Was ich an Dir schätze

Kathrin Familienleben Schreib einen Kommentar

Vor Kurzem bat mich eine Freundin um einen Gefallen. Sie befindet sich in einer Psychotherapie. Für eine ihrer Sitzungen sollte ich ihr einen Brief schreiben, in dem ich festhalte, was ich an ihr schätze und warum ich sie gerne zur Freundin habe.

Den Brief hatte ich innerhalb weniger Minuten fertig, weil sie eine der wichtigsten Personen in meinem Leben ist und mir rasch viele Punkte einfielen, wofür ich sie wirklich mag. Ich freute mich über die Aufgabe, weil es eine gute Gelegenheit war, sie wissen zu lassen wie (positiv) ich über sie denke. Gleichzeitig fragte ich mich, warum ich nicht von selber darauf gekommen bin.

Einerseits mache ich eher „lautlose“ Komplimente. Wenn mir bei anderen (egal ob Freunde, Familie oder Fremde) etwas Positives auffällt, formuliere ich das meist still und leise für mich. Ich registriere angenehme Wesenszüge und Gesten und denke viel öfter positiv über meinen Gegenüber, als derjenige es wahrscheinlich ahnt. Jedoch schaffen es diese anerkennenden Gedanken selten bis nie über meine Lippen. Keine Ahnung warum!

Andererseits ist mein erwachsenes Gehirn leider „defizitorientiert“, wie Danielle und Katja vom Blog „Das gewünschteste Wunschkind“ es formulieren. „Wir Erwachsenen erkennen schnell Dinge, die nicht rund laufen und ärgern uns darüber. Abläufe jedoch, die Tag für Tag reibungslos funktionieren, registriert unser Gehirn nicht mehr.“

Das trifft bei mir vor allem bei meinen Liebsten – bei Thomas und den Kindern – zu. Sie sind großartig und es gibt so vieles, was ich an ihnen schätze, doch ich sage es ihnen zu selten. Stattdessen fokussiere ich mich im Alltagsgewusel, vor allem in stressigen Situationen, auf „Probleme“ – die Dinge, die nicht so laufen wie (von mir) gewünscht. Dabei machen die bei genauerem Betrachten nur einen Bruchteil unseres Zusammenlebens aus und sind es nicht wert, so viel Aufmerksamkeit zu erhalten.

Den Brief an meine Freundin nehme ich deshalb als willkommene Anregung genau das in meinem Leben zu ändern. Mir bei den Menschen, die ich mag, zu überlegen, was ich an ihnen mag und es ihnen auch zu sagen. Schließlich will doch jeder von uns – zumindest von Zeit zu Zeit – etwas wirklich Gutes über sich hören.

Ein persönliches (Weihnachts-)Geschenk

Mit gesprochenen Komplimenten (vor allem bei Erwachsenen) tue ich mich wie gesagt ziemlich schwer und ich hoffe, dass das  nur eine Frage der Übung ist. Aber das Schreiben liegt mir…

Als ich den „Was-ich-an-Dir-schätze-Brief für meine Freundin verfasste und mir der Inhalt nur so aus den Fingern flutschte, fühlte ich mich irre gut dabei. So gut, dass ich das dringende Bedürfnis verspürte, solche wertschätzenden Zeilen öfter zu verschenken. Das kostet wenig Aufwand und Zeit, bewegt den Beschenkten aber wahrscheinlich um Welten mehr, als ein materielles Geschenk und sei es noch so kostbar.

Ich habe passend zum Fest der Liebe ein paar vom Herzen kommende Worte für einen mir sehr nahestehenden Menschen aufgeschrieben und bin auf seine Reaktion gespannt, zumal er ganz sicher nicht damit rechnet (er ist gerade viel zu beschäftigt, um diesen Artikel hier zu lesen…).

Vielleicht fällt Euch auch jemand ein, dem Ihr eine so unbezahlbare Freude bereiten könnt? Vor allem in der heutigen Zeit ist es doch ein wahrer Lichtblick, wenn Menschen gut, positiv und wertschätzend übereinander und miteinander sprechen.

Eure Kathrin

 

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