Was tun, wenn die Nachbarn sich ständig über Kinderlärm beschweren?

Kathrin Familienleben 10 Kommentare

Seit über einem Jahr – seit unserem Einzug im Oktober 2015 – befinden wir uns im Streit mit unseren Nachbarn, weil unsere Kinder angeblich zu laut sind. Das Hauptproblem ist ein Architektonisches, denn wir wohnen in einem Reihenhaus und eine gemeinsame Bodenplatte mit miserablem Trittschall verbindet unsere Wohnzimmer. Das bedeutet, dass die „andere“ Seite bereits ein kleines, zu Boden fallendes Spielzeug deutlich hört – ein wildes Fangspiel um den Esstisch erst Recht.

Nun ist es aber nicht so, dass unsere Nestlinge den ganzen Tag wie die Wilden rennen, schreien und toben. Es gibt Lärmspitzen in den Zeiten, in denen sie besonders energiegeladen sind – meist eine halbe Stunde am Morgen und kurz vor dem Schlafengehen. Und es gibt natürlich mal lautere Nachmittage, vor allem wenn wir Besuch empfangen. Jedoch sind wir zwischendurch oft ruhig, wenn wir beispielsweise lesen, kneten oder basteln und wir verbringen fast jeden Nachmittag in der Woche außerhalb unserer eigenen vier Wände. Von Dauerlärmbelastung kann also keineswegs die Rede sein.

Da ich aber gerne in Frieden mit meinem Umfeld und vor allem mit meinen direkten Nachbarn lebe, die sich nun mal vom ersten Tag an und zwar permanent von unserem „Gepolter“ belästigt fühlten, überlegten Thomas und ich, wie wir den Geräuschpegel reduzieren und das Problem lösen könnten.

Keine Ruhestörung in Ruhezeiten

Zunächst achteten wir verstärkt auf Ruhezeiten. Gesetzlich ist zwar lediglich eine Nachtruhe von 22 Uhr bis 6 Uhr einzuhalten – eine Zeit, in der unsere Nestlinge in der Regel tief und fest schliefen – doch wir versuchten auch morgens bis 8/9 Uhr (an Sonntagen sogar noch länger) und mittags (zwischen 12 Uhr und 14 Uhr, wenn der Bub schlief) besonders leise zu spielen.

Schallschutzmaßnahmen

Obwohl unser Haus baulich für mehr Schallschutz verändert werden müsste, versuchten wir es mit kleinen Schallschutzmaßnahmen. Wir besorgten uns auf Wunsch der Nachbarn Treppenteppiche, damit sie uns beim Hinauf- und Hinabsteigen nicht mehr so deutlich hören. Wir kauften mehrere Wohnzimmerteppiche, denn Textilien schlucken bekanntlich Geräusche. Wir brachten Schaumstoff unter Esstisch und Sitzbänken an, weil wir glaubten, dass das hilft. Und wir sortierten besonders laute Spielzeuge, wie klappernde Nachziehtiere aus Holz, aus.

Nachbarschaftscafé

Da wir trotz dieser Maßnahmen und unserem Versuch die Kinder auszubremsen weiterhin mächtige Beschwerden kassierten, entwickelte ich die romantische Vorstellung, dass sich der Unfrieden mit den Nachbarn vielleicht durch ein Kennenlernen – ein nettes Gespräch bei Kaffee und Kuchen – klären ließe. Ich schrieb also hübsche Einladungen und buk einen leckeren Kuchen, aber leider erschienen nur die Parteien, mit denen wir uns bereits gut verstanden und die uns nicht für lärmende Monster hielten.

Persönliche Gespräche (Stichwort: Gewaltfreie Kommunikation)

Manchmal schickten unsere Nachbarn nur Klopfzeichen (gerne auch nachts, wenn der Bub weinte und sich nicht gleich beruhigen ließ), oft überraschten sie uns jedoch mitten am Tag mit einem verbalen Überfall an unserer Haustür oder auch auf offener Straße: „Sie sind/ waren aber wieder unfassbar laut! Geht das denn nicht leiser?“

Nun, wir bemühten uns wirklich leiser zu sein und sehr lange Zeit um ein nettes Miteinander. Wir grüßten freundlich auf der Straße und wir versuchten unsere Situation und unsere Gedanken immer wieder auf ruhige Art zu (er)klären.

Doch unsere Nachbarn kritisierten uns weiterhin, sie taten zudem so, als wären wir Luft. Es sei denn, sie wollten uns mal wieder zu verstehen geben wie aufdringlich laut wie wir sind. Dann griffen sie zu gewaschenen, verbalen Ohrfeigen wie: Wir haben uns in unserem Haus so wohl gefühlt, bevor Sie eingezogen sind, aber jetzt liegen unsere Nerven blank!“

Unterstützung vom Vermieter

Da der Ton unserer Nachbarn trotz aller Bemühungen unsererseits nicht freundlicher wurde und sie im Gegenteil mit einer Beschwerde bei den Vermietern drohten, kam ich ihnen zuvor. Ich rief unsere Vermieter an (ihnen gehört unser Haus und das der Nachbarn) und schilderte das Problem. Sie beruhigten uns, dass sie ganz auf unserer Seite seien und bewusst eine Familie mit Kindern ins Haus ziehen ließen, „damit wieder etwas Leben in die Gegend kommt.“ Allerdings legten sie uns ans Herz, weiterhin Rücksicht zu nehmen, was wir natürlich nach wie vor taten.

Lieber Streit mit den Nachbarn, als mit den Kindern!

Ich dachte immer, nörgelnde Nachbarn könnten mir nichts anhaben und ich würde Kritik dieser Art einfach abschütteln wie ein Hund den Regen. Doch ich hatte mich leider geirrt. Bei jedem Gegenstand, der auf den Boden fiel, bei jedem Hopser und Jauchzer meiner Kinder musste ich unweigerlich an die Nachbarn denken. Ich war so sensibilisiert, dass ich den Nestlingen sogar eines Tages das Klavierspielen verbot. Mitten am Tag…

Doch ich besann mich. Ich wollte lieber Streit mit den Nachbarn führen, als mit unseren Kindern. Das Mädchen hatte nämlich schnell gemerkt, dass Lautstärke eine sensible Angelegenheit in unserem neuen Hause ist und fing bei Streit an, mit der Tür zu knallen oder auf dem Mülleimer zu trommeln so nach dem Motto „Dann mache ich eben Krach!“. Statt meinem Impuls zu folgen und sie der Nachbarn wegen davon abzuhalten, ließ ich sie machen, so dass diese Methode für sie schnell an Reiz verlor. Zum Glück, denn es hätte ja auch zum ewigen Reizthema in unserer Familie werden können und das waren mir die Nachbarn definitiv nicht wert.

Tür zu, Nachbarn maultot!

Als wir nach unserer New-York-Reise wieder Heim kamen, hatte ich so viel Abstand gewonnen, dass ich den ganzen Ärger einfach nur vergessen wollte. „Schwamm drüber!“ dachte ich und ich glaubte tatsächlich, dass unsere Nachbarn nach der fünfwöchigen Ruhepause ähnlich gelassen reagieren würden. Doch ich irrte mich abermals, denn sie schauten bei unserer ersten Begegnung wieder angestrengt weg.

Obendrein besaß der Nachbar die Frechheit zwei Tage später wegen Ruhestörung bei uns zu klingeln. Erst nicht grüßen und dann unserem Mädchen (das die Tür geöffnet hatte) in einem gespielt freundlichen Ton erklären, dass es doch bitte leiser spielen möge. Das brachte mein Nachbarschaftsfass vollends zum Überlaufen. Ich stürmte zum Eingang, versprühte Zornesblicke und knallte ihm die Tür mit voller Wucht vor der Nase zu. Meine gewaltfreien Worte – meine freundlichen Kommunikationsversuche – hatte er nicht verstanden, aber diese Geste anscheinend wohl, denn er hat bis heute nicht mehr bei uns geklingelt.

Ich kenne meine Rechte

Für den Teil in mir, der sich gerne mit den Menschen in seiner unmittelbaren Umgebung versteht, ist die aktuelle Situation mit den Nachbarn höchst unbefriedigend. Doch wir haben alles in unserer Macht stehende versucht – ohne den leisesten Erfolg und ohne den geringsten Willen von der „anderen“ Seite uns näher zu kommen oder uns zu verstehen.

Wir können weder die Bausubstanz verändern, noch unsere Nachbarn. Aber wir wollen uns auch nicht einreden lassen, dass wir nicht ok sind so wie wir sind. Wir sind eine Familie mit zwei Kindern und da gehört ein gewisser Geräuschpegel nun mal dazu. Glücklicherweise ist das Gesetz diesbezüglich ganz auf unserer Seite:

„Auch gegen Kinderlärm, der bisweilen die Zimmerlautstärke deutlich überschreitet, kann der geplagte Mieter grundsätzlich nichts unternehmen. Lärm gehört nämlich zur normalen Entwicklung von Kindern und ist eine eigene Ausdrucksform ihres Spiel- und Mitteilungsdrangs. Außerdem lassen sich gerade kleine Kinder und Babys nicht davon abhalten, auch mal lauthals loszuschreien“ (Rechtstipps Lärmbelästigung).

Schlussgedanke

Fast ein Jahr lang habe ich gehofft, dass sich unser Streit klären lässt und unsere Nachbarn uns irgendwann mit mehr Verständnis und Nachsicht begegnen. Dass sie merken, dass wir hier nicht mutwillig Mobiliar umwerfen, um sie absichtlich zu ärgern, sondern dass die verbindende Bauweise unserer Häuser einen erheblichen Teil zur „Lärmbelästigung“ beiträgt. Dass ihnen auffällt wie oft es in unserem Hause mucksmäuschenstill ist und sie deswegen gelassen über unsere überschaubaren Lärmspitzen hinwegsehen. Und dass sie sich als Eltern (ihr Sohn ist bereits erwachsen) vielleicht daran erinnern, welchen Geräuschpegel Kinder beim ausgelassenen Spiel erreichen können. Hoffnungslos.

„Wo auch immer du bist, sei total da. Wenn du in einer Situation bist, die du nicht magst, dann hast du drei Möglichkeiten: verlasse die Situation, verändere die Situation oder akzeptiere die Situation vollkommen.“Eckhart Tolle

Am liebsten würde ich samt unserem hübschen Haus und Garten auf ein freistehendes Feld ziehen, damit sich kein Mensch dieser Erde je wieder von unseren Kindern akustisch belästigt fühlt. Doch ich kann uns weder ein freies Feld her-, noch die Nachbarn wegzaubern, bleibt mir also nichts anderes übrig, als die Situation zu akzeptieren. Das gelingt mir übrigens wesentlich besser, seit dem die Nachbarn uns mit ihren geklopften und gesprochenen Beschwerden verschonen. Seitdem sie uns in Ruhe lassen.

Ich widme dem Thema mittlerweile nur noch wenig Augenmerk und ich kämpfe auch nicht mehr für den Nachbarschaftsfrieden. Das ist verlorene Liebesmüh und kostet mich zuviel Energie. Die investiere ich lieber in unsere Kinder. In wilde Lauf-, Fang- und Kitzelspiele, ins Toben, in Kissenschlachten und ins Musizieren mit Töpfen und Pfannen als Schlagzeug 😉

„Menschen, die ohne Kinder [leben], könnten sich wieder an die selbstverständliche Anwesenheit von Kindern gewöhnen. Sie könnten aushalten lernen, dass Kinder auch Teil unserer Gesellschaft sind und trotz aller Erziehungsbemühungen mal geräuschvoll sein können.“Patricia Cammarata

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  • Oh Mann – ich weiß genau, wie ihr euch fühlt. Wir sind mal umgezogen, weil unsere Nachbarn uns rausgemobbt haben. Leider war der Vermieter auf deren Seite und hat uns regelmäßig „aufgelauert“ und angepampt. Wir waren auch in Beratung beim Mieterbund und wussten, dass wir im Recht sind, aber trotzdem war es uns einfach zu krass. Nachdem ich dann bei jedem Klingeln Schweißausbrüche und Herzrasen hatte und wir sogar eine Kündigung von ihm bekommen haben (nicht rechtsgültig) war es uns zu viel und wir sind ausgezogen. Ich bereue es nicht, denn ich hab zwei laute Kinder die oft weinen und ich bin jedes Mal zusammen gezuckt und habe sie korrigiert, bitte leise zu sein. Gräßlich. Jetzt bin ich wieder entspannter :) Schön dass ihr das auch so hinbekommen habt :)

    Liebe Grüße, Frida

  • Frau Krähe

    Ich bin mit einer vehement klopfenden Nachbarin aufgewachsen (bei welcher wir aber – selber tv-los – auch immer Sandmännchen gucken durften ;-)!). Und manchmal zucke ich heute noch, wenn alles drunter und drüber geht, zusammen und gucke zur Wohnzimmerwand in Erwartung auf Geräusche „von drüben“. Unser Haus steht aber frei auf dem Land, also weit und breit kein Nachbar in Sicht. In meinem Hirn klopft sie immer noch!
    Heute weiss ich, es war ein Kraftakt für meine Mutter. Sie stand sehr vehement für unsere Rechte ein („Das sind Kinder! Die dürfen so sein!“), schaute aber auch genau auf Ruhezeiten. Und brachte dann und wann nach wilden Lärmspitzen (riesigen Streitereien, nächtlichem Geschrei etc.) schon mal deeskalierend Blümchen vorbei.
    Ich weiss nicht, ob ich das aushalten könnte. Es bleibt doch so oder so eine Anspannung bestehen, das Wissen, dass da Menschen sind, die einem nicht wohlgesonnen sind. Ich wüsste nicht, wie günstig, schön, zentral,… eine Wohnung sein müsste, dass ich nicht langfristig nach etwas anderem Ausschau halten würde. Ich wünsche Dir auf jeden Fall weiterhin gelassene Freude am Kinderlärm. Ihr seid genau richtig so!
    Liebe Grüsse, Martina

  • Ach du Schreck! Das ist wirklich keine schöne Situation. Erschreckend wie ganz“natürliche“ Umstände zu solchen Streitereien führen können – und traurig. Kinder können nun mal nicht 24 Stunden am Stück mucksmäuschenstill sein. Ich finde es sehr bewundernswert wie lange du es versucht hast freundlich zu regeln!
    Wir hatten lange Jahre eine Familie neben uns wohnen, deren Mutter aus Kenia kam. Hihi…das ist ein etwas anderes Temperament. Wir konnten manchmal nur lachen wenn neben uns „die Post“ abging. Da wurde beim Saugen, beim Putzen, beim Gärtnern lauthals gesungen, getanzt und sich gefreut😊
    Liebe Grüße
    Bianka

  • zwerg

    Ja, du hast dich richtig entschieden. Deine Kinder brauchen eine glückliche (laute) Kindheit. Versuch, es nicht in dir drin rumgären zu lassen.
    Wir haben auch mehrere schwierige Nachbarn; uns wurde eine kleine Schüssel mit Sand vergrault (DER DRECK, DER DRECK). Jedenfalls haben wir aufgegeben und haben nur mal ganz direkt gefragt: „Hassen Sie Kinder?“
    Jetzt grüßen wir freundlich und bekommen Süßigkeiten. Das ist mir lieber, als wenn ich in mir diesen Groll rumschleppe. Und wir sandeln jetzt zwar nicht mehr im Hof, fahren aber Laufrad, spielen Ball etc. (Und schleppen den Kinderwagen hoch, gna). Zumindest sind alle freundlich und machen auch mal Musik leiser, wenn das Kindelein schlafen will. Also ein Geben und Nehmen.

  • Jule

    Uns geht es gerade ähnlich. Wir wohnen seit August letzten Jahres in einem Zwei-Parteien-Haus in der ersten und zweiten Etage. Unter uns ein älteres Ehepaar. Da das Haus ein Altbau ist, ist es sehr hellhörig. Ich bin wie du viel mit den Kindern (knapp 3 und knapp 6 Jahre alt) draußen unterwegs und in unserem hinteren Gartenstück. Wenn wir Zuhause sind, versuche ich mich möglichst in der oberen Etage aufzuhalten. Meine Kinder gehören auch nicht zu den lautesten, aber es gibt wie auch du es beschrieben hast „wilde Zeiten“, wie z. B. während ich koche. Auch nach dem Abendessen laufen die Kinder z. B. einige Male zwischen Schlafzimmer und Bad hin und her. Es sind sicherlich höchstens 5 Minuten, dann geht heftiges Klopfen von unten los. Es kam auch schon vor, dass die Nachbarn, nachdem eine Weile bei uns Ruhe eingekehrt war und wir bereits im Bett lagen, gegen die Heizungsrohre geklopft haben. Einmal sind die Kinder die Holztreppe in unserer Wohnung zusammen dreimal hinauf und wieder hinunter gelaufen, um ein Papierflugzeug fliegen zu lassen, während ich die Wäsche aufgehängt habe. Als wir kurz darauf in den Garten gegangen sind (wir müssen hierzu durch den Garten der Mieter unter uns) wurde ich von der Frau angegangen was das den eben für ein schrecklicher Lärm gewesen sei und das ich das doch absichtlich machen würde.
    Umgekehrt sind unsere Nachbarn selbst nicht die leisesten. Sie knallen regelmäßig Türen und hören öfters am Wochenende abends sehr (!) laute Musik bis in die Ruhezeiten hinein. Unser Schlafzimmer liegt über ihrer Küche und auch dort höre ich sie morgens (Radio, Stühlerücken) und auch gelegentlich spätabends bzw. nachts. Sie haben dann sogar einmal nachdem sie ihre Gäste um 1:30 Uhr lautstark verabschiedet hatten, ihre Wohnungstüre zweimal feste zugeschlagen. Als ich sie darauf ansprach, als sie mich mal wieder beschimpften und mir unterstellten ich mache das mit dem Lärm absichtlich, sagten sie „ja, die Türe hätten sie absichtlich zugeschlagen und das würden sie demnächst öfter machen“. Die Vermieter sind sehr alt und wollen das Haus aktuell verkaufen. Leider sehen sie sich daher nicht mehr in der Verantwortung und Lage etwas zu tun. Zu diesem Zeitpunkt war ich nervlich total am Ende, bin auch sobald die Kinder etwas haben fallen lassen oder sich irgendwie kurz etwas geräuschvoller bewegten, direkt zittrig geworden und habe ständig die Kinder gebeten doch leise zu sein. Schließlich habe ich sie häufiger während ich z. B. mit Kochen beschäftigt war vor dem Laptop „geparkt“ damit sie bloß ruhig sind.
    Wir haben uns nun entschlossen auszuziehen, denn so kann es nicht weitergehen. Meine Kinder sind jetzt klein und sollen Kinder sein dürfen. Wir haben ab Januar eine Erdgeschosswohnung angemietet und ich hoffe dass wir dort auf nette Nachbarn treffen werden.

  • Racky

    Liebe Kathrin und auch liebe Jule (aus den Kommentaren),
    das ist ja schrecklich, was Ihr mit Euren Nachbarn erleben musstet und noch erlebt. Es macht mich wütend und traurig, denn es zeigt leider, dass Kinder nicht mehr selbstverständlich zu unserem Leben und Alltag dazu gehören. Die Gruppe derer, die Kinder als Belastung empfinden wird in meiner Wahrnehmung immer größer und das finde ich furchtbar. Bewundernswert, wie lange Du das freundlich ertragen hast, Kathrin. Und wie gut, dass Du dem nun ein Ende gesetzt hast und einfach nichts mehr drauf gibst. Kinder sind laut und das ist genau gut so. Auch meine Tochter rennt Minuten lang durch das Haus, spielt mit Holzbausteinen und Kocgeschirr, sie singt und sehr oft schreit sie auch (fast 3 – Ihr kennt das sicher: „Neiiiiiiin!“). Schon oft war ich dankbar, dass unser Haus frei steht und das keinen stören kann. Und zum Glück haben wir auch ganz liebe Nachbarn, die lachen und winken, wenn wir nachmittags im Garten lauthals toben, wenn sie im Liegestuhl liegen. Aber eigentlich darf es keine Sache von Sympathie sein. Es darf nicht sein, dass man Kindern Klavierspielen oder sonstwas geräuschvolles verbietet, nur weil die Pensionäre/Juppies/sonstige nebenan dann nicht in Ruhe lesen können. Dann sollen DIE gehen. Familien werden ohnehin immer weiter in die Peripherie gedrängt, schon alleine weil die Mieten in den Städten für Familien zunehmen unbezahlbar werden. Jetzt sind sie auch noch zu laut. Nein! Auch wir haben ein Recht auf die Stadt, auf Reihenhäuser, Cafés, Restaurants, Hotels. Die Kinder haben ein Recht darauf. Und ich kenne durchaus die „andere Seite“: als wir noch in einem Mehrfamilienhaus-Altbauhaus wohnten und noch zu zweit waren, wohnte über uns auch eine Familie mit zwei kleinen Kindern. Da habe ich auch mal Sonntags um halb 8 im Bett gedacht, dass so ein Bobbycar schon ordentlich laut ist, aber ich wäre im Traum nicht auf die Idee gekommen, mich über „Lärm“ zu beschweren!! Das waren so süße Kinder und die wohnten genauso da wie ich. Umgekehrt kamen nie Beschwerden über laute Bandmusik (wir probten damals bei uns mit unserer Folkband) am Abend.
    Ich drücke Euch die Daumen, dass Ihr die Gelassenheit beibehalten könnt und die Nachbarn ignorieren könnt. Sollen sie doch aufs Land ziehen, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Da stört sie dann vermutlich das Blätterrauschen 😉

  • SMH

    Das tut mir leid zu hören. Aber wir hatten hier beide Seiten. Wir sind für 10 Monate aus unserer Wohnung ausgezogen und hatten es auch mit einem Reihenhaus versucht. Ich selber habe 2 Kinder, 2 und 4 Jahre alt. Nebenan waren drei Kinder etwa im selben Alter. Es war für uns und die Kinder die schlimmste Zeit unseres Lebens. Wir litten körperlich und seelisch unter dem Lärm, waren sogar in ärztlicher Behandlung. Es ist ja von den Kindern nicht böse gemeint, aber weil man in solchen Häusern alles hört, war ein Familienleben nicht mehr möglich. Meinen eigenen Kindern vorlesen ging gar nicht, wenn sie krank waren, konnten sie sich nicht erholen, nirgends eine geborgene Zuflucht …. jetzt sind wir wieder in unsrer geliebten Wohnung, meine eigenen beiden rennen auch gern abends durch die Wohnung. Und so ungern ich sie dabei ausbremsen möchte, so verstehe ich doch unsern unteren Nachbarn. Wir haben hier das Glück, dass dieser untere Nachbar 6 Monate im Jahr weg ist und meine Kinder dann toben können, aber sonst kann ich die Erwachsenen sehr gut verstehen. Für uns war es die HÖLLE neben Kindern zu wohnen und es macht mich heute noch traurig, dies meinen eigenen Kindern, wenn auch nur für 10 Monate, angetan zu haben! Ein schwieriges und sehr schizophrenes Problem 😉

  • Achso

    Liebe Kathrin,

    häng doch den Artikel, so wie du ihn hier geschrieben hast, einfach mal in deinen Hausflur – vielleicht wird dann deinen grumpy neighbours mal klar, wie tief und nah dir dieses Problem geht und dass du nur beste Absichten hast, dich nach Harmonie und Frieden sehnst.
    Manchen Leuten ist mitunter gar nicht klar, was ihre (Re)Aktionen in anderen auslösen und bewirken ..

    Alles Gute!

  • Nadine

    Hallo liebe Kathrin,

    ich finde das spannend, dass du und alle anderen direkt davon ausgehen, dass es etwas mit Kinderlärm und Kinder“hass“ zu tun hat. Muss überhaupt nicht!!! Wir haben vor einigen Jahren als Ehepaar in einer Wohnung gewohnt, dabei habe ich studiert und mein Mann hat Vollzeit gearbeitet und dazu noch drei Stunden Fahrtweg gehabt. Wir hatten unter uns Nachbarn, die ständig und regelmäßig mit vermutlich einem Holzbesen an die Decke geklopft haben!!! Dabei kann man kaum leisere Nachbarn haben, als wir damals! Wenn ich nach 18 Uhr gestaubsaugt habe, Holzbesen. Beim Möhren schneiden fürs Abendsessen in der Küche, Holzbesen. Ich bin einmal umgeknickt und da wirklich lauter aufgekommen (na, halt fast gestürzt) Holzbesen… Einmal hatten wir Besuch und saßen zu dritt um halb zehn am Esstisch und haben gelacht!!! Ganz normal gelacht… Genau, Holzbesen. Das muss überhaupt gar nichts mit deinen Kindern zu tun haben, selbst wenn die Nachbarn das artikulieren! Es gibt scheinbar Leute, die so empfindlich sind und schuldigung, wirklich spinnen, den bei allem Verständnis – ich muss mich doch in meiner eigenen Wohnung normal bewegen können, und ich meine wirklich normal. Wir sind in keinster Weise laut gewesen. Ich höre nicht laut Musik, ich habe Alltagshandlungen vorgenommen und dafür den Holzbesen gehört. Mich hat das auch belastet, ich habe irgendwann wirklich ungerne nach 18 Uhr gestaubsaugt, mich aber nicht völlig eingeschränkt – also weiterhin Möhren geschnitten. Unsere jetzige Wohnung ist viel hellhöriger und hier ist es netterweise für niemanden ein Problem. Am Anfang habe ich aber noch gemerkt, wie sehr mich das geprägt hat.
    Und der eigentlich noch krassere Fall, aber das habe ich nicht selbst erlebt: Meine Schwägerin, die alleinstehend ist und im Schichtdienst arbeitet und mit vielen Überstunden, die ein sehr leiser Mensch ist, hatte auch mal eine Nachbarin, die extremst empfindlich reagiert hat. Da gab es auch überhaupt keine Kinder. Ja, es kann sein, dass eure Nachbarn wirklich nicht mit dem Kinderlärm klarkommen, aber es kann genauso gut sein, dass die auch abgehen würden, wenn ihr da nur alleine wohnt.
    LG Nadine

  • Luisa

    Ich frage mich, warum Leute, die in Mehrfamilienhäuser ziehen, sich über Kinderlärm beschweren. Als wir hier neu eingezogen sind hat sich der Nachbar, welcher in der selben Etage wohnt beschwert, wenn meine Tochter im Flur geweint oder gelacht oder zu laut gesprochen hat.. Ich war auch bemüht immer freundlich zu bleiben (auch wenn mir auf der Zunge lag zu sagen, dass er dann bitte in ein Einfamilienhaus mit Grundstück ziehen soll oder ins Altersheim. Da hätte er dann seine Ruhe vor Kindern Aber ich habs mir verkniffen.) Schließlich begegneten wir ihm im Hof und meine Tochter zeigte auf ihn und fragte viel zu laut: „Ist das der grummelige Nachbar??“ Das war peinlich, aber seitdem hat er nicht mehr gemeckert.