Problemzone Familienbett – es gibt (mehr als) eine Lösung

Kathrin Schlafen 131 Kommentare

Dass kleine Kinder direkt neben der Mutter schlafen, ist für manche Kulturen so natürlich, wie uns das Schlafen der Eltern im gemeinsamen Ehebett erscheint.[1] In Deutschland wollen die meisten Paare nachts nicht auf die Nähe ihres Partners verzichten, auch wenn sie alleine ruhiger und erholsamer schliefen (siehe auch „Schlafen zu zweit – ein nächtlicher Kampf“). Warum also kleine Kinder in ein eigenes Zimmer verbannen, obwohl es ihnen ganz nah an der Mutter spürbar besser geht?

Die Gründe sind vielfältig. Viele glauben, dass gemeinsames Schlafen Kinder verwöhnt, sie unselbstständig macht und für schlechte Schlafqualität sorgt – bei Groß und Klein. Diese Befürchtungen sind jedoch unbegründet. Das einzig reale Problem liegt darin, dass die Interessen der Eltern mit den Bedürfnissen der Kinder kollidieren. Das sorgt für Reibereien – allerdings nicht nur beim Schlafen…

Was Kinder brauchen

Kinder brauchen Körperkontakt und die sichere Nähe eines Erwachsenen – am Tag wie in der Nacht. Oder anders gesagt: ohne vertraute Bezugsperson fällt es ihnen schwer einzuschlafen. Die Natur hat es außerdem so eingerichtet, dass Kinder (v.a. in den ersten Monaten) nachts häufig aufwachen, um zu „kontrollieren“, dass sie nicht alleine sind. Ein Schutzmechanismus, der früher ihr Überleben sicherte. Dass es heute gar keine Gefahren mehr gibt, können Kinder nicht spüren – „die einzigen Sicherheitssignale, die sie verstehen können, sind die „Nähesignale“ vertrauter Erwachsener“ (siehe auch „Warum Babys nicht durchschlafen“).[2]

Was Eltern wollen

Eltern brauchen erholsamen Schlaf und natürlich Zeit für sich. Das Leben mit einem Kind ist schließlich anstrengend. Tagsüber gibt es nur wenige Ruheoasen, da werden die Abend- bzw. Nachtstunden schnell zum kostbaren Zeitfenster für all die vielen Dinge, die noch erledigt werden wollen.

Der Irrtum

Ein Kind ins eigene Bett zu stecken ist kein Garant für’s selbstständige Ein- und Durchschlafen. Es hat doch nicht weniger Kummer, Furcht oder Schmerz, als ein Kind, das bei seinen Eltern schlafen darf!? Die meisten Kinder wehren sich und sie protestieren lautstark, wenn sie allein gelassen werden. Das ist kein Machtkampf wie viele meinen, sondern angeborene, ehrliche Angst!

Finger weg vom Schlaftraining!

Es gibt Schlaflernprogramme, die Kinder gegen ihre Bedürfnisse konditionieren, alleine ein- und durchzuschlafen. Sie funktionieren leider manchmal dahingehend, dass das Kind nach einiger Zeit ruhig – scheinbar selbstständig – schläft. In Wirklichkeit lernt es, dass es gerade dann verstoßen wird, wenn es dringend Hilfe braucht. Es gibt auf (zu schreien). Das jedoch verursacht immensen Stress. Dieser kann die Gehirnentwicklung negativ beeinträchtigen und ein hohes Risiko für die psychosoziale Entwicklung bedeuten.[3] „Ein Kind, dem der Instinkt abtrainiert wurde, bei einer Trennung von seinen Eltern zu schreien, darf [also] nicht mit einem zufriedenen verwechselt werden.“[4]

Gemeinsam Schlafen? Natürlich!
Bildquelle: http://www.sxc.hu/

Familienbett –warum ist es so gut?

Ich als absoluter Fan vom Familienbett könnte dir 1000 Gründe nennen. Die Wissenschaft hat sich jedoch – ganz objektiv – mit diesem Thema beschäftigt und durch Schlafstudien interessante Erkenntnisse gewonnen. Das Fazit: „gemeinsames Schlafen ist eine echte Investition in die zukünftige körperliche und emotionale Gesundheit des Kindes.“[5] Hier ein paar Details:

1. Mutter und Kind schlafen im gemeinsamen Bett besser. Die Vorraussetzung ist, dass die Mutter sich bewusst und freiwillig dafür entscheidet. Im Familienbett fühlt sich das Kind sicher und es kann meist beruhigt werden, bevor es ganz wach ist. Aber auch Mütter sind nachweislich entspannter: Eine Mutter, die nachts getrennt von ihrem Kind schläft, ist häufiger wach aus Sorge, ob es ihm gut geht. Sie leidet – genau wie ihr Kind – unter Trennungsangst: je größer die räumliche Distanz zum Kind, desto unruhiger wird sie schlafen.[6]

Ich holte unser Mädchen bereits in der Klinik zu mir ins Bett. Die Schwestern schlugen vor, sie ins „Schlafzimmer“ zu bringen (ein Raum am anderen Ende des Flures, wo Babys bewacht schliefen), damit ich ein paar Stunden in Ruhe schlummern konnte. Schon der Gedanke daran jagte mir eine Jahresration Adrenalin durch die Adern… Ein ähnlicher Gefühlsausbruch dann in unserer Wohnung: es gibt nur Platz für ein eigenes Kinderzimmer in einer anderen Etage. Jede Nacht eine Treppe hinauf sausen, wenn unser Mädchen ruft. Nein, nein! Dann doch lieber in einem Bett kuscheln.

Eva und Nina in absoluter Schlafharmonie
Vielen Dank Nina!

2. Mutter und Kind entwickeln identische Schlafzyklen, wenn die Mutter stillt und von Anfang an gemeinsam mit ihrem Baby schläft. Das heißt einerseits, dass die Mutter häufigere REM-Phasen (Phasen leichteren Schlafes) durchläuft – der Anteil der REM-Phasen sinkt normalerweise mit zunehmendem Alter. Andererseits wechseln Mutter und Kind nahezu zeitgleich von Phasen leichteren Schlafes zum Tiefschlaf und umgekehrt. Somit reißt das erwachende Baby seine Mutter selten aus dem erholsamen Tiefschlaf. „Der Schlaf der Mutter ist zwar leichter, allerdings deshalb nicht weniger erholsam.“ [7]

3. Das nächtliche Stillen wird erleichtert, somit wachen weder Kind noch Mutter richtig auf. Einfach umdrehen, andocken, weiter schlafen – wer weniger als 15 Sekunden wach ist (egal ob alt oder jung), schläft schnell wieder ein.[8] Selbst wenn keine Stillmahlzeit ansteht, beruhigt sich ein Kind ganz schnell, sobald es Mama spürt, riecht und hört. Kinder, die minutenlang rufen und Mütter, die erst ins Kinderzimmer flitzen müssen, sind mit Sicherheit hellwach.

4. Das Kind fühlt sich nicht allein gelassen und erfährt viele Stunden zusätzlichen Körperkontakt. Ob ein Kind dadurch besser wächst und gedeiht, kann nicht eindeutig durch wissenschaftliche Untersuchungen belegt werden. Sicher ist allerdings, dass sich jede beängstigende Erfahrung im ersten Lebensjahr negativ auf die Gehirnentwicklung eines Kindes auswirkt.[9] Ein Familienbett kann natürlich nicht alle angsteinflössenden Faktoren beseitigen, aber es kann zu einem Ort werden, an dem sich ein Kind sicher und geborgen fühlt.

Gemeinsam statt einsam

Wo soll mein Kind schlafen?

Das Wo ist weniger entscheidend – viel wichtiger ist es, eine Schlaflösung zu finden, die für alle Beteiligten passt. Eltern, die ihr Kind freiwillig zu sich ins Bett nehmen, erleben das sehr positiv. Wer sich allerdings nur für gemeinsames Schlafen entscheidet, weil sonst nichts hilft, leidet oft darunter.

„Der richtige Schlafplatz für dich und dein Kind ist derjenige, der für dich richtig ist und an dem alle (Mutter, Vater und Kind) am besten schlafen.“[10]

Mögliche Schlaflösungen

Was heißt das konkret? Gemeinsames Schlafen kann ganz unterschiedlich aussehen und schließt nichts aus (auch nicht ein eigenes Kinderbett), solange die Möglichkeit besteht, auf die Nähebedürfnisse des Kindes einzugehen. Da jede Familie individuelle Lebensverhältnisse, Tagesabläufe, Ansprüche und Bedürfnisse hat, ist manchmal etwas Kreativität gefragt, damit sich alle Familienmitglieder wohl fühlen. Hier ein paar Beispiele:

Der Klassiker sieht vor, das Kind ins elterliche Bett zu nehmen. Dieses kann ein normales Doppelbett sein (mindestens 1,60 m Breite) oder ein Matratzenlager (mehrere Matratzen nebeneinander). Handwerklich geschickte Eltern können sich dafür einen kleinen Holzrahmen bauen, so rutschen die Matratzen nicht auseinander. Es geht aber natürlich auch ohne.

Kinderbett am Ehebett – so könnte es aussehen.
Bildquelle: http://www.babble.com/blogs/

Einige Familien haben bereits, zum Teil aus Platzgründen, das Kinderbett im elterlichen Schlafzimmer stehen. Wer sein Schlaflager weiterhin nicht teilen, aber das Kind in greifbarer Nähe haben möchte, kann ein Kinder- oder Beistellbettchen direkt ans eigene Bett stellen.
Wer sein Kind stillt, kann beim Kinderbett die Gitterstäbe an einer Seite herausnehmen, so kann das Kind nach dem Trinken ganz einfach wieder zurück geschoben werden.

Wer Wert auf getrennte Räume legt, kann eine Matratze oder ein Bett ins Kinderzimmer stellen, damit ein Elternteil – wenn nötig – dort schlafen kann. Das Kind hat so die Möglichkeit sich ans selbstständige Schlafen zu gewöhnen (wenn man so will), aber erfährt Beruhigung durch die Eltern, sobald es sie benötigt. Diese Variante eignet sich auch hervorragend für größere Kindern. Mein Neffe (5 Jahre) beispielsweise kann manchmal nicht ohne seine Mama schlafen. Unter seinem Hochbett hat meine Schwester deshalb eine Matratze gebunkert, die sie gerne mit ihm teilt, wenn die Monster mal wieder zuschlagen. Je nach Raumsituation kann solch eine Matratze aber auch unter/ neben das Elternbett geschoben werden, dann besucht der Knirps im Notfall die Eltern – nicht umgekehrt.

Zwar wird Familienbett zunächst mit Mutter, Vater und Kind(er) assoziiert– es ist aber durchaus möglich ein Kind bei anderen Familienangehörigen schlafen zu lassen, z.B. den Großeltern oder älteren Geschwistern. So bekommen die Eltern ihren wohlverdienten Schlaf und der Knirps seine Kuscheleinheit.

Was die Skeptiker sagen

An dieser Stelle ein paar entwaffnende Argumente für alle „Gegner“ des gemeinsamen Schlafens.

Kinder und Mütter schlafen besser im eigenen Bett

Sie schlafen anders im eigenen Bett, nicht besser. [11] Schlafstudien zeigen, dass Babys, die bei ihren Müttern schlafen zwar öfter für kurze Zeit aufwachen, über die gesamte Nacht gerechnet aber eine kürzere Zeit wach sind, als alleinschlafende Babys. Auch weinen sie seltener. „Einzelschläfer dagegen wachen zwar seltener auf – wenn sie aber aufwachen, dann richtig und mit gehörigem Protest.“[12]

Mütter, die freiwillig mit ihren Kindern nächtigen, behaupten erholsam zu schlafen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es sich sehr gut anfühlt mein Bett zu teilen – ich liebe das kleine anschmiegsame Bündel an meiner Seite. Ich kann tief schlafen, weil ich sofort merke, wenn unser Mädchen wach wird und an manchen Tagen weiß ich noch nicht einmal wie oft ich sie gestillt habe, weil ich so schnell wieder eingeschlafen bin.
Ungemütlicher wird es nur, wenn sie krankheitsbedingt oder zahnbedingt nicht schlafen kann, dann bin ich natürlich auch wach. Manchmal sogar zwei Stunden. Doch ich möchte sie nicht alleine lassen, wenn es ihr nicht gut geht. Ich darf in solchen Nächten glücklicherweise (fast immer) liegenbleiben, während unser Mädchen sich nahezu geräuschlos auf mir herum wälzt. Bis sie wieder schlafen kann…

Das Kind wird zu sehr verwöhnt

Wenn ein Kind bei seinen Eltern schlafen darf, werden lediglich seine elementaren Bedürfnisse gestillt. Es bekommt bei seiner Mutter genau das, „was es für eine Reise in den Schlaf von Natur aus benötigt – nicht mehr und nicht weniger.“[13]

Das Kind wird nie selbstständig

Wie heißt es noch? Kinder müssen sich daran gewöhnen, ohne die Hilfe der Eltern einzuschlafen, weil sie sonst nicht selbstständig werden? „Das kann weder durch wissenschaftliche Untersuchungen noch aus Sicht der Evolutionstheorie begründet werden.“ „Selbstständige Schläfer sind selbstständige Schläfer – und dadurch nicht unbedingt selbstständige Menschen. [14] Führte gemeinsames Schlafen tatsächlich zur Unselbstständigkeit, gäbe es die Menschheit wohl heute nicht mehr.

Gemeinsames Schlafen ist gefährlich

Kann etwas, das sich über Jahrtausende bewährt hat, ernsthaft gefährlich sein? Natürlich nicht! Befürchtungen man könne sein Kind erdrücken oder ersticken sind unbegründet, denn Babys lassen sich nicht ohne Gegenwehr ersticken: selbst ein Neugeborenes strampelt und schreit, wenn etwas seine Atmung behindert.

Das Familienbett stellt ein Risiko für den plötzlichen Kindstod dar

„Eigene Zimmer für Kinder sind ein Phänomen der westlichen Mittelschicht, in Asien [beispielsweise] schlafen nur 4% der Babys allein.“ Interessanterweise tritt der plötzliche Kindstod am seltensten in den Ländern auf, in denen Co-Sleeping üblich ist.[15] Mütter, die neben ihrem Kind schlafen, spüren offensichtlich eher – und reagieren entsprechend, wenn etwas nicht stimmt. Gemeinsames Schlafen im Familienbett erhöht also nicht das Risiko des plötzlichen Kindstodes, ganz im Gegenteil.

Das Liebesleben der Eltern bleibt auf der Strecke

Bleibt es nach der Geburt so oder so – zumindest für eine gewisse Zeit. Aber das ist ein anderes Thema. Ich wette, dass bei den meisten Paaren früher das Liebesleben auch nicht nur im Schlafzimmer statt fand. Will heißen: wo ein Wille ist, findet sich sicherlich ein (anderes) lauschiges Plätzchen…

Tipps für einen sicheren Schlafplatz

Was gibt es zu beachten?

Es ist nicht gut, wenn Raucher neben dem Kind schlafen. Ausgeatmete Luft enthält Nikotin- und Schadstoffreste, welche vom Kind eingeatmet werden könnten.

Verzichte auf Beruhigungsmittel, Drogen oder Alkohol. Alle Substanzen, die das Bewusstsein beeinträchtigen, können verhindern, dass du rechtzeitig erwachst und angemessen reagierst.

Lasse dein Kind erst bei seinen größeren Geschwistern schlafen, wenn es robust genug (über ein Jahr) ist. Kinder sind sich der Anwesenheit eines Babys im Bett meist nicht bewusst und könnten sich drauf legen.

Lasse keine Tiere im Familienbett schlafen. Unsere Katze hat sich früher mit Vorliebe auf mein Gesicht gelegt – das kann bei Säuglingen lebensgefährlich werden.

Die Temperatur im Schlafzimmer sollte zwischen 16-18 °C betragen. Achte darauf, dass dein Kind nicht zu heiß angezogen bzw. zugedeckt wird. Im Familienbett ist es wärmer, als allein im Kinderbett. An heißen Sommertagen beispielsweise reicht ein Body und ein Baumwolltuch als Decke völlig aus.

Sichere das Schlaflager so ab, dass dein Baby weder heraus fallen, sich einklemmen noch irgendwo hinein rutschen kann. Am Anfang kannst du ein Doppelbett beispielsweise an die Wand stellen –  dein Kind schläft dann zur Wandseite hin. Lasse dein Kind grundsätzlich lieber zwischen dir und der Wand als zwischen dir und deinem Partner liegen. Väter schlafen meist wie Steine.

Ein Sicherheitspolster sichert die ungeschützte Seite des Babys.
Bildquelle: http://www.inhabitots.com/

Sobald sich dein Knirps drehen kann (besser vorher, denn das können sie meist von jetzt auf gleich), musst du ein Gitter anbringen. Was genau für welches Bett möglich ist, kannst du am besten im Baumarkt erfragen.

Ganz wichtig ist die Größe der Liegefläche – sie muss so groß sein, dass alle Beteiligten genügend Bewegungsfreiraum haben. Ist die Matratze zu klein, leidet hauptsächlich die Mutter. Ich spreche aus Erfahrung. Unser Mädchen und Thomas haben auch in den kleinsten Betten hervorragend geschlafen, während ich zwischen den beiden eingeklemmt, kein Auge zu gemacht und das Kind vor dem Herausfallen bewahrt habe.

Die Schlafunterlage sollte eine feste Matratze sein. Ein Wasserbett beispielsweise ist nicht geeignet, weil dein Kind einsinken könnte. Dieses Problem hatten wir bei unserem ursprünglichem Doppelbett. Ich verursachte ein „Tal“ in der Matratze (der Lattenrost konnte nicht härter eingestellt werden), so dass unser Mädchen automatisch immer zu mir kullerte. Ziemlich blöd. Wir legten die Matratze auf den Boden und schwups war alles gut. Apropos…

Unser Familienbett

Am Anfang war eine Matratze

Wenige Tage nach der Geburt haben wir das Kinderbett verbannt und das Ehebett zerlegt. Übrig geblieben ist eine Matratze auf dem Fußboden. Da wir in einer Dachgeschosswohnung mit Dielenfussboden leben, besteht keine Gefahr, dass sich unter der Matratze Schimmel bildet.

Unsere ursprüngliche Matratze war 1,40m breit und schnell zu schmal für uns drei. Thomas zog vorerst aus, auch weil er im Wohnzimmer ruhiger schlafen konnte.

Unser Mädchen leg(t)e ich immer in die Mitte der Matratze. Will sie stillen, erledigen wir das im Liegen. Sie bleibt liegen, ich wechsele die Seiten.

Von Beginn an, habe ich ein längliches, recht festes Kissen (so eine Art Sicherheitspolster) hinter unser Mädchen gelegt, um ein Wegrollen zu verhindern. Es ist so schwer, dass sie es (immer noch) nicht alleine hochheben kann. Also keine Gefahr, dass sie sich darunter vergräbt.

Als sie anfing sich zu drehen erhöhte ich den „Schutzwall“ – das Sicherheitspolster. Als sie begann zu krabbeln, polsterte ich den Platz vor der Matratze sicherheitshalber mit Decken aus. Einmal ist sie von der Matratze gekullert – ein schrecklicher Schreck, doch aus der Höhe war nichts passiert.

Fortschritt Matratzenlager 

Nach ein paar Wochen schlief unser Mädchen wesentlich ruhiger und Thomas sollte wieder einziehen. Wir starteten eine Umräumaktion und legten zwei 1,40 Meter Matratzen in unser Schlafzimmer. Eine fast 3 Meter breite Schlafoase – einfach genial!

Wir schlafen seitdem alle gemeinsam, aber kommen uns nicht ins Gehege. Thomas hat in der Nacht gerne seine Ruhe und wir Mädels rücken lieber ganz eng zusammen. So hat jede(r), was er/ sie braucht.

Matratzenlager – viel Freiraum für alle.
Bildquelle: http://homelifegreenlife.com/

Nächtliche Routine

Ich bringe unser Mädchen immer ins Bett, da ich sie noch stille. Gerne stille und kein Problem damit habe.

Wenn sie eingeschlafen ist – je nach Tagesform und Laune dauert das zwischen 30 – 60 Minuten – gehe ich in die Küche und schreibe wie eine bekloppte an meinen Artikeln. Dabei ist es so leise in unserer Wohnung, dass ich sofort jedes Wimmern mitbekomme und prompt reagieren kann. Wird sie wach, stille ich sie und mache mich anschließend wieder aus dem Staub. Das klappt nur dann nicht, wenn sie krank ist oder zahnt. Dann lässt sie mich meist gar nicht mehr gehen. Ich seufze (manchmal fluche ich auch), weil ich nicht weiter schreiben kann, aber höre dann entweder ein Hörbuch, spiele lustige Spiele auf dem iPod (sehr zu empfehlen Siedler von Catan) oder schlafe mit ein.

Wenn wir Filme schauen oder Freunde zu Besuch sind, stelle ich das Babyphone an. Das reagiert auf den leisesten Muckser, so kann ich wie oben beschrieben verfahren.

Transportables Familienbett

Das gute am gemeinsamen Schlafen ist, dass es auch auf Reisen prima funktioniert. Unser Mädchen ist an den wildesten Orten in Ruhe weggeschnarcht, weil die nächtliche Routine, immer die gleiche ist und sie weiß, dass ich da bin, wenn es brennt.

Was sagt der Papa?

Thomas steht glücklicherweise 100%ig hinter unserem „Schlafkonzept“. Für ihn ist es wichtig, dass es uns allen (emotional) gut geht. Von unseren nächtlichen Stillaktionen bekommt er selten etwas mit und gestört wird er nur in extremen Nächten. An den meisten Tagen jedoch fragt er mich beim Frühstück, wie die Nacht war. So tief schläft Mann!

Schlussgedanke

William Sears bringt es wieder einmal auf den Punkt:

Das Kind im Familienbett willkommen zu heißen (nicht nur zu „dulden“) vermittelt dem Kind die Botschaft „Du bist eine wichtige Person für uns. Wir sorgen für dich in der Nacht genauso wie am Tag.“

In der Nacht reagieren Kinder manchmal sensibler, als am Tag. Sie verarbeiten aufregenden Ereignisse, spüren körperliche Schmerzen (Zähne, Wachstum) vermehrt, wenn sie zur Ruhe kommen und stehen verschiedenste Ängste durch (z.B. Trennung, Dunkelheit, Monster). Sie brauchen unseren Schutz und unsere Zuwendung also auch (wenn nicht noch mehr) in dieser „dunklen “ Tageszeit.

Verfrühtes Drängen zur Unabhängigkeit kann großen Schaden anrichten und teilweise sogar Gegenteiliges bewirken. Dessen sollten sich Eltern bewusst sein, wenn sie nach einer geeigneten Schlaflösung suchen.

Außerdem glaube ich, dass es uns Erwachsenen leichter fällt 2-3 Jahre schlechter (als bisher gewohnt) zu schlafen, als einem Kind. Wir sind gefestigt in unserem Wesen und in der Lage einiges wegzustecken. Kinder dagegen reifen noch. Ihre Seele ist fragil und kann schnell einen Knacks abbekommen. Die ersten Lebensjahre sind dabei ganz besonders wichtig, denn sie bilden das Fundament für das gesamte Leben. Warum also hier schon auf Sparflamme schalten mit unseren Gefühlen?

Thomas jedenfalls würde ich nie aus dem Ehebett werfen – selbst wenn er mir jede Nacht die Decke stähle – denn nichts fühlt sich besser an als neben einem geliebten Menschen einzuschlafen bzw. aufzuwachen. Für unser Mädchen gilt das Gleiche – sie darf bei uns bleiben, solange sie möchte. Dass ihr das gut gefällt, zeigt sie mir jeden Morgen mit ihrem breitesten Lächeln.

Links zum Thema 

Eltern.de: Familienbett – eine super Lösung
Ein sehr schöner, persönlicher Artikel von der Eltern-Autorin Nora Imlau.

Rabeneltern.org: Wissenswertes über den plötzlichen Kindstod
Dieser Artikel geht auch auf das Familienbett bzw. dessen Vor- und Nachteile ein.

Stilllexikon: Familienbett oder nicht?

 

 


Footnotes    (↵ returns to text)
  1.  Renz-Polster, Herbert: Kinder verstehen (2012), S. 100.
  2.  Renz-Polster, Herbert: Kinder verstehen (2012), S. 104.
  3.  Sunderland, Margot: Die neue Elternschule (2006), S. 43.
  4.  Sunderland, Margot: Die neue Elternschule (2006), S. 79.
  5.  Sunderland, Margot: Die neue Elternschule (2006), S. 70.
  6.  Sears, William: Schlafen und Wachen (2005), S. 30.
  7.  Sears, William: Schlafen und Wachen (2005), S. 30.
  8.  Sunderland, Margot: Die neue Elternschule (2006), S. 72.
  9.  Lüpold, Sibylle: Ich will bei Euch schlafen(2007), S. 35.
  10.  Sears, William: Schlafen und Wachen (2005), S. 27.
  11.  Renz-Polster, Herbert: Kinder verstehen (2012), S. 130.
  12.  Renz-Polster, Herbert: Kinder verstehen (2012), S. 128.
  13.  Renz-Polster, Herbert: Kinder verstehen (2012), S. 106.
  14.  Renz-Polster, Herbert: Kinder verstehen (2012), S. 106.
  15.  Sunderland, Margot: Die neue Elternschule (2006), S. 73.

Newsletter Kathrin

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  • Mokelchen

    Ich lese immerwieder auf deiner Seite, das tut mir unendlich gut! Unser Sohn ist jetzt 11 Monate und kostet unsere Nähe in vollen Zügen aus. Durch falsche Informationen, Vorstellungen und Überbringung der eigenen Verwandten war ich so verunsichert und fertig das ich ärztliche Hilfe benötigte. Zu allem Übel konnte ich ihn nicht stillen, durch starken Bluverlust und daraus resultierender Schwäche. Ich wollte es so sehr, doch meine Brust gab, trotz gefühlten 1000 Versuchen , ein paar Tröpfchen Milch. Ich bin immer noch nicht darüber hinweg. Wir tragen vom dritten Tag an , schlafen mit ihm zusammen in einem Bett und er bekommt jegliche Aufmerksamkeit die er braucht. Wenn dann doch mal wieder blöde Kommentare zu unserer „Erziehung“ kommen , lese ich deine Worte und fühle mich verstanden . Vielen Dank für deine Mühe!

    • Was für ein schöner Kommentar!! Vielen lieben Dank, Mokelchen!

  • Ivonne

    Hallo Kathrin,

    herzlichen Glückwunsch zum zweiten Nestling :-).
    Ich verfolge Deine Seite schon eine ganze Zeit und bin begeistert die vielen Informationen so gebündelt vorzufinden.
    Wir schlafen auch alle zusammen im Familienbett und unser Kind (1,5 Jahre) will nachts auch noch gestillt werden, was für mich kein Problem ist. Soweit die Infos. Nun zu meiner Frage, wie ist es bei Euch abends? Hast Du auch als Mutter permanente „Anwesenheitspflicht“ in der Wohnung?. Wenn unser Kind wach wird (schläft jetzt abends bei uns im Bett nach dem Stillen selbst ein, wenn er eingeschlafen ist, bzw. tief schläft, verlasse ich das Schlafzimmer), dann will er immer, dass ich komme. Schläft dann auch wieder meist sofort ein, seit kurzem auch ohne zu stillen. Wenn der Papa kommt, wird er oft weggestoßen und nach der Mama gerufen, oder er kuschelt mit Papa, schläft aber nicht ein. Ruhe herscht eigentlich immer nur dann, wenn ich dann in unser Schlafzimmer komme.
    Ich muss in 2 Monaten einen Abend weg und mache mir jetzt schon einen Kopf, was dann ist, falls unser Kind wach wird. Hast Du einen Tip für mich?
    Liebe Grüße
    Ivonne

    • Liebe Ivonne,
      erst einmal Danke :)
      Ja ich bin die einzige, die unser Mädchen ins Bett bringt, habe somit eine Anwesenheitspflicht. Für uns ist das allerdings optimal, weil Thomas an den Vormittagen auf sie aufpasst und am Nachmittag bis Mitternacht arbeiten geht (er ist selbstständig). Ich bin abends zu Hause und arbeite, sobald sie schläft. Deswegen wäre es Quatsch, wenn Thomas nach Hause käme, um sie ins Bett zu bringen.

      Von anderen, stillenden Müttern weiß ich, dass die Knirpse sich ganz gut auch von anderen beruhigen lassen, wenn die Mütter weg müssen/ wollen. Dann muss derjenige, der auf’s Kind aufpasst ein bisschen Kreativität an den Tag legen (im Tuch spazieren gehen/ singen/ schuckeln…) aber mit abgepumpter Mumi oder Pre-Nahrung wird der Hunger gestillt und auf den Rest lassen sie Kinder in der Regel ganz gut ein. Nur Mut – einfach ausprobieren. Und selbst wenn Dein Kind weint – es ist ja nicht alleine, sondern in Papas Armen 😉

      LG
      Kathrin

  • Mary B.

    Liebe Kathrin,

    ich lese jetzt schon sehr lange immer wieder auf deiner Seite und habe mich jetzt entschlossen, auch mal einen Kommentar hier zu lassen! Es ist unglaublich, wie ermutigt und bestärkt ich mich durch deine Artikel fühle. Mein Zwerg ist jetzt fast vier – und schläft seit Geburt bei mir im Bett. Trotz vieler Diskussionen mit Freunden, trotz der unterschwellig ablehnenden Haltung meiner Mutter, trotz des ständig wiederkehrenden Vorwurfs von allen Seiten, diese Art zu schlafen sei unnatürlich und befremdlich, trotz konstantem Unverständnis von außen: für uns ist es die beste Art zu schlafen. Oft habe ich mich deswegen schlecht gefühlt, habe mich gefragt ob gerade seit der Trennung von Mias Vater ich unser Familienbett mehr brauche als sie. Und dann lese ich auf deiner Seite und stelle immer wieder fest: Nein, es ist genau das richtige und zwar genauso lange wie mein Kind das will und braucht. Ich finde es schade, dass das so viele Eltern nicht hören möchten und sich einreden lassen, sie würden ihre Kinder verwöhnen, wenn sie ihre elementarsten Bedürfnisse immer stillen. Oft haben wir in unserer Krabbelgruppe über Ein- und Durchschlafprobleme gesprochen, schon seit die Kinder alle ganz winzig waren. Wenn ich gefragt wurde, konnte ich nur sagen: wir haben keine. Bewunderung von allen Seiten. Dann die kritische Frage: Wie machst du das? Meine Antwort – Familienbett. Da schlug die Bewunderung dann ganz schnell in allgemeine Skepsis, Vorwürfe und tausend Ausreden um.

    Inzwischen fühle ich mich schon lange nicht mehr schlecht wegen unseres Familienbettes. Mia schläft abends seit einiger Zeit alleine in ihrem eigenen Bett, das in kleinem Abstand neben meinem großen Bett steht, ein und wandert dann im Lauf der Nacht zu mir rüber. Das war ganz lange nicht möglich. Bis sie etwa drei Jahre alt war, ist sie nur eingeschlafen wenn wir zusammen in meinem großen Bett gekuschelt haben, bis sie eingeschlafen war. Von daher – großer Fortschritt, ohne Schreien, ohne Weinen, ohne Kampf, ohne Erschütterung des Vertrauens zwischen uns. Ich bin dankbar, dass ich es durchgehalten habe und meinem Kind das Beste gebe und gegeben habe, was wir unseren Kindern geben können: so viel Liebe und Nähe, wie es irgendwie geht! Und dazu hat deine wunderbare Seite maßgeblich beigetragen.

    Ganz liebe Grüße,
    Mary

  • hanna

    Was für ein Schwachsinn!Unsere Tochter hat mit zwei Monaten alleine in ihrem Bett in ihrem zimmer geschlafen.. Schlaft ohne weinen ein und wacht ohne weinen auf.. Sie lacht sobald sie die Augen auf macht! Das mit der gehirnentwicklung ist genauso idiotisch!!Unser Kind ist sogar weiter als andere Kinder in ihrem Alter!!! Soll es doch bitte jeder machen wie er will!!!!! Aber das so zu verallgemeinern ist einfach nur lächerlich.. Ich habe mich bei jedem einzelnen Satz nur geärgert das man seine Meinung mit egal welchen Mitteln vertreten will!!ich liebe meine Tochter genauso wie jeder andere sein Kind!ich schlafe besser und sie auch wenn sie in ihrem eigenen zimmer ist!was für sorgen soll ich haben? Das das grümmelmonster sie frisst???

    Das hat nichts damit zu tun das sie selbstständig wird..Aber ich bin ausser Mutter auch Frau und Partnerin!
    Das vergessen vielleicht einige

    Es soll bitte jeder machen was er für richtig hält und es unterlassen sooooooo einen Schwachsinn zu schreiben

    • Hallo Hanna,

      warum so ausfallend? Deine Erfahrungen stehen doch nicht im Widerspruch zu meinem Artikel! Du forderst außerdem, dass jeder tun soll, was er für richtig hält – aber gerade das gestehst Du mir nicht zu. Seltsam.
      Den „Schwachsinn“ habe ich mir übrigens nicht ausgedacht. Den kannst Du in den von mir zitierten Büchern gerne noch einmal ausführlich nachlesen, falls Du mir nicht glaubst.

      LG
      Kathrin

  • hanna

    Es soll auch bei Gott jeder tun was er will!! Aber nicht mit solchen Aussagen!! Nestling ist selbst bei den Fachmänner/Frauen seeeeehr umstritten und da gibt es berührworter und Gegner!!aber alles so zu verallgemeinern ist denke ich nicht der richtige Weg 😉

    • Ich habe das Gefühl, dass Du den Artikel falsch verstehen willst, deswegen noch mal ein Zitat daraus für Dich:

      „Wo soll mein Kind schlafen?
      Das Wo ist weniger entscheidend – viel wichtiger ist es, eine Schlaflösung zu finden, die für alle Beteiligten passt. Eltern, die ihr Kind freiwillig zu sich ins Bett nehmen, erleben das sehr positiv. Wer sich allerdings nur für gemeinsames Schlafen entscheidet, weil sonst nichts hilft, leidet oft darunter. „Der richtige Schlafplatz für dich und dein Kind ist [also] derjenige, der für dich richtig ist und an dem alle (Mutter, Vater und Kind) am besten schlafen.“

      Das ist in der Tat verallgemeinert, allerdings so, dass jeder angehalten ist, seinen eigenen Weg zu finden 😉

      Ach und was die „Fachmänner/ – frauen“ anbelangt – welches Thema der Kindererziehung ist unter Experten nicht umstritten?

      LG
      Kathrin

  • André

    zu dem vorhergehenden Disput möchte ich anmerken:
    jedes unserer 5 Kinder hatte eigene Schlafgewohnheiten, meistens kuschelten sie sich Nachts gern zu uns. Unser zweitjüngster wollte von Anfang an in sein Bett – da war er glücklich, nix mit kuscheln! Zeitweise wachte er nachts unruhig auf. Wir legten ihn daraufhin allein ins Wohnzimmer – und siehe da – es war Ruhe und er schlief die ganze Nacht durch. Unsere Kleinste (nun 5 Wochen) fühlt sich am wohlsten bei uns im Bett, dort schläft sie am ruhigsten.
    Ja, so unterschiedlich sind die Bedürfnisse, und jeder darf hinfühlen, was ein Baby braucht.

    Die Kommentare dieser Seite sind aber auch Bestätigung. Wir dürfen fühlen was gut tut und besinnen uns wieder auf Ursprüngliches – menschliche Nähe.

    Ich möchte aber noch einen wichtigen Punkt aus Hanna´s Kommentar zitieren:
    „…Aber ich bin ausser Mutter auch Frau und Partnerin!…“
    Dieses Gleichgewicht in der Familie ist, meiner Meinung nach, sehr wichtig.

    Zum Ende kommend – hier noch ein Zitat des großen deutschen Philosophen Jürgen Habermas (feiert heute 85. Geburtstag):
    „…Demokratie lebt vom öffentlichen Streit… Denn es zwingt dazu, die besseren Argumente zu suchen…“

    Liebe Grüße und eine geruhsame Nacht

    • „Jeder darf hinfühlen, was ein Baby braucht“, bringt es super auf den Punkt!
      Danke auch für das schöne Zitat, André!

      LG
      Kathrin

  • Chris

    Vielen Dank für den wunderbaren Artikel. Ich finde er bringt das Thema Schlafen super auf den Punkt und ich werde ihn an alle „Jedes Kind kann schlafen lernen“-Fans in meinem Umfeld weiterleiten. :)
    Wir haben auch ein Familienbett, dass wir im Moment zu dritt und ab Oktober dann zu viert nutzen. Ich genieße es sehr meine Liebsten so Nahe bei mir zu haben und kann nicht über Schlafmangel klagen. Wenn unsere Tochter schlecht träumt oder gerade Nähe braucht kuschelt sie sich einfach an und schläft sofort weiter. Jedes Mal aufstehen und je nachdem sogar in einen anderen Raum gehen zu müssen stelle ich mir wesentlich unentspannter vor.
    Früher hatten wir auch ein Familienschlafzimmer, dass war total schön und ich erinnere mich noch heute an das Gefühl von Geborgenheit und Nähe!
    Als ich fünf Jahre alt war sind wir umgezogen, da wollten meine Schwester und ich dann unsere eigenen Zimmer mit eigenem Bett und waren ganz stolz. An vielen Tagen haben wir uns dann aber trotzdem noch alle im Schlafzimmer meiner Eltern getroffen. Je älter wir wurden, desto weniger wurde das natürlich. Von daher mache ich mir absolut keine Sorgen, dass unsere Kinder später nicht „flügge“, selbstständig und erwachsen werden.

    • Vielen Dank für Deine mutmachenden Zeilen, Chris. Ich hoffe unser Mädchen macht es wie Du und Deine Schwester damals – eines Tages stolz und selbstbewusst ihr Kopfkissen schnappen und aus dem Familienbett ausziehen :) So friedlich wünsche ich es mir jedenfalls. Dein Kommentar lässt hoffen!

      LG
      Kathrin

  • Sandra

    Hallo,
    tolle Seite!

    Unsere 1jährige Tochter schläft (leider) erst seit ihrem 4. Monat bei uns. Vorher war sie mit Babyphone in ihrem Zimmer. Allerdings habe ich sie immer erst abgelegt, wenn sie eingeschlafen war, egal wie lang es gedauert hat. Wir haben das so gemacht, weil alle in unserem Bekanntenkreis es so machten. Und auch die Hebamme sagte nichts negatives dazu.
    Ich könnte heute noch heulen, wenn ich daran denke, wie alleingelassen sich die Kleine gefühlt haben muss, wenn sie aufgewacht ist…

    Auch bei uns ist es jetzt so: Ich gehe abends mit der Kleinen ins Bett, stille sie bis sie eingeschlafen ist. Meist ist das jetzt so gegen 19.30 h und dauert zwischen 20 – 60 Min. Mittlerweile gehe ich dann auch schon mal in die Küche und erledige noch etwas. Sobald ich was höre flitze ich ins Schlafzimmer. Nach kurzem Stillen schläft sie dann wieder. Lange Zeit konnte ich gar nicht wirklich weg. Mittlerweile geht es auch mit Babyphone wenn z. B. Besuch da ist. Oft bleibe ich aber auch bei ihr, schreibe oder lese etwas oder sehe einfach fern.

    Es tut gut zu sehen, dass ich da nicht alleine bin. Zumal es mir persönlich auch gar nichts ausmacht. Man lässt sich halt doch hin und wieder von der Aussenwelt beeinflussen.

    Nun habe ich aber auch eine Frage:
    Wir hätten gerne noch ein zweites Kind und da wir schon etwas älter sind, wollen wir nicht mehr lange warten. Wie sind denn da so die Erfahrungen? Ich habe Angst, dass sich meine kleine sehr zurückgesetzt fühlt. Sie selbst war ein Baby, dass ich tagsüber nicht ablegen konnte, die keinen Kinderwagen mochte, aber auch kein Tragetuch. So habe ich sie einfach den ganzen Tag auf dem Arm getragen. Was wird, wenn das zweite Baby auch so würde?

    Wie funktioniert das mit dem Familienbett? Jetzt wird sie ja auch noch gestillt und wird 4 – 5 Mal in der Nacht wach.

    Ich würde mich sehr über Erfahrungsaustausch freuen.

    Viele Grüsse
    Sandra

    • Liebe Sandra,

      Deine Frage wird Dir leider niemand beantworten können, da jedes Geschwisterkind anders auf Nachwuchs reagiert und wirklich keiner wissen kann, was für einen Charakter ihr als nächstes bekommt.

      Für euer großes Kind braucht ihr in jedem Fall viel Geduld und Verständnis. Sie wird (vor allem in der Anfangszeit) viel Rückversicherung brauchen und das Gefühl, dass sie genau so wichtig ist wie das Baby. Gut wäre es Zeiten zu finden, die deiner großen Tochter ganz alleine gehören (zum Beispiel wenn das Baby schläft), damit sie wirklich spürt, dass sie immer noch genau so wichtig ist. Und ihr zu erklären, dass sie auch mal so klein und hilflos war. Jetzt aber groß und eine super Unterstützung für euch. Etwas in der Richtung…

      Wie das mit dem Familienbett funktioniert, wird sich zeigen, wenn das Baby da ist. Eventuell alle in einem Bett, wenn niemand dadurch gestört wird. Oder Du schläfst mit dem Baby/ Dein Mann mit der Großen. Oder das Baby allein oder die Große allein oder… Es gibt viele Möglichkeiten und welche für euch optimal ist, müsst ihr durch Probieren herausfinden!

      Es ist möglich zwei Kinder zu stillen (Tandemstillen), darauf läuft es bei uns gerade hinaus. Wie genau das in der Praxis dann ausschaut, kann ich Dir aber erst in ein paar Wochen sagen 😉

      Ich würde vorschlagen, dass Du erst mal in Ruhe schwanger wirst, wenn Du Dich dazu bereit fühlst. Und für all die anderen Fragen findet sich ganz bestimmt eine Lösung, wenn es soweit ist!

      Liebe Grüße
      Kathrin

  • Reni

    Hallo,

    zu der Frage von Sandra. Wir haben ein Kleinkind (2,5 Jahre) und ein Baby (7 Monate).

    Viele Dinge, wo man glaubt, dass das besonders schwierig wird, lösen sich von selbst bzw. gehen leichter als gedacht. Unser 1. Kind hat auch viel geweint, war ein schlechter Schläfer und wurde viel auf dem Arm getragen.

    Das Baby Nr. 2 hat im Krankenhaus z. B. nur ein einziges Mal geschrien, war zudem eine natürliche Geburt (vorher Kaiserschnitt) und das Stillen hat sofort geklappt und funktioniert immernoch super.

    Mit der Eifersucht kommen schon einige Probleme, v.a. wenn zw. beiden Kindern ein geringer Altersunterschied ist. Unser Kind hat schon gebissen und gehauen. Die Tage mit beiden Kindern allein und dann noch, wenn beide krank sind oder man selbst noch krank ist, sind schon mehr als anstrengend. Man kann es nicht allen recht machen.

    Ich selbst fand es anfangs (die ersten Monate, als das Baby viel schlief u. ich noch den Kinderwagen genutzt habe) leichter. Da habe ich den „Großen“ aus der Einrichtung abgeholt und nachmittags was unternommen (See, Tiergarten etc.). Das hat super funktioniert. Jetzt schläft das Baby allerdings nur noch bei mir oder im Tuch bzw. Ergobaby. Da gestalten sich Ausflüge schwerer, wenn das Kind dann wegrennt, nicht hört oder gerade trocken wird und unterwegs pullern muss.

    Das Familienbett finde ich jetzt auch schwierig und würde mir Tipps wünschen. Das Baby schläft zunächst nach dem Stillen abends allein bis zum 1. Aufwachen. Dann nehme ich es mit ins Doppelbett, wo zu der Zeit o. später auch der „Große“ liegt. Er will, sobald er munter wird (meist erst früh, manchmal auch nachts) sofort zum „Kleinen“, nestelt dann an ihm herum, drängt sich mit aller Macht daneben und das Baby wird munter, alle anderen auch. Das ist ein Riesenproblem. Mit dem Baby finde ich daher keinen Rhythmus und es kann auch nie seinen Bedürfnissen entsprechend ausschlafen. Ein Kinderzimmer gibt es aktuell noch nicht. Zudem müssen auch Beide getrennt zum Schlafen gebracht werden, weil der Große dann keine Ruhe geben würde, d. h. das Baby im Wohnzimmer (wo wir uns dann natürlich nicht aufhalten können) und der Große im Schlafzimmer.

    Hinzu kommen bei mir kleine Zweifel. Der Große hört sehr wenig. Vermutlich waren wir teilweise nicht konsequent genug oder können nicht richtig erziehen. Wir sind sehr liebevoll, haben ihn nie schreien lassen und alles getan. Nun wird eine Frühförderung beantragt. Ich frage mich, was wir falsch gemacht haben. Natürlich werden jetzt alle Stimmen von damals laut „das ist Eure Schuld, Ihr habt ihn verhätschelt“, „das haben wir ja immer gesagt“…

    Alle Anderen, die ihre Kinder nicht so viel getragen, ins Bett genommen und lange gestillt haben sowie sofort auf die Bedürfnisse reagiert haben, haben jetzt das große Lachen. Das macht mich sehr traurig und hilflos.

    • Hallo Reni,

      zum Familienbett kann ich Dir leider keinen guten Tipp geben. Außer zeitweise ausquartieren, sofern es die Räumlichkeiten zulassen, um zu schauen, ob es dadurch besser wird… Vor dem ähnlichen Problem stehe ich sicherlich auch in Kürze, vielleicht fällt mir dann noch etwas besseres ein.

      Was bedeutet er hört sehr wenig? Unser Mädchen war sehr aggressiv, wie Du vielleicht gelesen hast und mit viel Geduld und Zuwendung legte sich dieses Verhalten. Jetzt mit 3 Jahren weiß sie genau, was sie will (nicht will) und besteht z.T. sehr hartnäckig und lautstark darauf. Das mag vielleicht anstrengend(er) erscheinen, weil sie sich nicht ständig fügt. Aber ich betrachte das keineswegs negativ. Sie ist sehr selbstbewusst und lässt sich eben nicht einfach etwas überstülpen. Wir versuchen also nach wie vor unser aller Bedürfnisse unter einen Hut zu bekommen. Was auch bedeutet, dass hier gelegentlich die Fetzen fliegen 😉

      Die Frage ist, wie geht es Dir mit eurem Jungen? Wie sieht euer Alltag aus und hört er wirklich sehr wenig oder ist das nur Dein Gefühl? Auf dieser Seite findest Du zu diesem Thema einige gute Artikel – vielleicht helfen sie Dir, wieder Vertrauen in Dich, Deinen Jungen und euren Weg zu finden.
      http://www.gewuenschtestes-wunschkind.de/p/erziehung.html

      Ganz liebe Grüße
      Kathrin

  • Reni

    Hallo Kathrin,

    danke für Deine Antwort. Ich habe natürlich volles Verständnis dafür, dass sich mein Kind zum Einen in der typischen Selbstfindungsphase findet und zum Anderen sein Verhalten (Provokation, Aufforderungen/Bitten ignorieren, kaputt machen etc.) zweifelsfrei auf die Geburt des Babys bezieht bzw. seitdem in dieser Form aufgetreten ist.

    Vorher war er der Mittelpunkt, um den sich alles drehte, jetzt gibt es da aber eben noch jemanden. Wir versuchen es immer wieder mit Geduld und Ruhe. Bei zwei Kindern kommt man allerdings immer wieder in derart stressige Situationen, wo die Geduld schnell zu Ende ist, v. a. wenn man weiß, dass er anders kann (bei der Tagesmutti klappt alles reibungslos; mit mir u. d. Baby alleine draußen meistens auch).

    Mit der Geburt ist leider auch Vieles total dumm gelaufen. Der „Große“ war zum Zeitpunkt des plötzlichen nächtl. Blasensprungs krank mit hohem Fieber, als ich liegend abtransportiert wurde. Daraufhin hat er sich dermaßen an meinen Mann geklammert (er musste ihn fast durchweg tragen, er hat geschrien ohne Ende), dass er mich fast ignoriert hat. Ins Krankenhaus durfte er aufgrund seiner Erkrankung nicht, so dass man ihn auch nicht von Anfang an einbeziehen konnte.

    So langsam lässt er sich wieder von mir drücken und hochnehmen, aber es ist als Mutter sehr deprimierend. Bzgl. „nicht hören“ ist es wie auf der Seite von Deinem Link beschrieben – provozieren, ignorieren, sich mit Händen und Füßen wehren, schlechte Laune, Spucken, Hauen, Beißen etc.

    Laut diverser Ratgeber versuche ich ihn einzubeziehen (beim Windeln, Stillen etc.), was teilweise klappt. Wenn er allerdings nicht will, provoziert er mit allem, was mich/uns ärgert, z. B. mehrfaches absichtliches Pullern auf den Boden. Er sagt auch, er hat keine Lust, auf den Topf zu gehen. Er will wieder eine Windel und bei Müdigkeit und schlechter Laune sofort seinen Nuckel.

    Mit beiden Kindern alleine zu Hause ist es nicht möglich, irgendetwas zu schaffen (Haushalt, kochen) oder auf Toilette zu gehen.

    Leider hat er auch wenig Geduld, wenn wir alle zusammen etwas spielen wollen oder ihn beim Kochen o. ä. einbeziehen. Es geht nur so lange gut, wie er Lust hat und sobald etwas nicht so läuft wie er will oder man etwas verbietet, ist alles vorbei.

    Ich ertappe mich zunehmend, wie ich ihm Dinge gewähre oder dulde bzw. nachgebe, nur um keinen Anfall seinerseits zu riskieren, weil dann alle leiden.

    Schwierig ist es auch, richtig zu reagieren, wenn er das Baby beißt/haut/kratzt, was zum Glück nur noch selten und meist eher unbeabsichtigt vorkommt.

    Ich bin sehr gespannt, wie Du mit solchen und ähnlichen Situationen umgehen wirst, welche Ratschläge Du hast und vielleicht auch andere Mütter.

    Liebe Grüße.

    Es soll Dir natürlich keine Angst machen – es gibt sehr sehr schöne Momente – Kuscheln mit dem Baby z. B., aber auch die Kühnheit und sprachliche Gewandtheit unseres „Großen“, die mir fast schon unheimlich ist. 😉

  • Liebe Kathrin,

    nun haben wir es tatsächlich in die Tat umgesetzt: Unser Familienbett.
    Und was soll ich sagen? Einfach nur TOLL!

    Ohne deine Artikel hätten wir es glaube ich nicht ausprobiert und somit viel verpasst. Unser Krümel, Papa und ich fühlen sich pudelwohl mit der Schlafsituation und möchten diese nicht mehr missen. Es ist so schön innig! Danke dir!

    • Hi, hi!
      Das freut mich sehr :)

      LG
      Kathrin

  • Besire

    Hallo Kathrin,
    Ich bin auf deine Webseite zufällig gestoßen und kann garnicht aufhören zu lesen. Ich bin echt positiv angetan von deinen tipps und berichten. Vielen Dank.
    Mir liegt was am Herzen und ich hoffe du kannst mir irgendwie helfen. Mein Sohn war noch nie ein guter Schläfer also nachts war er immer sehr oft wach mindestens 8x. Er ist jetzt 6 Monate alt. Seit über drei Monaten hat er nachts mit blähungen zu kämpfen. Er schläft ein kurze Zeit später wacht er weinend auf dann windet er sich durchsteckt seinen Körper und man hört einen pups oder mehrere. So geht’s die ganze Nacht über er ist fast stündlich / zweistundlich wach. Er wird nachts gestillt.
    Ich bin langsam am verzweifeln kann das noch normal sein. Ich habe mal gelesen das babys wegen dem Zahnen verdauungsprobleme haben.

    • Liebe Besire,

      das kann ich Dir leider nicht beantworten. Ich würde ihn auf jeden Fall mal vom Kinderarzt (ggf. Osteopath oder Heilpraktiker) checken lassen.

      Beste Grüße und schnelle Besserung
      Kathrin

  • Dori

    Hallo!

    Ich bin vor 9 wochen frisch das erste mal mama geworden!
    Die erste zeit war echt richtig anstrengend und oft hab ich mich gefragt ob wir alles richtig machen…

    Ich muss sagen ich liebe deine Texte und bin jedes mal von neuen bestärkt das alles so stimmt!
    Deine Texte sind so wahr und einfach menschlich!
    Sie sprechen Mütter mit ähnlichen Gedanken und Fragen an! :)

    Mach weiter so 😉

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