Kindergarten U3 – Teil 4: Das Ende vom Kindergartenlied

Kathrin Erfahrungen 31 Kommentare

Ich will nicht lang um den heißen Brei herum reden: Wir haben den Kindergartenplatz für unser Mädchen am Montag gekündigt. Während der zweiwöchigen Eingewöhnungsphase reagierte sie so gestresst auf die Trennungsversuche, dass Thomas und ich beschlossen sie nicht unnötig zu quälen.

Am Montag gab es außerdem ein klärendes Gespräch mit Marie, unserer Erzieherin, denn alle Beteiligten fühlten sich unwohl nach dieser Eingewöhnung. Unser Mädchen fand Marie voll blöd und begrüßte sie mit einem heftigen Kopfschütteln und Stirnrunzeln. Sie konnte ja nicht wissen, dass wir nur reden wollten. Marie wiederum glaubte, dass wir ihr nicht vertrauten und an ihrer Kompetenz zweifelten, obwohl sie natürlich versuchte ihr Bestes zu geben. Tja, und unser Mädchen so in den Armen einer anderen Person leiden zu hören (sehen konnten wir sie ja nicht während der Trennungsversuche), machte Thomas und mir nachhaltig schwer zu schaffen.

Schockerlebnis Kindergarten

Bereits in einem anderen Artikel (Frühe Fremdbetreuung – eine kritische Sichtweise) habe ich meine Zweifel bezüglich der frühen Fremdbetreuung von Kindern geäußert und kann sie an dieser Stelle nur noch einmal unterstreichen. Kleinkinder reagieren mit Stress auf Kindergartenaufenthalte (je jünger, desto schlimmer) und haben weder das Sprach- noch das Zeitverständnis, um zu begreifen warum sie allein gelassen werden. Kinder unter zwei Jahren verstehen kaum, dass Mama nur arbeiten gegangen ist – sie könnte genau so gut für immer verschwunden sein.

Eine frühe Trennung ist in jedem Fall ein Schockerlebnis, welches eine schonende Eingewöhnung wie bei dem Berliner Modell nur mildern, aber nicht verhindern kann. Kleinkinder geraten in Panik, Mütter auch, denn es ist uns Menschen unmöglich unsere „evolutionär innewohnende Trennungsangst“ einfach abzustreifen. Kinder, die es nicht schaffen den ganzen Tag tapfer und ohne weinen auszuharren, gelten fatalerweise als verwöhnt oder verweichlicht. Besorgte Mütter (so wie ich) werden in Trennungssituationen gerne als übervorsichtig bezeichnet, als Glucken, die nicht loslassen können. Und dabei reagieren beide Seiten völlig natürlich.

Von mir aus kann unser Mädchen ein Weichei sein und wir verzärtelnde Übereltern, sie muss nicht das erleben, was ich bei den bereits eingewöhnten Kindern während der Eingewöhnungszeit beobachtete. Auch wenn die wenigen Stunden, die ich dort verbracht habe nur ein verhältnismäßig kleines Zeitfenster darstellten, kann mir keiner weismachen, dass die weinenden Kinder, die auch z.T. mit Schnuller nur schwer zu beruhigen waren und mit hängendem Kopf durch die Einrichtung liefen, sonst super glücklich sind. Jeder litt unter der Trennung – der eine mehr, der andere weniger, aber jeder auf seine traurige Weise.

Interessenkonflikt Kindergarten

Marie gab uns zu verstehen, dass Trennungsschmerz dazu gehöre und sie hat Recht, wenn man davon ausgeht, dass Kinder nach zwei Wochen eingewöhnt sein sollen. Um dieses Ziel zu erreichen müssen Mutter und Kind abgehärtet werden. Mütter versuchen sich oft schon Wochen im Voraus gedanklich auf diese Trennung vorzubereiten und die Abhärtung der Kinder übernehmen dann die Erzieher. In unserer Einrichtung habe ich mitbekommen, dass Kinder manchmal deutlich hörbar (über ein Babyphone) schrien, aber die Erzieher scheinbar gelassen noch ein paar Minuten verstreichen ließen. Ich möchte keine Absicht unterstellen, zu Stoßzeiten und bei Personalmangel ist es sicher nicht vermeidbar, dass die Bedürfnisse der Kindern im Trubel untergehen. Es ist allerdings kein Geheimnis, dass Kinder, die man schreien lässt, irgendwann aufgeben zu rufen. Sie resignieren – das ist nur eine Frage des Trainings. Obwohl das unter keinen Umständen gut ist, („Kinder wie Erwachsene weinen, um sich mitzuteilen, um Hilfe zu erbitten“) gelten Kinder, die nicht mehr weinen in vielen Kindergärten als „gut eingewöhnt“.[1] Gefasste Kinder sind gefragt, da sie eine geringere Ansteckungsgefahr für die ganze Gruppe darstellen. Denn weint ein Kind, weinen die anderen meist mit.

Wir ließen unser Mädchen nie lange alleine weinen, weil sie immer einen Grund hat, wenn sie weint. Von Anfang an legten wir Wert darauf, auf ihre Signale zu hören und auf sie einzugehen, so dass wir jetzt nicht, nur weil Kindergartenzeit ist, alles über den Haufen werfen können. Wenn sie müde oder krank ist, zahnt oder im Wachstumsschub steckt, beruhigt sie sich am Besten an der Brust oder im Tragetuch. Ich kann von der Einrichtung natürlich nicht erwarten, unserem Mädchen immer eine Sonderbehandlung zu gewährleisten. In sensiblen Phasen könnte sie also eines der Kinder sein, dass deutlich über das Babyphone zu hören ist, ohne dass jemand reagiert. Diesen Gedanken verkrafte ich nicht.

Ich verstehe, dass in einer Kindertagesstätte auch die Kleinsten nach gewissen Regeln und Strukturen leben müssen, damit der Alltag reibungslos vonstatten gehen kann. Mir ist es allerdings lieber, wenn unser Mädchen weiterhin authentisch ihre Bedürfnisse und Gefühle äußert, als dass sie lernt sich zu kontrollieren und zu funktionieren.

Außerdem braucht unser Mädchen eine verlässliche Bezugsperson, an die sie sich wenden kann, wenn Thomas oder ich nicht da sind. Das kann mir der Kindergarten nicht garantieren. An zwei Tagen in der Woche arbeitet Marie im Spätdienst. Sie wird manchmal im Urlaub sein oder im Krankheitsfall zu Hause bleiben. Selbst wenn ich Marie vertraue und unser Mädchen sie akzeptiert, bleibt unklar, wie sie auf wechselnde Bezugspersonen reagiert. Mir wird es nicht gelingen unser Mädchen zurückzulassen ohne die 100%ige Gewissheit zu haben, dass sie gut aufgehoben ist. Und ob es ihr wirklich gut geht, lässt sich schwer herausfinden, solange sie noch nicht sprechen kann.

Plan B

Das Fehlen einer Großfamilie/ das Fehlen von Verwandten mit Tagesfreizeit zwang und zwingt uns auch weiterhin über Betreuungsalternativen nachzudenken. Wie auch bei anderen Themen (z.B. Kinderbett, Beikost) orientieren wir uns zunächst an der Masse, um festzustellen, dass wir es doch ganz anders machen müssen…

Noch eilt es nicht mit einer Betreuung für unser Mädchen, noch kann ich mit ihr zu Hause bleiben. Aber es wäre beruhigend eine „Ersatzmama“ gefunden zu haben, bevor ich wieder arbeiten muss. Ich würde sie so gerne ganz sanft mit neuen Bezugspersonen vertraut machen und ihr die Zeit geben, die sie braucht um sicher zu landen. Wenn nötig, begleiten wir sie auch gerne mehrere Wochen, damit sie sich allmählich in ihrem Tempo von uns lösen kann und weitere Bezugspersonen akzeptiert.

In einer Woche habe ich einen Beratungstermin beim Jugendamt, weil ich mich gerne über Tagesmütter informieren möchte. Diesen Tipp habe ich von den Müttern meiner Stillgruppe erhalten, die ich nun regelmäßig besuche. Vielleicht finden wir eine Person mit viel Herz, die unsere Vorstellungen von Kindererziehung teilt und individuelle Vereinbarungen (was z.B. das Schlafen oder die Abholzeiten anbelangt) toleriert. Vielleicht ist das Tagesmuttermodell aber genau so problematisch. Sollte ich wieder auf der Suche nach etwas sein, dass es in unserer Welt nicht gibt, muss Plan C her….

Mein Wunsch für die Zukunft?

Ich fände es grandios, wenn Mütter tatsächlich eine Wahl erhielten, zwischen Arbeit und Kind, denn nur wer wirklich frei wählen kann, ist glücklich. Für Frauen, die es kaum erwarten können ihren Beruf wieder aufzunehmen, ist die Unterbringung der Kinder in Tageseinrichtungen wichtig und gut. Frauen, die sich eingesperrt und in eine Rolle gezwängt fühlen, können sich nur schlecht auf ihre Kinder einlassen. Mütter dagegen, die sich gerne um ihren Nachwuchs zu kümmern, sollten die Möglichkeit erhalten, etwas länger aus dem Berufsleben auszutreten. 100 Euro Betreuungsgeld, die ab 2013 gezahlt werden sollen, sind zwar ein netter Bonus, aber für die meisten Familien keine finanzielle Grundlage, um eine Verlängerung der Elternzeit ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Ein Kindergartenplatz, der mit bis zu 1000 Euro im Monat subventioniert wird, ist dagegen für fast jeden Haushalt erschwinglich.[2]

Ich wünsche mir, dass sowohl Karrierefrauen als auch Hausfrauen ihre Berechtigung und Anerkennung in unserer Gesellschaft finden. Eine strikte Trennung und damit verbundene Engstirnigkeit, ist völlig unnötig und in meinen Augen Energieverschwendung. Es muss doch einen Weg geben, Möglichkeiten zu schaffen, die jeder Frau und Mutter zu einer optimalen Lösung für sich und ihrer Familie verhelfen. Doch wo kein Wille ist, gibt es bekanntlich auch keinen Weg.

 

 

 

 

 

 

Footnotes    (↵ returns to text)
  1. González, Carlos: In Liebe wachsen (2005), S. 117.
  2. Hable, Silvia: „Ran an die Arbeit“ in Unerzogen (2/2012) S. 10-24.

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  • Thomas

    Hallo Kathrin,

    erkundige Dich mal bei Deiner Krankenkasse, vielleicht haben die entsprechende Angebote…wir erhalten bis zur Geburt unseres zweiten Sohnes eine tägliche Betreuung von einer Nanny.
    Okay…besonders an der Situation ist, daß Eileen hochschwanger ist und ich im Schichtdienst tätig bin, aber wer weiß…fragen kostet nichts.
    Und Toni fährt voll auf Tante Elke ab 😉
    Mama und Papa fehlen augenscheinlich für die 3-4 Std. täglich nicht und kommen mal dazu wichtige (je nach Betrachtungsweise 😉 ) Dinge zu erledigen …

    Liebe Grüße und viel Spaß im Schnee *Thomas*

    P.S.: Errechneter Termin (kann mich irgendwie nicht an diesen Ausdruck gewöhnen) ist der 13.12.2012… :)

    • Kathrin

      Hallo Thomas, wunderbar, dass Eileen solch eine Unterstützung erhält. In ihrem Zustand ist das eine wertvolle Entlastung. In meinem Zustand (ich bin ja nicht schwanger) wäre eine von der KK bezahlte tägliche Betreuung purer Luxus und ein unverschämt übertriebenes Angebot, es sei denn sie verteilen dieses Jahr fürstliche Weihnachtsgeschenke 😀

  • Andrea

    Liebe Kathrin,
    sei mir bitte nicht böse, aber ein bisschen musste ich schmunzeln bei deinem Bericht – so wie du geschrieben hast, war eigentlich abzusehen, dass das Projekt Kindergarten scheitern wird, oder? Denn du stehst ja nicht wirklich dahinter, im Gegenteil, deine Zweifel hast du von Anfang an sehr deutlich dargestellt. Ich denke, solche Zweifel übertragen sich auch auf dein Kind, und das spürt, dass du selbst nicht der Meinung bist, dass es gutgehen kann…Und wenn etwas gegen die eigenen ÜBerzeugung geht, dann funktioniert es halt auch nicht.
    Ich habe ganz andere Erfahrungen gemacht, und vermutlich auch eine ganz andere Grundeinstellung. Zuerst mal – ich bin gerne „Mama“, mich hat „damals“ überrascht, welche Gefühle so ein kleiner Wesen hervorruft, und natürlich wollte ich für mein Kind da sein. Allerdings war ich von Anfang an der Meinung, dass auch mein Mann, als Papa, das genauso gut kann. Ich ging wieder arbeiten, als mein Sohn 9 Monate war, mein Mann blieb mit ihm zu Hause. Was musste ich mir da für Kommentare anhören! Ich hatte ständig das Gefühl, ein schlechtes Gewissen haben oder mich schlecht fühlen zu müssen – aber, ganz ehrlich, das hatte ich nicht – schließlich war mein Sohn bei seinem Papa! Mit 17 Monaten kam unser „Großer“ in die Krippe. Da hatten wir zugegebenermaßen gemischte Gefühle, vielleicht ist man beim ersten Kind da auch noch unsicherer. Aber unser Sohn fand es gut, nein, er hat weder gelitten noch hat es ihm geschadet – im Gegenteil. An den Wochenenden stand er morgens immer mit seiner Kiga-Tasche vor uns, fragte hoffnungsvoll „Kindergarten?“ und nervte uns damit die ganze Zeit, bis endlich wieder Montag war. Das Gleiche in den Ferien. Unser zweiter Sohn war zu dem Zeitpunkt schon da, dieses Mal nahm ich ein Jahr Elternzeit, mit 12 Monaten sollte er in die Krippe. Bei ihm war ich nicht so sicher, ob es klappen würde – unser Großer war damals sprachlich sehr weit und konnte sich schon ganz gut verständigen. Der Kleine hingegen konnte nicht mal krabbeln, als er in die Krippe sollte! Aber ich ließ es entspannt auf mich zukommen, und ich empfand die Eingewöhnung (übrigens auch das Berliner Modell) als sehr unproblematisch (beim Großen hatte mein Mann die Eingewöhnung übernommen). Mein Bauchgefühl war gut, und auch der Kleine fühlte sich wohl. Er weinte, wenn ich mich verabschiedete. Das empfand ich als vollkommen normal, sobald ich am Ausgang der Kita war, hatte er sich jedoch schon wieder beruhigt. Sprechen konnte er nicht, aber wenn wir am Wochenende in Richtung Kita spazieren gingen, fing er an zu weinen – wenn wir an der Kita vorbeigingen und ihn nicht dort ablieferten! Ich persönlich habe mich immer über die Kommentare gewundert, die mir suggerierten wie schlecht ich mich oder „wir alle“ uns doch als Mutter fühlen (müssen), wenn wir unsere so kleinen Kinder so früh „weggeben“. Oft hab ich mich gefragt, ob mir dieses spezielle Mama-Gen fehlt, und warum sowieso immer nur von den Müttern die Rede ist, die ohne ihre armen Kinder ja zugrunde gehen und sich ohne sie auf nichts, schon gar nicht aufs Arbeiten konzentrieren können. Während niemand Väter für schlechte Väter hält, wenn sie kurz nach der Geburt wieder Vollzeit arbeiten und der Mutter „das Feld überlassen“. Ja, schon klar, stillen können Väter nicht, und ich habe meine Kinder auch gestillt, so lange wie sie das wollten (den ersten 8, den zweiten 13 Monate und bei der dritten bin ich noch dabei). Aber alles andere? Nähe, Geborgenheit, Liebe, Verständnis – mich nervt, dass das alles immer/meistens den Müttern zugeordnet wird. Meine Erfahrung ist nicht, dass Mütter gedrängt werden, ihre Kinder schnell abzugeben und „härter“ werden müssen. Meine Erfahrung ist, dass ich als Mutter, die diese sehr starken Trennungsängste nicht hat, eher schief angesehen werde, nach dem Motto „Aber du musst dich doch schlecht fühlen!“. Ich glaube, wir projizieren auch viel auf unsere Kinder. Mir war und ist immer wichtig, dass meine Kinder sich wohl fühlen bei dem was sie tun. Gleichzeitig hatte ich aber auch immer viel Vertrauen, dass es ihnen – auch ohne mich – gut geht. Und ich bin überzeugt, dass das der Fall ist, sicherlich aber auch, weil ich sowas wie ein sicherer Hafen für sie bin, der sie ziehen lässt (in den Grenzen, die das jeweilige Kindesalter steckt, natürlich) aber auch immer liebevoll empfängt und auffängt, wenn sie Wärme und Sicherheit brauchen. Meine Kinder haben sich, meiner Meinung nach, auch dank des (frühen) Kindergartens sehr positiv entwickelt – sie sind offen, selbstbewusst und ausgeglichen. Ich war als Kind ganz anders – sehr verschlossen, schüchtern und hab mich weder im Kindergarten noch in der Grundschule wohl gefühlt. Manchmal frage ich mich, ob das anders gewesen wäre, hätten meine Eltern mir mehr zugetraut und mich mehr ermuntert, auch alleine meinen Weg zu gehen – eben auch schon als Kindergartenkind, in kleinen Schritten.
    Mir ist eine gute Balance wichtig – auch nach der Geburt meiner Tochter wollte ich nicht zu lange pausieren. Nur zu Hause sein liegt mir gar nicht. Mit 6 Monaten konnte sie aber noch nicht in die Krippe, also suchten wir eine Tagesmutter. Hier war ich skeptisch: Mir gefällt das Konzept der Krippe besser. Dort sind viele Kinder (und ich bin wirklich überzeugt, dass Kinder sehr viel und am besten von anderen Kindern lernen, auch schon als Kleinkinder). Vor allem sind dort aber mehrere Erzieher und viele Eltern, die täglich den Umgang von Erziehern mit Kindern erleben. Fällt ein Erzieher aus der Reihe, fällt das auf. Nicht so bei einer Tagesmutter – dort hatte ich viel mehr das Gefühl, dass die Kleinen, die ja noch nicht sprechen können, dieser einen Person „ausgeliefert“ sind, die inder Zeit, die sie mit den Kindern allein ist, theoretisch schalten und walten kann wie sie will. Unsere Tagesmutter war sehr nett – leider hat es trotzdem nicht geklappt. So wird unsere Tochter nun an dem einen Tag, an dem ich voll arbeite, von meinem Mann betreut (der ist ebenfalls selbstständig und kann sich seine Zeit ein wenig einteilen, hier sind wir wohl klar im Vorteil), an einem Vormittag von einer Nachbarin und einem weiteren Vormittag von der Oma. Und wir hoffen, zum Sommer einen Krippenplatz zu bekommen, dann ist sie 18 Monate alt. Und ja, ich bin durchaus der Meinung, dass viel mehr Geld für die Krippenbetreuung ausgegeben werden sollte, denn hier in unserem Stadtteil gibt es viel zu wenig Plätze! Einig sind wir uns wohl darin, dass das „Betreuungsgeld“ niemandem nützt. Wer aus seiner Grundeinstellung heraus sein Kind lieber allein zu Hause betreuen möchte, dem nützen 100€ monatlich gar nichts. Und die, die schnell wieder arbeiten möchten, bangen um einen – teuren! – Krippenplatz, von denen es nicht genug gibt.
    Mir ist es wichtig zu arbeiten. Ich brauche das als Ausgleich, aber es ist mir auch wichtig, finanziell zum Unterhalt beizusteuern. Und mich nervt, wie schwierig es einem die Gesellschaft macht, wenn man als Frau trotz Kindern noch beruflich seinen Weg gehen möchte. Damit meine ich nicht mal Karriere machen – das ist gar nicht mein Ziel, denn ich möchte durchaus auch Zeit mit meinen Kindern verbringen und keine 40h Woche haben. Aber mein Job ist mir auch wichtig, und ich habe die Erfahrung gemacht, dass Frauen, die schwanger werden, häufig gleich seitens des Arbeitgebers „abgehakt“ werden („die kommt doch sowieso nicht wieder, mit 2 oder 3 Kindern kann „frau“ ja nicht mehr arbeiten“), als Frau nimmt einen niemand ernst, wenn man schon während der Schwangerschaft plant, wann und wie man wieder anfangen möchte zu arbeiten („nun warten Sie doch ab, das können Sie doch noch gar nicht wissen, verlassen Sie sich nicht auf Ihren Mann“ etc). Alles Dinge, die ein Mann, der Vater wird, sich nie anhören muss. Warum ich das jetzt schreibe? Einfach, um zu zeigen, dass die Erfahrungen sehr unterschiedlich sein können. Nicht alle Mütter empfinden diese Angst vor der Trennung des Kindes (und nicht alle Kinder leiden!), nicht alle Mütter würden gern viel länger mit ihren Kindern zu Hause bleiben und nicht alle werden gedrängt, ihre Kinder schnell abzugeben und loszulassen. Diejenigen wie ich, die kein (oder kaum ein) Problem damit haben, die Kinder in (gute!) „fremde“ Hände zu geben, werden häufig angefeindet oder als „schlechte“ Mütter dargestellt – so empfinde ich mich aber nicht. Ich habe auch nicht das Gefühl, etwas zu verpassen, denn ich verbringe ja trotzdem noch viel Zeit mit meinen Kindern. Und ich merke auch immer mehr, wie sehr Kinder andere Kinder brauchen und wie gut sie dabei voneinander lernen. Wie gesagt, gerade, weil ich als Kind andere Erfahrungen gemacht habe, sollten meine Kinder sich einfach wohl fühlen und meiner Meinung nach war das immer der Fall. In der ganzen „Kindergartenlaufbahn“ der Jungs gab es nie die Phase, in der sie NICHT in den Kindergarten wollten – das war und ist für sie einfach schön, dort zu toben, zu basteln, zu spielen.
    Mein Gefühl ist, dass man im Gegenteil von den Müttern ZU VIEL erwartet – sie sollen das Non plus ultra für die Kinder sein, die alleinigen Trösterinnen, die bedürfnislos ihr eigenes Leben in inniger Symbiose mit ihrem Kind zurückstellen. Sehr oft höre ich, dass in „Notfällen“ wie bei Krankheit, Unwohlsein, schlechten Träumen des Kindes etc. nur die Mutter helfen kann. Nun, meine fühlen sich genauso sicher und geborgen bei meinem Mann, aber von Vätern erwartet man das eben nie. Ich schweife ab vom Thema Kindergarten, aber für mich wird den Müttern eher viel zu schnell ein schlechtes Gewissen eingeredet, wenn sie eben nicht dem Idealbild der „Vollblutmama“ entsprechen – damit hängt auch zusammen, dass viele es verurteilen, Kinder so klein schon in eine Krippe zu geben („Als Mutter fällt einem das natürlich immer schwer/bricht einem das Herz/wie kriegst du als Mama das fertig“ – auch hier wieder ist vom Papa nie die Rede…).
    Dies also nur als nicht wertender Gegenpunkt zu deiner Sicht, als ein „Erfahrungsbericht von der anderen Seite“ sozusagen.

    • Das ist ja schon fast ein eigener Artikel :)
      Nein, ich bin überhaupt nicht böse, denn Du hast hast Recht. Ich war von Anfang an voller Zweifel. Unser Mädchen war so anhänglich und sensibel, ein absoluter Muttermilchfan dazu. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, wie das klappen sollte. Sicherlich hat sich mein Gefühl auf sie übertragen. Aber auch bei einer Betreuung durch die Schwiegereltern beispielsweise war ich sehr skeptisch. Unser Mädchen hatte lange Zeit Angst vor dem Opa (ich weiß nicht warum) und zwar gerne bei Oma, aber nur in meinem Beisein. Ich wollte nichts erzwingen, ließ sie solange da wie sie wollte und mittlerweile bin ich abgeschrieben, wenn wir zur Oma fahren.
      Thomas hat übrigens von Anfang an allein Zeit mit unserer Tochter verbracht. Er macht das toll und bei ihm ist sie sehr gerne – wie könnte ich ihm nicht vertrauen. Aber wenn sie krank ist, bin ich halt Nummer 1. Das wird wohl mit dem stillen zusammen hängen. Sie trinkt dann meist nur (verweigert feste Nahrung) und gefüllte Brüste hat Thomas leider nicht. Das hat sie schnell gemerkt.

      Nicht alle Kinder sind wie unser Mädchen und nicht alle Mütter wie ich – zum Glück 😉
      Ich glaube gerne, dass einige Kinder gerne in den Kindergarten gehen und dass Fremdbetreuung für die Familie nicht nur eine Erleichterung, sondern auch ein Zugewinn sein kann. Ich wollte mit meinem Artikel lediglich darauf hinweisen achtsam zu sein, sich die Kinder in der neuen Betreuungssituation anzuschauen und gegebenenfalls zu reagieren (nach Alternativen zu schauen), wenn sie eben noch nicht bereit sind.

      Kinder lernen von Kindern, da stimme ich zu. Aber nicht nur.
      Um den fehlenden Kindergartenalltag zu kompensieren, treffe ich mich täglich mit anderen Müttern. Wir haben z.B. eine feste Mamigruppe, die sich jede Woche 2-3 Mal für mehrere Stunden am Nachmittag trifft. Die Kinder kennen und mögen sich, spielen gern zusammen und zanken natürlich auch. Das komplette Programm.
      Ich kann allerdings aus eigener Erfahrung behaupten, dass Kinder keinen Kindergarten (zumindest in den ersten zwei Jahren) brauchen, um sich gut zu entwickeln. Ich bin immer wieder erstaunt, was für ein selbstbewusstes, aktives und mobiles Mädchen aus unserem scheuen Reh geworden ist. Wäre sie im Kindergarten geblieben, hätte man diese Entwicklung der Einrichtung verdankt. Dem ist in unserem Fall nicht so. Ich kann und will sie nicht fördern wie eine Erzieherin, aber ich glaube, dass ich genügend Herausforderungen im Alltag für sie bereit halte, an denen sie wachsen kann.

      Mittlerweile sind meine Zweifel einem Kindergarten bzw. einer Tagesmutter gegenüber geschrumpft. Unser Mädchen geht offen auf andere Kinder und Erwachsene zu, ich kann mir vorstellen, dass sie allmählich für den nächsten Schritt bereit ist. Alles eine Frage der Zeit…

      Ob Kindergarten oder Tagesmutter besser ist. Wer kann das schon beantworten? Hinter beide Kulissen kann man als Mutter nicht schauen, da muss man sich schon auf sein Bauchgefühl verlassen. Und letztendlich entscheidet auch hier das Kind, bei einigen klappt es so, bei anderen halt anders.

      Was den beruflichen Wiedereinstieg und unsere Gesellschaft anbelangt, stimme ich Dir voll zu. Gäbe es eine Möglichkeit für mich in meinem Beruf in Teilzeit (flexibel) zu arbeiten, würde ich es gerne wieder tun. Ich bin sicher, dass unser Mädchen eine Halbtagstrennung gut überstünde, aber im Moment sieht es beruflich sehr schlecht aus für mich. Doch auch das ist ein anderes Thema.

      „Mein Gefühl ist, dass man im Gegenteil von den Müttern ZU VIEL erwartet“ – das sehe ich genau so. Und letztendlich werden wir angefeindet, egal, was wir tun. Langzeitstillen ist tabu, die Flasche darf aber auch nicht gegeben werden. Mütter, die zu Hause bleiben glucken und wer schnell wieder arbeiten gehen möchte, ist eine Rabenmutter. Egal wie man (oder Mutter) es dreht, es wird nie allen Recht sein. Darum sollte jede Frau genau das tun, was ihren und den Bedürfnissen des Kindes entspricht. Dann können wir auch weiterhin über verschiedene, positive Erfahrungen reden :)

  • Dana

    Hallo Kathrin,
    Mein Sohn kam mit 10 Monaten sehr früh in die Krippe. Ansonsten hätte ich den Platz nicht bekommen. Er liebte seine Bezugserzieherin und brauchte die Kinder.
    Im Kindergarten wurden wir mit dem offenen Konzept konfrontiert. Das machte ihm und uns Eltern wirklich stark zu schaffen. Mittlerweile will er in den Kiga und hat seinen Platz gefunden. Gut finde ich das Konzept allerdings nicht. Da wird am falschen Ende gespart.
    Ich bin wieder schwanger und der Gedanke an so eine frühzeitige Fremdbetreuung jagt mir Schauer über den Rücken.
    Jedes Kind ist individuell und braucht seinen eigenen Weg. Anscheinend findet das Ungeborene jetzt schon alles anders als der große Bruder.
    Wichtig ist doch offen auch über die Ängste zu reden, dass wenigstens wir Mütter zusammen halten.
    Plan C könnte bei dir zum Beispiel auch sein, dass du dich mit 1-2 Müttern in der Betreuung abwechselt – ein persönliches Betreuungsmodell.
    Die Reaktionen als ich deinen Beitrag bei Facebook geteilt habe, waren speziell, besonders von kinderlosen. Mamas werden doch ständig kritisiert und verurteilt, egal was sie machen. Ich bleib cool und schlage vor, dass sie abwarten bis sie Kinder haben. Das ändert alles.
    Bei all den Diskussionen auch zu deinen Beiträgen sollte man nie vergessen, dass wir eben schon als Kinder ganz eigene Wege brauchen um glückliche und selbstständige Wesen zu sein.
    Liebe Grüße, Dana

    • Da sagst Du was. Von kinderlosen Frauen muss ich mir auch einiges anhören. Dann erinnere ich mich immer an die Zeit vor der Schwanerschaft – da konnte ich viele Dinge, die meine ältere Schwester mit ihrem Sohn gemacht hat nicht verstehen. Heute bewundere ich sie dafür, dass sie nie etwas zu meinem „theoretischem Gelaber“ gesagt hat. Sie wusste sicherlich, dass sich meine Meinung ändert, wenn ich Kinder habe :)

  • Martina

    Es kommt halt einfach auf das Kind an. Ich weiss nicht ob du mitliest.

    Aber GENAU DIE GLEICHE ERFAHRUNG haben wir mit unserer 18 Monate alten Tochter auch machen muessen. Sie wollte sich nicht von mir trennen. Geschrei, Panik, es ging nicht. Trotz sanfter Eingewoehnung.

    Jetzt bleibt sie erstmal bei uns zu Hause und wir versuchen es spaeter wieder. Sie hat in den letzten Monaten schon so viel mehr dazugelernt.

    Vielleicht ist 18 Monate auch einfach eine schlechte Zeit. Sie war insgesamt sehr anhaenglich.

  • Claudia

    Hallo Kathrin,
    was ist denn nun aus eurer Betreuung geworden? Unser Kleiner ist zwar erst ein halbes Jahr, doch als ich mich jetzt in unserem Ort zwecks Krippe und Tagesmütter informiert habe, war ich nicht erfreut, dass die Betreuungsschlüssel bei 5:1 (Tagesmutter) bzw. 7,5:1 (Krippe) liegen. Wie soll da denn eine Beziehung zur Betreuungsperson aufgebaut werden? Ich hadere, nachdem ich auch noch deine Beiträge gelesen habe, ziemlich damit… Aber zu Hause bleiben muss man bzw. Familie ja auch erstmal finanziell hinbekommen. Warum ist es nur so schwierig??? Aber ich freue mich, dass ich deine Seite entdeckt habe! Bei allen Themen die uns bis jetzt beschäftigen sprichst du mir aus der Seele,. Das ist sehr schön, denn bei manchen Sachen habe ich das Gefühl ich bin die einzige Mutti die es so macht… 😉
    Liebe Grüße

    • Liebe Claudia,

      schön, dass Du mit liest :)
      Ich bin ein weiteres Jahr mit unserem Mädchen zu Hause geblieben (das hat finanziell zum Glück geklappt) und ganz aktuell wissen wir noch nicht wie es weitergeht. Ich bin ehrlich gesagt, hin und her gerissen. Einerseits spielt sie nun ab und zu ganz gut mit anderen Kindern, andererseits merke ich dass ihr die Ruhe zu Hause ganz gut tut (um nur ein Beispiel von vielen zu nennen). 7,5:1 ist ein übler Betreuungsschlüssel :(

  • Anja

    Hallo Kathrin, jetzt ist wieder über ein halbes Jahr vorbei :), gibt es was neues oder habe ich ein Artikel überlesen?

    • Liebe Anja,
      Du hast nichts verpasst. Unser Mädchen ist weiterhin zu Hause und wird im Sommer (dann 3 Jahre) in den Kindergarten gehen. Ein Folgeartikel wird es geben, sobald wir wissen, ob wir einen Platz in unserem Wunschkindergarten bekommen :)

      LG Kathrin

  • Conny

    Oh je,
    ich stehe genau vor dem entgegengesetzten Problem… Ich habe zwei Söhne, der eine ist ein halbes Jahr alt, der andere 2 1/2. Ich kann und möchte zu Hause bleiben, bis unser Jüngstes (mindestens ein Kind wollen wir noch bekommen) in der Grundschule ist. Nun drängt das gesamte Umfeld, auch der Papa, ihn in den Kiga zu schicken, wenn er Drei wird. Nur ich – ich will nicht. Ich möchte ihn bei mir haben. Mit Vier wäre eine Überlegung wert. Ich habe da noch die Hoffnung, dass wir keinen Platz bekommen… Und ihn weinend dort lassen, das werde ich nicht. Oder wenn er sagt, er möchte nicht dahin gehen, dann muss er nicht. Er würde ohnehin nur 3-4 Stunden gehen, mehr wäre mir zu viel. Er findet Kinder so toll aber mehr als einmal in der Woche Krabbelgruppe und hin und wieder Freunde mit Kindern zu treffen, schaffe ich nicht. Ich bin der Meinung, ihm trotzdem nichts vorzuenthalten – Mama den ganzen Tag ist auch mit Drei noch wichtiger als ein paar Stunden andere Kinder sehen. Ich muss dazu sagen, ich bin selbst erst mit Vier in den Kiga gegangen und fand es dort doof.

    Nun bin ich so hereingeplatzt mit dem Text… Ich wollte noch schreiben: Klasse Blog!! Habe ihn erst vor kurzem gefunden und er gefällt mir gut!! Endlich mal eine Familie, die „normal“ ist 😉 (=Familienbett, jahrelanges Stillen, liebevolles Dasein fürs Kind. (das Wort „Erziehung“ ist mir zuwider.))

    Lustige Grüße,
    Conny

    P.S. Ich finde eines schwierig: Ich habe eine klare Meinung dazu, was gut und was schlecht ist in der „Erziehung“. Trotzdem andere Menschen mit anderen Wegen zu respektieren – das finde ich zwar sehr wichtig, aber eine schwierige Gratwanderung. Wie löst man das? Zum Beispiel finde ich es einzig gut, wenn man ein Familienbett hat. Aber: Die Mutter, die das nicht macht, ist ja nicht gleich eine schlechte Mutter und es wird je nachdem auch nicht unbedingt so schädlich fürs Kind sein, dass es ein kaputter Mensch wird. Dennoch sage ich: Kinder alleine schlafen zu lassen ist schlecht. Und wie redet man mit Müttern, die das tun? Sie wollen ja doch nur das Beste für Ihr Kind und meinen es gut… Im Gespräch immerzu zu verbiegen, finde ich auch anstrengend. Das mache ich bisher so…

    • Liebe Conny, was ist mit Deinem Sohn? Unser Mädchen zeigt uns immer deutlicher (seit sie 2,5 Jahre ist), dass es sie zu Gleichaltrigen zieht. Als wir den Vertrag im Kiga unterschrieben, ist sie freiwillig für eine halbe Stunde allein in der Gruppe geblieben, von sich aus. Was ich damit sagen will? Es sollte egal sein, was Du willst bzw. das Umfeld – ich finde es wichtiger zu schauen, was das Kind möchte. Ich würde die Eingewöhnung starten und beobachten wie es ihm geht. Will er sich nicht lösen, würde ich ihn nicht weggeben. Hat er jedoch große Freude daran mit anderen zu spielen, würde ich ihn ziehen lassen. Am Anfang reichen ja wenige Stunden am Tag. Aber das ist nur meine Meinung.
      Was Deine zweite Frage anbelangt, kann ich wieder nur für mich sprechen. Ich gehe einen recht exotischen Weg – stille unser Mädchen noch, sie schläft im Familienbett, ist nicht geimpft usw. usw. Ich möchte für meine Entscheidungen respektiert werden, weiß aber auch, dass unser Weg erstens nicht bei jeder Familie funktionieren kann und ich zweitens nur Akzeptanz erwarten kann, wenn ich es schaffe anderen (Meinungen) gegenüber offen zu sein. Es gibt sehr, sehr viele Möglichkeiten ein Kind gut zu erziehen. Und ein Kind alleine schlafen zu lassen (weil Du dieses Beispiel nanntest) muss keineswegs schlecht sein. Wenn es liebevoll in den Schlaf begleitet wird, wenn die Eltern/ das Kind ruhiger in einem eigenen Zimmer schlafen usw. Jeder muss das Recht haben seine eigenen Entscheidungen fällen zu dürfen, Du kannst Deine Sichtweise natürlich kundgeben, darfst aber nicht erwarten, dass sie jeder teilt. Meine Devise ist, lass jeden machen wie er möchte, es sei denn Gewalt ist im Spiel, dann schreite ich sofort (verbal) ein. Biete Deine Hilfe an, aber nur wenn Dein Gegenüber auch offen dafür ist. Und versuche Dir nicht soviel den Kopf über andere zu zerbrechen, Dein eigenes Leben und wie es Deiner Familie geht, ist wichtiger 😉

      LG Kathrin

  • Sandra

    Hallo!selig meinen zweijährigen schlafenden Sohn im Familienbett stillend entdecke ich deine wundervolle Seite!Wir haben ab Sommer einen Kigaplatz,da ist er 2,5 und ich bin aufgeregt,wie alles klappen wird!!ganz liebe ungeimpfte langzeitgestillte familienbettler Grüße!!!sandra

    • :)
      Na jetzt musste ich erst einmal schmunzeln! Unser Mädchen geht auch im Sommer (ist dann 3 Jahre) in den Kiga. Bin auch gespannt, wie es klappt und werde berichten!
      Liebe Grüße
      Kathrin

  • verena

    Auch DANKESCHÖN! von mir für diesen Blog!
    Auch(;o)) ich bin immer noch (hannah wir im juli 3) stillende Mutter eines zuhause geborenen(viell nicht auch?), ungeimpften, im Familienbett schlafenden Kindes, die sich um Bedürfnisorientierung bemüht und Vorstellungen und Leben stark umgekrempelt hat.
    Wir leben mit Hund und Kind in einem bayrischen Dorf (man nehme alle Klischees und füge drei Ausrufezeichen hinzu), mein Mann ernährt uns mit seinem Job für den er tgl 1,5 std im Auto sitzt, weil wir uns halt in dieses Haus in der Pampa verliebt haben.
    Wir haben inzwischen nette Menschen gefunden, aber keine wirklichen Freunde und vorallem fehlt es an Gleichaltrigen. Zugegebenermaßen scheue ich mich vor den Gesprächen mit anderen Müttern, weil ich den Eindruck hab, mich halten alle für Bekloppt sobald ich den Mund aufmache. Familie und Freunde sind 1-7 std entfernt. Das heißt regelmäßige Kontakte fehlen und das zeigt Hannah auch seit letztem Sommer. Deshalb haben wir sie bereits im November in den hiesigen Kindergarten gehen lassen. Ich war zwar kein ausgesprochener Fan des dortigen Konzeptes, aber wir hatten nur 3min Fußweg, kein Auto und in der Gruppe waren keine 10 Kinder. Ausserdem hab ich mich auf ein wenig Zeit „allein“ gefreut.
    5 Wochen vor Beginn hatten wir in der 10.SSW unser zweites Kind verloren, seitdem war Hannah ohnehin noch anhänglicher.
    Das habe ich dort auch mitgeteilt. Naiverweise war ich einfach davon ausgegangen, dass es normal ist, für die Eingewöhnung die Zeit zu bekommen, die das Kind und meinetwegen auch die Mutter, braucht. Schnell wurde ich eines Besseren belehrt. In der dritten Woche (Hannah hatte sich relativ entspannt eingelebt in den 6 Tagen 3pro Woche) wurde es der Erzieherin vermutlich zu blöd mit mir, da ich Hannah immer mal fragte ob ich gehen könne, da ich „nur“ im nebenraum rumsaß. Sie begleitete mich zu meiner Tochter, ließ mich aber gar nicht zu Wort kommen und forderte sie auf sich von mir zu verabschieden. Hannah spielte das Spiel sogar mit, wollte nur ab diesem tag nicht mehr hingehen. 3 oder 4mal hab ich sie überredet dann hatte ich keine Lust mehr. Ich hasse es die Bedürfnisse oder Äußerungen meines Kindes zu übergehen zumal ich es für mehr als fragwürdig halte. Die Erzieherin sagte zu meinem Mann wir übertrügen Hannah zu viel Verantwortung, solch eine Entscheidung müssten die Eltern treffen und nicht das Kind. Daraufhin haben wir sie abgemeldet.
    In unserem Wunschkindergarten, der uns zumindest hoffen ließ, dass die Einstellung den Kindern gegenüber unserer ähnlicher wäre bekamen wir keinen Platz. Also Versuch nr 2, auch in einem staatlichen Kindergarten. Die Leute waren nett und ich blauäugig. Nun kämpfen wir seit 6 Wochen. …und nicht weil ichs da toll finde, sondern nur weil ich sie nicht mit einem weiteren Abbruch traumatisieren will. Parallel versuche ich einen Kindergarten zu gründen und wenn ich damit fertig bin, fang ich mit der Schule an;o)
    (ich les nicht Korrektur weil das smartphone, mich dann immef rausschmeist, also verzeih bitte Fehler)
    ganz liebe Grüße vom Lande

    • Liebe Verena,

      herzlichen Dank!
      Das klingt ja nicht so positiv bei euch! Wann bist Du denn mit der Kindergartengründung durch? Wahrscheinlich zu spät für Hannah, oder?
      Wir haben einen ganz tollen Walddorfkindergarten gefunden in den unser Mädchen ab August gehen wird. Ich werde berichten und Dir drücke ich die Daumen, dass ihr eine Lösung findet!

      LG
      Kathrin

  • Sandra

    Hallo Kathrin,
    danke für diesen tollen Blog. Er hat mich schon so manches Mal bei Unsicherheiten in meinen Entscheidungen bestärkt :-)

    darf ich fragen, wie ihr das nach dem Jahr der Elternzeit gehanghabt habt, sprich, bist du in die Arbeitslosigkeit gegangen? Ich stehe vor der Situation, dass ich nach der Elternzeit gekündigt werde und dann arbeitslos wäre. Finanziell habe ich keine Einbußen, da ich vorher schon sehr wenig verdient habe. Ich möchte das Jahr meinen Kleinen dann auch gern noch bei mir behalten und zu Hause betreuen. Ich finde 1 Jahr viel zu füh um ihn abzugeben. Diese Meinung muß ich aber auch vehement in meinem Umfeld verteidigen, es wird einem fast das Gefühl gegeben dem Kind etwas zu versagen :-(

    Liebe Grüße,
    Sandra

    • Liebe Sandra,

      da ich einen befristeten Vertrag hatte, war ich nach dem Elternjahr ein Jahr arbeitslos.
      Im dritten Jahr hab ich keine Leistungen bezogen – da haben wir den Gürtel etwas enger geschnallt.

      LG
      Kathrin

  • Steffi

    Liebe Kathrin,
    DANKE! Ich bin so dankbar, dass du das so öffentlich alles schreibst und ich denke immer, du schreibst über mich und meine Tochter, die im gleichen Alter ist und eine ähnliche Entwicklung nimmt wie du, zudem sind wir auch Kolleginnen 😉 Und gerade deshalb freue ich mich über deine Meinung und den Mut, sie zu formulieren! Ich habe auch die Elternzeit verlängert, allerdings habe ich uns den KiTa Eingewöhnungsversuch gleich gespart, es war so absehbar, dass es nix wird. Wir haben dann eine tolle Tagesmutti gefunden und sie geht da sein 9 Monaten hin, da ich etwas Zeit für mich zum atmen und die Ausbildung zur PP brauchte. Sie weinte auch noch am letzten Tagesmuttitag (9Monate dort) kürzlich früh, daran hat sich nichts geändert. Und es war nur erträglich, weil ich wusste, dass sie sich schnell trösten lässt und dann eine gute Zeit da hat. Zudem konnte ich ihr mangels anderer Mütter, die länger als 1 Jahr zu Hause bleiben in unserer Wohngegend, keine Spielpartner anbieten. Daher befürchtete ich, dass bei ihrem Temperament (starke Reaktionen bei Veränderung und neuen Situationen, Ängstlich-vermeidend, sehr sicherheitsbedürftig…) eine Kindergarteneingewöhnung mit 3Jahren scheitern würde, ohne vorherigen regelmäßigen Kontakt mit anderen Kindern.
    Ich habe mir nun die 5 Kitas der Gegend angeschaut und den mit dem bindungsorientiertesten Konzept ausgesucht. Mit der Leiterin wurde eine ganz behutsame, individuelle Eingewöhnung vereinbart. Bei der ersten Begegnung mit der Erzieherin traf ich dann auf die typischen, haltlosen Ideen („Trennung ab dem dritten Tag, wenn zu lange, löst sich das anhängliche Kind nie…) und bin nun gespannt, wie es nächste Woche (Der Start wurde auch entgegen der Absprache gleich mal eine Woche nach hinten verlegt, eine weitere Woche von vornherein Kürzung habe ich abgelehnt) so läuft.
    Dank deines Berichts bin ich jedenfalls erstmal wieder gestärkt, auf meinen Bauch zu hören und keine Trennung zuzulassen, bei der klar ist, dass sie die gesamte Eingewöhnung zum Scheitern bringen wird.
    Liebste Grüße
    Steffi

    • Liebe Steffi,
      die Ansichten/ Meinungen der Kita-Leitung und der jeweiligen Erzieher gehen nicht selten auseinander. Ich hoffe Eure Eingewöhnung ist dennoch positiv verlaufen? Unser Kita-Start ist im August und wir sind sehr gespannt wie sie diesen Schritt meistert.
      LG
      Kathrin

  • Marianne

    Hallo Kathrin,
    wie ist denn eure Eingewöhnung so? Ich bin gerade mittendrin, morgen ist der vierte Tag und es soll der erste Trennungsversuch erfolgen. Mir geht es garnicht gut dabei und ich habe Angst, dieses Gefühl auf die Kleine zu übertragen…

    • Liebe Marianne,

      bei uns läuft es sehr, sehr gut. Sie blieb letzte Woche von 9-11.30 Uhr allein und Thomas konnte gehen. Sie freut sich jeden Tag und war am We sogar etwas traurig. Wie alt ist Deine Kleine? Warum geht es Dir nicht gut? Und wovor hast Du Angst?

      (gerne auch per E-Mail, wenn Du magst)

      LG
      Kathrin

  • Hu

    Ich finde nicht, dass mehr als 100 Euro Betreuungsgeld ausgezahlt werden sollten, wenn das erste Jahr um ist. 1. kann man sich Elterngeld im halben Satz auszahlen lassen und das über zwei Jahre gehen lassen. Die Kosten Elterngeld auf zwei Jahre bei gleichem Betrag laufen zu lassen, sind einfach zu hoch. Außerdem muss volkswirtschaftlich betrachtet gefördert werden, dass Frauen nicht aus ihren Berufen aussteigen, da wir in einer Gesellschaft leben, in der Scheidungen keine Seltenheit darstellen. Der Part, der zu Hause bleibt, lebt dadurch mit enormen Nachteilen. Altersarmut bei Frauen ist hier die Konsequenz. Ich denke gefördert werden sollte das Tagesmutter und Leih-Oma Prinzip.

    • Kristin 26183

      Liebe Hu,

      In welcher Welt leben Sie denn? Elterngeld im halben Satz auf 2 Jahre verteilt, hält eine Familie meist auch nicht über Wasser. Volkswirtschaftlich betrachtet??? Hier geht es um unsere Kinder!!! und ihre bestmögliche Betreuung. Da müssen Mütter nicht schnellstmöglich ins Berufsleben zurück befördert werden. Ihr Platz ist bei ihrem Kind, in den ersten Jahren. Altersarmut wird nicht nur die Mütter in Deutschland treffen, also von Benachteiligung kann nun wirklich nicht die Rede sein. Zeit mit seinem Kind zu verbringen mit Nachteil gleich zu setzen, ist ganz schön hart.
      Was Sie hier schreiben, klingt alles sehr rational betrachtet. Wo bleiben denn da die ganz natürlichen Muttergefühle?! Es ist schon schlimm genug, wenn die Gesellschaft versucht die Mütter so schnell wie möglich, wieder zum Arbeiten zu „zwingen“ und ihre Kinder abzugeben. Aber wenn Mütter auch schon so denken …

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