Zähneputzen beim Kleinkind – (k)ein Drama

Kathrin Erfahrungen 16 Kommentare

Auf Zähneputzen haben kleine Kinder meist keine Lust. Unser Mädchen beispielsweise drehte anfangs den Kopf weg, öffnet den Mund nicht oder sagte auch schon mal klar und deutlich „Nein!“. Mein Zahnarzt ist für die harte Tour: ab in den Schwitzkasten und schreien lassen. Bei weit geöffnetem Mund lassen sich die Zähne ja auch viel besser putzen, so seine Meinung. Nun, Zahnpflege ist natürlich wichtig, aber ich will unserer Tochter nicht schon im Kleinkindalter den Spaß daran für das restliche Leben verderben. Wenn ich mein Kind immer dazu zwinge, wie soll es dann je Zähneputzen mögen? Ich bin (wie immer) für sanfte Methoden.

Richtige Zahnpflege

Wie oft putzen?

Zweimal am Tag.

Wie lange?

Als Faustregel gilt: ca. 10 Sekunden pro Zahn.

Welche Zahnbürste?

Für die allerersten Beißerchen gibt es Fingerzahnbürsten, die den empfindlichen Mundraum nicht verletzen. Außerdem gibt es spezielle Kinderzahnbürsten mit kleinem Kopf und weichen Borsten.

Mit Zahnpasta?

Ab dem Durchbruch des ersten Milchzahnes sollten Zahnpasten verwendet werden. (siehe auch „Bitte pflegen! Vom ersten Zahn an“).

Bis zum 2. Lebensjahr: nach dem Frühstück nur mit Wasser putzen, vor dem Schlafengehen mit fluoridhaltiger Zahnpasta (bei Einnahme von Fluortabletten besser Zahnpasta ohne Fluor benutzen).

Ab dem 2. Lebensjahr: 2mal täglich mit Zahnpasta

Wie viel Zahnpasta?

Unser Mädchen saugte manchmal die Zahnpaste schon von der Bürste, noch ehe sie die Zähne überhaupt berührt hat. Für die Allerkleinsten reiche es aus, die Zahnbürste über die Öffnung der Tube zu streifen, so mein Zahnarzt. Dann ist die Menge nicht so groß, die verschluckt werden kann. Bei größeren Kindern sei eine erbsengroße Portion genau richtig.

Tipps für konfliktfreies Zähneputzen

Gemeinsam putzen

Unser Mädchen möchte immer das machen, was ich tue. Bei solch unangenehmen Sachen wie anziehen oder Zähne putzen nutze ich das aus. Wenn ich mit großer Freude anfange ihre Jacke anzuziehen oder meine Zähne zu putzen, möchte sie für gewöhnlich mitmachen.

Gleiche Zahnbürste

Unser Mädchen schielte immer neidisch auf meine elektrische Zahnbürste, wenn wir gemeinsam am Waschbecken standen. Ich habe mir kurzerhand eine normale Zahnbürste gekauft und abwechselnd meine Zähne und ihre Zähne geschrubbelt (meine mit meiner Bürste und ihre mit ihrer).

Elektrische Zahnbürsten sind übrigens auch für Kinder unter drei Jahren geeignet. Vorraussetzung: das Zähneputzen wird beaufsichtigt.

Sich gegenseitig die Zähne putzen

Zähneputzende Prinzessin – ein wirkungsvoller Motivator!

Das ist der absolute Renner bei uns. Während ich ihre Zähne putze, darf sie meine schrubben. Wenn ich auf die Zahnbürste beiße oder Grimassen schneide, lacht sie sich kaputt und zack kann ich problemlos bei ihr bürsten.

Handpuppe

Unser Mädchen hat zu Weihnachten Handpuppen geschenkt bekommen, die sie über alles liebt. Gibt es einen Zahnputzstreik, kann die Prinzessin ihn ganz schnell auflösen, indem sie unser Mädchen zum Zähneputzen auffordert. Ihr ist sie hörig, für die Prinzessin würde sie scheinbar alles machen.

Singen

Das habe ich selbst noch nicht probiert, aber oft als Vorschlag gelesen. Bei Eltern.de beispielsweise gibt es zahlreiche Zahnreime, die auf altbekannte Melodien gesungen werden können – da ist für jeden (Musik-)Geschmack etwas dabei. 

Ritual

Windelwechseln, Zähneputzen, den heißgeliebten Teddy mit einem Gutenachtkuss ins Bett stecken und ins Schlafzimmer marschieren – so sieht unser Abendprogramm aus. Regelmäßige Rituale erleichtern den alltäglichen Ablauf,  so wird  Zähneputzen oft nicht mehr in Frage gestellt.

Nachtrag

Ich habe auf windelfrei.de einen tollen Artikel zum Thema gefunden „Zähneputzen beim Kleinkind problemlos gelöst“ und möchte einen Kommentar dazu zitieren:

„Eltern legen oft viel mehr Wert auf die körperliche als auf die seelische Gesundheit ihres Kindes. Aufs Zähneputzen bezogen heißt das, dass Eltern nur die (potentiellen) negativen Auswirkungen des Zähneputzens sehen, aber nicht die negativen Auswirkungen, des „einfach festhalten und machen“. Wie krass und traumatisch muss es sein, zweimal am Tag zum Zähneputzen runtergedrückt und festgehalten zu werden? Den Mund mit Gewalt aufgedrückt und ein Ding rein gesteckt zu bekommen?“ (von Bettinazweinull)

Ein schöner Denkanstoß.

In diesem Sinne frohes Zähneputzen!

 

 

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  • Anne&Janne

    Guter Beitrag, Kathrin!
    Aber Kinder müssen leider auch lernen, dass es Dinge wie z.b. Zähneputzen gibt, die einfach sein müssen (Das gilt natürlich nicht für Babys!!).
    Ich lasse meinen Sohn erst selber putzen und dann putze ich die Zähne nach – teilweise klappt es problemlos und manchmal auch eben nicht.
    Mit Gewalt habe ich noch nie seinen Mund aufgedrückt und frage mich auch wie das gehen soll…
    Gut klappt es, wenn wir die Zahnbürste (den Stiel) öfter unter Wasser halten. Das lenkt ab und er findet es lustig.
    Nicht immer klappt die Ablenkung.
    Janne hat keine Angst vorm Zähneputzen, auch wenn es leider manchmal unter Geschrei stattfindet.
    Die Idee mit der elektrischen Zahnbürste finde ich sehr gut und werde es mal ausprobieren!

  • Kathrin

    Solange spielerisches Lernen möglich ist, plädiere ich dafür. Es gab auch schon Tage (vor der Prinzessin), an denen ich unser Mädchen nicht überzeugen/ ablenken konnte und sie „durch musste“. Glücklicherweise passiert das sehr selten. Mir geht es eindeutig besser, wenn sich ihr Protest in Grenzen hält. Bei Auseinandersetzungen steigt schließlich auch mein Stresspegel…

  • Mike

    Mein Zahnklempner empfiehlt als Zahnpasta die von Aldi Süd. Das wäre die Beste. Gibt es leider nur ab und zu als Aktionsware.

    Ansonsten Elmex. Von Fluortabletten rät er – genau wie der Kinderarzt – ab!

    • Kathrin

      Wir benutzen auch keine Fluortabletten, dafür die Elmex Kinderzahnpasta. Die hat beim Ökotest allerdings nur mit „befriedigend“ abgeschnitten! „Unter den 10 Kinderzahnpastas mit dem Testurteil “sehr gut” befanden sich Hausmarken von Rewe, Penny (All-Dent Kids), Schlecker (AS-Dent), Rossmann (Perlodent), Putzi, Dentinox oder bei den Zahncremes aus der Naturkosmetik von Weleda, Logodent und Lavera.“ (Quelle: http://www.sparbaby.de/baby/ko-test-kinderzahnpasta-im-test/)

  • Sandra

    Flouridhaltige Zahnpasta ist ja mittlerweile auch sehr umstritten. Angeblich handelt es sich um ein Abfallprodukt, welches uns nur als Kariesprävention „verkauft“ wird, aber dessen Wirkung nicht wirklich erwiesen ist. Vielmehr kann man mit Vitamin D (Sonne) Karies vorbeugen. Wir verwenden ein Zahngel von Weleda. Wie ich finde, eine prima Alternative.

  • Krystyna

    Mama, können wir heute nicht Katzenwäsche machen?! So lautet immer die Frage wenn unser Antoine (5 Jahre) mal wieder keine Zähne putzen möchte.
    Es war oder ist nicht immer sehr einfach ihn von der Notwendigkeit zu überzeugen. Mittlerweile ist das Verständnis schon da und wir müssen ihn gar nicht mehr groß überreden.
    Vor kurzem aber wollte er absolut nicht die Zähne putzen. Er sah mich mit großen Augen an und bettelte mich: Mama bitte nicht!!! Ich war schon etwas erschrocken – woher kommt das Entsetzen – was ist so schlimm am Zähneputzen?
    „Mama das ist ekelig!“ Es stellte sich heraus das er sehr empfindlich auf den Geschmack seiner Zahnpasta (elmex) reagierte. Ihm wurde einfach übel davon. An diesen Abend putzten wir die Zähne ohne Zahnpasta und am nächsten Tag versorgten wir putzi.
    Es gab auch schon Tage an denen sind wir ohne Zähne putzen ins Bett gegangen. Dafür wurde am nächsten morgen um so gründlicher geputzt.
    Es ist ganz wichtig das unsere Kleinen das Zähne putzen lernen, aber bitte ohne Zwang – denn schließlich sollen sie es ja ein Leben lang tun.
    Ich finde deine Tipps ganz toll, ähnliches haben wir auch ausprobiert.
    Im übrigen hat Antoine auch schon mit 2,5 Jahren eine elektrische Zahnbürste bekommen. Er fand unsere Zahnbürsten immer sehr spannend. Zumindest gab es ,mit der neuen Zahnbürste eine Zeit lang, keinen Stress ;-))

  • Helge

    Da kann ich nur von Glück reden. Bei meinem Sohn ging das zum Glück problemlos, weil er früh gesehen hat, dass Papa und Mama das auch machen, und da wollte er es auch.

  • Christina

    http://newstopaktuell.wordpress.com/2013/01/11/zahnpasta-zerstorung-und-vergiftung-auf-raten/

    Nur mal lesen und darüber nachdenken-ist ja ein sehr umstrittenes Thema.
    LG

    • Vielen Dank für den Beitrag, Christina!
      LG Kathrin

    • pe

      puuuh, der artikel ist so schrecklich plakativ geschrieben. den kann man leider nicht ernst nehmen (auch wenn es sicherlich stimmt, dass man weder mit flouridierter zahncreme putzen noch auf andere art und weise flour zu sich nehmen sollte. aber die stelle mit dem freien willen …)

      den vernuefnftigsten satz finde ich: „Gesunde Ernährung, nicht Zähne putzen mit fluorhaltiger Zahnpasta, sorgt für gesunde Zähne.“ :)
      das ist wahr. einfach den kindern KEINE suessigkeiten mit raffinierten zucker oder anderen unnatuerllichen suessungsmitteln geben, sowie kein Weissmehl (oder mischmehl). das ist mein tip und seitdem ich das auch in meiner ernaehrung beachte geht es mir ebenfalls besser :)

      uebrigens putze ich bei meinem sohn ausschliesslich mit wasser.
      achja viel viel rohes gemuese pflegt die zaehne auf natuerliche art und weise.

  • Ken

    @ pe

    http://newstopaktuell.wordpress.com/2013/01/11/zahnpasta-zerstorung-und-vergiftung-auf-raten/

    Zitat: „puuuh, der artikel ist so schrecklich plakativ geschrieben.“ Zitat Ende.

    Seit wann sind die in diesem Artikel sehr gut herausgearbeiteten, sowie mehrfach erwiesenen Fakten „plakativ“?

    Zitat: „den kann man leider nicht ernst nehmen (auch wenn es sicherlich stimmt, dass man weder mit flouridierter zahncreme putzen noch auf andere art und weise flour zu sich nehmen sollte. “ Zitat Ende.

    Erst kann man den Artikel angeblich nicht ernst nehmen, DANN auf einmal doch, weil es ja stimmt, dass man weder mit flouridierter Zahncreme putzen, noch auf andere Art und Weise Flour zu sich nehmen sollte.

    Ich teile Ihnen mal mit, was nicht ernst zu nehmen ist: IHR widersprüchlicher und somit vollkommen überflüssiger Kommentar.

    Zitat: „aber die stelle mit dem freien willen …“ Zitat Ende.

    Was ist damit? Fluoride beeinflussen in der Tat den freien Willen. Darum sind Fluoride ja auch einer der Hauptbestandeile in den meisten Psychopharmaka.

    Außerdem: Schauen Sie sich doch mal in Deutschland um! Die Bevölkerung wird SEIT JAHRZEHNTEN von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Justiz, Medien und Finanzen ausgebeutet, belogen, betrogen und ausgeplündert UND SCHAUT SELENRUHIG DABEI ZU!

    Einen BESSEREN Beweis, das Fluoride den freien Willen beeinflussen, GIBT ES GAR NICHT.

  • Sarah

    Ich hatte mich so auf den Artikel gefreut…
    Und dann leider wieder das übliche.
    Bei uns ist zähne putzen jedes mal ein drama und es geht nur mit festhalten und runter drücken.
    Es tut mir in der Seele weh – aber alle anderen tricks haben wir durch.
    An der zahnpasta (weleda) kanns auch nicht liegen, da würde er die ganze tube auslutschen.
    Und zähne putzen muss nun mal sein…

    Ich habe jetzt noch die grosse hoffnung kita…

    Ansonsten weiss ich nicht weiter und hoffe, dass ich durch viel liebe und Respekt (in allen anderen Lebensbereichen) das zahnputztrauma etwas abfedern kann

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