Welches Stillkissen für Schwangerschaft und Stillzeit? Ein Erfahrungsbericht

Kathrin Werbung 10 Kommentare

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Von Oben nach Unten: Stillkissen im Retro-Design von Millemarille, Rotes Stillkissen mit weißen Punkten von Theraline und mein altes, ausgebeultes Theraline Stillkissen.

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(Mit einem * gekennzeichnete Links sind Amazon Affiliate Links.)

Beim Schwangerschaftsyoga in der ersten Schwangerschaft verliebte ich mich in eine riesige gebogene, mit kleinen Kügelchen gefüllte „Wurst“ – ein sogenanntes Stillkissen. Mit diesem fand ich in den Entspannungsphasen selbst mit großer Murmel viele, gemütliche Liegepositionen – ich fand das Stillkissen so gemütlich, dass ich mir ein eigenes (von Theraline) kaufte und dieses dann zu Hause immerfort zum Liegen und Sitzen benutze.

Leider war das Theraline Stillkissen nach einigen Monaten intensiver Benutzung nur noch halb gefüllt und dementsprechend nur noch halb so gemütlich. Da ich in der jetzigen Schwangerschaft aber unbedingt wieder eins zum Lümmeln und Schlafen wollte, schaute ich mich nach einem anderen Hersteller um.

Im itkids Online Store fand ich ein hübsches Stillkissen von Millemarille, welches ich zusammen mit einem Theraline Stilkkissen (Bezug von Sugarapple) testen durfte. Dabei stellte ich zufällig fest, dass es grundlegende Unterschiede in der Form und Beschaffenheit der Stillkissen gibt. Manche sind offensichtlich besser in der Schwangerschaft geeignet, andere eher für die Stillzeit und ich zeige euch in diesem Artikel, was es bei einem Kauf zu beachten gibt.

Stillkissen von Theraline

Ideal für die Schwangerschaft

Mein erstes Theraline Stillkissen nutzte ich etwa ab dem sechsten Schwangerschaftsmonat nahezu ununterbrochen. Beim Fernsehen auf unserer harten Ledercouch klemmte ich es mir hinter den Rücken und baute mir so einen bequemen Sessel. Ich legte es unter meine Beine, wenn zu viel Wasser hinein gelaufen war, denn es half mir perfekt meine Füße hoch zu lagern. Nachts nutzte ich die gesamte Länge, quasi wie bei einem „Seitenschläferkissen“: Ich klemmte es zwischen meine Beine, lud den Bauch darauf ab und kuschelte meinen Kopf auf den Rest. Oder ich stopfte es unter meine Kniekehlen, während ich auf dem Rücken schlief – so verspürte ich weniger Druck auf der Lendenwirbelsäule.

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Mit einem geeignetem Kissen lässt es sich auch mit wachsendem Bauchs gemütlich auf der Seite schlafen.

Das Stillkissen wurde zu meinem besten Freund in der Schwangerschaft und auch als unser Mädchen endlich da war, nutzte ich es vielseitig. Weniger für das klassische Stillen im Sitzen, denn das bereitete mir aufgrund meiner Narben im Dammbereich viele Wochen lang Probleme. Ich klemmte es mir stattdessen in den Rücken, während ich im Liegen stillte und hatte so eine bequeme Stütze – auch in der Nacht. Auf langen Autofahrten ermöglichte es mir bequemes Stillen und sogar Schlafen. Außerdem nutzte ich es oft als schützende Begrenzung (als sogenanntes „Nestchen“) für unser Baby, wenn sie schlief. Ein wirklich praktischer und vielseitiger Begleiter.

Unvorteilhaft beim Stillen

Die weiche Füllung des Theraline Stillkissens ist für Schwangere urgemütlich, beim Stillen allerdings nicht so praktisch. Es verrutschte immer und irgendwie wollte es mir nach der Geburt unserer Tochter nicht gelingen, eine entspannte Stillposition mit Kind und Kissen zu finden.

Das Theraline Stillkissen erschwerte das Anlegen sogar, denn wenn ich es nicht schaffte es genug aufzubauschen, lag unser Mädchen nicht auf Brusthöhe und dann versuchte ich krampfhaft und mit rundem Rücken meine Brustwarze in ihren Mund zu fädeln. Für eine etwas ungeschickte Stillanfängerin, wie ich sie damals war, eine viel zu große Herausforderung!

Theraline Stillkissen

Hab das Stillen mit einer Babypuppe nachgestellt. Links liegt das Stillkissen locker auf meinen Knien, was bei meiner Körbchengröße (B) nicht ausreicht für eine optimale Stillposition. Rechts hab ich das Kissen einmal übereinander geschlagen und erst so liegt der Kopf des Babys auf meiner Brusthöhe.

Stillkissen von Millemarille

Perfekt zum Stillen

_MG_2305Ein gut gefülltes Stillkissen, wie das Hübsche im Retrostil von Millemarille kann dagegen eine gute Hilfe beim Stillen im Sitzen sein. Ich habe es zwar nur mit Puppe testen können, aber als ich das Kissen vor meinem Körper ablegte und die Babypuppe darauf, befand sich der kleine Kopf immer genau auf Brustwarzenhöhe. Ohne umständliches Zurechtrücken und Babyverschieben. Optimal. Ich konnte mich einfach entspannt zurücklehnen und hatte sogar zwei Hände (zum Lesen/ Essen/ wild Gestikulieren) frei.

Hinweis: Achte beim Stillen darauf, dass der Abstand zwischen Dir und Deinem Baby so gering wie möglich ausfällt. Außerdem ist es wichtig, dass das Baby beim Trinken auf der Seite liegt – nicht auf dem Rücken, während es nur das Köpfchen dreht. Es sollte Dir mit seinem ganzen Körper zugewendet sein – am besten Bauch an Bauch. 

Weniger gut für die Schwangerschaft

Die Enttäuschung folgte jedoch nach dem Probeliegen. Ich hatte mir eine erneute Entlastung für die Schwangerschaft gewünscht, aber das Millemarille Stillkissen ist so prall und steif, dass ich es nicht für meine „Liege- und Sitzzwecke“ benutzen kann.

Die Füllung des Theraline-Stillkissens fühlt sich an wie Sand – sie schmiegte sich meinem Körper an und unterstützte so problemlos jede Liegeposition. Das Kissen von Millemarille dagegen ist so fest, dass ich es in der seitlichen Position nicht unter meinen Bauch bekomme. Liege ich auf dem Rücken mit dem Kissen unter dem Kopf, erlaubt mir seine U-Form nicht, es als Entlastung hinter meinen Rücken zu klemmen. Wie ich es drehte und wendete, das Stillkissen war zum bequemen Schlafen/ Sitzen nicht zu gebrauchen.

Die folgenden Bilder zeigen den Unterschied recht deutlich. Das Millemarille Stillkissen ist ein pralles und unbiegsames U, das von Theraline ist länglicher und eher fluffig:

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Theraline Stillkissen

Grundsätzliche Informationen zu Stillkissen

Länge

Stillkissen bzw. Lagerungskissen werden in verschiedenen Größen angeboten. Wer ein Stillkissen zum Schlafen und Sitzen sucht, sollte sich ein sogenanntes „großes Stillkissen“, d.h. eins ab 170 cm zulegen (Ich bin 168 cm groß und mein Theraline Stillkissen ist 170 cm lang).

Kleinere Kissen sind leichter, handlicher und lassen sich dementsprechend besser verstauen bzw. transportieren, aber sie bieten einen weniger effektiven Lagerungserfolg und weniger Entlastung.

Füllung

Auf dem Markt sind verschiedene Natur- und Kunstfüllungen erhältlich:

  • Mikroperlen (EPS) oder Styropor-Perlen-Füllung (PES-Hohlfaserkügelchen)
  • Dinkelspelze, Naturfüllung oder Getreide-Füllung
  • Wollkügelchen

Einen kleinen Vergleich mit Vor- und Nachteilen der unterschiedlichen Füllungen findet ihr hier.

Die Füllung des Millemarille Stillkissens besteht übrigens aus recyclebaren Polypropylenkügelchen. Sie ist laut Hersteller „für Allergiker bestens geeignet, da die Füllung antibakteriell wirkt und bei bis 95°C in der Waschmaschine gewaschen werden kann.“

Das Theraline Stillkissen ist mit anpassungsfähigen EPS-Perlen gefüllt, welche Öko Tex 100, schadstofffrei und TÜV geprüft sind.

Bezug

Ähnlich wie bei den Füllungen, werden für die Bezüge unterschiedlichste Materialien (Baumwolle, Mikrofaser, Plüsch, Leder) verwendet (siehe auch „Stillkissen Bezüge“).

Die Bezüge von den Theraline und Millemarille Stillkissen bestehen aus 100% Baumwolle und sind mit einem langen Reißverschluss versehen, so dass sie sich leicht abziehen lassen. Mir ist diese Variante persönlich am liebsten, denn abziehbare Baumwollbezüge sind hautverträglich und einfach zu reinigen.

Form

Wie oben bereits angesprochen gibt es grundlegende Unterschiede in der Form.

Da sind einerseits die länglichen, weicheren Stillkissen, die sich leicht knicken und verformen lassen, wie die von Theraline.

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Es gibt feste, u-förmige Stillkissen, wie das von Millemarille.

Stillkissen Millemarille

Und nahezu kreisrunde Stillkissen, die man sich quasi um den Bauch schnallen kann, wie das Boppy Stillkissen von Chicco* und das STILLKISSEN „WYNNIE“ von THERALINE*.

Theraline Wynnie

Das Wynnie von Theraline

Hinweis:
Zu welcher Form, Länge und Füllung ihr letztendlich greift, hängt von euren Vorlieben, eurer Statur und dem Verwendungszweck eures Stillkissens ab. Probiert am besten aus, welche Marke für euch in Frage kommt. Diese Möglichkeit gibt es meist bei den Hebammen, in diversen Schwangerschaftskursen oder im gut sortierten Babyfachgeschäft.

Meine Entscheidung: Theraline

Da ich mich nach dem Produkttest für ein Stillkissen entscheiden musste, fiel meine Wahl auf das gepunktete von Theraline. Ganz einfach, weil ich jetzt ein unterstützendes Utensil brauche und mir für die Zeit der Schwangerschaft nichts besseres vorstellen kann. Da ich im November außerdem in die zweite Stillrunde gehe und auf drei Jahre Stillerfahrung zurückblicke, vermute ich, dass ich das verhältnismäßig weiche Stillkissen dann besser zu bändigen weiß. Sollte es bis dahin ebenfalls an Inhalt verlieren, fülle ich es kurzerhand mit den Kügelchen aus meinem alten Theraline Stillkissen auf.

Hinweis:
Wer ebenfalls ein plattes Stillkissen besitzt und nicht auf ein ausgedientes Reservekissen zurückgreifen kann, findet im Internet diverse Theraline Nachfüllpackungen*.

Schlussgedanke

Ich liebe meine Theraline Stillkissen und empfinde sie als große Erleichterung in der Schwangerschaft. Thomas war übrigens auch ohne Babybauch so begeistert davon, dass wir in der ersten Schwangerschaft gelegentlich darum kämpfen mussten. Jetzt haben wir ja glücklicherweise zwei :)

Für die Stillzeit ist ein Stillkissen nicht zwingend erforderlich, es wird aber von vielen Müttern als angenehme Unterstützung empfunden. Ob ihr in der Stillzeit mit einem flexiblen Stillkissen zurechtkommt oder ob euch das Stillen mit einem festeren Stillkissen leichter fällt, müsst ihr ausprobieren, auch wenn ich euch gerne einen konkreteren Tipp geben würde.

Weiterführender Link:
IBCLC-Stillberaterin Regine Gresens weist in ihrem Artikel „Das beste Stillkissen der Welt“ darauf hin, dass ein Stillkissen das Anlegen durchaus erschweren und sogar Stillprobleme verursachen kann. In ihrem Beitrag findet ihr gute Tipps und Anregungen zum Stillen mit Stillkissen.

Wer ein Stillkissen kaufen möchte, sollte sich unbedingt für ein Hochwertiges entscheiden. Dann könnt ihr sicher sein, dass die Qualität stimmt und ihr bzw. euer Knirps noch lange etwas davon hat. Denn die Stillkissen eignen sich später hervorragend dazu, um die Kleinen abzulegen / vor dem Wegrollen zu bewahren. Aber sie können auch als sportliche Hindernisse für mobilere Babys (z.B. im Krabbelalter) eingesetzt werden.

Nachtrag (September 2014) aus einer E-Mail von millemarille.com an mich: „Millemarille bietet auch große, leicht gebogene und mit Mikroperlen versehene Stillkissen an (also 1:1 wie die von Theraline). Und diese sind natürlich auch Tox Proof zertifiziert. Da wir um die Problematik der Mikroperlen wissen und den Mamis den Stress des Nachfüllens von statischen Perlen ersparen wollen, geben wir bei jeden Kauf ein gratis Nachfüllkissen in Form eines Kissens mit dazu, welches man dann ganz einfach einlegen kann.“

 

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