Wann von der Schwangerschaft erzählen? (Risiko Fehlgeburt)

Kathrin Familienleben 28 Kommentare

Noch bevor mein Frauenarzt per Ultraschall das Ergebnis meines positiven Schwangerschaftstests bestätigte, erzählte ich einigen Freunden und Familienmitgliedern von der frohen Botschaft. Als ich in der siebten Schwangerschaftswoche das kleine, bubbernde Herzlein auf dem Monitor sah, durfte jeder wissen, dass ich wieder schwanger bin.

Ich hatte eigentlich nur mit positiven Reaktionen gerechnet, schließlich ist ein neues Leben etwas durchaus erfreuliches. Jedoch fragten mich viele zunächst: „Wie weit bist Du denn?“ Als ich dann fröhlich entgegnete „Ach noch ganz frisch, vielleicht sechste oder siebte Woche.“, blickte ich in erstaunte Gesichter und bekam Sätze zu hören wie: „Oh, so früh sprichst Du schon darüber?“, „Na dann viel Glück, dass es auch so bleibt.“ Obwohl ich kein ängstlicher Mensch bin und voller Zuversicht, was den zweiten Nestling anbelangt, irritieren mich solche Bemerkungen.

Ja, es gibt ein erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt in den ersten Schwangerschaftswochen  – es liegt bei etwa 20% (siehe Rabeneltern.org: „Wie hoch ist das Risiko für eine Fehlgeburt„). Doch einerseits reduziert sich das Risiko für eine Fehlgeburt auf unter 10%,  sobald die Herzaktivität mittels Ultraschall festgestellt werden kann (siehe „Fehlgeburt„). Andererseits ist auch nach der 12. Woche nichts sicher. Nach 16 Wochen auch nicht. Wir könnten unser Baby bis zur Geburt verlieren und auch danach, denn in den ersten Lebensmonaten besteht das Risiko, dass unser Baby am „Plötzlichen Kindstod“ stirbt. Wenn es beginnt zu laufen und außerhalb unserer Sichtweite die Welt zu erkunden, besteht erneut ein gewisses Risiko, das ihm etwas zustößt. Im Grunde können wir niemals sicher sein.

Wenn wir uns stets alle Risiken vor Augen halten, verbringen wir unser ganzes Leben in Angst und Sorge.  

Doch wir können nicht wissen, was das Schicksal für uns bereit hält und es ist müßig sich den Kopf darüber zu zerbrechen, was alles passieren könnte. Deswegen erzählte ich im „realen Leben“ all denen von meiner erneuten Schwangerschaft, die mich kennen und die ich mag. Denn sollte es zu einer Fehl­ge­burt kom­men, würde ich auch darüber mit meiner Fami­lie und meinen Freunden sprechen wollen. Ich würde in so einer schwierigen Situation Trost und die seelische Unterstützung lieber Menschen benötigen. Also warum sich nicht vom ersten Augenblick an gemeinsam über die­ses Wun­der freuen?

Die frohe Botschaft an die große „Blog-Glocke“ zu hängen und tausende (zum Teil wildfremde) Leser zu informieren, ist eine ganz andere Dimension. Sicherlich nicht jedermanns Sache und vielleicht mutig. Doch nestling.org ist mittlerweile wichtiger Bestandteil meines Lebens und ich wollte mein Glück sofort rauslassen. Es tat mir gut, mit Thomas, meiner Familie, meinen Freunden und meinen Lesern über unsere Situation zu reden und zu hören, dass es vielen anderen Eltern in ähnlicher Situation genau so ging.

Umso trauriger finde ich, dass die ersten Gedanken bei einer frühen Schwangerschaft – sowohl bei Aussenstehenden als auch bei den Schwangeren selbst – oft in eine negative Richtung wandern. Dass viele Frauen ihre Schwangerschaft 12 Wochen lang aus Sorge verschweigen. Dass sie nicht das Gefühl von guter Hoffnung erleben und das erste Schwangerschaftsdrittel genießen, sondern ängstlich dem Ende dieser sogenannten „kritischen Phase“ entgegenfiebern.

Hebamme Anja („Von guten Eltern„) schrieb vor einigen Tagen passenderweise einen Artikel mit dem Titel
Ein bisschen schwanger gibt es nicht„:

„Auch wenn man sich entschieden hat, noch nicht aller Welt von der Schwangerschaft zu erzählen, ist es ja trotzdem so, dass diese einen beschäftigt. Und das Tag für Tag. Werdende Mütter möchten ihre Sorgen und Hoffnungen meist auch gerne mitteilen, denn nicht umsonst boomen die vielen, häufig anonymen Schwangerschaftsforen. […]

Schwangere Frauen sind schwanger. Es gibt nicht mehr oder weniger schwanger, auch wenn die äußerliche, körperliche Veränderung in der 30. Schwangerschaftswoche natürlich wesentlich offenkundiger ist, als im zweiten Schwangerschaftsmonat. Die größten Entwicklungen finden aber tatsächlich in den ersten Wochen statt, auch wenn das von außen zunächst kaum sichtbar ist. Deshalb brauchen auch Frauen in dieser intensiven Zeit eine Unterstützung oder manchmal nur eine Bestätigung, dass alles gut so ist wie es ist.“

Genau so ist es. Ich spüre die rasanten Veränderungen in meinem Körper, obwohl ich rein äußerlich betrachtet so aussehe wie vorher. Niemand kann es sehen, aber meine Hormone arbeiten auf Hochtouren und wirbeln mein Inneres gehörig durcheinander. Mir ist übel, ich bin müde, ich schwitze plötzlich mehr, bin weinerlich und ich merke wie sich meine Gebärmutter aufrichtet –  in Form von ziehenden „Bauchschmerzen“ (siehe „Ablauf einer Schwangerschaft„). Was ich jetzt brauche sind Menschen, mit denen ich über mein Befinden sprechen kann. Menschen, die mir zuhören und mich aufmuntern. Ein Arzt oder eine Hebamme, die mir versichern, dass alles gut ist.

Anja rät schwangeren Frauen in ihrem Artikel, sich bereits in den ersten Schwangerschaftswochen an eine Hebamme zu wenden:

„Scheinbar wissen immer noch viele Frauen nicht, dass sie sich von Anfang an durch Hebammen begleiten lassen können. Nicht nur für die Schwangerenvorsorge, sondern jederzeit auch bei jeglichen Beschwerden und Fragen in der Schwangerschaft […] Hebammen sind Begleiterin in guten und in schlechten Zeiten. Das heißt, dass wir auch dann da sind, wenn die Schwangerschaft nicht wie erhofft verläuft. Hebammen begleiten auch Fehlgeburten – tatsächlich erfahren aber viele Frauen erst hinterher, dass es diese Möglichkeit gibt. Fast alle bestätigen aber, dass sie sich in dieser schweren Zeit mehr Unterstützung gewünscht hätten.“

Sich möglichst früh nach einer Hebamme umzuschauen ist ein wertvoller Tipp. Es hilft aber auch schon, wenn ihr euch einen vertrauten Menschen sucht, mit dem ihr offen auch in den ersten Wochen eurer Schwangerschaft sprechen könnt. Ihr müsst die Nachricht ja nicht gleich in die Welt hinaus posaunen. Doch gerade die ersten Schwangerschaftswochen sind geprägt von Unsicherheit und Sorge. Von durcheinander geratenen Hormonen und entsprechenden körperlichen Veränderungen. Macht diese aufregende und aufwühlende Phase nicht allein mit euch aus. Sucht euch einen Menschen, der euch zuhört, euch nachempfinden kann und für eure Situation Verständnis zeigt.

Eure Kathrin

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  • Tanja Kloy

    Wir wussten bereits in der 5SSW das wir schwanger sind und mein Freund hat es gleich jedem erzählt, mir wäre es lieber gewesen er hätte noch ein bis zwei Wochen geschwiegen aber er freute sich so :) Mag sein, dass es auch daran lag, dass unser Bauchzwerg kurz nach dem Tot meines Vaters gezeugt wurde, es ist einfach ein Wunder! Auch wir stießen bei vielen auf negative Bemerkungen und das fanden wir sehr schade, denn egal wie früh man seine Schwangerschaft bekannt gibt, es ist ein Wunder und ein Grund zu freuen! Ja es kann noch viel schief gehen aber warum nicht Freud & Leid miteinander teilen? Eine Schwangerschaft ist etwas tolles und gerade ganz am Anfang wenn die Hormone so verrückt spielen braucht eine werdende Mama doch viel mehr Verständnis und Aufmerksamkeit. ♥

    • Liebe Tanja,
      ja auch Thomas war so aufgeregt, dass er gleich seiner Familie davon erzählen wollte :)
      Vielen Dank für Deine Zeilen!
      LG
      Kathrin

  • Marianne

    Grüß dich!

    Ich freu mich von ganzem Herzen mit dir/für dich.
    Meine Tochter ist jetzt 3 Jahre und 9 Monate alt. Im Juli 2012 wusste ich, dass ich wieder schwanger bin. Ich hab es auch gleich jeden, der mir wichtig war/ist, erzählt. Als ich meinen Wunschzwerg dann verloren habe, war ich am Boden zerstört. Aber ich hatte meine Familie und meine Freunde rund um mich, die mir geholfen haben.
    Im Jänner 2013 war ich wieder schwanger und wir konnten sogar ein wunderschönes Herzerl schlagen sehen. Auch dieses Mal hab ich es erzählt. Da bekam ich teilsweise so blöde Sachen zu hören, dass ich zu manchen Menschen den Kontakt sehr eingeschränkt habe. (So in die Richtung „Wie kann man nur, wenn man schon ne Fehlgeburt hatte, es wieder so früh erzählen?“.) Auch dieses Herzerl habe ich verloren, wobei ich aber dazusagen muss, dass es seinen „Sinn“ also seine Aufgabe erfüllt hat. Ich habe durch dieses Herz erfahren, dass meine Schilddrüse nicht richtig funktioniert. Auch da hat mir der Trost von meinen (wirklichen) Freunden gut getan. Ich war nicht alleine. Auch wenn ich wieder schwanger bin (wir basteln derzeit) werde ich es erzählen. Auch mit dem Bewusstsein, dass immer was passieren kann. Aber deswegen kann mir niemand verbieten, mich über so ein kleines Wunder zu freuen. Und bekanntlich ist ja Glück das einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.

    Ich wünsche dir eine wunderschöne, problemlose Schwangerschaft. Und hoffe, die Übelkeit lässt dich ganz bald los.

    Alles, alles Liebe
    Marianne

    • Liebe Marianne,

      danke, dass Du Deine traurige Geschichte mit uns teilst! Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Euer Kinderwunsch bald in Erfüllung geht!
      Fühl Dich virtuell gedrückt,
      Kathrin

  • Janine

    Es sollte jedem selbst überlassen sein, wann er es erzählt. Meine erste Schwangerschaft endete in der 14. SSW (ein Windei) in der 7. hatten wir aber schon vielen erzählt, dass ich schwanger bin. Es ist ein schwerer Gang allen vom Ende der Schwangerschaft zu erzählen. Und schlimmer ist, dass viele nicht wissen wir sie mit dir umgehen sollen.
    Meine Zweite Schwangerschaft sah gut aus, Herzschlag in der 7. SSW, leider Fehlgeburt in der 12. SSW. In der 8. hatte das Herzchen schon wieder aufgehört zu schlagen. Obwohl wir diesmal nur Familie informiert hatten, immer noch schwierig darüber zu reden. Meine dritte Schwangerschaft endete in der 6.SSW.
    In meiner 4. Schwangerschaft wurde ich mit einem Rainbow Baby belohnt. Aber wir haben niemandem davon erzählt bis zum Ende 12. Woche, dann haben wir die Familie informiert, in der 16. haben wir es dann Freunden erzählt. An die große Glocke haben wir die Schwangerschaft nie gehängt. Viele haben erst davon erfahren, als unser Sohn geboren war.
    Ich fand es war wie in der Liebe, wenn man oft enttäuscht wurde, braucht man länger um seine Gefühle für jemanden wieder zuzulassen aus Angst erneut enttäuscht zu werden. Und ich brauchte Zeit um die Freude zuzulassen und mit anderen zu teilen. Denn ein positiver Schwangerschaftstest löste schon längst keine Euphorie mehr aus bei uns. Dazu muss ich auch sagen, wir haben zu der Zeit im Ausland gelebt und ein Geheimnis zu bewahren, war sehr einfach.
    Jetzt bin ich zum 5. Mal schwanger. Mit der positiven Erfahrung aus der letzten Schwangerschaft wurden wir wieder mutiger. Als der Herzschlag in der 7. SSW da war haben wir es unseren Familien erzählt, auch weil wir zurück in Deutschland sind und das verheimlich schwierig wurde. Als in der zehnten Woche alles gut aussah, haben wir den Kreis langsam erweitert. In der 13. Woche hab ich den nächsten Ultraschalltermin, danach werden noch ein paar mehr davon erfahren, aber groß erzählen werden wir es auch diesmal nicht. Wir haben einfach zu viel erlebt und wissen wie schwer es ist, wenn etwas schief geht und diese Nachricht auch vebreitet werden muss. Und die Reaktionen sind auch nicht immer positiv und hillfreich.
    Das ist einfach unsere Erfahrung und daher würden wir immer dazu tendieren bis zum Ende der 12. Woche zu warten, bevor der Rest der Welt es auch erfährt.

    • Liebe Janine,

      das kann ich sehr gut verstehen. Mit Deinen Erfahrungen würde ich sicherlich auch anders handeln. Ich wünsche Dir alles Gute für die Schwangerschaft!
      LG
      Kathrin

  • Yvonne

    Hallo Kathrin,
    Ich wusste kurz vor Weihnachten 2013 das ich wieder Schwanger bin und haben das dann Weihnachten der Familie erzählt. Wir haben also auch nicht die 12 wochen gewartet dafür war die Freude und zuversicht viel zu groß. Ich bin ein Positiver Mensch ,mein Mann auch und für uns war klar auch wenn irgendwas passieren sollte so war ja dann ein kleines Wunder da über das wir uns so sehr freuen. Jetzt bin ich in der 22 woche alles ist super und wir planen eine Hausgeburt 😀 denn auch dabei bin ich Positiv gestimmt.
    Weiter alles Gute in deiner Schwangerschaft

    • Liebe Yvonne,

      herzlichen Glückwunsch! Eine Hausgeburt wünsche ich mir diesmal auch, mal schauen wie die Schwangerschaft verläuft.
      Ganz liebe Grüße
      Kathrin

  • Regina

    Grüße!

    Als ich mit meinem zweiten Kind schwanger und beim Frauenarzt war, wollte ich gleich einen Attest für meinen Arbeitgeber. Bei meiner Arbeit darf man nicht mehr Arbeiten wenn man schwanger ist. Ich war damals in der 7ten Woche bereits =) Mein Frauenarzt wollte mir das Attest erst nicht geben, weil es „ja noch so früh!“ sei. Ja, bin ich jetzt schwanger oder nicht??? Gerade wenn die ersten Wochen so gefährlich sind finde ich das wichtig. Ich bin doch auch in der 7ten Woche schwanger und nicht erst ab der 12ten. Ich hab darauf bestanden, denn ganz ehrlich: Ich konnte nicht mehr, ich wollte nur noch weg von der Arbeit weil mir so dermaßen schlecht war. Ich bin Krankenschwester beim ambulanten Pflegedienst, und habe in den ersten Wochen bis ich endlich daheim bleiben durfte regelmäßig irgendwo halten müssen weil ich einfach „kotzen “ musste. @_q Warum soll man sich dann da durchquälen nur weil man „ja erst 7 Wochen“ schwanger ist, und besser noch bis zur 12ten Woche wartet ^^;; 😉 Wie schon erwähnt, dem Kind kann auch in der 13ten Woche noch was passieren. Aber wenn langes Stehen, schweres Heben, Infektionsgefahren, ständiges Fahren (150 km täglich) ein Risiko sind, dann setz ich mich dem nicht in der gefährlichsten Zeit noch aus, nur weil man ja „erst ein bisschen SChwanger ist“ XD
    Das war aber glücklicherweise uach die einzige „negative“ Reaktion, ich habe es auch jedem erzählt weil ich einfach so glücklich war. Natürlich bleibt eine Restangst, aber das war mir egal, es war mein kleines Wunder. Heute ist mein Zwerg schonh 5 Monate alt und ich hab natürlich höllische Angst vor SIDS. Aber er schläft bei mir im Bett und ist ein fröhlicher aufgeweckter Lausbub =)

    • Liebe Regina,
      da hast Du Dich aber gut durchgesetzt! Kann ich total verstehen und hätte ich sicherlich genau so gemacht.
      Alles Gute für euch!
      LG
      Kathrin

  • Rebecca

    Hallo Kathrin,
    erstmal gratuliere ich dir noch ganz herzlich zur Schwangerschaft! Es ist und bleibt einfach ein kleines Wunder und ich freue mich jedesmal wenn ich von einer Schwangerschaft höre.
    Wir haben es bei bei der ersten Schwangerschaft gleich erzählt als wir es erfahren haben, und jetzt bei der zweiten auch wieder. Aus den gleichen Gründen die du genannt hast.
    Mein Gynäkologe hat damals auf meine Frage wie wahrscheinlich eine Fehlgeburt sei gesagt, ich soll es mit einem Flugzeugabsturz vergleichen. Es ist egal, ob du kurz nach dem Start oder erst kurz vor der Landung abstürzt. Schlimm ist beides. Da ist was Wahres dran!
    Ich wünsche dir alles Gute für die Schwangerschaft und die Geburt!

    • Das ist ein wirklich guter Vergleich, Rebecca.
      Herzlichen Dank für die Glückwünsche!
      LG
      Kathrin

  • Anika

    Ein ganz toller Artikel, der mir aus der Seele spricht! Ich war insgesamt sieben Mal schwanger und jedesmal haben wir es sofort unseren Familien erzählt! Ich habe es auch bei den drei Fehlgeburten nicht bereut, davon erzählt zu haben. Schließlich gehört das zu meinem Leben und warum soll ich die Trauer über ein verlorenes Baby verheimlichen? Der wichtige Teil meiner Familie hat mit mir zusammen getrauert und mir geholfen. Das fand ich sehr wertvoll.

    • Vielen Dank, liebe Anika!

  • Lisa

    Hmm, schwieriges Thema. Erstmal finde ich, dass es toll ist wenn man optimistisch in die SS rein und mit der SS umgeht. Ich bin bei meiner Tochter nur mit viel Geduld und Warten (und Hormonen) schwanger geworden. Dann war ich zwar optimistisch, wir haben es damals dennoch erst nach 12 Wochen gesagt. Außer meiner besten Freundin, die wusste es früher – ICH hätte es schwierig gefunden, nach der frohen Botschaft die schlechte Nachricht zu verbreiten. Darauf angesprochen zu werden, wenn mir vielleicht gar nicht danach ist etc… Jedenfalls hatte ich eine unproblematische Schwangerschaft und als ich letztes Jahr nach relativ kurzer Übungsphase wieder schwanger war, war ich recht optimistisch. Hey – das schwanger werden ist bei mir ja das Problem gewesen, nicht das schwanger bleiben! Mit drei positiven SS-Tests im „Gepäck“ bin ich also zum Frauenarzt gestapft, wo mir die Assistentin erstmal ein „wie kommen Sie darauf, dass Sie schwanger sind?“ vor den Kopf geknallt hat. Der Test schlug nicht (mehr) an. Tja, von da an wurde aus einem ersten Schreck langsam Gewissheit. Fehlgeburt in ca. der 6. SSW. Ich habe es DANACH ein paar Leuten erzählt, weil es raus musste. Nicht immer war die Reaktion so, dass ich danach nicht gedacht hätte, ich hätte vielleicht besser den Mund gehalten – manch einer war vermutlich auch einfach überfordert. Ein bisschen habe ich auch das Gefühl, dass sich der Druck von außen dadurch verstärkt hat, dass einige Leute von der FG und unserem KiWu wissen. Klar, den mache ich mir auch selbst und vielleicht bilde ich mir die fragenden Blicke (hats immer noch nicht wieder geklappt bei Euch?) auch nur ein. Anyway. Wie würde ich es künftig machen?! Ich habe ehrlichgesagt keine Ahnung! Finde aber gerade deshalb, man kann das so pauschal nicht beantworten. Optimistisch sein, denn es hat ja einmal geklappt? Doch lieber wieder auf Nr. sicher wie beim ersten Mal? Ich vermute, ich würde – NACH positivem Test beim Arzt – meiner besten Freundin davon erzählen. Viel mehr Leuten aber auch nicht. Zumal man im Arbeitsumfeld meiner Meinung nach vorsichtig sein sollte (wenn man nicht in einem Job mit automatischem Berufsverbot bei Schwangerschaft arbeitet) – ich würde nicht wollen, dass bspw. mein Chef davon weiss (und somit von unserem erneuten KiWu). Was ich aber nicht wusste, ist, dass mir auch in dieser Situation eine Hebamme hätte beratend zur Seite stehen können. Die hole ich mir beim nächsten Mal (das hoffentlich kommt), definitiv früher… (ich hoffe, es gibt dann noch eine)

    • Liebe Lisa,

      das ist wirklich ein schwieriges Thema, vor allem wenn es einmal schief gegangen ist. Eine pauschale Antwort gibt es tatsächlich nicht, dafür ist die Frage viel zu persönlich!
      Dir alles Gute weiterhin – ich drück die Daumen, dass es schnell klappt!
      Liebe Grüße
      Kathrin

  • Hallo, ich habe es bei meinen beiden Schwangerschaften auch früh erzählt. Es ist jedes Mal gut gegangen. Sogar auf Arbeit wurde ich beide Male schon vor der 10. Woche entlarvt- mir war sehr übel und die Toilette mein bester Freund :-)! Ich muss sagen, es war gut so, wie es war. Denn auf Grund der wirklich bösen Übelkeit war es sogar toll, dass meine Kollegen Bescheid wußten, denn so konnten sie meine Laune verstehen und sie haben auch Rücksicht auf mich genommen (in der 1. SSW hat mich Kaffeegeruch auf die Toilette getrieben). Danke nochmal an meine lieben Kollegen! In der Familie und im Freundeskreis wollte ich einfach meine Freude teilen und ich hätte bei negativem Ausgang auch deren Beistand benötigt. Mein Freund war beide Male eher zurückhaltend beim Erzählen, er wollte auch erst die kritische Zeit überstanden wissen… Und für mich war es auch so, erzählt ist wahr! Und ein bisschen schwanger gibt es wirklich nicht ;-)! Doch es ist eine sehr persönliche Sache, wann man wem von der SSW mitteilt, daher denke ich, dass es jeder so machen soll, wie er sich damit wohl fühlt. Ich habe Freundinnen, die schon die Bastelzeit verraten haben und solche, die es erst mit der 12. Woche mitgeteilt haben, jeder wie er vom Typ her ist ;-)! Aber das Mitfiebern vom Bekanntgeben bis zur Geburt ist wirklich jedes Mal toll- ich muss aufpassen, mich nicht wieder anstecken zu lassen ;-)! Unsere Kleine ist erst 9 Monate alt…

    • Liebe Kathrin,

      es ist wie bei allen Dingen wirklich eine sehr persönliche Entscheidung, wann man bereit ist, von der Schwangerschaft zu erzählen.
      Schön, dass es bei euch auch „gut gegangen“ ist 😉

      Liebe Grüße
      Kathrin

  • Super Artikel! Und ganz herzlichen Glückwunsch!

  • Anne

    Liebe Kathrin,
    stellvertretend für andere Kommentare unter anderen Post möchte ich erstmal danke für deine/eure (dem ohne Familie gäbe es sie wohl nicht) „Nestling“-Seite sagen! Ich habe schon oft auf den abenteuerlichsten Wegen hierher gefunden und habe mich immer willkommen und zuhause gefühlt :)

    Zu diesem speziellen Thema:
    Unser Sohn ist jetzt 17 Monate alt und wir hoffen auch auf Geschwister. .. da meine „Stilpille“ ändert hervorragend funktioniert, bin ich mal gespannt, wann es soweit ist. Ich will es einfach irgendwann „merken“ wie früher ohne tausend Tests eben – mal sehen, was das dann für eine SSW sein wird. Ich verspreche mir davon größere Entspannung zu Beginn der Schwangerschaft, denn für mich waren die ersten Wochen schon sehr angstgeprägt – sinnloserweise, denn ändern kann man ja eh nix sofern man einigermaßen gesund lebt. Ich glaube, diese ewige Sorge um alle Eventualitäten blockiert werdende Mütter zuweilen sehr in ihrem nötigen Vertrauen in sich selbst. ..

    Bei unserem Sohn haben es erst meine beste Freundin und die Arbeit erfahren (Woche 8) und nach der bekloppten 12 die Familie. Das mache ICH nie wieder – die schönste Zeit im Leben und ich kann mich nicht freuen? Neeee. … 😉

    Ich bin schon soooo gespannt wie es bei Nummer zwei laufen wird und vor allem wann! !

    Danke für deine Artikel, du bist echt eine der Leute, die das Internet mit Sinn füllen,
    LG Anne

    • Vielen herzlichen Dank für Deinen lieben Kommentar! Ich wünsche Dir alles Gute und einen entspannten zweiten Nestling :)

      LG
      Kathrin

    • Anne

      Hallo Kathrin,

      da bin ich wieder. Ich habe dauerhaft das sprichwörtliche Loch im Bauch aber keinen Appetit. Ich kann chemisch aromatisierte Seife nicht riechen. Ich bin müüüüde.
      Nach 25 schönen Stillmonaten habe ich meinen Sohn abgestillt – vor allem deshalb, weil ich das Dauernuckeln nicht mehr ertragen wollte aber auch ein wenig, weil ich (egal wie wenig er trank) einfach keine Mens bekam und die Geschwister ja nicht ewig weit auseinander liegen sollten… also die erste Mens wie im Lehrbuch erst nach Stillende, vorher nicht mal ein Ziehen. Die zweite … hmm. hätte nach Adam Riese langsam kommen müssen. Und dieses Leeregefühl!
      ich mache doch einen Test. Da ist nix. doch. ein Schatten vielleicht – Einbildung? Aber die Linie hätte ich weiter rechts vermutet…nächster Tag: Doch. Sie ist da. Übernächster Tag: BÄÄÄMMM.
      Oha. jetzt weiß ich es doch so früh. Was für ein Mist! 😉
      Was mache ich nun mit der Information? Freunden hab ich’s schon erzählt. Aber bei der Familie tu ich mich schwer… ich würd’s allen sagen – jetzt will mein Mann wieder warten.
      ich werde es erzählen. Was ist das für eine Art, die Sachen geheim zu halten, wenn man sich freuen sollte! Wenn man dadurch selbst dafür sorgt, dass die nächsten 8 Wochen von Sorge geprägt sind! Was für ein Einstieg. Nein. Ich möchte nicht immerimmerimmer wieder an die so und soviel prozentigen Risiken denken, mit denen einem im Leben Dinge passieren! Ich möchte nicht, dass es im Falle des Falles ein Geheimnis bleibt und ich allein. Nein. Ich möchte mich jetzt freuen. Ja, es wird eine tolle Zeit! (und nicht nur die ersten SSW)
      Liebe Grüße
      Anne

  • Anne

    Mist. Bitte entschuldige die doofen Autokorrektur – Fehler. Ich arbeite daran.!

  • JoJo

    GUTEN Abend !

    Herzlichen Glückwunsch zu Deiner Schwangerschaft und alles Güte weiterhin.
    Ich finde es schön, dass Du es allen erzählt hast und es scheint zumindest so, dass es viele machen!
    Ich habe eine wunderbare kleine Tochter, das Schwangerwerden hat lange gedauert- 2 Jahre- die Schwangerschaft war problemlos. Erzählt haben wir es in der 20 Woche.
    Das Geschwisterchen lies 8 Monate auf sich warten und verließ uns in der 8 Woche still und heimlich- ich erfuhr es in der 10 Woche. Das Herz schlug nicht mehr. Ich habe es nur meiner Hebamme erzählt und ich bin froh darüber. Im Nachhinein wissen jetzt gute Freunde über den Verlust. Es schmerzt sehr, aber ich würde/werde nächstes Mal wieder warten bis zumindest die Frühschwangerschaft überstanden ist!

    Viele Grüße
    JoJo

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