Tandemstillen: Baby und Kleinkind (3,5 Jahre)

Kathrin Stillen 24 Kommentare

Seit der Geburt unseres Sohnes im November 2014 stille ich ein Baby und ein Kleinkind. Ich bin also nicht nur eine „Langzeitstillende“, sondern nun auch eine „Tandemstillende“. Total verrückt, wenn man bedenkt, dass ich bei unserem Mädchen noch glaubte, eine Stillbeziehung sei nach etwa 6 Monaten (mit Einführung der Beikost) beendet. Mittlerweile stille ich seit über 3,5 Jahren und seit 6 Wochen ein Geschwisterpaar. Erstaunlich wie sich Ansichten durch Wissen ändern können…

Stillen in der Schwangerschaft

stillen-schwangerschaftAls ich vor etwa einem Jahr zum zweiten Mal schwanger wurde, stillte ich unser Mädchen noch (siehe „Langzeitstillen: Ist da überhaupt noch was drin?“). Schwangere können und dürfen stillen, sofern sie das wollen und ich sah meinerseits keinen Grund abzustillen. Allerdings vermutete ich, dass sich unsere Tochter im Laufe der Schwangerschaft von alleine abstillen würde. Nicht weil sie die Bereitschaft dafür zeigte, sondern weil die Schwangerschaftshormone bei vielen Frauen bewirken, dass die Milch zurückgeht oder anders schmeckt. Doch die Schwangerschaft beeinflusste weder meine Milchmenge noch den Geschmack (zumindest ließ sich meine Tochter nichts anmerken) und so stillten wir weiter.

Außer dem Wunsch der Mutter abzustillen, gibt es nur wenige Gründe, während einer Schwangerschaft nicht weiter zu stillen. Dazu gehören beispielsweise Schmerzen in der Gebärmutter oder Blutungen, vorangegangene Frühgeburten und ununterbrochener Gewichtsverlust der Mutter im Verlauf der Schwangerschaft (siehe auch „Stillen in der Schwangerschaft„). 

Wir steuerten somit volle Kraft voraus auf das Tandemstillen zu. Ich ahnte, dass es (sowohl emotional als auch organisatorisch) nicht einfach werden würde und überlegte mehrfach, ob es nicht besser sei, dass Mädchen vor der Geburt abzustillen. Ich war hin und hergerissen und fühlte mich überfordert eine (Abstill-)Entscheidung zu treffen.

Mich störte das Stillen meiner Großen nicht. Im Gegenteil: Es war ein schnelles und zuverlässiges „Einschlafmittel“. Sie wollte von sich aus nicht aufhören und ich konnte nicht abschätzen, was besser für sie ist. So ließ ich es einfach laufen.

Das erste Tandemstillen

Als unser Mädchen ihrem Bruder wenige Stunden nach der Geburt (gegen 17 Uhr) zum ersten Mal begegnete, schaute sie ihn an und warf sich kurz darauf weinend in meine Arme. Heute weiß ich nicht mehr, ob sie mich fragte oder ich sie, jedenfalls lag ich wenige Minuten später mit beiden Kindern an der Brust auf unserer Kuschelmatratze. Ich erinnere mich noch gut an mein Erstaunen über die enorme Leistung meines Körpers und an dieses „verbindende“, sehr positive, ja fast stolze Gefühl.

Während die beiden um die Wette tranken, beäugte unser Mädchen ihren Bruder skeptisch, aber neugierig. Ihre Finger untersuchten sein kleines Gesicht und seinen Körper. Sie ertaste vorsichtig seine Haut und streichelte sein Köpfchen. Sie wirkte erleichtert (wohl weil ich ihr die Brust nicht verwehrte) und entspannt. Ich war platt, aber sehr glücklich.

Mehr stillen denn je

In den ersten Tagen nach der Geburt wollte unser Mädchen plötzlich mehr stillen. Vielleicht, weil ihr Bruder fast immer an mir hing, wenn sie nach Hause kam. Vielleicht, weil sie mich in den ersten zwei Wochen sehr wenig sah. Ich schickte sie nämlich nach der Kita zu Freunden und Verwandten, damit ich im Wochenbett liegen konnte. Aber vielleicht wollte sie sich auch nur vergewissern, dass sie ihren Platz an meiner Brust nicht verloren hat. Dass ich sie nicht abschiebe, nur weil ein Geschwisterchen da ist.

Die Vorteile des Tandemstillens

Ich erfüllte ihr diesen Wunsch zunächst, da ich ihr den Start ins „große-Schwester-Leben“ erleichtern wollte. Beim Stillen konnte sie schon immer gut herunterfahren und auch in dieser für sie sehr harten Situation wirkte es beruhigend. Da war ja schließlich der Bub, der ebenfalls (viel) Milch forderte. Aber ich hatte sie ja bereits vor der Geburt darauf vorbereitet, dass ihr Brüderchen nichts essen, sondern nur Milch trinken kann. Zudem merkte sie schnell, dass mehr als genug für beide da ist.

Ich genoss das Tandemstillen in dieser Zeit, da ich mich kaum bewegen, auf diese Weise aber intensiv um beide „kümmern“ konnte. Wir kuschelten jeden Tag zu dritt und ich spürte wie das Band zwischen meinen beiden Nestlingen von Tag zu Tag stärker wurde.

Unser Mädchen erhielt die Rückversicherung, dass sie nach wie vor meine Zuwendung und Nähe bekommt und akzeptierte so schnell, dass der Bub ebenfalls viel Aufmerksamkeit benötigt. Sie wartet geduldig, wenn ich ihn wickle oder stille und schenkt ihm regelmäßig Liebkosungen. Und falls sie doch mal eifersüchtig ist, was selten passiert, lässt sie ihre Emotionen an Thomas und mir aus. Der Kleine bleibt verschont.

Das Stillen zweier Kinder brachte mir außerdem nach kürzester Zeit meine normale Figur zurück. Ich aß für drei (vor allem Schokolade) und nahm trotzdem kontinuierlich ab. Das intensive Stillen bewirkte eine enorm schnelle Rückbildung der Gebärmutter und so war bereits wenige Tage nach der Geburt nicht mehr viel vom einstigen Kullerbauch zu sehen. So fix nach einer zweiten Schwangerschaft wieder in „alter Form“ zu sein, sorgte für Hochgefühle.

Bauch-nach-der-Geburt

Von negativen Gefühlen

Das Tandemstillen hat allerdings auch seine Schattenseiten. Der Bub ist ein Vieltrinker und schlief in den ersten Wochen vorzugsweise an der Brust ein. Durfte unser Mädchen mitstillen, wollte auch sie ausgiebig trinken. Doch je fitter ich wurde, desto mehr nervte mich diese Dauernuckelei, vor allem weil sie vor der Geburt tagsüber schon lange nicht mehr gestillt werden wollte.

Sie kam mir plötzlich so groß und fordernd („Ich will jetzt aber trinken!“) vor, während es sich wunderschön anfühlte, wenn diese kleine Knabenschnute trank. Ich empfand zunehmend eine innere Ablehnung, ja manchmal regelrechte Aggressionen, wenn unser Mädchen am Tage stillte und erschrak über meine sich verändernden Gefühle.

Ich merkte, dass es an der Zeit für eine Veränderung war. Nach circa drei Wochen bot ich ihr Alternativen an, wenn sie meine Milch wünschte, denn eine Stillbeziehung (wie jede andere Beziehung auch) kann nur funktionieren, wenn sich beide Seiten wohlfühlen. Sie darf stattdessen etwas Leckeres essen oder trinken, mit mir spielen, lesen oder kuscheln.

Sie akzeptiert das erstaunlich gut, obwohl es immer noch Tage gibt, an denen sie versucht, mich mit einer Frage-Dauerschleife zu überzeugen. Aber ich bleibe dabei, es sei denn sie ist krank (wie vor kurzem, da hatte sie fast 40 Grad Fieber). Und gerade weil sie so gut kooperiert, passiert es gelegentlich, dass ich auf den Kleinen sauer bin. Wenn ich beispielsweise in Ruhe ein Buch mit ihr lesen möchte, nachdem sie schon sehr lange auf mich gewartet hat, aber der Knabe sich beim Lesen im Sitzen nicht beruhigen lässt. Er und seine Bedürfnisse haben selbstverständlich Vorrang, doch sie tut mir dann echt leid.

Nächtliches Tandemstillen

Das Stillen eines Kindes in der Nacht machte mir kaum etwas aus. Klar, hätte ich lieber durchgeschlafen, aber angedockt mit unserem Mädchen fand ich meist nach wenigen Sekunden wieder in den Schlaf. Das Stillen zweier Kinder dagegen frustrierte mich bereits in meiner ersten Nacht als Tandemstillende.

Der Bub grunzte so laut, dass ich lieber mit ihm im Wohnzimmer auf unserer Kuschelmatratze schlief, während Thomas das Familienbett mit unserem Mädchen teilte. Nun verliefen die Nächte so, dass ich den Knaben nach Bedarf (sehr häufig) anlegte und wenn unser Mädchen wach wurde (meist 1-3 Mal pro Nacht) ins Schlafzimmer flitzte, um sie wieder in den Schlaf zu stillen. Mal davon abgesehen, dass ich aufgrund der Geburtsschmerzen kaum alleine aufstehen konnte, nervte dieses Hin- und Herrennen (das ständige aus dem Schlaf gerissen werden) total.

Ich zog es zunächst so durch, weil mir keine bessere Lösung einfiel. In Nacht Nr. 8 schliefen wir dann alle gemeinsam im Familienbett. Ein Experiment, das von Thomas ausging, weil er sich erhoffte, dass es funktioniert. Es hätte ja tatsächlich klappen können, aber in Wirklichkeit endete es damit, dass ich gefühlt die ganze Nacht stillte (im Wechsel versteht sich) und unser aufgeregtes Mädchen (Mama war ja endlich wieder da!) ab 3 Uhr morgens 1,5 Stunde durchplauderte (siehe „Plötzlich Mama von zwei Kindern“). In dieser Nacht wurde mir klar, dass ich die Große nachts abstillen muss, wenn wir alle halbwegs genug Schlaf bekommen wollten.

Nächtliches Abstillen

Mein Entschluss war gefasst und mir graute es vor der Durchführung. Aber es dauerte noch vier weitere Nächte bis wir mit dem Abstillen starten konnten, weil ich das mithilfe einer Farbuhr (zeigt unserem Mädchen, wann sie wieder stillen darf) und einer Beruhigungs- Schildkröte (mit Farbspiel und meditativen Klängen) angehen wollte. Mit der Lieferung des „Abstill-Equipments“ am 05.12.2014 starteten wir.

Zu diesem Thema folgt in Kürze ein separater, ausführlicher Bericht, weil das sonst den Rahmen dieses Artikels sprengen würde. An dieser Stelle nur so viel: Es war übel. Das Übelste, was ich bislang mit unserem Mädchen durchmachen musste…

Nach etwa zwei Wochen war das Schlimmste überstanden. Seitdem wird unser Mädchen nur noch abends zum Einschlafen und morgens, wenn der Wecker im wahrsten Sinne des Wortes grünes Licht gibt, gestillt. In der Zeit zwischen 20 Uhr und 6.30 Uhr ist Thomas für sie da, falls sie aufwacht. So muss ich mich jetzt nachts nur noch um den kleinen Nestling kümmern – eine riesige Entlastung!

Tandemstillen – nacheinander oder gleichzeitig?

Da ich die Große ja fast nur noch morgens und abends stille, passiert es recht selten, dass beide Kinder gleichzeitig trinken. Abends zum Einschlafen finde ich das unpraktisch, weil unser Mädchen normalerweise zuverlässig nach wenigen Sekunden an der Brust einschläft, aber wenn wir zu dritt im Bett liegen, lieber den Bruder betrachtet und betastet. Dadurch verlängert sich das Einschlafprozedere ungemein, weswegen ich zuerst den Knaben abfülle, der danach bei Papa bleibt und dann die Große ins Bett bringe.

Tandemstillen

Morgens hätte ich nichts gegen das gleichzeitige Stillen, aber in der Regel pennt der kleine Racker noch, wenn unsere Tochter erwacht und so nutzen wir Mädels diese ungestörte Zeit, um ausgiebig und in Ruhe im Familienbett zu kuscheln. Demzufolge gibt es bei uns nur sehr wenige gemeinsame Stillmahlzeiten: Wenn der Kleine sich abends partout nicht von Papa in den Schlaf begleiten lässt, wenn er morgens eher wach wird oder wenn ich unser krankes Mädchen am Tage stille.

Genug Milch für zwei?

Bis zur Geburt änderten sich weder meine Brustgröße noch die Menge der Milch. Ich glaubte durch das Langzeitstillen blieben mir große Veränderungen, wie ein heftiger Milcheinschuss, erspart, doch ich irrte mich.

Nach der Geburt produzierte mein Körper zunächst fleißig das Kollostrum (die erste mit vielen Antikörpern versehene Milch), von dem auch die Große etwas trank. Am dritten oder vierten Tag bekam ich plötzlich riesige Brüste und Milch für eine ganze Kinderschar. Der Bub verschluckte sich ständig, weil die Milch förmlich aus meinem Brüsten schoss; ich musste mich mit Stilleinlagen vor meinen Milchbächen retten und meiner Großen wuchs allmählich ein Doppelkinn,

Sehr viel Milch zu haben, ist ein Luxusproblem, wenn man bedenkt, dass sich viele Mütter über zu wenig klagen. Dennoch ist es unangenehm, nachts in der eigenen Milch zu baden und nach dem Stillen mit klatschnassen Flecken auf dem Shirt herumzulaufen. Deshalb freue ich mich auf die Zeit, in der mein Körper verstanden hat, dass er nur zwei und nicht zwanzig Kinder mit Milch versorgen muss. Doch erfahrungsgemäß dauert das leider noch ein Weilchen…

Schlussgedanken

Ein Baby und ein Kleinkind zu stillen ist eine schöne, aber gleichzeitig ziemlich anstrengende Erfahrung. Dem großen Geschwister hilft es, die Ankunft des Babys besser zu verarbeiten – Tandemstillen verbindet und mindert die Eifersucht. Für Mütter ist es ein großer Spagat. Zwei Kinder zu stillen, bedeutet noch mehr auf die eigenen körperlichen und emotionalen Grenzen zu achten und gute Kompromisse für alle Beteiligten zu finden.

Bei mir dauerte es ein paar Tage, bis ich wusste, was ich leisten konnte und wollte. Bis ich herausfand, wen ich wann, wie oft stillen kann. Ich reduzierte die Stillmahlzeiten der Großen drastisch, weil das Dauerstillen zweier Kinder zu sehr an meinen Kräften zehrte. Außerdem liebe ich das Stillen und möchte gerne beiden Kindern meine Milch geben, allerdings ohne das Gefühl, herhalten oder mich aufgeben zu müssen.

Das Tandemstillen zeigte mir noch einmal deutlich, dass es bei der bedürfnisorientierten Erziehung nicht nur darum geht auf die Bedürfnisse der Kinder zu schauen, sondern auch die eigenen und die des Partners nicht aus den Augen zu verlieren. Wichtig ist, dass es allen in der Familie gut geht. Eine kniffelige Aufgabe, die Abstriche von jedem einzelnen verlangt und zu Konflikten führt. Letztere sind aber gut und wichtig, weil sie uns zu neuen Lösungen lotsen, die im besten Fall die Familienmitglieder aneinander wachsen lassen und noch mehr verbinden.

 

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  • Anki

    Wunderschön und ehrlich geschrieben. Großartig wie ihr mit der neuen Situation umgegangen seid und dass du den mut hast dich auf all die Dinge einzulassen und dann schaust was für funktioniert und was weniger gut. Ich würde mich bereits vorher verrückt denken und alle für und wider auseinander nehmen.
    Leider hat das Stillen mit nur einem baby bereits nicht geklappt, was uns viele viele Tränen, stress, druck bescherte. Ansonsten hätte ich gerne lang gestillt und hätte mir auch ein tandemstillen mit späteren zweiten vorstellen können. Aber manche Dinge kommen leider anders als man sie plant :-(
    Ich liebe deinen Artikel!
    Ganz liebe Grüße
    Anki

    • Vielen lieben Dank, Anki!

  • marie

    liebe kathrin,

    respekt vor deinem tandemstillen, ich weiss nicht ob ich das aushalten würde.
    ich stille meinen zweijährigen sohn auch noch, jedoch habe ich schon seitdem er 1 1/2 ist in der nacht abgestillt. bei uns hat es nur 2 nächte „streit“ gegeben, dann hat er es aktzeptiert und schläft seitdem meistens durch.
    mein gedanke zu deiner abstillsituationn war, dass es möglicherweise unter anderem so eine lange und schwere zeit war, da sich deine tochter immer noch damit beschäftigt war die belastung des „große schwester“-werdens befunden hat und sie somit doppelt belastet war.
    vielleicht könnte das ein tip sein, für langzeitstillende mit kindserwartung, dass man die nächte schon vorher abstillt um so eine nicht überstrapazierte mama zu gewährleisten…

    wollte meine positive späte abstillerfahrung nur teilen, um nicht das ammenmärchen zu füttern, dass ein spätes abstillen schwerer wäre…

    viel kraft für deine mäuse,
    liebst,
    marie

    • Catrin

      Hallo Marie,

      ich wollte mal fragen, ob dein Sohn mit bei dir schläft oder im eigenen Bett? Und wie hast du das nachts mit dem Abstillen gemacht: etwas anderes als Ersatz angeboten? Wie sah denn der „Streit“ aus?

      Danke, Catrin

    • Liebe Marie,

      das vermute ich auch. Nicht das Abstillen war meiner Meinung nach das Problem, sondern mein plötzlicher Auszug aus dem Familienbett in Kombination mit dem Abstillen. Es stimmt, dass das Abstillen im Kleinkindalter nicht zwangsläufig zu einem Desaster führen muss – die Umstände sind entscheidend und die waren bei uns eher unglücklich… Aber dazu bald mehr 😉

      LG
      Kathrin

  • helen

    Danke für diesen Einblick! Da bin ich gleich wieder froh, dass das Abstillen unserer Tochter kurz vor ihrem 2.Geburtstag und 3 Monate vor der Geburt des Brüderchens problemlos geklappt hat. Ich wollte auf keinen Fall Tandemstillen – ich hatte große Angst vor der daraus resultierenden Eifersucht. Außerdem brauchte unsere Große die Brust noch mehrmals nachts. Und so war es perfekt. Die Brust war für sie nichts Bedeutendes mehr, obwohl sie anfangs gespannt beim Stillen zu sah. (Offensichtliche) Eifersucht hatten wir bis jetzt nicht. Der kleine ist 3 Monate alt.

    • Liebe Helen, mit der heutigen Erfahrung hätte ich wohl auch besser in der Schwangerschaft abgestillt. Aber wer weiß, vielleicht war ein „Ablösekonflikt“ unumgänglich… Das bleibt ein Geheimnis 😉

      LG
      Kathrin

  • Jasmin

    Hi Kathrin,

    ein sehr interessanter Artikel.

    Ich erwarte in ca. 4 Wochen auch mein 2. Baby und mein 1. Kind (2,5 Jahre alt) ist noch nicht komplett abgestillt. Sie stillt jeden Tag morgens einmal nur 5 Sekunden pro Brust. Ich biete ihr die Brust gar nicht an. Sie möchte immer nur von sich aus. Ich vermute, dass die Milch nicht mehr so gut schmeckt, denn nachts hat sie sich von alleine abgestillt.

    Eine Frage habe ich zur Vormilch. Für das Neugeborene ist die Vormilch ja sehr wichtig (Immunabwehr, sehr kalorienreich, kleidet die Darmwand aus usw.). Produziert der Körper auch bei der Vormilch genügend Milch für 2 Kinder, oder sollte man da lieber dem Baby den Vorrang lassen und das ältere Kind erst wieder stillen, wenn die richtige Milch einschießt? Laut deinem Artikel konntest du beide ab dem 1. Tag stillen, aber geht es auch wenn angenommen das ältere Kind sehr oft an die Brust möchte?

    Danke für deine Rückmeldung.

    Liebe Grüße,
    Jasmin

    • Liebe Jasmin,

      wenn das ältere Kind noch sehr viel stillt, sollte das Baby unbedingt immer den Vortritt haben. Mit 2,5 Jahren gibt es ja viele leckere Alternativen 😉 Ansonsten ist es kein Problem beide Kinder von Geburt an zu stillen – die Natur hat das so eingerichtet, da dürfen wir diesen „Service“ auch gerne in Anspruch nehmen 😉

      LG
      Kathrin

  • Maria

    Hallo Kathrin!

    Hast du zu Hause entbunden oder im KH?

    Danke
    Maria

    • Liebe Maria,

      ich habe zu Hause entbunden! Der Bericht folgt 😉

      LG
      Kathrin

  • Marei

    Liebe Kathrin,

    Mir ging es auch so, das ich dachte wir stillen wie die meisten sechs Monate und dann wird es langsam weniger. Im Mai wird mein Kleiner 3 und stillt immer noch gerne. Im Juli erwarte ich Baby Nummer 2 und hab deshalb gespannt den Artikel gelesen. Ich bin in Versuchung abzustillen, weil ich nicht weiß, ob ich die Doppelbelastung schaffe, andererseits genieße ich das stillen immernoch. Es ist eine schnelle einschlafhilfe und wenn er krank ist, kann ich ihn so auch gut beruhigen. Ich bin froh das ich bis zum Sommer noch ein bisschen Zeit habe und er sich ja vielleicht doch noch selbst verabschiedet von seiner MuMi.

    Liebe Grüße Marei

    • Liebe Marei,

      das kann ich sehr gut nachvollziehen :)

      ich wünsche Dir eine schöne Kugelzeit und ein friedliches Abstillen!

      Ganz liebe Grüße
      Kathrin

  • Michele

    Liebe Kathrin,
    gratuliere zu Deinen Kindern und vielen herzlichen Dank füe Deine Beiträge!
    Sie machen mir grossen Mut, bin selbst Langzeitstillende von einem 3jährigen und schön langsam geht mir die Puste aus. Mich würde sehr interessieren, wie du das nächtliche Abstillen bei Deinem Mädchen geschafft hast!
    Liebe Grüsse,
    Michele

  • Gudrun

    Wahnsinn, bewundere Euch alle grenzenlos! Ich wollte an sich 1 Jahr stillen, mein Mädel wollte aber schon nach 8 Monaten nicht mehr. Wenn ich heute Kinder über 2 Jahre sehe, die zu Mama schon hingehen können und sagen „Mama Busen“ ist das für mich total befremdlich, geschweige denn, wenn sie über 3 sind. Mein Mann wäre völlig verzweifelt, wenn ich länger als 1 Jahr gestillt hätte, der Busen ist ja dann wirklich nur mehr Milchzapfsäule und nix mehr Erotisches, so kam ich mir halt vor, ich würde mich überhaupt nicht mehr als Frau fühlen auf Dauer. Letztens hat eine Dame beim Friseur ihren 4-Jährigen gestillt, also nix für ungut, aber das sieht einfach wirklich komisch aus und irgendwie kann ich mir auch nicht vorstellen, dass das für Kinder förderlich ist. Das Abstillen muss ja dann ein Horror für sie sein, weil sie es so bewusst mitkriegen oder? Nein, also für mich wäre nach 2 Jahren längstens Schluss, wobei ich auch sagen muss, dass meine ein Frühchen war und wir uns von Anfang an plagten mit pumpen und Co.

    • Liebe Gudrun,
      es ist nur deshalb befremdlich, weil in unserer Gesellschaft die meisten Kinder bereits mit 6 Monaten oder kurz darauf abgestillt werden. Vor einigen Jahren noch war sicherlich der Anblick einer Milchflasche wesentlich befremdlicher 😉
      Die Hauptfunktion der Brust ist die Ernährung des Neugeborenen. Daneben hat die Brust auch eine sexuelle Funktion. Wenn Du Dich nicht wohlgefühlt bzw. erotisch gefühlt hast, als Du noch stilltest, ist das ok. Das trifft jedoch nicht auf alle Frauen zu. Ich beispielsweise fühle mich weiblicher mit der „pralleren“ Oberweite :)

      LG
      Kathrin

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  • Eva

    Liebe Kathrin,

    vielen Dank für Deine tollen Berichte, ich dachte immer ich bin ein Exot.

    Ich bin selbst Mutter von 2 Kindern, unser Junge ist fast 4,5 und unser Mädchen 1,5.
    Nach anfänglichen Schwierigkeiten habe ich den Jungen knapp 4 Jahre gestillt, das Mädchen ist noch dabei und es ist auch kein Ende abzusehen. Es gibt bei uns einfach nicht´s besseres zum einschlafen, beruhigen, kuscheln.
    Das „abstillen“ unseres Großen hat mit einem kleinen Trick/ Zufall recht reibungslos funktioniert: Es ging ein Magen-Darm-Infekt in unserer KiTa rum, er hatte Bauchschmerzen und ich meinte, dass es evtl. sein kann dass er schon zu groß für meine Milch wäre und wir es doch mal einige Tage ohne Milch zum einschlafen ausprobieren könnten. Wir haben dann 2-3 Tage abend´s darüber gesprochen dann war es kein Thema mehr.
    3-4 Wochen später bekam er zufällig ein Gespräch mit einer Freundin mit in dem ich erzählte dass wir mit dem stillen durch sind, er fing furchbar an zu weinen hat wohl erst da kapiert was los war, wir haben dann ein „großes“ Eis für „große“ Jungs gegessen ein bisschen gefeiert dass er jetzt „groß“ ist und vorbei war´s.

    Mein knappes Jahr als Tandemstillerin war wie Deines auch nicht immer einfach, vor allem wer zuerst schlafen gehen soll war immer ein großes Problem vor allem wenn mein Mann mal abend´s nicht da war. Letzlich hat es der Bindung der Beiden nicht geschadet als ich unseren Jungen abgestillt habe. Er sagt jetzt sogar immer wenn seine Schwester mal weint „Mama still die doch mal ich brauch mal eben meine Ruhe“ ;-).

    LG und alles Gute an Euch

    Eva

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  • Fritzi

    Liebe Kathrin,

    Danke für deinen Artikel! Ich stille seit 13 Tagen Tandem (seit der Geburt der Kleinen), und ich glaube, manche Dinge müssen wir auch noch anpassen und besser regeln. Dein Absatz über die „Agressionen“ den Grossen gegenüber spricht mir aus dem Herzen. Wieso muss er auf einmal wieder ständig an die Brust? Ich hatte in der Schwangerschaft keine Milch mehr, und jetzt ist es natürlich toll dass auf einmal wieder was kommt. Aber den Grossen dauerstillen nervt mich ziemlich. Wann soll ich mich denn dann um die Kleine kümmern? Ich fühle mich jetzt schon schlecht, weil ich finde, dass sie zu kurz kommt. Er ist aber erst 18 Monate, also viel besprechen und argumentieren kann man mit ihm nicht. Na ja, ich hoffe dass wir bald Wege finden, diese neue Situation zu bewältigen.

    Alles Liebe für dich und deine Familie!
    Fritzi