Windelfrei für Spätstarter – ein Erfahrungsbericht

Kathrin Erfahrungen 15 Kommentare

Könnte ich die Zeit bis zur Geburt unseres Mädchen zurück drehen (sie ist im Juni zwei Jahre alt geworden), würde ich einen großen Bogen um Pampers schlagen und die Windelfrei-Methode (auch TopFit genannt) probieren. Doch bis vor einigen Monaten hatte ich, ehrlich gesagt, keine Ahnung, dass Babys auch windelfrei ins Leben starten können.

Wegwerfwindeln sind bequem, praktisch und so selbstverständlich, dass ich noch nicht einmal ansatzweise über eine Alternative nachdachte. Nur durch Zufall stolperte ich hier und da im Internet über Windelfrei-Artikel. Ich las beispielsweise regelmäßig die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie von 123-windelfrei.de und war insgeheim begeistert von den vielen positiven Erfahrungen.

Das Umdenken

Wachgerüttelt hat mich diese Arte-Dokumentation über Wegwerfwindeln und die Umweltprobleme, die sie verursachen. Klar habe ich gewusst, dass sich Wegwerfwindeln nicht einfach in Luft auflösen. Die Fakten im Video haben die Schwere des Problems allerdings noch einmal auf beeindruckende Weise verdeutlicht.

Voller Überzeugung wollte ich sofort auf Stoffwindeln umstellen und erhielt ganz viele Tipps  und Vorschläge von euch. Viel zu viele! Ich fühlte mich erschlagen von den scheinbar unendlichen Stoffwindel-Möglichkeiten. Außerdem war unser Mädchen zu dem Zeitpunkt schon 21 Monate alt und ich mir nicht sicher, ob sich die Anschaffung von teurem Stoffwindelequipment so spät noch lohnt. Also unternahm ich nix und machte weiter wie bisher. Zum einen aus Bequemlichkeit, zum anderen weil der Sommer bevorstand und ich ein Spätzünder-Windelfrei-Programm starten wollte.

Wie funktioniert die Windelfrei-Methode?

Durch Beobachtung und Kommunikation. Wer sein (windelfreies) Baby aufmerksam beobachtet, wird feststellen, dass es spürt wann es muss und dies durch bestimmte Signale zeigt. Die Zeichen können nicht nur von Baby zu Baby, sondern auch phasenweise beim selben Kind variieren und so bedarf es Geduld und Zeit bis Eltern lernen ihren Sprössling zu verstehen.

Abhalten eines Babys.
Bildquelle: Topfit.de

Wenn das Baby “muss“, wird es einfach (über eine Toilette/ eine Schüssel o.ä.) abgehalten. Da es nicht allen Eltern gelingt, die Ausscheidungssignale eindeutig als solche zu erkennen, ist es ratsam Babys zu regelmäßigen Zeiten (z.B. nach dem Aufstehen/ während des Stillens) abzuhalten und die Ausscheidung durch Signalwörter oder Geräusche zu unterstützen. Wer nachts oder unterwegs (z.B. bei längeren Autofahrten) auf Nummer sicher gehen will, kann natürlich (Stoff-)Windeln als Backup benutzen.

Die Vorteile von windelfrei liegen klar auf der Hand. Statt pausenlos in einer Windel und seinen Ausscheidungen zu stecken, darf das Baby unten ohne sein – eine wahre Wohltat für die empfindliche Babyhaut. Es kann sich so außerdem freier bewegen, seinen Körper besser wahrnehmen und muss sich später nicht umgewöhnen, wenn es die Windel plötzlich nicht mehr tragen soll.

Unser Windelfrei Spätstart

Unser Ziel war nicht, unser Mädchen so schnell wie möglich trocken zu bekommen. Mir war es wichtig, die Anzahl der Wegwerfwindeln zu reduzieren und ihr ein besseres Körpergefühl zu bescheren, denn permanent so einen Platiksack „untenrum“ zu tragen, ist sicherlich kein Vergnügen.

Seit Mai lassen wir sie vormittags immer mit nacktem Popo durch unsere Wohnung flitzen. Wir wohnen in einer Dachgeschosswohnung mit Dielen- und Fliesenfussböden, die sich gut reinigen lassen und wir haben in der warmen Jahreszeit mindestens 23 Grad Zimmertemperatur, also ideale Vorraussetzungen.

Der Thron.
Ein einfaches Töpfchen hätte es zwar auch getan, aber dieses kann sie sogar als Höckerchen zum Händewaschen benutzen.

In den ersten Wochen hatte unser Mädchen einen Unfall nach dem anderen und „markierte“ so die ganze Wohnung. Während sie sehr heftig dabei erschrak, mussten wir uns das Lachen ziemlich verkneifen. Ihr Entsetzen war einfach zu drollig. Wir versuchten sie zu beruhigen indem wir ihr jedes Mal erklärten, was das war und dass es aus ihr herauskam. Thomas und ich waren nie genervt oder verärgert, wenn etwas daneben ging. Im Gegenteil, wir sahen das recht gelassen und doch zeigten wir ihr in diesen Situationen ihr Töpfchen – als Alternative zum „Auf-den-Boden-Pullern“.

Ich hatte bereits Anfang des Jahres ein Töpfchen gekauft, aber es gewann erst in der Windelfrei-Phase an Bedeutung. Das Ausziehen (Hose runter, Body auf, Windel aus) war vorher so umständlich, dass unser Mädchen fast nie Lust darauf hatte. Als wir die Windeln wegließen, stieg ihre Begeisterung für „ihre Toilette“. Ich stellte das Töpfchen zunächst im Wohnzimmer auf (damit der Weg nicht so weit ist), nach kurzer Zeit zog es allerdings in unser Badezimmer um – so konnten wir gemeinsam Pipi machen, denn Kinder lernen ja auch bei diesen Dingen durch Nachahmung.

Ich hatte übrigens eins mit Melodie besorgt, im Glauben ein „Tusch“ würde sie anspornen. Doch sie erschreckte sich so sehr, dass wir den schrillen Trompetenton lieber abstellten.

Der Fortschritt  

Sehr zügig (innerhalb von 2-3 Wochen) hatte unser Mädchen ein Gespür für ihre Ausscheidungen entwickelt und verstanden wofür das Töpfchen da war. Die Unfallgefahr nahm somit rapide ab. Seit ihrem 2. Geburtstag geht sie ganz gezielt auf  ihre Toilette und sagt klar und deutlich „pullert“ bzw. „kackt“. Ich bin verblüfft wie schnell das ging.

Ohne Hose geht es besser

Windelfrei funktioniert bei uns interessanterweise am besten, wenn unser Mädchen unten herum ganz nackig ist. Sobald sie auch nur ein Unterhöschen trägt – egal wie dünn – geht öfter etwas in die Hose. Wahrscheinlich vermittelt ihr Stoff schlagartig ein Sicherheitsgefühl, ähnlich wie bei einer Pampers.

Ist es warm genug, bleibt sie deshalb nackig. Außerdem fühlt sie sich so am wohlsten. Für kühlere Tage habe ich ihr mehrere günstige Baumwoll-Unterhosen und Leggings gekauft, die wir problemlos waschen können, wenn etwas daneben geht. So bekommt sie keinen kalten Popo und ich gerate nicht ins Schwitzen aus Angst sie könnte sich ihre beste Hose „ruinieren“.

Windelfrei auswärts

Obwohl windelfrei zu Hause prima klappt, ist die Unfallgefahr außerhalb der eigenen vier Wände recht hoch. Da ist zum einen das Problem mit der Hose – die kann ich auf der Straße nur selten weg lassen. Dann ist es sicher eine Frage der Gewohnheit, d.h. unser Mädchen musste ja bislang draußen nicht auf ihre Ausscheidungen achten. Außerdem habe ich das Gefühl die Ablenkung durch andere Menschen, belebte Straßen usw. ist zu groß. Sie achtet draußen auf alles mögliche nur nicht auf sich selbst.

Ich wäge die Situationen dementsprechend ab: Im Garten bei Freunden bleibe ich weiterhin experimentierfreudig, beim Sonntagsessen im Restaurant mit Oma & Opa lege ich ihr lieber eine Windel an. Optimal sind übrigens Ausflüge an warmen Tagen ins Grüne und zwar nur mit ihr allein. Im Wald ist sie erstens nicht so abgelenkt und zweitens ziehe ihr dann ein längeres Kleid ohne Unterhose an, so dass sie sich besser spürt. Auf diese Weise sagt sie mir auch an der frischen Luft, wenn sie muss.

Windelfreier Schlaf

Vor einigen Tagen las ich diesen Post von „Einfach-Klein“ bei Facebook: „Wenn die Eltern doch bloß wüssten, dass Babys nicht im Schlaf machen, sondern meist kurz nach dem Aufwachen, es wäre doch ein leichtes, ein Kind ohne Windeln schlafen zu lassen, damit es nicht noch mehr schwitzt bei der Hitze…“

Nun, ich wusste das auch nicht und war sehr dankbar für diese Info. Mittagsschlaf ohne Windel? Das war definitiv einen Versuch wert.

Ich lege unser Mädchen nun seit fast zwei Wochen mittags mit nacktem Popo ins Bett. Die Matratze hatte ich sicherheitshalber mit einer Auflage präpariert, aber das hätte ich mir sparen können. Sie wacht nach ihrem Schläfchen (ca. 1-2 Stunden) trocken auf und trinkt wie immer an der Brust. Erst ca. eine halbe Stunde nach dem Aufstehen ruft sie „pullert“ und wir sprinten zur Toilette. Sensationell!

Die Windel in der Nacht werde ich noch eine Weile beibehalten, da ich – wenn unser Mädchen mich mitten in der Nacht zum Stillen weckt – nicht immer so zurechnungsfähig bin, dass ich ihr immer zuverlässig den Topf anbieten könnte. Ich döse meist sofort wieder weg und habe zur Zeit, ehrlich gesagt, auch keine Lust aufzustehen, wenn sie muss. Wer das aber gerne probieren möchte, findet hier gute Anregungen: „Windelfrei nachts – so geht’s“.

Windelfrei ist nichts für schwache Nerven

Windelfrei ist wie Baby-led Weaning nur geeignet für Eltern, die frei von Erwartungen sind, kleine Sauereien gut aushalten und ihr Kind einfach machen lassen können.
Wer sich konkrete Ziele und sein Kind unter (Zeit-)Druck setzt, wird allen Beteiligten den Spaß an der Sache nehmen.

Bildquelle:
www.windelfrei.mokoshop.eu

Es ist wichtig, dass Kinder mit Freude und in aller Ruhe ihren Körper und dessen Fähigkeiten bzw. Funktionen kennen lernen dürfen. Werden sie in ihrer individuellen Entwicklung liebevoll begleitet und unterstützt, erlernen sie früher oder später ganz von alleine selbstständiges laufen, essen, schlafen oder eben auch „Pipi machen“.

Stress (z.B. durch schimpfen oder ermahnen) wirkt sich bei all diesen Fähigkeiten negativ aus. Wird ein Kind dazu gezwungen etwas zu lernen, wofür es noch nicht bereit ist, kann dass zu einer Verzögerung dieser natürlichen, kindlichen Entwicklungsschritte führen. Es ist beispielsweise nahezu unmöglich ein Kind zum Ausscheiden zu zwingen (entweder es muss oder es muss nicht). Zwang kann aber im schlimmsten Fall einen „Töpfchen-Streik“ verursachen und dann das Sauberwerden unnötig in die Länge ziehen.

Mein Fazit

Ich bin wieder einmal sehr dankbar für die wertvollen Informationen aus dem Internet und finde es großartig, unser Mädchen nun zumindest zu Hause immer windelfrei zu sehen.

Die Trefferquote bzw. das Sauberwerden stand für uns nicht im Vordergrund, umso überraschter sind wir in welch kurzer Zeit sie gelernt hat, ihre Ausscheidungen wahrzunehmen und anzusagen. Das Weglassen der Windeln hat ihre Aufmerksamkeit stark nach „unten“ gelenkt und somit den Gang zur Toilette beschleunigt. Ich bin mehr als überzeugt!

Nun schaue ich einfach, was in den nächsten Wochen passiert. Vielleicht gibt es Rückschläge oder sie verliert die Lust am Töpfchen. Vielleicht hält sie durch, aber es wird im Herbst zu kühl für einen nackten Po. Wer weiß. Ich bin jedenfalls gespannt wie es weitergeht und werde euch natürlich davon berichten.

Hier ein paar Links:

9Monate: allgemeine Infos zu „Windelfrei

Mowgli.es: „Wie funktioniert die Windelfrei-Methode?

Sein.de: „Babys ohne Windeln – wie geht das?

TopFit: „TopFit unterwegs

TopFit: „Entstehen durch TopFit keine psychischen Schäden amKind?

TopFit: „TopFit im Vergleich zum allgemein üblichen Töpfchentraining

 

 

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  • Anika

    Toll, dass es bei euch so gut funktioniert! Ich bin auch ein großer windelfrei Verfechter und habe meine drei Kleinen auch zum großen Teil ohne Windeln aufwachsen lassen. Wegen dem Herbst würde ich mir keine allzu großen Sorgen machen! Bis dahin vergeht ja noch einige Zeit und deine Tochter hat dann vielleicht schon ein sehr viel besseres Gefühl!

  • Janine

    Die Sache mit den Signalen kann ich schonmal bestätigen…die sind mir bei meinem 3,5 Monate alten Sohn auch bereits aufgefallen, ohne, dass ich explizit darauf geachtet habe. Ok, vllt. habe ich doch darauf geachtet, denn er zielt liebend gern beim Wickeln auf den „armen Wickler“ und wir versuchen auch mögliche Unfälle beim windelfrei Strampeln zu reduzieren. Allerdings sind die Anzeichen bisher wirklich nur dafür geeignet ruckartig die Windel als Schutzschild hochzureißen…von Hose runterziehen oder Baby überm Waschbecken abhalten, geschweige denn beides nacheinander zu tun, kann keine Rede sein.
    Aber das muss ja in dem Alter auch wirklich noch nicht sein :)
    Trotzdem Danke für den interessanten Artikel. Wieder was gelernt.

    Liebe Grüße,
    Janine

  • Marina

    Meine Kleine ist auch etwas über Zwei und trägt sei etwas über einem Jahr Stoffwindeln. Mit dem Zähnen kam immer der wunde Po und den wollte ich ungern in Plastik hüllen. Promt hat sie komentiert wenn sie Pipi u.a. machte, bis ihr das ständige wickeln zu nervig wurde, dann waren meine Überredungskünste geftagt; ) Mit derStoffwindel hat sie aber automatisch gelernt ihre Ausscheidungen einzuhalten, manchmal über 7 Stunden lang! B dem tollen Wetter lass ich sie auch oft ohne Windel rumrenBenen. Den Drang auf das Töpfchen hat sie kaum, geht aber immer fleißig mit mir zusammen pieseln. Morgen gehs ab für 10 Tage campen,, dann klappt alles bestimmt noch besser; )

  • Toller Bericht! Ich werde das nun auch so machen bzw. lasse meine Maus jetzt zuhause auch öfter ohne Windeln. Mal zeigt sie an, dass sie muss, mal nicht. Mal sehen, wie es sich entwickelt wenn ich sie konsequent unten ohne lasse 😉
    Wie hast Du das mit dem Stuhlgang gemacht? Da habe ich schon Angst vor Sauerei auf Teppich, Sofa etc.! :/

  • so ähnlich läuft es bei uns zu hause auch gerade ab.
    mein sohn ist ein begeisterter „töppschn“-gänger und verbringt gefühlte stunden mit raufsetzen, nachgucken, raufsetzen, abwischen, ausschütten (uah!), raufsetzen,…
    ganz wichtig dabei: „zeigung“ lesen!

    was ich allerdings nicht bestätigen kann, ist die „im-schlaf-nicht-pinkeln“-theorie.
    definitiv lässt er beim schlafen wasser, gerne auch mehrmals und das seit geburt an. dabei wird er nicht wach, unruhig oder signalisiert sonst irgendwas. meist wacht er (wenn überhaupt) erst dabei auf.
    im bett ohne windel sein liegt daher bei uns noch in weiter ferne..

    viel spaß euch weiterhin!

    • Zeigung, sehr schön :)

      Naja, die Theorie habe ich bislang auch nur beim Mittagsschlaf getestet. Und da trifft sie (zumindest bei uns) zu. In der Nacht traue ich mich noch nicht, da ich sie einerseits nicht jedes mal, wenn sie im Halbschlaf ist, mit der Pipi-Frage bombardieren möchte und auch befürchte, dass sie nicht so bei Bewusstsein ist, dass sie rechtzeitig merkt, wenn sie muss.

      Ganz aktuell liegt sie allerdings mit nacktem Po im Bett, weil ich nicht damit gerechnet habe, dass sie so schnell einschläft. Mal schauen, was gleich passiert 😉

  • Jannna

    Ich hab das windelfrei-Projekt bei meinem Söhnchen mit ungefähr 10 Monaten gestartet und der Anfang war ein voller Erfolg: Gleich beim ersten Abhalten kackte er ganz wunderhübsch ins Klo und eigentlich gab es kaum Trockenversuche, es kam fast immer was und die morgentliche Wurst ging fortan gezielt nach kurzem Quengeln ins WC. Ein Traum.
    Dann hatte Monsieur das dusselige 3Tage-Fieber, stillte wieder voll, verweigerte sämtliche feste Nahrung und brüllte los wie am Spieß, wenn man nur in die Nähe der Toilette kam. Inzwischen, drei Monate später, hat sich das Essen wieder normalisiert, aber die Toilette bleibt No-Go-Area. Er macht sich steif und brüllt und zetert, sobald man sich ihr nähert. Vorwarnen tut er auch nicht mehr, er kackt und pinkelt – auch nackt – fröhlich drauf los. Nur beim nackten Mittagsschlaf bleibt’s trocken.
    Ichh baue nun drauf, dass das wieder wird und biete ihm regelmäßig alle paar Tage den Gang zum Klo an. Vielleicht sollten wir ihm auch einen Thron besorgen, so als Alternative zum verhassten Klo :-)

  • Johanna

    Hallo,

    dieser Bericht bringt mich wieder zudem Gedanken, ob ich es nicht zu Hause Vormittags auch ohne Windel probieren sollte. Allerdings geht es nächste Woche mit der Eingewöhnung bei der Tagesmutti los, heißt, die Vormittage fallen flach.
    Wobei, wir sind ab Mittag bis zum Kaffee wenn der Papa kommt eigentlich immer in der Wohnung. Vielleicht sollte ich auch mal testen, ob Enno beim Mittagschlaf auch nicht Pipi oder A-A macht. (Alos morgens kann ich momentan geruchsmäßig bestätigen, dass er erst nach dem aufwachen sein großes Geschäft macht)

    Sind noch zwei Dinge die mich umtreiben:
    1. Bin ich selber momentan durch die Schwangerschaft ziemlich müde und steh selten gleich mit auf (aber für den Mittagsschlaf könnte man das ja vielleicht machen)
    2. Bin ich etwas ängstlich, was das A-A auf dem Sofa anbelangt. Wir haben auch Fliesen/Laminat, da wäre das nicht so das Problem, aber das Sofa ist in der Hinsicht nicht pflegeleicht und er sitzt da so gern und schaut sich seine Bücher an.

    Zusätzlich 3. Er ist 1 1/2…das mit dem Pipi könnte eventuell bald klappen, aber das A-A braucht doch länger…hmm…und er hat fast von Anfang an (seitdem der nabel abfiel) Stoffwindeln (und richtige Stoffwindeln, mit selber falten und Moltontuch als Einlage, nur die Überhose war von Popolini) getragen und nie, niemals hat er sich über nasse Windeln beschwert. Alles andere ja, Hunger, Schlaf, Langeweile…aber seine volle Windel war/ist ihm egal. Nur wenn er auf dem Wickeltisch liegt, dann macht er jetzt immer die Bewegung „Windel abmachen“ und zieht dabei nen Gesicht.
    Inzwischen hat er allerdings Wegwerfwindeln um, weil es uns jetzt mit dem großen, nach 1J 5M nicht mehr stillmanipuliertem Geschäft in den Windeln nach 1 1/2 jahren doch zuviel wurde und ich den Geruch des vollen Eimers momentan nicht riechen kann. Und er geht bald zur Tagesmutti, da würden maximal nur noch am WE Stoffwindeln zusammen kommen und das wäre für eine halbwegs „umweltfreundliche“ Wäsche doch zu wenig…und eine Woche Dreckwindeln im Eimer…ähm…NEIN.

    Die ersten paar Monate konnte ich auch noch sagen, jetzt macht er gleich, vorranging beim stillen verzog er das Gesicht und dann kamen auch schon die Geräusche. Inzwischen könnt ich nur noch drauf tippen, dass er sich nicht aus spaß hinhockt zwischen die Beine fasst. (Ich sollte mal diese Windelhöchschen anziehen, da wär ich testhalber schneller mit Windel abnhemen)

    Ein Töpchen hat er ja schon sein 3-4 Monaten und wenn er gewickelt wird, gehen wir da immer drauf und als Erwachsene auch auf Toilette. Wenn er Pipi/A-A gemacht hat, darf er spülen, wenn nix drin ist, ist das auch in Ordnung. Nur wenn er daneben macht, erinnern wir ihn daran, das es da ja ein Töpfchen gibt und es super wäre, wenn er da rein machen würde. (Nur schonmal ansagen, es ernsthaft verlangen ist in dem Alter doch zu früh meine ich.)

    Danke jedenfalls für den Beitrag, ich werd nochmal drüber nachdenken. :-)

    • Liebe Johanna,

      lass Deinen Kleinen doch windelfrei herumlaufen, wenn es sich zu Hause anbietet und vielleicht nachdem er sein großes Geschäft gemacht hat? Oder Du legst so eine Windelunterlage unter seinen Po, wenn er auf der Couch Buch liest? Unser Mädchen hat sich für das große Geschäft immer hinter der Couch versteckt – da gab es zum Glück keine Unfälle auf stoffbezogenen Unterlagen.

      Unser Mädchen hat übrigens auch schon ein paar Unfälle beim Mittagsschlaf gehabt. Wenn sie 1,5 Stunden schläft, wird sie meist nach 1 Stunde kurz wach und schläft dann weiter. Diese Pause hat sie einige Male zum Pipi machen genutzt und so bin ich vorsichtiger geworden. In der Nacht bekommt sie auf jeden Fall eine Windel.

      Mit 18 Monaten sind zuverlässige Ansagen wohl eher nicht zu erwarten. Und da Dein Kind zur Tagesmutter geht, würde ich auch nichts übers Knie brechen. Lass ihm seine Windeln und lüfte den Po zu Hause 😉 So würde ich es jedenfalls machen.

      Liebe Grüße
      Kathrin

  • Anna

    Hallo Kathrin!
    Wie läuft es inzwischen bei euch mit dem windelfrei?
    Unsere Tochter (fast 22 Monate) läuft jetzt auch ab und zu ohne Windel herum, kriegt aber jedesmal RICHTIG Panik, wenn sie Pipi macht, das Töpfchen ist jedoch absolut unbeliebt (vielleicht zu kalt am Po?? Manchmal setzt sie sich in voller Montur, mit Windel und Hose, drauf – aber höchstens 3 Sekunden lang…). Kinderklo geht auch nicht. Hab ihr schon die Dusche angeboten… Aber nee, sie will eine Windel, wenn sie rechtzeitig merkt, dass sie muss. Manchmal habe ich auch den Eindruck, dass sie lieber im Stehen pinkelt und kackt, das geht auf Töpfchen und Klo natürlich nicht so gut………..
    Ich probiere auch gerade mal wieder mit Stoffwindeln herum – aber leider kriegt sie von denen einen roten Po. Das war schon als kleineres Baby so; ich habe die ersten drei-vier Monate stoffgewickelt und es dann sein lassen :-/ Irgendwie frustriert mich das ein bisschen, dass das mit dem Stoff so gar nicht funktioniert bei uns, denn eigentlich war ich von Anfang an gegen WWW.
    Ich denke, wir setzen jetzt eher auf windelfrei, so oft es geht, und wenn das Geschäft dann meist auf dem Boden landet, ist das egal (Laminat und Fliesen hier).

    Liebe Grüße (und danke für deinen Blog, ich bin seit einiger Zeit begeisterte Leserin bei dir!!! Manchmal liest sich das, als würdest du unsere Familie hier schildern 😉 Hab mich u.a. auch vor kurzem entschieden, noch länger zu Hause zu bleiben, und das in Schweden, wo das ja quasi niemand macht…)
    Anna

    • Liebe Anna,

      mal gut, mal schlecht. Der lange Infekt hat sie so aus der Bahn geworfen, dass sogar das große Geschäft in die Hose ging… Sie war davor eigentlich schon trocken, zumindest zu Hause. Aber egal, dann fangen wir einfach wieder von vorne an 😉
      Ich glaubte, in Schweden blieben mehr Mütter zu Hause? Da muss ich wohl etwas verwechselt haben…
      Ganz liebe Grüße
      Kathrin

  • mi86

    danke für den bericht. wir haben wegen roten po probleme auch mit windelfrei gestartet – da war unsere tochter 16monate alt – seitdem sind drei wochen vergangen. sie verträgt weder stoff noch pampers und das problem ist dass wir sobald sie eine windel anhat der ganze ausschlag wieder aufflammt. deshalb lasse ich sei zu 90% ohne windeln – nur bei oma und im freien (da momentan zu kalt) hat sie eine an. meist ist die trocken.

    sie sagt inzwischen pipi allerdings nicht so dass wir ziet hätten da aufs klo zu gehen. entweder ist es schon nass oder es rinnt in einer sekunde. nachts läuft es recht gut da geht sie einmal aufs klo allerdings auf einer einlage.

    durch den ausschlag mag ich sie ungern in windeln packen und ich merke manchmal schon dass mich das ganze ein wenig stresst. ich verlange nicht dass sie trocken ist aber eine 50%trefferquote wäre einfach zu schön. ich frage mich wie lang so etwas dauern kann. mir ist klar dass sie nichts zu fleiß tut und dass es seine zeit braucht. sie pieselt am liebsten unten rum ohne – vll sollte ich ihr konsequenterweise was anziehen meist bleibt sie dann trocken. sie mag das wc leider nicht und abhalten auch nich – aber 1nen der 2 töpfe geht aber nicht morgens 😉

    naja es ist auf alle fälle spannend. wie läuft es nun bei euch – jetzt dürfte sie wohl 2 jahre alt sein oder?

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