Beikost für Stillkinder

Kathrin Beikost 33 Kommentare

Junge Mütter werden in Deutschland so stark gelenkt, dass sie beim Thema Beikost ganz automatisch an Brei und das Ende der Stillzeit denken. Dabei kann die erste Nahrung problemlos unpüriert angeboten werden, ohne dass sofort abgestillt werden muss (siehe auch „Einheitsbrei Beikosternährung„). So individuell unsere Kinder sind, so unterschiedlich kann die Beikosteinführung gestaltet werden, auch wenn die landläufigen Beikostempfehlungen sehr starr sind und scheinbar nur eine Möglichkeit zulassen: Den hastigen Spurt weg von der Brust, der vom Gemüsebrei am Mittag über den Obst-Getreide-Brei am Nachmittag zum Milch-Getreide-Brei am Abend – in ziemlich genau dieser Reihenfolge – führt.

Doch was spricht dagegen mit etwas Beikost zum Frühstück zu beginnen oder zu allen Mahlzeiten kleine Häppchen anzubieten? Was passiert schlimmes, wenn ich meinem Baby statt Karottenbrei ein Stück Brot anbiete?
Die Reihenfolge der Mahlzeiten, die Wahl des ersten Nahrungsmittels und die Konsistenz der Speisen sind meiner Meinung nach nebensächlich. Dafür gibt es einige Punkte, die unumgänglich sind: vertraut eurem Kind, zwingt es nie zum Essen und bietet immer eine Auswahl an geeigneten/ gesunden Nahrungsmitteln an.

Unser Beikoststart – eine absolute Überforderung

Als unser Mädchen im Alter von 5 Monaten anfing, neugierig meinem Essen hinterher zu schauen, wurde ich nervös. Bis dato stillten wir nach Bedarf – das war entspannend, praktisch und einfach. Auf einmal wurden wir konfrontiert mit detaillierten Beikostplänen, welche Breisorten, Mengenangaben und die Reihenfolge der zu ersetzenden Stillmahlzeiten vorschrieben. Das überforderte mich und passte nicht zu uns, denn ich wollte noch nicht abstillen und unser Mädchen keinen Brei. Also durchforstete ich Bücher und Internet nach Alternativen und siehe da – ich fand entspanntere und vor allen Dingen natürlichere Wege, die beides einbeziehen: am Kind orientiertes Einführen von Beikost und Stillen über den 6. Monat hinaus.

Was heißt Beikost?

Mit Beikost ist im wörtlichen Sinne alles gemeint, was zur KOST des Babys – der Muttermilch – BEIgefüttert wird. Die Konsistenz spielt dabei keine Rolle: zur Beikost zählen Möhrenstücke ebenso wie Karottenbrei.

Wann darf ich mit Beikost starten?

Monatsangaben sind irreführend und irrelevant. Schaut lieber auf euer Kind: Zeigt es Interesse am Essen? Kann es überhaupt etwas mit fester Nahrung anfangen? Wesentlich wichtiger als ein Datum ist, dass das Baby Bereitschaft signalisiert und folgende körperlichen Vorraussetzungen erfüllt:

  • Das Baby kann mit Unterstützung sitzen (den Kopf selbstständig halten).
  • Das Baby kann Nahrung gezielt greifen, festhalten und zum Mund führen.
  • Das Baby zeigt Bereitschaft zum Kauen.
  • Das Baby möchte von sich aus Nahrungsmittel in den Mund nehmen.

Diese Fähigkeiten bilden sich bei den meisten Kindern „ziemlich genau in der Mitte des ersten Lebensjahres“ aus, was euch eine grobe zeitliche Orientierung gibt.[1] Ihr könnt eurem Kind also im Alter von etwa 6 Monaten feste Nahrungsmittel anbieten. Anbieten heißt allerdings nicht mit allen Tricks ein paar Löffelchen Brei in das sich wehrende Kind zu zwängen – überlasst eurem Kind die Entscheidung, ob es essen möchte oder nicht.

Hinweis: Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt sechs Monate ausschließlich (=voll) zu stillen, es ist jedoch nicht nötig ein am Essen interessiertes Kind vehement von fester Nahrung abzuhalten. Es gibt keinen Hinweis, dass die Einführung von kleinen Mengen (eine Handvoll) an Beikost vor dem fünften Monat unter Beibehaltung des Stillens nachteilig wäre. Denn Muttermilch unterstützt, die Verdauung von kleinen Portionen stärkehaltiger Kost (siehe „Beikost und Allergien„). 

Woran erkenne ich, dass mein Baby noch nicht bereit ist für Beikost?

Babys, die noch nicht bereit sind – das gilt in erster Linie für gefütterte Babys – erkennt ihr daran, dass sie den Kopf wegdrehen, den Mund nicht öffnen oder das Essen wieder mit der Zunge heraus schieben. Dann stillt weiterhin nach Bedarf und versucht es einfach zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal.

Warum keine „Beikostpflicht“ ab dem 4. Monat?

Schon seit Jahrzehnten machen Babynahrungshersteller den Müttern glaubhaft, dass Babys bereits ab dem 4. Monat (spätestens nach dem 6. Monat) etwas anderes als Muttermilch benötigen, weil sie sonst einen Nährstoffmangel erleiden.[2] Das ist lediglich eine Marketingstrategie, die erfolgreich mit der Angst der Eltern spielt (Stichwort Eisen) und so zum Kauf überflüssiger Fertigprodukte anspornt. Leider unterstützen Kinderärzte und medizinisches Personal dieses Spiel zum Teil, da sie ihr Wissen über die Muttermilch und das Stillen nicht selten aus den Informationsbroschüren der Säuglingsnahrungsindustrie beziehen.[3]

Kleine Mengen Beikost vor dem 6. Monat sind bei regem Interesse seitens des Babys völlig in Ordnung. Aber es gibt keinen Grund sich von diesen Werbekampagnen verunsichern zu lassen und Babys grundsätzlich ab dem 4. Monat regelmäßig mit Brei zu füttern. Wenn das Stillen gut klappt – Mama und Kind Freude daran haben – dann darf es in den ersten 6 Monaten (oder gar länger) ausschließlich Muttermilch geben.

Warum es gut ist, sich Zeit zu lassen mit der Beikosteinführung

Es gibt allerdings einige Gründe sich mit dem Zufüttern Zeit zu lassen. Zum einen sind die meisten Babys mit 4 Monaten schlichtweg überfordert mit fester Nahrung. Zum anderen ist eine Beifütterung vor dem 5. Monat – bei gleichzeitigem Abstillen – häufiger mit späterem Übergewicht verbunden (bei gestillten Kindern ist dieser Zusammenhang übrigens nicht zu beobachten).[5] Außerdem können alle Nahrungsmittel außer Muttermilch zu einer Lebensmittelallergie führen, wenn sie zu früh und in zu großen Mengen eingeführt werden. Wenn ganze Milchmahlzeiten rasch durch feste Nahrung ersetzt werden.

Gönnt eurem Baby besser solange Muttermilch, bis sein unreifes Verdauungssystem so weit entwickelt ist, dass andere Nahrungsmittel keine Störungen mehr auslösen.[6] In anderen Worten: wartet geduldig mit der Beikosteinführung, bis euer Baby euch einen eindeutigen Startschuss gibt.

Wie lange dürfen Babys ausschließlich gestillt werden?

Es gibt Babys, die auch mit 8 Monaten (oder später) nichts außer Muttermilch wollen. Obwohl Mütter oft verunsichert darauf reagieren, spricht nichts dagegen, ein Kind im gesamten ersten Lebensjahr voll zu stillen. Vereinzelt gibt es Berichte von Kindern, die sogar noch weit ins zweite Lebensjahr hinein ausschließlich gestillt wurden. Solang sich das Kind altersgerecht entwickelt, gibt es keinen Grund zur Sorge.

Keine Beikost = Nährstoffmangel?

Unser Mädchen verweigerte zwar keine feste Nahrung, aber sie aß bis zum 12. Monat immer nur Minihäppchen: eine Scheibe Gurke hier, zwei Nudeln da, dann wieder ein bisschen Banane – nichts wovon sie hätte ernsthaft satt werden können. Muttermilch war bis fast zum ersten Lebensjahr ihr absoluter Favorit und Sattmacher.

Sie war gesund und glücklich, ihr Gewicht und ihre Größe waren normal, ihre psychomotorische Entwicklung ausgezeichnet… Kein Anzeichen von Nährstoffmangel. Sie bekam offensichtlich genug durch die Brust und wollte vielleicht deshalb keine größeren Mengen fester Nahrung zu sich nehmen.

Wenn euer Kind auch in der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres ausschließlich Muttermilch trinken möchte oder nur sehr geringe Mengen Beikost isst, wird es nach wie vor bestens versorgt. Muttermilch ist nicht nur reich an Eiweiß, Fett und Milchzucker, sondern bietet eurem Kind eine Reihe von Vitaminen, Mineralstoffen und Salzen – perfekt auf seine Nahrungsbedürfnisse angepasst.[7]

Übrigens nehmen „Flaschenkinder Breimahlzeiten im Allgemeinen leichter an als gestillte Kinder.“ Vielleicht ein Beleg dafür, dass Muttermilch die hochwertigste und nahrhafteste Nahrung für Babys ist: Muttermilch enthält im Gegensatz zur Flaschennahrung alle Nährstoffe und Vitamine, die ein Baby braucht. (Quelle: Gonzalez „Mein Kind will nicht essen“)

Wie beifüttern?

1. Entspannt!
Vergesst alle Pläne, Regeln und vermeintlichen Vorschriften. Freut euch auf die bevorstehenden gemeinsamen Mahlzeiten mit eurem Baby und versucht diesen neuen Entwicklungsschritt zu genießen.

2. Am Anfang ist es entspannter die Beikost nach dem Stillen anzubieten.

Schließlich geht es vorerst nicht darum das Baby satt zu machen, sondern es an feste Nahrung heranzuführen.

3. Stellt sicher, dass euer Baby wach genug ist.
Müde Kinder wollen ihre Ruhe und nicht mit Nahrungsexperimenten konfrontiert werden.

4. Bietet eurem Kind 2-3 Mal am Tag kleine Portionen Beikost an.
Das können ein paar Löffel Brei sein oder wenige Stücke geeignetes Fingerfood.

5. Bietet eurem Kind Beikost möglichst dann an, wenn ihr selbst esst.
Kinder lernen durch Nachahmung und essen gerne in Gemeinschaft.

6. Lasst euer Baby entscheiden wie viel es essen möchte.
Anfangs werden es nur kleine Mengen sein. Bleibt geduldig und habt Vertrauen. Solange ihr stillst, wird euer Kind alles bekommen, was es braucht.

7. Steigere die Menge im Laufe der Zeit je nach Appetit des Kindes.

8. Lasst euer Kind das Essen mit allen Sinnen erfahren.
Auch wenn es prima vom Löffel futtert, wird es Nahrungsmittel gerne mit den Händen untersuchen. Das macht nicht nur Spaß, sondern ist auch wichtig (siehe auch „Mit Essen spielt man nicht! Oder doch?„)

9. Lasst euch von eurem Kind leiten!

Euer Baby wird euch deutlich zeigen, was es mag/ nicht mag und wie viel/ wie wenig es essen möchte. Dazu gehört auch zu sehen, ob euer Kind Brei wirklich mag oder lieber Fingerfood essen möchte.

10. Geht auf die Bedürfnisse eures Kindes ein und übt keinen Druck aus
– auch wenn es nicht immer nach euren Vorstellungen läuft. Je mehr Druck, je mehr Kampf es gibt, umso schwieriger wird die Situation. Im schlimmsten Fall isst euer Knirps gar nichts mehr – lass es nicht soweit kommen.

11. Beobachtet euer Kind!
Auch wenn eine langsame Einführung von Nahrungsmitteln bei Stillkindern selten zu Abwehrreaktionen führt, solltet ihr vor allen Dingen am Anfang aufpassen, ob euer Baby alle Lebensmittel gut verträgt.

12. Stillt weiterhin nach Bedarf.
Das ist nicht nur ungemein praktisch – Muttermilch muss nicht erst gekocht werden und ist auch da, wenn ihr unterwegs seid. Es ist außerdem eine Garantie dafür, dass euer Kind immer genug zu essen bekommt, auch wenn es feste Nahrung mal ablehnen sollte. Im Krankheitsfall z.B. lehnen viele Babys normale Kost ab, aber trinken weiterhin an der Brust.

13. Zwingt euer Kind nicht zum essen. Zwingt es nie mit keiner Methode, unter keinen Umständen, aus keinem Grund!“ [8]

Was beifüttern?

Sowohl das Internet, als auch einschlägige Beikostliteratur bieten lange Listen mit Nahrungsmitteln, die man bevorzugen bzw. vermeiden sollte. Interessanterweise widersprechen sich diese sehr komplexen Listen teilweise und sorgen somit für noch mehr Verwirrung.

„Evolutionär betrachtet ist diese Frage nicht schwer zu beantworten – als Beikost gab es das, was die Mutter aß – mundgerecht zerlegt oder vorgekaut.“[9] Wichtig ist es auf „natürlich“ vorkommende Nahrungsmittel (z.B. echtes Obst und Gemüse statt Konserven) zurückzugreifen und eine ausgeglichene und gesunde Auswahl anzubieten.

Bedenklich finde ich, Babys mit einer großen Palette an unnatürlichen und viel zu stark gewürzten Nahrungsmitteln zu konfrontieren. Der Überfluss an ungesunden Lebensmitteln in den Supermarktregalen macht es notwendig, sich bewusst mit dem Thema Ernährung auseinanderzusetzen – ein wichtiges Thema für Eltern UND Kind.

Die Ernährung der Mutter bildet den Grundstein

Es ist gut sich bereits in der Schwangerschaft & Stillzeit ausgewogen, abwechslungsreich und gesund zu ernähren – auf „natürlich“ vorkommende Nahrungsmittel zu achten und chemisch hergestellte Fertigprodukte auf ein Minimum zu reduzieren. Das hat den Vorteil, dass das Kind mit vielen Nahrungsmitteln, die es später als Beikost erhalten wird, schon vertraut ist. Durch Mutterleib und Muttermilch lernt das Baby langsam den Geschmack zahlreicher Lebensmittel kennen – Abwehreaktionen im Beikostalter sind so kaum zu erwarten.[10]

Geeignete Nahrungsmittel

  • Obst & Gemüse
  • Brot, Reis, Kartoffeln, Nudeln
  • Hülsenfrüchte
  • Fleisch, Fisch, Eier, Tofu
  • Milchprodukte wie Käse, Joghurt

Ich persönlich habe mit Nahrungsmitteln aus den ersten beiden Kategorien angefangen. Hülsenfrüchte, Fleisch, Fisch und Eier habe ich erst ab dem 8./ 9. Monat angeboten, als unser Mädchen anfing etwas größere Portionen zu essen. Fleisch war nicht ihr Favorit. Ei gab es äußerst selten und vorrangig als Bestandteil von Nudeln, Eierkuchen oder Aufläufen. Käse mochte sie sehr und zum Frühstück habe ich ihr ab dem 8. Monat ab und zu etwas selbst angerührten Joghurt angeboten.

Ungeeignete Lebensmittel (bis zum 1. Lebensjahr)

  • Honig (Bakterien im Honig können zum Tod des Kindes führen – siehe Säuglingsbotulismus)
  • Rohe Eier/ rohes Fleisch/ roher Fisch
  • Kleine & feste Nahrungsmittel z.B. Nüsse (Erstickungsgefahr)
  • Zucker, Süßstoff, Süßigkeiten
  • Zu viel Salz/ starke Gewürze
  • Koffein (in Cola, vielen Teesorten, Schokolade)
  • Kinderprodukte (enthalten meist Zucker und andere unnötige Zusatzstoffe)
  • Fertigprodukte für Erwachsene

Noch mehr Tipps

1. Es ist unwichtig mit welchem Nahrungsmittel ihr beginnt,
denn es gibt keine wissenschaftlichen Grundlagen, die für eine spezielle Empfehlung – wie Karottenbrei – sprechen.[11] Früher wurde gefüttert, was saisonbedingt vorhanden war. Heute gibt es alles und es spielt keine Rolle, ob du mit Gemüse, Obst, Reis oder Brot beginnst. „Viel wichtiger ist, dass dem Baby die neu eingeführten Nahrungsmittel bereits von der im Fruchtwasser und der Muttermilch abgebildeten Karte vertraut sind.“[12]

2. Bietet kleine Mengen an,
dann kann sich der kleine Körper besser auf das Neue einstellen.

3. Es ist nicht nötig eine Woche verstreichen zu lassen, bis das nächste Nahrungsmittel eingeführt wird.
Euer Kind muss nicht 7 Tage lang Banane essen, bevor ihr zu Apfel wechselt. Es spricht nichts dagegen Apfel und Banane zeitgleich anzubieten. Das ist nur ein Beispiel. Wichtiger ist, dass ihr eurem Kind keine riesigen Mengen reicht und weiterhin stillst. Muttermilch erleichtert die Verdauung, auch schwer verdaulicher Nahrungsmittel.

4. Es ist nicht nötig, ständig neue Nahrungsmittel einzuführen,
Gebt eurem Kind, was ihr habt und setzt euch nicht unter Druck, jeden Tag ein neues Menü zusammenstellen zu müssen. Euer Baby braucht am Anfang kein vielfältiges Angebot. Es wird in den ersten Tagen oder vielleicht sogar Wochen mit wenigen Obst- und Gemüsesorten zufrieden sein.

5. Bietet die Nahrungsmittel schonend zubereitet an.
Weiches Obst (Banane, Honigmelone) und Gemüse (Avocado, Tomate) kann roh gegessen werden. Härtere Obst-  oder Gemüsesorten (Apfel, Paprika) könnt ihr dünsten. Wählt frisches Obst und Gemüse in Bioqualität, d.h. ohne Schadstoffe. Bevorzugt reife Früchte, denn diese sind aromatischer.

6. Vertraut eurem Kind.
Auch wenn ich Gefahr laufe mich zu wiederholen: wenn euer Kind ein Nahrungsmittel verweigert, hat das einen Grund. Vielleicht schmeckt es einfach nur nicht (auch wir essen nicht bedingungslos alles), oft ist es aber so, dass Kinder ein sehr gutes Gespür haben für Lebensmittel, die sich nicht vertragen.

Welche Menge?

Ich halte nichts von Lebensmittelwaagen oder vom Kalorienzählen, wenn Babys eifrig nach Bedarf stillen, gesund sind und stetig wachsen. Denn es gibt Babys die bergeweise Nahrung verspeisen können, während andere tagelang an einer Karotte nagen. Übertrieben gesprochen. Außerdem kommt der Appetit bzw. der Hunger in Wellen. Unser Mädchen isst phasenweise wie ein Spatz und dann – ganz plötzlich – wie eine fünfköpfige Raupe. Ich habe keine Ahnung, wann genau sie einen Wachstumsschub durchläuft bzw. einen vermehrten Kalorienbedarf hat. Sie schon, denn dann futtert sie mir die Haare vom Kopf.

Es ist schwierig nachzuvollziehen wie viel ein Kind gegessen hat. Aber das weiß man beim Stillen ja auch nicht. Und genau das ist der Punkt. Anstatt mit Messbecher und Wagschale dem Kind hinterherzulaufen, solltet ihr euch entspannen und eurem Knirps das Ruder in die Hand geben. Kein Baby wird freiwillig verhungern – es wird sich genau das holen, was es benötigt. Bietet eurem Kind mehrmals am Tag eine Auswahl an gesunden, altersgerechten Nahrungsmitteln an: es wird sich seine Portion sichern, wenn ihm danach ist.

Ohnehin sind die Empfehlungen dazu, wie viel ein Baby benötigt meist zu hoch. Es wird irgendein Durchschnittswert errechnet und dann sicherheitshalber noch ein Quäntchen drauf gepackt. Isst euer Baby jedoch jeden Tag die empfohlene Menge & dieses zusätzliche Quäntchen fein auf, könnt ihr es mit großer Wahrscheinlichkeit bald durch die Gegend rollen. Kinder verlangen von alleine mehr, wenn sie noch hungrig sind. Und wenn sie satt sind, lassen sie den Rest einfach stehen.

Häufige Fragen…

Muss ich jeden Monat eine Milchmahlzeit gegen eine Breimahlzeit ersetzen?

Diese Empfehlung wird in Deutschland üblicherweise zur Einführung von Beikost ausgesprochen. Obwohl diese Regel bei Flaschenkindern sinnvoll und praktisch sein mag, ist sie bei Stillkindern jedoch nicht empfehlenswert, da sie dem Prinzip von Stillen nach Bedarf widerspricht.“ (siehe auch „Sanfte Einführung von Beikost„)

Es gibt nichts Unnatürlicheres als urplötzlich eine komplette Stillmahlzeit durch feste Nahrung zu ersetzen. Viele Frauen kämpfen in dieser Zeit der radikalen Umstellung mit Schmerzen und Milchüberschuss, während Babys viel zu schnell von der Brust entwöhnt werden.

Wenn, wie oben empfohlen, kleine Mengen Beikost angeboten werden, sinkt die Stillhäufigkeit vorerst nicht merklich. Unser Mädchen wollte auch nach Einführung der Beikost genau so oft trinken wie vorher, aber wahrscheinlich hat sie insgesamt weniger Muttermilch zu sich genommen. Das Abstillen erfolgt so ganz sanft und schonend. Eine Wohltat für Mamas Körper UND Babys Seele.

Die Regel „Pro Monat eine Stillmahlzeit wegzulassen“ führt dazu, dass auch mit Erfolg stillende Mütter unnötig schnell abstillen. Doch Beikost soll nach heutigen Erkenntnissen die Muttermilch im ersten Lebensjahr nicht ersetzen, sondern ergänzen!

Darf ich meinem Kind Kuhmilch geben?

Etwa 3% aller Säuglinge entwickeln eine Allergie gegen Kuhmilch und die hohe Konzentration an Eiweiß und Mineralien ist anscheinend für Kinder unter 7 Jahren nicht optimal. [13] Zuviel Eiweiß und Calcium im Säuglingsalter könne außerdem zu späterem Übergewicht führen. Das klingt gefährlich.

Ich halte nichts davon, Nahrungsmittel zu vermeiden, nur weil sie eine Allergie auslösen könnten. Deshalb habe ich Kuhmilch(-produkte) absichtlich nicht auf die Liste der ungeeigneten Lebensmittel gesetzt, auch wenn sich die Geister bei diesem Thema scheiden.

Ich persönlich liebe Kuhmilchprodukte und mit ca. 8/9 Monaten wollte unser Mädchen auch probieren. Ich gab ihr kleine Mengen Kuhmilch, Käse und Joghurt. Sie hat sie sehr gut vertragen und nach mehr verlangt.

Nun, meiner Meinung nach, macht die Dosis das Gift. Wenn sehr zeitig ganze Stillmahlzeiten durch Kuhmilch ersetzt werden, hat das sicherlich eine andere Gewichtung, als wenn nach und nach ein paar Gramm Kuhmilch (-produkte) angeboten werden. Letztendlich folge ich in solchen Fällen der Devise: „Probieren geht über Studieren“. Im Fall eines Falles kann man immer noch auf Kuhmilch verzichten.

Was ist mit Gluten?

Es ist bekannt, dass das frühe Zufüttern von glutenhaltigen Nahrungsmitteln (z.B. Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Grünkern, Dinkel) bei einigen, allergiegefährdeten Kindern das Risiko für die Entwicklung einer Zöliakie erhöht. „Wird das Baby jedoch gestillt, während die Glutenhaltige Kost eingeführt wird, so liegt kein erhöhtes Risiko vor.“[14]

Also stillt euer Baby und führt gleichzeitig glutenhaltige Lebensmittel in kleinen Mengen – zusätzlich zur Muttermilch – ein.

Was ist mit Eisen?

Bei gestillten Babys ist ein Eisenmangel äußerst selten. Dafür gibt es mehrere Gründe:

1. Bei der Geburt hat ein gesundes, voll ausgetragenes Baby große Eisenvorräte, die für die ersten Lebensmonate ausreichen, in denen es voll gestillt wird.
2. Der Eisengehalt der Muttermilch ist zwar gering, er wird aber sehr gut verwertet (zu 49 % im Gegensatz zu 10 % des Eisens bei Kuhmilch und 4 % bei mit Eisen angereicherter Flaschennahrung!
3. Der hohe Laktose- und Vitamin-C-Gehalt der Muttermilch trägt zu der Eisenaufnahme bei.
4. Gestillte Babys verlieren kein Eisen durch ihren Darm, wie es bei mit Flaschennahrung ernährten Babys vorkommt. Flaschennahrung ruft Fissuren (=feinste Haarrisse) in der Darmwand hervor.[15]

Für alle, die mehr wissen wollen, gibt es hier einen tollen Artikel zum Weiterlesen: „Baby Beikost: Die Wahrheit über Eisenmangel bei Stillkindern„.

Muss ich Beikost pürieren?

Pürierstab und Brei aus dem Gläschen sind moderne Erfindungen, ohne die unsere Vorfahren prima überleben konnten. Es reicht aus weiche Nahrungsmittel in kleinen (gut greifbaren) Stücken anzubieten oder mit der Gabel zu zerdrücken (Kartoffeln z.B. flutschen immer weg). Kinder lutschen an den Stücken herum und sind in der Lage (auch ohne Backenzähne!) die Nahrung zu zermalmen. Am Anfang sind sie vielleicht etwas ungeschickter und verteilen das Essen eher im Gesicht, aber auch in diesem Fall heißt es: Übung macht den Meister.

Keine Sorge, euer Kind wird nicht an stückiger Nahrung ersticken. Natürlich kann euer Baby sich verschlucken, aber das kann es auch beim Stillen oder beim Verzehr von pürierter Nahrung.

Benötigt mein Kind zusätzliche Flüssigkeit?

Ein voll gestilltes Kind benötigt keine zusätzliche Flüssigkeit. Mit der Einführung der festen Nahrung ist es allerdings empfehlenswert, dem Kind Wasser (aus einem Becher) anzubieten. So lernt es das Trinken aus einem Becher/ einer Tasse und gewöhnt sich an Wasser.

Säfte, Tees oder andere gesüßte Getränke sind als Durstlöscher nicht empfehlenswert.

Brauche ich eine spezielle Ausstattung?

Es gibt jede Menge überflüssiger Produkte, die vermeintlich essentiell bei der Beikosteinführung sind. Ich habe mich im Breirausch davon beeindrucken lassen und zugeschlagen: ich kaufte einen unverschämt teuren Pürierstab, viel zu viele Vorratsdosen zum Einfrieren und jede Menge andere Dingen, die ich mir hätte sparen können.

Was ich wichtig finde:

1. Einen guten Stuhl
Da wir Fans von Fingerfood sind, stellte sich ein Kinderstuhl mit abnehmbarem Bezug und einem eigenen Tisch als sehr praktisch heraus.

2. Ärmellätze
Eingepackt in diese konnte unser Mädchen immer „selbst“ essen, ohne dass ich sie nach jeder Mahlzeit umziehen musste.

3. Eine kleine Schüssel/ einen weichen Löffel/ einen Trinkbecher
 Am besten aus einem unkaputtbaren Material, da die Erdanziehungskraft auch beim Essen nicht nachlässt.

Weiterführende Links

Beikost? Nicht übereilen…“ Originaltext: „Solids? Wait a bit…“ von Diane Wiessinger, MS, IBCLC

Einführung von Beikost für das gestillte Kind„, Berufsverband Deutscher Laktationsberaterinnen

Der Abstillprozess – Sanfte Einführung von Beikost/ Beikost nach Bedarf“, Stilllexikon

Stellungnahme zum Thema optimaler Zeitpunkt der Beikosteinführung„, AFS Bundesverband

Stillen, Beikost und Allergievorbeugung„, Rabeneltern.org


[[4]] LLL: Handbuch für die stillende Mutter (1986) S. 182.[[4]]

 

Footnotes    (↵ returns to text)
  1.  Renz-Polster, Herbert: Kinder verstehen (2012), S. 85.
  2.  Hipp Ernährungsplan: „Nach dem 4.-6. Lebensmonat reichen die Muttermilch bzw. Milchnahrungen allein nicht mehr aus, um das Baby mit allen Nährstoffen und der benötigten Energie zu versorgen.“ http://www.hipp.de/index.php?id=322.
  3.  Welter, Biggi: http://www.rund-ums-baby.de/forenarchiv/stillberatung/Ich-mache-mein-Kind-krank-lang-gern-an-alle_30066.htm.
  4.  Renz-Polster, Herbert: Kinder verstehen (2012), S. 85.
  5.  LLL: Handbuch für die stillende Mutter (1986) S. 182.
  6.  LLL: Handbuch für die stillende Mutter (1986) S. 329.
  7.  González, Carlos: Mein Kind will nicht essen (2012), 102.
  8.  Renz-Polster, Herbert: Kinder verstehen (2012), S. 86.
  9.  Renz-Polster, Herbert: Kinder verstehen (2012), S. 86.
  10.  González, Carlos: Mein Kind will nicht essen (2012), 127.
  11.  Renz-Polster, Herbert: Kinder verstehen (2012), S. 86.
  12.  Renz-Polster, Herbert: Kinder verstehen (2012), S. 91.
  13.  Renz-Polster, Herbert: Kinder verstehen (2012), S. 85.
  14.  LLL: Handbuch für die stillende Mutter (1986) S. 336.

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  • Steffi

    Toller Beitrag! Unser sohn ist 7 Monate. Wir füttern hauptsächlich brei, meistens selbst gekocht. Ich muss gestehen richtig bwl haben wir noch nicht probiert, ich lass ihn aber überall kosten. Ansonsten wird nach Bedarf gestillt. Wie merkt man das er die brust nach einer Mahlzeit nicht mehr benötigt?

    • Liebe Steffi,

      dann drehen sie den Kopf weg oder meckern, wenn Du die Brust anbietest. Oder sie sind so zufrieden nach der Mahlzeit, dass sie keine Muttermilch einfordern.

      LG
      Kathrin

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  • Katja

    Also ich verfolge den Blog mit großer Freude. Bei uns war es so, dass unser Sohn, jetzt 5 Monate, ab der 8. Woche jeden Abend für 30-120 Minuten geschrien hat-keine Chance ihn zu beruhigen. Gestillt wurde nach Bedarf, aber bestimmt 8-9 Mal am Tag. Auf Anraten einer Mama in der Rückbildung machte ich einen Termin beim Osteopathen. Ab dem 4. Monat habe ich dann Brei probiert. Erst mittags etwas angeboten, dann recht schnell morgens und abends. Wir stillen trotzdem noch 3-4 Mal am Tag. Jetzt verunsichern natürlich die ganzen Artikel, man muss bis zum 6. Monat voll stillen, und ich hatte auch Gewissensbisse, weil Muttermilch ja das Beste ist, was es gibt, fand aber, dass 8-9 Mal stillen am Tag mit 4 Monaten etwas zu viel ist. Der Kleine isst mit so einer Begeisterung und es macht ihm so Freude, die Brust bekommt er ja weiterhin. Seine abendlichen Schreitiraden haben fast komplett aufgehört. Ich denke, es war die Osteopathin, die ein paar Blockaden festgestellt hat und die Einführung des Breis. Durch deinen Blog habe ich nicht mehr ein ganz so schlechtes Gewissen, den „Beikostplan“ über den Haufen geschmissen zu haben und einfach meiner Intuition zu folgen und meinem Baby zu vertrauen.

  • Lea

    Vielen vielen vielen Dank für diesen tollen Artikel. Ich habe mit 18 entbunden und mir wurde von Hebamme und KiÄ empfohlen so schnell wie möglich abzustillen, da ich 3 Monate Ausbildung und stillen nicht unter einen Hut bekommen werde. Ich habe dann aber auf mein Herz gehört – und siehe da – es hat wunderbar funktioniert. Es war vielleicht nicht die einfachste Methode, aber sicherlich für meine Tochter und mich die beste.

    Mittlerweile ist sie 6 Monate und Brei klappt gar nicht. Ich werde heute mal anfangen mit gedünsteten Karotten und schauen was passiert. Brei findet sie eindeutig doof und sucht eher meine Brust anstatt den Löffel.
    Tatsächlich wurde mir auch von der KiÄ gesagt, dass es langsam echt Zeit wird für Brei worauf ich mich dann anfing zu kochen. Da sich Jolie alles in den Mund steckt, was in die kleinen Hände kommt, dachte ich sie wird Mengen an Brei verdrücken, das war dann aber halt nicht so und der Kampf begann. Ich habe nie daran gedacht, dass sie satt sein könnte, hat mir ja auch niemand gesagt. KiÄ meinte nur immer weiter probieren und einfach Brei in den Mund stopfen – JA, ich hab erstmal schlucken müssen.
    Jetzt probieren wir es mal auf einen anderen Weg.

  • Rin

    Mein kleiner Mann ist 5 Monate und wird voll gestillt. Allerdings sieht er mir beim Essen sooo fasziniert zu, dass ich ihm ab und an mal was unter die Nase halte zum befühlen und abnuckeln (Brot, apfel, Banane etc)
    Ich mache mir schon die ganze Zeit Gedanken um Brei aber dank des Artikels fühle ich mich bestätigt, dass das nicht sein muss :)

  • Luobina

    Vielen Dank für diesen clever geschriebenen und absolut lesenswerten Artikel! Ich habe allerdings mal eine kleine Frage zur Konsistenz des Essens beim Baby led weaning: Meine Tochter wurde knapp 6 Monate lang voll gestillt, und hat vor 2 Wochen angefangen in homöopathischen Mengen allerlei Gemüse, Obst und Brot zu essen. :) Mir ist klar, dass Kinder, die mit BLW starten, weniger essen als mit Brei gefütterte, aber manchmal habe ich das Gefühl, dass sie nicht so richtig glücklich ist mit ihrem Gemüse/Obst. Ich habe ihr Gemüse immer im Dampfgarer zubereitet, so dass sie es noch selbst in der Hand halten kann. Selber essen findet sie irgendwie doof (anstatt die Hände zu verwenden, beugt sie sich zur Tischplatte vor und das mit geöffnetem Mund – ein Bild für die Götter :-)))), also halte ich einfach irgendwas hoch und sie zerrt dann meine Hand in Richtung ihr Gesicht. Sie beißt kleine Stückchen ab, von denen ich denke, dass sie diese im Mund irgendwie zerreiben könnte (Zähnchen hat sie ja noch nicht), aber dann fängt sie an zu weinen, und beruhigt sich erst, wenn sie es geschafft hat es wieder auszuspucken. Dann beugt sie sich aber sofort wieder in Richtung Essen und will mehr – das Ganze wiederholen wir so 5-6 Mal und dann meckert und weint sie, bis ich mich mit ihr vom Tisch entfernt habe. Irgendwie habe ich mir BLW entspannter vorgestellt? Ich füttere sie nie, wenn sie Hunger hat, sondern immer erst wenn sie gestillt wurde, weil’s ja eh erst mal nur um’s Entdecken und Spielen geht. Die Uhrzeit spielt auch keine Rolle, also tippe ich darauf, dass das Gemüse evtl. doch nicht weich genug gekocht ist? Aber wenn ich es noch weiter koche, kann sie es bald nimmer halten, weil’s dann einfach nur noch Brei ist… hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Mein Freund möchte jetzt, dass wir es lieber mit Brei versuchen sollten, aber ich mag das Projekt BLW noch nicht aufgeben! Irgendwelche Tipps!?

    • LuckyJay

      Liebe Luobina,

      ich hoffe, dass es inzwischen mit dem BLW besser klappt. Falls nicht, würde ich es trotzdem vorerst mit Brei versuchen. Wenn Deine Kleine beim Essen weint und somit den Spaß daran verliert, ist es vielleicht (momentan) einfach nichts für sie oder sie ist noch nicht so weit. Nur weil es nicht gleich klappt, musst Du das Thema BLW aber nicht abschreiben! Versuche es einfach zu einem späteren Zeitpunkt nochmal. Biete ihr immer mal wieder Fingerfood an und irgendwann wird es schon klappen.

      Viel Erfolg!

  • Sarah

    Oh man, zum Glück bin ich auf diesen Artikel gestoßen! Mein Baby ist jetzt 20 Wochen alt und seit einer Woche bekommt sie etwas Brei (Möhren) an Mittag. Sie war richtig fasziniert von meinem Essen, sprang mir teilweise fast vom Schoß um dran zu kommen (leider immer dann, wenn ich etwas gegessen habe, das ich ihr wirklich nicht anbieten wollte, zum Beispiel gesüßten Milchreis mit Kakao). Sie bekommt auch schon Zähnchen, kann sich vom Bauch auf den Rücken drehen und andersrum etc. Also dachte ich mir, wieso nicht mal testen? Sie war auch total begeistert und hat mit dem Mund richtig nach dem Löffel geschnappt, große Augen gemacht und wollte gleich noch mehr. Nach fünf Löffeln habe ich sie dann gestoppt, für das allererste mal fand ich, dass wir es etwas langsamer angehen sollten. Mensch, war sie böse auf mich! Das anschließende Stillen hat sie aber wieder versöhnt ;). Nun hab ich nach Informationen gesucht, wie das mit der Beikost so geht und die üblichen Tipps und Pläne gelesen. Aber das kam mir nicht richtig vor. Ich finde, sie ist noch zu klein, um ganze Mahlzeiten mit Brei zu ersetzen. Trotzdem habe ich es (entgegen meines Gefühls) versucht und ihr so viel gegeben, wie sie wollte. Aber nach ca 50g lässt die Begeisterung auch nach und ich müsste sie motivieren weiter zu essen, was ich nicht möchte (wieso auch? Beim Stillen lasse ich es doch auch gut sein, sobald sie nicht mehr möchte.) Ich kam mir richtig hin und her gerissen vor zwischen meinem Gefühl und den Ratschlägen, die mir das Gefühl gaben, sobald die Beikost eingeführt wird, müsse man so schnell es geht Abstillen. Außerdem wollte ich ihr auch schon von meiner Avocado ein Stück anbieten oder vom Apfelmark, das ich gegessen habe, habe mich aber nicht so richtig getraut. Schließlich soll man ja immer schön der Reihe nach und das wäre noch nicht dran gewesen. Nach deinem Artikel bin ich jetzt wirklich beruhigt. Ich werde ihr nun weiterhin Brei anbieten, aber auch Fingerfood und sehen was passiert. Danke für diesen Beitrag zu meiner Entspannung 😀 Ihre Hauptnahrungsquelle soll schließlich weiterhin Muttermilch sein und das auch so lange, wie sie das möchte! Ich möchte jetzt auch noch nicht Abstillen, ihr aber auch nicht Beikost verwehren, nur weil es andere Empfehlungen gibt. Sie soll das selbst entscheiden dürfen und ich habe den Eindruck im Moment ist ihre Entscheidung: “ “ ich möchte probieren, kennenlernen, fühlen und schmecken, aber keinesfalls schon dazu übergehen, das anstatt des Stillens zu tun, sondern zusätzlich.“ Dank dieses Artikels traue jetzt auch ich mich das, mein Baby wäre schon vorher mutig genug gewesen.