich sagen großes Schwesterchen? Mir kullern die Tränen über die Wangen! Danke für Deine Worte! Ich hoffe der Papa lässt sich überzeugen!

    • Ines Schmidt

      Mit 18 wird er sicher nicht mehr bei euch schlafen, aber mit 10 vielleicht schon :-) Unsere vierte Tochter war schon immer ein schwieriger Schläfer und das Familienbett war das beste was mir bei ihr passiert ist. Mein Mann trägt es zum Glück voll mit. Den drei Großen hätte es sicher auch gut getan, sie haben es auch immer wieder versucht bei uns einzuziehen, aber da war ich noch nicht so weit und die Klischees Kind wird im Elternbett verwöhnt usw. noch zu präsent (die vierte ist 15-20 Jahre jünger als die Großen). Aber zu meiner Freude haben die drei Großen das Elternbett bei uns abgeschaut und praktizieren es ganz selbstverständlich bei ihren Kindern.
      Die Kleine (wird bald 11) hat jetzt schon ein paar Mal den Versuch gemacht in ihrem eigenen Zimmer zu schlafen, kam aber immer nach ca. 15-30 min wieder und kroch in „ihr Bett“ bei uns. Sicher wird sie irgendwann nicht wieder kommen und dann werde ich das kleine warme Kuschelmonster sehr vermissen, aber auch an viele glückliche Jahre Co Sleeping zurückdenken.
      Ines

    • Ha,ha! Von uns aus darf sie auch mit 10 noch in unserem Bett schlafen, ich bin da echt entspannt :)
      LG
      Kathrin

  • Liebe Kathrin!

    Bin gerade auf deine Seite durch FB gestoßen und beim Thema Schlafen muss ich sagen: Du sprichst mir sowas von aus der Seele!!! Meine Kleine ist jetzt 12 Monate alt uns schläft noch nachts neben uns im Bettchen oder zwischen uns im Familienbett, je nach dem, wie es sich die kleine Dame wünscht. Niemals wäre ich auf die Idee gekommen, irgendwelche Schlaftrainings anzuwenden, für mich ist das Zusammenschlafen das natürlichste der Welt. Ja, gut, ich verstehe die Verzweiflung mancher Eltern wenn sie Nächte lang nicht ausschlafen können. Aber ist die Lösung wirklich das Kind alleine zu lassen? Weinend? Gestresst? Also wir zum Beispiel lachen uns in den Schlaf. (Dazu habe ich auch mal ein paar Zeilen geschrieben unter dem Titel: Wie wir uns in den Schlaf lachen). Auch Selbstständigkeit lernen sie nicht durchs Alleine-Schlafen-müssen. Wir erziehen unsere Tochter nach Montessori, daher kann ich sagen, Selbstständigkeit beginnt wo anders. Ein wirklich toller Beitrag, den Du da geschrieben hast, bin schwer begeistert! Und jetzt suche ich mal den Follow Knopf! 😀

    Liebe Grüße,
    Anna

  • Dani

    Hallo Kathrin,

    vielen Dank für Deinen tollen Artikel. Er spricht mir auch aus der Seele. Ich habe unseren Sohn 13 Monate gestillt. Heute ist er 19 Monate alt und schläft auch mit in unserem Bett. Ein wunderschönes Gefühl morgens in sein Lächeln zu schauen.
    Auch ich werde durch „gutgemeinte“ Ratschläge verunsichert. Um nur einige davon zu nennen: Du verwöhnst ihn … er wird niemals alleine schlafen können….. du stillst zulange, jetzt musst du zusehen das du ihn bald abstillst …..etc.etc…

    Ich bin froh, dass es noch genug Mütter gibt, die auch so denken & handeln wie Du. Ich werde weiterhin auf mein Gefühl hören auch wenn ich wie Deine Schwester häufige Diskussionen mit meinem Mann fechten muss 😉

    Weiter So, Kathrin.

    LG

    • Ja, ja die Männer :)
      Thomas unterstützt mich glücklicherweise in allem was ich tue. Schwere Fälle lassen sie sich aber oft von den guten Dingen überzeugen, wenn Frau die richtigen Argumente bereit hält!

  • Ronja

    Wir haben es etwas schwer das Konzept Familienbett um zu setzen.
    Aus Platzgründen haben wir uns damals ein Hochbett gekauft. Zwar ist das Schlafzimmer jetzt größer, doch nach dem Umzug wäre ein neues Bett zu teuer geworden.
    So hat unser Sohn Ben nur die ersten 3 Wochen bei uns geschlafen. Habe das Gitter einfach mit einem Nestchen gepolstert. Dann wurde er in einen Stubenwagen neben dem Bett hingelegt. Ein Beistellbett hätte mir am besten gefallen, aber ging ja nicht wegen der Höhe. Mit 3 Monaten hat er von selber 12 Stunden durchgeschlafen. Das hat er auch bei behalten. Da mein Mann einen ziemlich leichten Schlaf hat fühlte er sich leider von dem Geruschel und Gewurschtel, Husten, schnorcheln und auch pupsen gestört. Somit ist Ben schon mit 4 Monaten in sein Zimmer gezogen. Von mir aus hätte er auch noch länger in unserem Zimmer bleiben können. Hätte er nicht durchgeschlafen, hätte ich es auch nicht mit gemacht. Aber wie schon beschrieben, es muss halt allen passen. Manchmal habe ich mit Ben auf einer Matratze in seinem Zimmer geschlafen. Mittlerweile geht auch gemeinsam auf dem ausgezogenem Sofa. Es steht so das er über mich klettern müsste um runter zu kommen. Zumal er es mit seinen 15 Monaten auch sehr gut alleine kann.
    Wer weiß wie es mit dem nächsten Kind läuft.

  • Linde

    Ich erinnere mich gerne zurück, wie wir 3 Geschwister bei unserer Mutter im Bett mitgeschlafen haben. Es war eine tolle zeit und meine Mutter erzählt gern davon.

    Ich verweigere es unserem Sohn auch nicht. Ich sehe ja wie er sich freut wenn er mit Mutti oder Papa ins Bett darf. :)

    • Was für eine schöne Kindheitserinnerung! Ich bin sehr gespannt, ob sich unser Mädchen auch daran erinnern wird. Für mich ist es jedenfalls – wie für Deine Mama – eine sehr schöne Zeit!

  • Andrea

    Auch ich hab lange im Bett meiner Eltern geschlafen, unser Sohn(7) und unsere Tochter(4) schlafen wann sie wollen bei uns. Und bald wahrscheinlich unser 3. Kind. Sicherlich ist es manchmal eng, aber mir ist die Nacht einfach heilig und so schlafen alle ruhiger.

  • Silke

    Hallo :)
    Auf der Suche nach einem guten Tipp habe ich wieder mal deine tolle Seite auf..
    Wir haben uns (aus Platzgründen) vor der Geburt unseres Sohnes für ein Beistellbett entschieden – was wir uns eigentlich auch hätten sparen können, da ich an einer Hand abzählen kann, wie oft unser Sohn in den letzten 4,5 Monaten seit er da ist, darin geschlafen hat ;o) Erst konnte ich ihn gar nicht von mir weg legen, weil es sooo schön war mit ihm im Arm einzuschlafen, dann war ich zu müde und bin regelmäßig beim Stillen eingeschlafen, so dass ich gar nicht richtig mitbekam, dass er noch neben mir liegt.. und wenn ich ihn dann in sein Bettchen legen wollte, also einfach „rüber schieben“ wurde er meist wach, da auch schon wieder 3 stunden seit dem letzten Stillen vorüber waren. Tja und inzwischen kann der kleine Klabautermann sich drehen und sobald er merkt, dass er in seinem Bett liegt, also ca. 20 cm von mir entfernt, hebt er die Beinchen in die Luft und rollt sich zu mir rüber, bis er ganz eng an mir liegt und schläft dann weiter.. ich liebe es und mein Mann findet es inzwischen auch ok – da wir so alle am meisten Schlaf bekommen. Die einzige Angst, die da ist, ist die Bettdecke. Mein Mann und ich haben eine 200×200 cm Bettdecke .. wenn der Kleine aber mal zwischen uns liegt, war das etwas dumm mit dieser Decke, so dass wir eine weitere Bettdecke für meinen Mann haben und ich die große.. die ich immer so um mich wickele, dass ich meinen kleinen Schatz damit nicht aus Versehen im Schlaf zudecken kann.
    Wie macht ihr das mit Bettdecken?! Irgendwie würde ich ihn auch gern mit unter die Decke nehmen (also die Beinchen und bis zum Bauch) aber ich hab Angst, er rutscht drunter.. außerdem wäre das mit Schlafsack auch etwas zu warm?! Habe schon überlegt ihm nur einen Schlafanzug anzuziehen und ihn dann mit mir zuzudecken aber traue mich noch nicht da er noch so klein ist. Irgendwie fehlt mir da noch die richtige Lösung… ne Idee?!
    Liebe Grüße
    Silke

    • Liebe Silke,

      wir haben 2 Bettdecken à 200×200 cm.Thomas schläft unter der einen und unser Mädchen und ich teilen uns die andere.
      Schlafsack und Decke ist zu warm. Unser Mädchen schläft unter meiner Decke – bis zur Brust zugedeckt. Ich trage in kalten Zeiten (wir heizen nicht im Schlafzimmer) eine Strickjacke, so dass meine Ärmchen nicht erfrieren, wenn sie beim Stillen raus gucken. Unser Mädchen ist noch nie unter die Decke gerutscht. Ich hatte aber auch nie Angst, dass etwas passiert, da Kinder nicht einfach so ersticken. Entweder schieben sie sich den „Störfaktor“ aus dem Gesicht oder sie machen sich durch ein Geräusch bemerkbar. Als stillende Mutter bist Du wahrscheinlich eh sensibilisiert, was die Geräusche Deines Kindes in der Nacht anbelangt. Unsere Tochter schläft meist sehr ruhig und bewegt sich nicht, es kommt also selten vor, dass sie sich frei strampelt. Falls doch, taue ich sie bei der nächsten Stillmahlzeit einfach wieder auf 😉
      Ich hoffe das hilft?

    • Heinrich

      Wir haben die Decke immer am fußende unter die Matratze gesteckt. So konnte er sich die Decke nicht über den Kopf ziehen. Allerdings bin ich auch immer aufgewacht wenn irgendwas war. Der mütterliche Instinkt setzte also immer zuverlässig ein 😉 Kissen hab ich immer ein kleines benutzt und unter das Bettlaken getan sodass da auch nichts passieren konnte.
      Mittlerweile will unser Sohn aber absolut nicht mehr zugedeckt werden. Egal wie kalt es ist…

    • Guter Tipp! Danke :)

  • Kathi

    Schön geschrieben!

    Meine Lotti (5 mon) schläft auch von Anfang an bei uns mit im Bett. Wir haben das Beistellbett, zum Glück günstig gebraucht gekauft, einfach als Fallschutz genutzt und in den ersten Wochen als Nächtlichen Wickelplatz.

    Ansonsten schläft sie auch direkt bei mir. Ich stille sie auch in den Schlaf und lese dann noch etwas, schaue leise fern oder schlafe selber ein.
    Nachts dockt sie wenn sie trinken will von alleine an, ich werde kaum wach und schlafe einfach weiter.

    Ich hatte auch von Anfang an nie das Gefühl nicht genug Schlaf zu bekommen. Und auch das von allem und jeden phrophezeite Stundenlange weinen und schreien ist bisher ausgeblieben. Also entweder haben wir einfach großes Glück und unser Kind ist halt ein Anfänger Baby, oder sie ist deswegen so entspannt weil wir sie so nehmen wie sie ist und auf sie eingehen.

    Ich kann es mir gar nicht mehr anders vorstellen.
    Alles liebe
    Kathi

  • Anika

    „Väter schlafen meist wie Steine.“ Über diesen Satz musste ich wirklich herzlich lachen, da ich das nur bestätigen kann! :) Wunderbarer Artikel, tolle Seite! Ich bin gerade dabei, dein Blog zu entdecken und total begeistert… Auch mein Kleiner (11 Wochen) schläft nachts neben mir im Bettchen und anders wöllte ich es auf keinen Fall. Papa schläft erstmal im Arbeitszimmer bis unser kleiner Mann nachts etwas ruhiger ist, aber das wird nicht mehr lange dauern, denn er hat schon enorme Fortschritte gemacht. Danke für diese tolle Seite, sie hat mich in vielen Dingen bestätigt und mich ermutigt, auf meine Intuition zu hören und nicht immer nur auf die „Ratschläge“ Anderer!

    • Liebe Anika, herzlich willkommen! Eure Situation kenne ich sehr gut und ja es wird ruhiger :)

  • Anonymous

    Plötzlicher Kindstod.. Alle Empfehlungen gegen Schlafen im Ehebett..

  • Julia

    Liebe Kathrin!
    Vielen Dank für diesen Artikel!!!
    Habe im Familien-und Bekanntenkreis auch viele Leute die mir immer sagen, dass ich meine Kinder zu sehr verwöhne.
    Ich habe drei Jungs im Alter von 12, 21 Monaten und 8 Wochen.
    Mein großer kommt heute noch zu uns ins Bett wenn er schlecht träumt, krank ist, oder einfach nur kuscheln möchte. Der mittlere will es gar nicht so sehr und der kleine schläft am besten wenn er bei mir ist! Auch trage ich ihn oft im Tuch und
    schmeißeso den Haushalt.
    Und meine Familie und Bekannten die meinen mir sagen zu müssen, dass meine kinder alleine schlafen müssen bekommen
    ab jetzt deinen Artikel als Kopie in die Hand gedrückt!
    Liebe grüße, Julia

  • Janine

    Hallöchen!

    Ich finde den Artikel sehr interessant und schön geschrieben!
    Allerdings weckt er in mir auch einige Zweifel:
    Ich habe 3 Kinder im Alter von 9 Jahren, 2 Jahren und 4 Monaten. Alle 3 Kinder sind gute Schläfer, die beiden Älteren haben mit knapp 6 Monaten durchgeschlafen, der Jüngste schläft jetzt mit seinen 4 Monaten schon durch. Und das ohne jegliches Konditionieren oder schreien lassen… Ich muss dazu sagen, dass ich aufgrund von Milchmangel nie lange stillen konnte und nach ein paar Wochen die Flasche geben musste. Die Älteste hat vom 1. Tag an in ihrem Kinderbett in ihrem Zimmer geschlafen und das ohne Probleme. Die Mittlere hat knapp 1 Jahr bei uns im Zimmer geschlafen, die ersten Wochen bei uns im Bett, dann im Stubenwagen und anschließend im Kinderbett. Der jüngste schläft jetzt seit knapp einer Woche im eigenen Zimmer, was auch sehr gut funktioniert. Und das alles ohne Konditionierung, schreien etc.!
    Nun keimen in mir aber Zweifel auf, ob das alles so richtig ist/war. Viele sagen, ich soll froh sein, wenn die Kinder so gut und vor allem alleine schlafen. Wenn ich aber den obigen Artikel lese, stellt sich mir die Frage, ob das trotz des guten Schlafes unseren Kindern gut tut so wie es jetzt ist? Ich selber bin zufrieden mit der Situation und habe auch nicht das Gefühl, dass meine Kinder ein Problem damit hatten/haben. Aber sind sie deshalb trotzdem „anders“, fehlt ihnen vielleicht sogar irgendetwas? LG Janine

    • Liebe Janine,
      es gibt keinen Grund zu zweifeln! Es gibt Kinder, die gut durchschlafen und auch gerne alleine schlafen. Warum sollte das schlecht sein? Das ist doch wunderbar! Ich wäre sehr froh, wenn unser Mädchen bereits mit 4 Monaten durchgeschlafen hätte, aber da sie es nicht tut (und viele andere Kinder auch nicht), zeige ich mit meinem Artikel, dass das nicht unnormal ist bzw. gesteuert werden muss. Kinder können schlafen, sie wollen schlafen und sie schlafen irgendwann selbstständig ein- und durch. Manche mit 4 Monaten, andere erst mit 4 Jahren.
      Jedes Kind ist anders und jede Erziehungsphilosophie ist anders. Anders bedeutet aber nicht besser oder schlechter. Wenn Du Dich wohl fühlst und es Deinen Kindern gut geht, gibt es nicht den geringsten Anlass zu zweifeln!
      Liebe Grüße
      Kathrin

    • Janine

      Hallo Kathrin!
      Das hört sich doch gut an, vielen Dank :-)
      Ich weiss, es klingt echt verrückt, dass ich mir über sowas überhaupt Gedanken mache, sollte ich doch genießen und Schweigen, wenn meine Kinder alle so gut schlafen! Aber in Kombination mit „es fehlt die Bindung, die Kinder brauchen die Nähe“ usw. denkt man halt schon mal drüber nach, ob die Kinder „normal“ sind…Für die, die sich ein schlafendes Kind wünschen, klingt das jetzt vielleicht verrückt, aber egal wie es ist, stellt man sich die Frage, ob es richtig ist und in Zeiten des Internets und der Informationsverbreitung zweifelt man immer mehr an sich und seinen eigenen Fähigkeiten und Gefühlen, weil man sich so schnell vom Informationsfluss und anderen Meinungen verwirren lässt! Früher hat man einfach nach seinem Bauchgefühl gehandelt und das war meistens richtig! Heute haben viele leider gar kein Bauchgefühl mehr… ich verlasse mich – wenn ich unsicher bin – auch manchmal auf das Bauchgefühl meiner Mutter oder Schwiegermutter. Sie sind mir die liebsten Ratgeber, denn schließlich haben sie auch insgesamt 5 Kinder großgezogen und das völlig ohne Kurse, Bücher und Internet!
      In diesem Sinne eine schöne Rest-Woche!
      P.S.: Ich finde deinen Blog super und werde ab sofort öfter zum lesen „vorbeischauen“!

    • Liebe Janine,
      Das Wissen, das uns zur Verfügung steht ist einerseits ein Segen, da wir so vieles besser verstehen können. Andererseits ist es ein Fluch, da Meinungen & Tipps zum Teil so stark auseinandergehen, dass unterm Strich jede Mutter ständig Grund zum Zweifeln findet.
      Das geht mir selbst genauso, wenn ich zuviel auf den falschen Seiten gelesen habe…
      Liebe Grüße
      und schön, dass wir uns nun öfter lesen :)

  • Theresa

    Hallo!
    Danke für diesen tollen Bericht, der mir wieder beweist, dass unser Familienbett eine gute Sache ist! Wir lieben es alle im großen (270 cm breit) Bett zu kuscheln. Allerdings frage ich mich schon immer wieder, wann unser großer Zwerg (mittlerweile bald 5) in seinem Zimmer schlafen wird … In 2 Wochen wird unser neuer Zwerg bei uns im Bett einziehen :) da freuen wir uns schon sehr drauf. Der Große schläft gar nicht alleine ein, und es ist auch jedesmal ein riesen Drama wenn wir es mal versuchen wollen, ich bin dann immer der Meinung wenn er Angst hat werde ich das nicht durchboxen. Ich mag es ( natürlich) nicht wenn er Angst hat und denke mir immer der Tag wird schon kommen … Mich stört er ja auch gar nicht im Bett, ganz im Gegenteil – ich frage mich nur immer ob ich ihm damit etwas schlechtes tue, wenn er gar nicht alleine (ein)schlafen kann. Hat schon jemand solche Erfahrungen und kann mich da etwas beruhigen. Ich vermute ja, dass er mit 18 nicht mehr bei uns schlafen wird, aber muss man irgendwann strikt eine Schlussgrenze ziehen? Danke Euch allen für die schönen Kommentare! Alles Liebe Theresa

  • Helena

    Ach Mensch, Danke! Ich bin auch über FB auf den Artikel gestoßen und bin so dankbar… Meine 10 Monate alte Tochter schläft auch bei mir und ich muss mir STÄNDIG anhören, dass das nicht gut ist, dass sie alleine einschlafen muss (kontrolliert schreien lassen!!!) und dass sie nie im eigenen Bett schläft, wenn ich so weitermache… dabei genieße ich es eigentlich auch total. Nur die strengen und verurteilenden Blicke, wenn ich sage, dass ich abends nicht weg kann, gehen mir auf die Nerven. „Muss sie nicht längst alleine einschlafen können, oder vom Papa ins Bett gebracht werden können?“ Also, DANKE

    • Ha, ich bringe unser Mädchen (fast 2 Jahre) immer noch jeden Abend zu Bett. Kannst Du Dir vorstellen, dass niemand mehr Verständnis dafür hat, dass ich abends nicht weggehen kann. Ich kann Dich mehr als verstehen :)