Beikost für Stillkinder

Kathrin Beikost 33 Kommentare

Junge Mütter werden in Deutschland so stark gelenkt, dass sie beim Thema Beikost ganz automatisch an Brei und das Ende der Stillzeit denken. Dabei kann die erste Nahrung problemlos unpüriert angeboten werden, ohne dass sofort abgestillt werden muss (siehe auch „Einheitsbrei Beikosternährung„). So individuell unsere Kinder sind, so unterschiedlich kann die Beikosteinführung gestaltet werden, auch wenn die landläufigen Beikostempfehlungen sehr starr sind und scheinbar nur eine Möglichkeit zulassen: Den hastigen Spurt weg von der Brust, der vom Gemüsebrei am Mittag über den Obst-Getreide-Brei am Nachmittag zum Milch-Getreide-Brei am Abend – in ziemlich genau dieser Reihenfolge – führt.

Doch was spricht dagegen mit etwas Beikost zum Frühstück zu beginnen oder zu allen Mahlzeiten kleine Häppchen anzubieten? Was passiert schlimmes, wenn ich meinem Baby statt Karottenbrei ein Stück Brot anbiete?
Die Reihenfolge der Mahlzeiten, die Wahl des ersten Nahrungsmittels und die Konsistenz der Speisen sind meiner Meinung nach nebensächlich. Dafür gibt es einige Punkte, die unumgänglich sind: vertraut eurem Kind, zwingt es nie zum Essen und bietet immer eine Auswahl an geeigneten/ gesunden Nahrungsmitteln an.

Unser Beikoststart – eine absolute Überforderung

Als unser Mädchen im Alter von 5 Monaten anfing, neugierig meinem Essen hinterher zu schauen, wurde ich nervös. Bis dato stillten wir nach Bedarf – das war entspannend, praktisch und einfach. Auf einmal wurden wir konfrontiert mit detaillierten Beikostplänen, welche Breisorten, Mengenangaben und die Reihenfolge der zu ersetzenden Stillmahlzeiten vorschrieben. Das überforderte mich und passte nicht zu uns, denn ich wollte noch nicht abstillen und unser Mädchen keinen Brei. Also durchforstete ich Bücher und Internet nach Alternativen und siehe da – ich fand entspanntere und vor allen Dingen natürlichere Wege, die beides einbeziehen: am Kind orientiertes Einführen von Beikost und Stillen über den 6. Monat hinaus.

Was heißt Beikost?

Mit Beikost ist im wörtlichen Sinne alles gemeint, was zur KOST des Babys – der Muttermilch – BEIgefüttert wird. Die Konsistenz spielt dabei keine Rolle: zur Beikost zählen Möhrenstücke ebenso wie Karottenbrei.

Wann darf ich mit Beikost starten?

Monatsangaben sind irreführend und irrelevant. Schaut lieber auf euer Kind: Zeigt es Interesse am Essen? Kann es überhaupt etwas mit fester Nahrung anfangen? Wesentlich wichtiger als ein Datum ist, dass das Baby Bereitschaft signalisiert und folgende körperlichen Vorraussetzungen erfüllt:

  • Das Baby kann mit Unterstützung sitzen (den Kopf selbstständig halten).
  • Das Baby kann Nahrung gezielt greifen, festhalten und zum Mund führen.
  • Das Baby zeigt Bereitschaft zum Kauen.
  • Das Baby möchte von sich aus Nahrungsmittel in den Mund nehmen.

Diese Fähigkeiten bilden sich bei den meisten Kindern „ziemlich genau in der Mitte des ersten Lebensjahres“ aus, was euch eine grobe zeitliche Orientierung gibt.[1] Ihr könnt eurem Kind also im Alter von etwa 6 Monaten feste Nahrungsmittel anbieten. Anbieten heißt allerdings nicht mit allen Tricks ein paar Löffelchen Brei in das sich wehrende Kind zu zwängen – überlasst eurem Kind die Entscheidung, ob es essen möchte oder nicht.

Hinweis: Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt sechs Monate ausschließlich (=voll) zu stillen, es ist jedoch nicht nötig ein am Essen interessiertes Kind vehement von fester Nahrung abzuhalten. Es gibt keinen Hinweis, dass die Einführung von kleinen Mengen (eine Handvoll) an Beikost vor dem fünften Monat unter Beibehaltung des Stillens nachteilig wäre. Denn Muttermilch unterstützt, die Verdauung von kleinen Portionen stärkehaltiger Kost (siehe „Beikost und Allergien„). 

Woran erkenne ich, dass mein Baby noch nicht bereit ist für Beikost?

Babys, die noch nicht bereit sind – das gilt in erster Linie für gefütterte Babys – erkennt ihr daran, dass sie den Kopf wegdrehen, den Mund nicht öffnen oder das Essen wieder mit der Zunge heraus schieben. Dann stillt weiterhin nach Bedarf und versucht es einfach zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal.

Warum keine „Beikostpflicht“ ab dem 4. Monat?

Schon seit Jahrzehnten machen Babynahrungshersteller den Müttern glaubhaft, dass Babys bereits ab dem 4. Monat (spätestens nach dem 6. Monat) etwas anderes als Muttermilch benötigen, weil sie sonst einen Nährstoffmangel erleiden.[2] Das ist lediglich eine Marketingstrategie, die erfolgreich mit der Angst der Eltern spielt (Stichwort Eisen) und so zum Kauf überflüssiger Fertigprodukte anspornt. Leider unterstützen Kinderärzte und medizinisches Personal dieses Spiel zum Teil, da sie ihr Wissen über die Muttermilch und das Stillen nicht selten aus den Informationsbroschüren der Säuglingsnahrungsindustrie beziehen.[3]

Kleine Mengen Beikost vor dem 6. Monat sind bei regem Interesse seitens des Babys völlig in Ordnung. Aber es gibt keinen Grund sich von diesen Werbekampagnen verunsichern zu lassen und Babys grundsätzlich ab dem 4. Monat regelmäßig mit Brei zu füttern. Wenn das Stillen gut klappt – Mama und Kind Freude daran haben – dann darf es in den ersten 6 Monaten (oder gar länger) ausschließlich Muttermilch geben.

Warum es gut ist, sich Zeit zu lassen mit der Beikosteinführung

Es gibt allerdings einige Gründe sich mit dem Zufüttern Zeit zu lassen. Zum einen sind die meisten Babys mit 4 Monaten schlichtweg überfordert mit fester Nahrung. Zum anderen ist eine Beifütterung vor dem 5. Monat – bei gleichzeitigem Abstillen – häufiger mit späterem Übergewicht verbunden (bei gestillten Kindern ist dieser Zusammenhang übrigens nicht zu beobachten).[5] Außerdem können alle Nahrungsmittel außer Muttermilch zu einer Lebensmittelallergie führen, wenn sie zu früh und in zu großen Mengen eingeführt werden. Wenn ganze Milchmahlzeiten rasch durch feste Nahrung ersetzt werden.

Gönnt eurem Baby besser solange Muttermilch, bis sein unreifes Verdauungssystem so weit entwickelt ist, dass andere Nahrungsmittel keine Störungen mehr auslösen.[6] In anderen Worten: wartet geduldig mit der Beikosteinführung, bis euer Baby euch einen eindeutigen Startschuss gibt.

Wie lange dürfen Babys ausschließlich gestillt werden?

Es gibt Babys, die auch mit 8 Monaten (oder später) nichts außer Muttermilch wollen. Obwohl Mütter oft verunsichert darauf reagieren, spricht nichts dagegen, ein Kind im gesamten ersten Lebensjahr voll zu stillen. Vereinzelt gibt es Berichte von Kindern, die sogar noch weit ins zweite Lebensjahr hinein ausschließlich gestillt wurden. Solang sich das Kind altersgerecht entwickelt, gibt es keinen Grund zur Sorge.

Keine Beikost = Nährstoffmangel?

Unser Mädchen verweigerte zwar keine feste Nahrung, aber sie aß bis zum 12. Monat immer nur Minihäppchen: eine Scheibe Gurke hier, zwei Nudeln da, dann wieder ein bisschen Banane – nichts wovon sie hätte ernsthaft satt werden können. Muttermilch war bis fast zum ersten Lebensjahr ihr absoluter Favorit und Sattmacher.

Sie war gesund und glücklich, ihr Gewicht und ihre Größe waren normal, ihre psychomotorische Entwicklung ausgezeichnet… Kein Anzeichen von Nährstoffmangel. Sie bekam offensichtlich genug durch die Brust und wollte vielleicht deshalb keine größeren Mengen fester Nahrung zu sich nehmen.

Wenn euer Kind auch in der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres ausschließlich Muttermilch trinken möchte oder nur sehr geringe Mengen Beikost isst, wird es nach wie vor bestens versorgt. Muttermilch ist nicht nur reich an Eiweiß, Fett und Milchzucker, sondern bietet eurem Kind eine Reihe von Vitaminen, Mineralstoffen und Salzen – perfekt auf seine Nahrungsbedürfnisse angepasst.[7]

Übrigens nehmen „Flaschenkinder Breimahlzeiten im Allgemeinen leichter an als gestillte Kinder.“ Vielleicht ein Beleg dafür, dass Muttermilch die hochwertigste und nahrhafteste Nahrung für Babys ist: Muttermilch enthält im Gegensatz zur Flaschennahrung alle Nährstoffe und Vitamine, die ein Baby braucht. (Quelle: Gonzalez „Mein Kind will nicht essen“)

Wie beifüttern?

1. Entspannt!
Vergesst alle Pläne, Regeln und vermeintlichen Vorschriften. Freut euch auf die bevorstehenden gemeinsamen Mahlzeiten mit eurem Baby und versucht diesen neuen Entwicklungsschritt zu genießen.

2. Am Anfang ist es entspannter die Beikost nach dem Stillen anzubieten.

Schließlich geht es vorerst nicht darum das Baby satt zu machen, sondern es an feste Nahrung heranzuführen.

3. Stellt sicher, dass euer Baby wach genug ist.
Müde Kinder wollen ihre Ruhe und nicht mit Nahrungsexperimenten konfrontiert werden.

4. Bietet eurem Kind 2-3 Mal am Tag kleine Portionen Beikost an.
Das können ein paar Löffel Brei sein oder wenige Stücke geeignetes Fingerfood.

5. Bietet eurem Kind Beikost möglichst dann an, wenn ihr selbst esst.
Kinder lernen durch Nachahmung und essen gerne in Gemeinschaft.

6. Lasst euer Baby entscheiden wie viel es essen möchte.
Anfangs werden es nur kleine Mengen sein. Bleibt geduldig und habt Vertrauen. Solange ihr stillst, wird euer Kind alles bekommen, was es braucht.

7. Steigere die Menge im Laufe der Zeit je nach Appetit des Kindes.

8. Lasst euer Kind das Essen mit allen Sinnen erfahren.
Auch wenn es prima vom Löffel futtert, wird es Nahrungsmittel gerne mit den Händen untersuchen. Das macht nicht nur Spaß, sondern ist auch wichtig (siehe auch „Mit Essen spielt man nicht! Oder doch?„)

9. Lasst euch von eurem Kind leiten!

Euer Baby wird euch deutlich zeigen, was es mag/ nicht mag und wie viel/ wie wenig es essen möchte. Dazu gehört auch zu sehen, ob euer Kind Brei wirklich mag oder lieber Fingerfood essen möchte.

10. Geht auf die Bedürfnisse eures Kindes ein und übt keinen Druck aus
– auch wenn es nicht immer nach euren Vorstellungen läuft. Je mehr Druck, je mehr Kampf es gibt, umso schwieriger wird die Situation. Im schlimmsten Fall isst euer Knirps gar nichts mehr – lass es nicht soweit kommen.

11. Beobachtet euer Kind!
Auch wenn eine langsame Einführung von Nahrungsmitteln bei Stillkindern selten zu Abwehrreaktionen führt, solltet ihr vor allen Dingen am Anfang aufpassen, ob euer Baby alle Lebensmittel gut verträgt.

12. Stillt weiterhin nach Bedarf.
Das ist nicht nur ungemein praktisch – Muttermilch muss nicht erst gekocht werden und ist auch da, wenn ihr unterwegs seid. Es ist außerdem eine Garantie dafür, dass euer Kind immer genug zu essen bekommt, auch wenn es feste Nahrung mal ablehnen sollte. Im Krankheitsfall z.B. lehnen viele Babys normale Kost ab, aber trinken weiterhin an der Brust.

13. Zwingt euer Kind nicht zum essen. Zwingt es nie mit keiner Methode, unter keinen Umständen, aus keinem Grund!“ [8]

Was beifüttern?

Sowohl das Internet, als auch einschlägige Beikostliteratur bieten lange Listen mit Nahrungsmitteln, die man bevorzugen bzw. vermeiden sollte. Interessanterweise widersprechen sich diese sehr komplexen Listen teilweise und sorgen somit für noch mehr Verwirrung.

„Evolutionär betrachtet ist diese Frage nicht schwer zu beantworten – als Beikost gab es das, was die Mutter aß – mundgerecht zerlegt oder vorgekaut.“[9] Wichtig ist es auf „natürlich“ vorkommende Nahrungsmittel (z.B. echtes Obst und Gemüse statt Konserven) zurückzugreifen und eine ausgeglichene und gesunde Auswahl anzubieten.

Bedenklich finde ich, Babys mit einer großen Palette an unnatürlichen und viel zu stark gewürzten Nahrungsmitteln zu konfrontieren. Der Überfluss an ungesunden Lebensmitteln in den Supermarktregalen macht es notwendig, sich bewusst mit dem Thema Ernährung auseinanderzusetzen – ein wichtiges Thema für Eltern UND Kind.

Die Ernährung der Mutter bildet den Grundstein

Es ist gut sich bereits in der Schwangerschaft & Stillzeit ausgewogen, abwechslungsreich und gesund zu ernähren – auf „natürlich“ vorkommende Nahrungsmittel zu achten und chemisch hergestellte Fertigprodukte auf ein Minimum zu reduzieren. Das hat den Vorteil, dass das Kind mit vielen Nahrungsmitteln, die es später als Beikost erhalten wird, schon vertraut ist. Durch Mutterleib und Muttermilch lernt das Baby langsam den Geschmack zahlreicher Lebensmittel kennen – Abwehreaktionen im Beikostalter sind so kaum zu erwarten.[10]

Geeignete Nahrungsmittel

  • Obst & Gemüse
  • Brot, Reis, Kartoffeln, Nudeln
  • Hülsenfrüchte
  • Fleisch, Fisch, Eier, Tofu
  • Milchprodukte wie Käse, Joghurt

Ich persönlich habe mit Nahrungsmitteln aus den ersten beiden Kategorien angefangen. Hülsenfrüchte, Fleisch, Fisch und Eier habe ich erst ab dem 8./ 9. Monat angeboten, als unser Mädchen anfing etwas größere Portionen zu essen. Fleisch war nicht ihr Favorit. Ei gab es äußerst selten und vorrangig als Bestandteil von Nudeln, Eierkuchen oder Aufläufen. Käse mochte sie sehr und zum Frühstück habe ich ihr ab dem 8. Monat ab und zu etwas selbst angerührten Joghurt angeboten.

Ungeeignete Lebensmittel (bis zum 1. Lebensjahr)

  • Honig (Bakterien im Honig können zum Tod des Kindes führen – siehe Säuglingsbotulismus)
  • Rohe Eier/ rohes Fleisch/ roher Fisch
  • Kleine & feste Nahrungsmittel z.B. Nüsse (Erstickungsgefahr)
  • Zucker, Süßstoff, Süßigkeiten
  • Zu viel Salz/ starke Gewürze
  • Koffein (in Cola, vielen Teesorten, Schokolade)
  • Kinderprodukte (enthalten meist Zucker und andere unnötige Zusatzstoffe)
  • Fertigprodukte für Erwachsene

Noch mehr Tipps

1. Es ist unwichtig mit welchem Nahrungsmittel ihr beginnt,
denn es gibt keine wissenschaftlichen Grundlagen, die für eine spezielle Empfehlung – wie Karottenbrei – sprechen.[11] Früher wurde gefüttert, was saisonbedingt vorhanden war. Heute gibt es alles und es spielt keine Rolle, ob du mit Gemüse, Obst, Reis oder Brot beginnst. „Viel wichtiger ist, dass dem Baby die neu eingeführten Nahrungsmittel bereits von der im Fruchtwasser und der Muttermilch abgebildeten Karte vertraut sind.“[12]

2. Bietet kleine Mengen an,
dann kann sich der kleine Körper besser auf das Neue einstellen.

3. Es ist nicht nötig eine Woche verstreichen zu lassen, bis das nächste Nahrungsmittel eingeführt wird.
Euer Kind muss nicht 7 Tage lang Banane essen, bevor ihr zu Apfel wechselt. Es spricht nichts dagegen Apfel und Banane zeitgleich anzubieten. Das ist nur ein Beispiel. Wichtiger ist, dass ihr eurem Kind keine riesigen Mengen reicht und weiterhin stillst. Muttermilch erleichtert die Verdauung, auch schwer verdaulicher Nahrungsmittel.

4. Es ist nicht nötig, ständig neue Nahrungsmittel einzuführen,
Gebt eurem Kind, was ihr habt und setzt euch nicht unter Druck, jeden Tag ein neues Menü zusammenstellen zu müssen. Euer Baby braucht am Anfang kein vielfältiges Angebot. Es wird in den ersten Tagen oder vielleicht sogar Wochen mit wenigen Obst- und Gemüsesorten zufrieden sein.

5. Bietet die Nahrungsmittel schonend zubereitet an.
Weiches Obst (Banane, Honigmelone) und Gemüse (Avocado, Tomate) kann roh gegessen werden. Härtere Obst-  oder Gemüsesorten (Apfel, Paprika) könnt ihr dünsten. Wählt frisches Obst und Gemüse in Bioqualität, d.h. ohne Schadstoffe. Bevorzugt reife Früchte, denn diese sind aromatischer.

6. Vertraut eurem Kind.
Auch wenn ich Gefahr laufe mich zu wiederholen: wenn euer Kind ein Nahrungsmittel verweigert, hat das einen Grund. Vielleicht schmeckt es einfach nur nicht (auch wir essen nicht bedingungslos alles), oft ist es aber so, dass Kinder ein sehr gutes Gespür haben für Lebensmittel, die sich nicht vertragen.

Welche Menge?

Ich halte nichts von Lebensmittelwaagen oder vom Kalorienzählen, wenn Babys eifrig nach Bedarf stillen, gesund sind und stetig wachsen. Denn es gibt Babys die bergeweise Nahrung verspeisen können, während andere tagelang an einer Karotte nagen. Übertrieben gesprochen. Außerdem kommt der Appetit bzw. der Hunger in Wellen. Unser Mädchen isst phasenweise wie ein Spatz und dann – ganz plötzlich – wie eine fünfköpfige Raupe. Ich habe keine Ahnung, wann genau sie einen Wachstumsschub durchläuft bzw. einen vermehrten Kalorienbedarf hat. Sie schon, denn dann futtert sie mir die Haare vom Kopf.

Es ist schwierig nachzuvollziehen wie viel ein Kind gegessen hat. Aber das weiß man beim Stillen ja auch nicht. Und genau das ist der Punkt. Anstatt mit Messbecher und Wagschale dem Kind hinterherzulaufen, solltet ihr euch entspannen und eurem Knirps das Ruder in die Hand geben. Kein Baby wird freiwillig verhungern – es wird sich genau das holen, was es benötigt. Bietet eurem Kind mehrmals am Tag eine Auswahl an gesunden, altersgerechten Nahrungsmitteln an: es wird sich seine Portion sichern, wenn ihm danach ist.

Ohnehin sind die Empfehlungen dazu, wie viel ein Baby benötigt meist zu hoch. Es wird irgendein Durchschnittswert errechnet und dann sicherheitshalber noch ein Quäntchen drauf gepackt. Isst euer Baby jedoch jeden Tag die empfohlene Menge & dieses zusätzliche Quäntchen fein auf, könnt ihr es mit großer Wahrscheinlichkeit bald durch die Gegend rollen. Kinder verlangen von alleine mehr, wenn sie noch hungrig sind. Und wenn sie satt sind, lassen sie den Rest einfach stehen.

Häufige Fragen…

Muss ich jeden Monat eine Milchmahlzeit gegen eine Breimahlzeit ersetzen?

Diese Empfehlung wird in Deutschland üblicherweise zur Einführung von Beikost ausgesprochen. Obwohl diese Regel bei Flaschenkindern sinnvoll und praktisch sein mag, ist sie bei Stillkindern jedoch nicht empfehlenswert, da sie dem Prinzip von Stillen nach Bedarf widerspricht.“ (siehe auch „Sanfte Einführung von Beikost„)

Es gibt nichts Unnatürlicheres als urplötzlich eine komplette Stillmahlzeit durch feste Nahrung zu ersetzen. Viele Frauen kämpfen in dieser Zeit der radikalen Umstellung mit Schmerzen und Milchüberschuss, während Babys viel zu schnell von der Brust entwöhnt werden.

Wenn, wie oben empfohlen, kleine Mengen Beikost angeboten werden, sinkt die Stillhäufigkeit vorerst nicht merklich. Unser Mädchen wollte auch nach Einführung der Beikost genau so oft trinken wie vorher, aber wahrscheinlich hat sie insgesamt weniger Muttermilch zu sich genommen. Das Abstillen erfolgt so ganz sanft und schonend. Eine Wohltat für Mamas Körper UND Babys Seele.

Die Regel „Pro Monat eine Stillmahlzeit wegzulassen“ führt dazu, dass auch mit Erfolg stillende Mütter unnötig schnell abstillen. Doch Beikost soll nach heutigen Erkenntnissen die Muttermilch im ersten Lebensjahr nicht ersetzen, sondern ergänzen!

Darf ich meinem Kind Kuhmilch geben?

Etwa 3% aller Säuglinge entwickeln eine Allergie gegen Kuhmilch und die hohe Konzentration an Eiweiß und Mineralien ist anscheinend für Kinder unter 7 Jahren nicht optimal. [13] Zuviel Eiweiß und Calcium im Säuglingsalter könne außerdem zu späterem Übergewicht führen. Das klingt gefährlich.

Ich halte nichts davon, Nahrungsmittel zu vermeiden, nur weil sie eine Allergie auslösen könnten. Deshalb habe ich Kuhmilch(-produkte) absichtlich nicht auf die Liste der ungeeigneten Lebensmittel gesetzt, auch wenn sich die Geister bei diesem Thema scheiden.

Ich persönlich liebe Kuhmilchprodukte und mit ca. 8/9 Monaten wollte unser Mädchen auch probieren. Ich gab ihr kleine Mengen Kuhmilch, Käse und Joghurt. Sie hat sie sehr gut vertragen und nach mehr verlangt.

Nun, meiner Meinung nach, macht die Dosis das Gift. Wenn sehr zeitig ganze Stillmahlzeiten durch Kuhmilch ersetzt werden, hat das sicherlich eine andere Gewichtung, als wenn nach und nach ein paar Gramm Kuhmilch (-produkte) angeboten werden. Letztendlich folge ich in solchen Fällen der Devise: „Probieren geht über Studieren“. Im Fall eines Falles kann man immer noch auf Kuhmilch verzichten.

Was ist mit Gluten?

Es ist bekannt, dass das frühe Zufüttern von glutenhaltigen Nahrungsmitteln (z.B. Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Grünkern, Dinkel) bei einigen, allergiegefährdeten Kindern das Risiko für die Entwicklung einer Zöliakie erhöht. „Wird das Baby jedoch gestillt, während die Glutenhaltige Kost eingeführt wird, so liegt kein erhöhtes Risiko vor.“[14]

Also stillt euer Baby und führt gleichzeitig glutenhaltige Lebensmittel in kleinen Mengen – zusätzlich zur Muttermilch – ein.

Was ist mit Eisen?

Bei gestillten Babys ist ein Eisenmangel äußerst selten. Dafür gibt es mehrere Gründe:

1. Bei der Geburt hat ein gesundes, voll ausgetragenes Baby große Eisenvorräte, die für die ersten Lebensmonate ausreichen, in denen es voll gestillt wird.
2. Der Eisengehalt der Muttermilch ist zwar gering, er wird aber sehr gut verwertet (zu 49 % im Gegensatz zu 10 % des Eisens bei Kuhmilch und 4 % bei mit Eisen angereicherter Flaschennahrung!
3. Der hohe Laktose- und Vitamin-C-Gehalt der Muttermilch trägt zu der Eisenaufnahme bei.
4. Gestillte Babys verlieren kein Eisen durch ihren Darm, wie es bei mit Flaschennahrung ernährten Babys vorkommt. Flaschennahrung ruft Fissuren (=feinste Haarrisse) in der Darmwand hervor.[15]

Für alle, die mehr wissen wollen, gibt es hier einen tollen Artikel zum Weiterlesen: „Baby Beikost: Die Wahrheit über Eisenmangel bei Stillkindern„.

Muss ich Beikost pürieren?

Pürierstab und Brei aus dem Gläschen sind moderne Erfindungen, ohne die unsere Vorfahren prima überleben konnten. Es reicht aus weiche Nahrungsmittel in kleinen (gut greifbaren) Stücken anzubieten oder mit der Gabel zu zerdrücken (Kartoffeln z.B. flutschen immer weg). Kinder lutschen an den Stücken herum und sind in der Lage (auch ohne Backenzähne!) die Nahrung zu zermalmen. Am Anfang sind sie vielleicht etwas ungeschickter und verteilen das Essen eher im Gesicht, aber auch in diesem Fall heißt es: Übung macht den Meister.

Keine Sorge, euer Kind wird nicht an stückiger Nahrung ersticken. Natürlich kann euer Baby sich verschlucken, aber das kann es auch beim Stillen oder beim Verzehr von pürierter Nahrung.

Benötigt mein Kind zusätzliche Flüssigkeit?

Ein voll gestilltes Kind benötigt keine zusätzliche Flüssigkeit. Mit der Einführung der festen Nahrung ist es allerdings empfehlenswert, dem Kind Wasser (aus einem Becher) anzubieten. So lernt es das Trinken aus einem Becher/ einer Tasse und gewöhnt sich an Wasser.

Säfte, Tees oder andere gesüßte Getränke sind als Durstlöscher nicht empfehlenswert.

Brauche ich eine spezielle Ausstattung?

Es gibt jede Menge überflüssiger Produkte, die vermeintlich essentiell bei der Beikosteinführung sind. Ich habe mich im Breirausch davon beeindrucken lassen und zugeschlagen: ich kaufte einen unverschämt teuren Pürierstab, viel zu viele Vorratsdosen zum Einfrieren und jede Menge andere Dingen, die ich mir hätte sparen können.

Was ich wichtig finde:

1. Einen guten Stuhl
Da wir Fans von Fingerfood sind, stellte sich ein Kinderstuhl mit abnehmbarem Bezug und einem eigenen Tisch als sehr praktisch heraus.

2. Ärmellätze
Eingepackt in diese konnte unser Mädchen immer „selbst“ essen, ohne dass ich sie nach jeder Mahlzeit umziehen musste.

3. Eine kleine Schüssel/ einen weichen Löffel/ einen Trinkbecher
 Am besten aus einem unkaputtbaren Material, da die Erdanziehungskraft auch beim Essen nicht nachlässt.

Weiterführende Links

Beikost? Nicht übereilen…“ Originaltext: „Solids? Wait a bit…“ von Diane Wiessinger, MS, IBCLC

Einführung von Beikost für das gestillte Kind„, Berufsverband Deutscher Laktationsberaterinnen

Der Abstillprozess – Sanfte Einführung von Beikost/ Beikost nach Bedarf“, Stilllexikon

Stellungnahme zum Thema optimaler Zeitpunkt der Beikosteinführung„, AFS Bundesverband

Stillen, Beikost und Allergievorbeugung„, Rabeneltern.org


[[4]] LLL: Handbuch für die stillende Mutter (1986) S. 182.[[4]]

 

Footnotes    (↵ returns to text)
  1.  Renz-Polster, Herbert: Kinder verstehen (2012), S. 85.
  2.  Hipp Ernährungsplan: „Nach dem 4.-6. Lebensmonat reichen die Muttermilch bzw. Milchnahrungen allein nicht mehr aus, um das Baby mit allen Nährstoffen und der benötigten Energie zu versorgen.“ http://www.hipp.de/index.php?id=322.
  3.  Welter, Biggi: http://www.rund-ums-baby.de/forenarchiv/stillberatung/Ich-mache-mein-Kind-krank-lang-gern-an-alle_30066.htm.
  4.  Renz-Polster, Herbert: Kinder verstehen (2012), S. 85.
  5.  LLL: Handbuch für die stillende Mutter (1986) S. 182.
  6.  LLL: Handbuch für die stillende Mutter (1986) S. 329.
  7.  González, Carlos: Mein Kind will nicht essen (2012), 102.
  8.  Renz-Polster, Herbert: Kinder verstehen (2012), S. 86.
  9.  Renz-Polster, Herbert: Kinder verstehen (2012), S. 86.
  10.  González, Carlos: Mein Kind will nicht essen (2012), 127.
  11.  Renz-Polster, Herbert: Kinder verstehen (2012), S. 86.
  12.  Renz-Polster, Herbert: Kinder verstehen (2012), S. 91.
  13.  Renz-Polster, Herbert: Kinder verstehen (2012), S. 85.
  14.  LLL: Handbuch für die stillende Mutter (1986) S. 336.

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  • Liebe Kathrin,

    wenn ich einen guten Artikel im Netz finde, dann teile ich dies gerne auch mit. In diesem Sinne: herzlichen Dank für deinen umfassenden und fundierten Beitrag rund ums Thema Beikost!

    Besonders freue ich mich, weil er wirklich herzeigbar ist – d.h. Eltern die mich nach Informationen fragen kann ich beruhigt hierher verweisen. Denn das was du schreibst sind auch die Infos die ich in meinen Vorträgen bzw. Beiträgen gebe – so komprimiert habe ich sie jedoch noch nirgendwo zusammen geschrieben.

    Würdest du mir ggf. deine Erlaubnis geben diesen Artikel als PDF speichern und weitergeben zu dürfen (natürlich MIT Quellenangabe)?

  • Manuela

    Ich freue mich, deine Seite gefunden zu haben! Gerade beim Thema Beikost war ich anfangs sehr unsicher, was ich meinem Hosenmatz wann geben soll/darf/muss. Und ich fand den Gedanken, dass für ein Baby Karotten, Birnen, Pasta und Kartoffeln mit Kalbfleisch die exakt selbe Konsistenz haben müssen, sehr seltsam. Ich war deshalb unglaublich erleichtert, als ich auf das Konzept des Baby-Led-Weaning gestossen bin! Mein Kleiner liebt es, die unterschiedlichsten Lebensmittel zu begreifen und zu probieren. Und ist jedes Mal unglaublich stolz, wenn er es mit seinen zwei Zähnen schafft – vom selben Essen wie wir – auch was abzuknabbern. Unsere Familien waren unglaublich besorgt, dass der Hosenmatz ersticken könnte, aber allen Unkenrufen zum Trotz konnte er von Anfang an gut einschätzen, wie gross die Brot-, Birnen-, Fleisch- oder Pakrikastückchen sein müssen, die er abmümmelt. Mittlerweile sind wir bei einer guten Mischung aus Solids und Brei angekommen, denn er liebt seinen Hirsebrei mit Früchten. Und stillen trotzdem noch zwei bis drei Mal an Tag, je nach Lust und Hunger. Es ist schön zu lesen, dass es auch andere die ausgetretenen Wege unserer Normen nicht fraglos nachwandern wollen. Danke für den tollen Blog!

    • Liebe Manuela, ich freue mich ebenfalls, dass Du meine Seite gefunden hast! Eine gute Mischung aus Solids, Brei und Muttermilch hört sich fantastisch an! Viel Spaß noch beim Beikosten :)

  • Kerstin

    Hallo Kathrin,

    mein Mann möchte underer Kleinen unbedingt auch mal etwas zu Essen geben. Spricht etwas dagegen, wenn die Kleine mit vier Monaten schon mal etwas Banane oder so bekommt (keine ganze Mahlzeit, sondern nur zum Kennenlernen) und ich dabei weiter voll stille?

    • Nein, es spricht nichts dagegen, wenn sie Lust darauf hat und Du nicht sofort beginnst eine Mahlzeit nach der anderen durch feste Nahrung zu ersetzen. Lass sie doch mal ein bisschen daran nuckeln, mal schauen was passiert. Könnte ganz lustig für Euch werden :)

  • Michaela

    Wir machen schon seit längerem ( 1,5 Monate) BLW. Unsere Maus ist mittlerweile knapp 8 Monate alt und lässt sich teilweise verdammt schlecht dazu überzeugen, noch an die Brust zu gehen. Kennt das von euch jemand? Ich wollte eigentlich mindestens ein Jahr lang stillen. Habe ich dabei die Rechnung ohne mein Kind gemacht und sie ist dabei, mehrere Schritte auf einmal zu machen und hat sich gegen meine Milch entschieden? Es ist auch sehr schwer, ich Wasser einzuflößen. Ich habe Angst, dass sie A) zu wenig Flüssigkeit zu sich nimmt und B) zu wenig Nährstoffe… Mir kommt es vor, als hätte sie sich selbst abgestillt. :-(

  • Johanna

    Hallo,

    wir haben scheinbar zu 90% den üblichen B(r)eikostweg bestritten. Aber scheinbar auch ein paar ausnahmen gemacht.

    Das erste was Enno gegessen hat, war zwieback mit knapp 5 Monaten (wollte genau 5 Monate warten, bevor ich was anderes als MuMi einführe, aber er hat schon interesse gezeigt). Da wir es nicht besser wussten und Zwieback immer im Haus ist, hat er dadrauf rumgelutscht (eventuell gab mal nen Stück Gurke *Kopf kratz*). Mit 5 monaten gabs den selbst gekochten Möhrenbrei und nach zwei Woche war die Mittagsmahlzeit ersetzt. (Ich musste wieder arbeiten und Vormittag, Mittag und Nachmittag hätten meine rechtlichen Stillpausen dann doch überreizt, mein Mann hat es noch mit abgepumpter Milch probiert, aber die wollt er nicht.) Der nächste Ersatz kam dann aber nicht nach nem Monat sondern wir haben uns länger Zeit gelassen, wobei Enno im nachhinein betrachtet wohl auch früher losgelegt hätte. Naja, man kann nicht alles perfekt machen und geschadet hats ihm auch nicht. Ich weiß nur nicht mehr, ob es der abend oder der Vormittagsbrei war. Möglicherweise sind wir erst auf den Vormittagbrei umgestiegen, da so mein mann nicht mehr mit mir früh um 6 aufstehen und mit auf arbeit fahren musste sondern dann nur noch Nachmittags mit dem Zug (und Enno) nachlam und wir dann zusammen nach hause sind. Auf alle Fälle kam der Vormitagsbrei völlig abweichend vom Dogma 😉 vor dem Nachmittagbrei. Dann kam glaub der Abendbrei wobei er dann als Beginn des Einschlafrituals ca. ne halbe Stunde später nochmal gestillt wurde (das hat auch am längsten gehalten, mit 1 Jahr 5 Monaten hab ich mal vergessen, ihn anzulegen abends und er hatte sich nicht beschwert und ich hatte dann auch nix dagegen, wieder ganz für mich zu sein, so das dann Schluss war).

    Nachmittags habe ich noch länger gestillt und nur so nen bisschen gefüttert, Brei, aber glaub auch Obst. Mit 10 Monaten haben wir glaube diese Mahlzeit komplett ersetzt (nach dem jeden Monat eine Mahlzeit wären wir ja jetzt schon Stillfrei gewesen o.O)
    Abends und früh wurde er jetzt noch gestillt.
    Die Frühmahlzeit hat er sich mit 1 Jahr und 3 Monaten selbst abgewöhnt als wir campen waren und er scheinbar vor im Klappfix-anhänger schlafen so begeistert war, das er vergaß, gegen 5 wach zu werden um mir die Brust abzukauen 😉 Nach der 3. Nacht ist ihm dann wieder eingefallen, das da ja eigentlich noch stillen war, aber dann hab ich gesagt, nein, jetzt nicht mehr. Es war nämlich für mich früh schon anstrengend, da er die Brustwarze nicht mehr richtig gegriffen hatte sondern sie mir eher wund bis fast blutig gelutscht hat bzw. gebissen, wir hatten ja inzwischen schon mind. 8 Zähne aufgewiesen (Abends ging das komischerweise immernoch sehr gut mit dem Brustwarze „richtig“ halten und nicht mit den Zähnen zu beissen,)
    Ich hatte dann immerschon nur noch mit einer Brust pro Tag gestillt, um die andere mal 24h zu schonen (das waren so die 2-3 Monate, wo ich wirklich ne Brustwarzencreme gebraucht hab, vorher nie…höchstens Qaurkwickel zweimal wegen schmerzhafstesten Brustentzündungen)
    Die Frühstillmahlzeit hatten wir auch erstmal mit nichts ersetzt, es gibt um acht frühstück und halb 12 mittag. Wenn er um 6 wach ist und mein Mann mit ihm aufsteht gibt es eine kleine Obstmahlzeit vor dem eigentlichen Frühstück.

    Ansonsten hab ich zu 90% selbst gekocht und liebend gerne zu 80% seine Abendbreie aufgegessen wenn er nicht mehr wollte, wenn er satt war, hat er den Kopf weg gedreht und dann war gut.
    Die 10% gefütterten Fertiggläschen haben wir aufgehoben und darin den selbst gemachten Brei eingefroren. Hat auch lange nur „6-Monatsgläschen“ gegessen. Mit nem Jahr konnte man mal an die Menge eines späteren Gläschens denken. Einmal meinte der KA, er wäre zu leicht, aber er war aufgeweckt und fröhlich und da haben wir leinen anlass gesehen, ihm mehr geben zu müssen. Wollte er auch nicht.

    Vielleicht probiere ich beim nächsten Kind mal etwas mehr led weading, da bin ich auch das erste hajr definitiv zu Hause.

    • Liebe Johanna, es spricht nichts dagegen den herkömmlichen Weg zu gehen, wenn das Kind es mitmacht und die Umstände es nicht anders zulassen. Baby-led Weaning gestaltet sich wirklich einfacher, wenn Du ein Jahr zu Hause bleiben und nach Bedarf stillen kannst. Ich wünsche Euch für die Zukunft alles Gute,
      Kathrin

  • Hallo,
    ich beschäftige mich gerade mit dem Thema Beikost, mein Kleiner ist fast 19 Wochen alt und nun soll es bald los gehen. Ich möchte auch nicht den allgemein üblichen Wegen folgen, da ich glaube, daß vieles davon überholt ist. Ich fühle mich einfach nicht wohl damit. Nun habe ich deinen tollen Artikel gefunden und bin begeistert! Es gibt eine Alternative die perfekt zu meiner kleinen Familie passt!
    Ich danke dir sehr und werde bald mit Banane statt der üblichen Karotte beginnen!
    Viele liebe Grüße, Nadine

    • Vielen Dank Nadine und viel Spaß beim Beikosten :)

  • Pingback: Beikost | stilmom()

  • pixelpolkadot

    Ich würd mir wünschen es gäbe auch „Beikost für Flaschenkinder“-Thread oder Kapitel^^

    Obwohl ich Stillen wollte, ist daraus aus verschiedenen Gründen nichts geworden, weshalb es für den Kleinen von Anfang an Pre-Milch gibt.

    Hab versucht den Beikost-Wahnsinn und die vielen unterschiedlichen Ratschläge so gut wie möglich zu überhören und stattdessen auf den, der es trinkt/isst, zu hören :) Das hat dazu geführt, dass er sich nicht an den tollen Beikostplan vom Kinderarzt gehalten hat und mit 1 Jahr immer noch morgens und abends ’ne Flasche Pre trinkt.

    Es hat sich aber als schwerer als gedacht heraus gestellt bei Glas- und Fertigzeugs für Babies um Zucker, Reismehl und Vanille-Zimt-Kakao *Augen roll* und Zuckersaft drumherum zu manövrieren.
    100% Gemüse/Frucht-Gläschen suuuchen, Getreideflocken aus Vollkorn selbst mit Obst oder Pre mischen, selbst Kochen, rummatschen… Reste selber essen xD Feinst pürierter Brei geht hier immer weg wie nix. Stückchen im Brei waren bis vor Kurzem immer ein Würgen, Ausspucken und Verweigern wert, jetzt werden sie manchmal toleriert. Fingerfood und generell „Erwachsenenessen“ wird immerhin in Minimalmengen ausprobiert und von unseren Tellern geklaut.

    Wenn man dann von Bekannten als „renitent Öko“ beschimpft wird, weil man den Babykeks mal wieder verneint oder nicht die Folgemilch 3 gibt… Und überhaupt, warum keinen Kakao zum Frühstück statt der Pre? Die ist doch nur für die ganz Kleinen. Wie er überhaupt so groß werden konnte, obwohl er immernoch keine tollen bunten Kinderteller für 1jährige isst. Und keine Fruchtzwerge. Und wieso keinen Saft? Immer nur Wasser hat doch kein Gehalt.

    „Nur“ weil ich nicht gestillt hab/stille, heißt das nicht, dass mich nicht interessiert, was der Kleine isst. Ich möchte „trotzdem“ das ansonsten beste für ihn… So steht man dann oft gleich zwischen zwei gefühlten Fronten. Stillende Mamas haben einen für die Flasche verachtet und die Flaschenmamas dafür, dass ich keine Babykekse dabei hatte -.- (Mir ist natürlich klar, dass es noch ganz viele Mamas dazwischen gibt, leider hab ich die zumindest außerhalb vom Internet leider nicht kennengelernt bisher 😉 )

    • Wie man es macht, macht man es eh falsch 😉
      Im Grunde gilt fast alles, was ich über die Beikost schreibe auch für Flaschenkinder, mal davon abgesehen, dass sie nicht gestillt werden. Aber es ist möglich Flasche nach Bedarf zu füttern und Fingerfood oder/ und Brei anzubieten. Sich dem Tempo des Kindes anzupassen anstatt einen Plan aufzustellen. Absolut kein Problem – dafür brauchen wir kein eigenes Kapitel.
      Hier gibt es übrigens immer noch keinen Kakao zum Frühstück (unser Mädchen wird im Juni 3 Jahre) – nur Wasser oder Milch. Das arme Kind, nicht?

      Liebe Grüße
      Kathrin

  • Nicole

    Unsre Froschprinzessin ist jetzt 4 1/2 Monate und will mir akut eigentlich ALLES vom Teller klauen. Trinkbehältnisse werden mir wortwörtlich aus der Hand gerissen und ausprobiert, ob man das auch kann, was Mama da macht. Bei den Temperaturen nicht weiter dramatisch 😀
    Wir werden auch ne Mischung aus BLW und Brei (selbst gemacht) anfangen und das sehr zeitnah. Auch wenn sie noch weit entfernt von den 6 Monaten ist, sie will es eindeutig.
    Dein Artikel hat mich jetzt doch etwas mehr abgesichert mit meinem Plan, dank dir

  • Lucilin

    Liebe Kathrin,
    danke für Deine tollen Artikel zum Thema Beikost und BLW! Ich beschäftige mich auch gerade damit, meine Maus ist jetzt 23 Wochen alt und schaut mir sehnsüchtig zu, wenn ich esse. Gestern gab es das erste mini Stück Banane, das mochte sie gerne und hat sich eifrig die Fingerchen abgeleckt! Ich will auch gerne BLW ausprobieren, aber wenn sie Brei mag, soll sie ihn auch mal bekommen.
    Deine Blogposts sind so schön übersichtlich, informativ und trotzdem mit persönlichen Erfahrungen gespickt – mach bitte weiter so!

    • Herzlichen Dank. Das mache ich :)
      Euch viel Spaß beim Beikosten!

      Alles Liebe
      Kathrin

  • cj

    Hallo,
    Ich kann der Strategie, lass das Kind entscheiden, nur zustimmen.
    Bei unserem Beikostweg sträubten sich so manchem die Haare.
    Ich musste ab Mitte des zweiten Levensmonat Babymilch zufüttern. (Ob nu meine Milch nicht genug gewesen wäre oder Junior nur besonders hungrig ist) keine Ahnung.
    Mitte des vierten Monats war die erste Zahndpitze im Mund ertastbar.
    Ende vierten Monats setzte sich Junior allein und begann kurz drauf fröhlich herumzukrabbeln.
    Ich saß ab da sofern ich etwas aß, an dem man sich nicht ernsthaft verschlucken konnte auf dem Boden. Und siehe da, er kam von allein.
    Ob er nun die Finger grinsend in die Bolognese und anschließend in den Mund steckte oder sich sogar an Chili versuchte, wir haben’s drauf ankommen lassen. Mehr als Durchfall kann nicht passieren. Toi, toi, toi. Das einzige was er nicht verträgt sind Birnen (lange suchen müssen, da diese als Hippsaft gegeben und nie dran gedacht, dass es vom Trinken kommt).
    Auch Griesbrei mit 3,5% Kuhmilch wurde vertilgt.
    Johgurteis gab’s in geringen Mengen sogar schon vorm vierten Monat (wirkt Wunder gegen Sodbrennen).
    Ich ja weder Salzärmer noch Zuckerärmer noch sonst ungewöhnlich gekocht und auch nie was durchpüriert, was ich nicht selbst genauso freiwillig esse. (Kartoffelbrei z.B.).
    Das einzige, wovon ich ihn abhielt war roher Fisch (ich ess gern mal Lachs auf Brot), Cola und Energydrinks. Alles andere durfte er von vornherein nach Herzenslaune probieren.
    Die Kids wissen selbst besser, was gut ist und was nicht, als jeder Essensratgeber.
    Mit den ersten Zahnspitzchen galt eh: Alles her, was hart ist. Möhren, Brotkruste, etc.
    Mittlerweile ist Junior zwei Jahre und bisher weder Gewichtsauffällig noch in anderer Form gesundheitlich oder mental auffällig.
    Er isst schon lange komplett mit uns am Tisch mit und ich hör mir öfter an dies und das sei zu scharf/sauer/süß/ wasauchimmer für ein Kleinkind.
    Lasst euch davon nicht verunsichern. Findet euren Weg gemeinsam mit eurem Kind.
    Viele Grüße
    CJ

  • Herzlichen Dank für diesen tollen, ausführlichen Blogpost. Es ist eine wahre Freude ihn zu lesen!

    Ich stille meine Tochter noch voll. Sie ist jetzt 8 Monate alt. Leider, wie Du auch beschrieben hast, verschaffen mir Gesellschaft, Ärzte & Co. dabei ein schlechtes Gefühl. Rund herum stillen viele, wenn überhaupt, gerade mal 3 – 6 Monate und dann wird auf Flaschennahrung und Beikost umgestellt. Je früher sie „normal“ essen, desto besser, scheint die Devise zu sein.

    Meine Kleine möchte nur die Brust, isst aber immer mehr auch vom Tisch mit und liebt es, unterschiedliches Essen zu entdecken! Das finden wir absolut schön und ermöglichen ihr eine schrittweise Entwicklung. Sie isst auch echt fast alles, das macht Spass. Jetzt drückt auch ihr erster Zahn durch, d.h. irgendwann müssen wir auch nicht mehr alles pürieren. Aktuell achten wir jedoch noch darauf, dass sie keine zu grossen, nicht zerkleinerbare Stück abbekommt, da sie sich oft schon übernommen und verschluckt hat.

    Da ich im Marketing arbeite, weiss ich auch wie die Werbung tickt. Es ist schade, dass viele die da vermittelten Inhalte für bare Münze nehmen und meinen, dass die grossen Firmen einem was Gutes tun wollen mit der Fertignahrung für Babies! Dabei wollen Unternehmen, die in grossen Massen produzieren nur eines: ihren Gewinn maximieren. Auf wessen Kosten das geht, ist ja klar, man muss sich ja nur mal die Inhaltsstoffe anschauen. Meiner Tochter will ich keine Antioxidantien verabreichen, nur weil es bequemer ist ein Gläschen zu öffnen, anstatt zu stillen (schmerzhaft) oder selber zu kochen (zeitintensiv).

    Ich sage immer, dass es jedem das seine sei. Trotzdem stimmt mich der Trend zum frühen Abstillen oder überhaupt nicht Stillen traurig. Um so mehr danke ich Dir für Deinen realitätsnahen und sympathischen Artikel.

    Liebe Grüsse
    Rahel

    • Vielen lieben Dank, Rahel!

  • Liebe Kathrin,
    danke für diese tolle Zusammenfassung! Es ärgert mich schon lange, dass den Müttern eingeredet wird, sie müssten sich an Pläne halten – zuerst den Milch-Getreide-Brei, dann Fleisch-Gemüse-Brei etc. In Wirklichkeit ist ja alles so einfach! :)
    Super auch, dass du auf darauf hingewiesen hast, dass Babys genügend Eisen aus der Muttermilch bekommen und daher kein Fleisch in der Beikost brauchen. (Kinderärzte behaupten oft das Gegenteil.)
    Liebe Grüße,
    Katharina

  • Anke

    Hallo,
    ich habe mich gerade durch die ganze Reihe der Kita-Eingewöhnungs-Katastrophe gelesen. Vielen Dank dafür. Es bestärkt mich nur noch mehr, diesen Megastress zu vermeiden.
    Ich würde aber gern etwas zum Thema Baby-Ernährung hinzufügen, da ich mich sehr intensiv mit der Traditionellen Chinesischen Medizin beschäftige und verstärkt auch mit deren Ernährungsempfehlungen für Beikosteinführung und Kinderernährung . Ich will mich gar nicht ewig an Kleinigkeiten aufhalten, aber möchte gerne eines loswerden, dass es eben gerade in der heutigen Zeit, wo es alles gibt, wie du sagst, besonders schnell geht, den Babys und ihrem Immunsystem und ihrem Bedürfnis nach Wärme und einer starken stabilen „Mitte“, mit Lebensmitteln, die es jahreszeitlich eigentlich gar nicht gibt in unserer Region, zu schaden und zu schwächen. Gerade die extrem beliebte und nahezu von allen gefütterte Banane, ist ein nach TCM absolut ungeeignetes Lebensmittel für Babys und Kleinkinder. Es hat nach thermischen Gesichtspunkten einen stark auskühlende Wirkung, wie auch alle anderen tropischen Früchte, und ist im Grunde nur geeignet für Kinder in heißen Regionen, nämlich da, wo sie auch wächst und den Menschen dort Kühlung zu verschaffen.
    Ein Baby was also ständig Lebensmittel bekommt, welche den Organismus auskühlen, anstatt ihn zu wärmen und zu stärken, wird auf Dauer anfällig für Krankheiten und unausgeglichen. Gleiches gilt für alle anderen Lebensmittel aus unserer Region, die nicht in der Jahreszeit gegessen werden, in der sie auch wachsen. Beispielsweise sind typische heimische Gemüsesorten wie Gurken, Zuccini und Tomaten, die eben im Sommer wachsen und abkühlend wirken, für ein Baby/Kleinkind im Winter immun schwächend, weil sie die Organe zwingen gegen die abkühlende Wirkung zu kämpfen anstatt zu stabilisieren und zu wärmen. Und so gibt es viele viele Beispiele….und im übrigen ist die gute alte Karotte gekocht ein ideales wärmendes, die Mitte stärkendes Essen für Babys!!! und Babys brauchen grundsätzlich eher wärmende neutrale Speisen, dazu gehört auch Birnen und Äpfel zu dünsten und nicht roh zu füttern, weil auch diese abkühlende Sommergewächse sind.
    Insofern würde ich gern vorsichtig widersprechen, dass die Auswahl so herrlich groß ist und man sie nutzen sollte. Ich bin absolut dafür, wieder zu essen, was auch wächst, weil es hat seinen Sinn. Vor allem für unsere Babys.
    Ich will auch gar nicht dogmatisch eine Lehre verbreiten. Nur finde ich diese total einleuchtend und einfach nachzuvollziehen.

    Ansonsten finde ich diesen Blog ganz toll und sehr sehr achtsam, aufmerksam und mutig und liebevoll, über den Tellerrand zu schauen, auf seine Intuition zu hören und einen eigenen Strom zum Fließen zu bringen :-)

    • Liebe Anke,

      vielen Dank. Von meiner Heilpraktikerin wurden mir auch Kraftsuppen nach TCM empfohlen, damit meine Füße wieder warm werden und sie hält z.B. nichts davon Essen tiefzukühlen, weil es den Lebensmitteln die Energie raubt. Das kann ich alles absolut nachvollziehen, aber leider stecke ich (noch) nicht so tief in der Materie drin und es fällt mir sehr schwer, meine Gewohnheiten dahingehend zu ändern…
      Dennoch vielen Dank für deine wichtigen Hinweise!

      LG
      Kathrin
      LG
      Kathrin

  • Katja

    Danke für diese tolle Seite!

    Wir „quälen“ uns seit circa 8 Wochen mit dem Breistart herum, die Maus (7 Monate) mag einfach nicht so richtig. Aber sobald sie abends mit bei uns am Tisch sitzt und Brot oder Gurke in die Hand bekommt ist sie glücklich.
    Ich glaube, ich mache mich jetzt ein bisschen von den ganzen Vorgaben los und lass die Maus entscheiden und einfach testen was geht. Mit den Fingern in den Brei und dann in den Mund mag sie sehr – ist halt nur ne Sauerei hinterher.
    Werde mal noch ein bisschen weiterlesen.

    Viele Grüße
    Katja

    • Vielen Dank für das tolle Feedback :)

      LG
      und weiterhin viel Spaß beim Beikosten
      Kathrin