Geburtsbericht unserer Tochter: Wie alles begann

Kathrin Familienleben 33 Kommentare

Im Juni 2011 brachte ich unser Mädchen zur Welt. Das war das schmerzhafteste Ereignis meines Lebens. Nach der Entbindung nahm sich Julia Pfarr, meine Beleghebamme (Hebammenpraxis Pippilotta), viel Zeit, um den Geburtsverlauf mit mir zu besprechen. Doch auch heute – nach über zwei Jahren – habe ich noch Redebedarf.

Jana Friedrich

Wirklich bewusst wurde mir das erst, als Jana Friedrich, Hebamme und Autorin vom Hebammenblog.de, mich fragte wie meine Geburt war. Sofort schossen mir die markantesten Szenen durch den Kopf – die Geburt war alles andere als schön. Als ich begann das Erlebte (mithilfe meiner Tagebucheinträge aus dieser Zeit) für sie aufzuschreiben, war ich überrascht wie sehr mich dieser Tag heute noch berührt.

Dieser Artikel ist eine brandaktuelle Nachbesprechung mit Jana, wenn man so will. Ich schildere den Ablauf der Geburt aus meiner Perspektive – meine Gefühle und Gedanken tagebuchartig. Jana ergänzte meine Ausführungen, die blau eingefärbten Textstellen sind ihre Kommentare, Erklärungen und Tipps:

Es ist der 23.06.2011 –
ein Tag vor dem errechnetem Geburtstermin.

Frühstück

Ein Anruf von meinem Bruder. „Vater ist gestorben.“ Obwohl ich schon 5 Jahre willentlich keinen Kontakt mehr zu meinem Vater habe, versetzt mich diese Nachricht in einen Trancezustand.

Den ganzen Vormittag stehe ich neben mir, aber ich bin weder traurig noch berührt. Traurig, oder? Das wird ein komischer Tag…

Mittag

Es gibt Fisch mit Tomatensalat. Super lecker, doch ich habe keinen Hunger. Ich spüre wie sich mein Bauch immer wieder stark zusammen zieht. Anders als sonst. Liegt das an der Nachricht? Oder beginnt die Geburt?

Mangelnder Appetit gehört zu den unsicheren Geburtszeichen. Dass der Bauch um den errechneten Termin herum häufiger fest wird, ist ganz normal. Man kann dann erst mal versuchen sich abzulenken. Oft hören die Kontraktionen nach einer gewissen Zeit auch noch einmal auf.

Nachmittag 

Ich bin mit einer schwangeren Freundin verabredet und fahre zu ihr. Das lenkt ab, doch das menstruationsartige Ziehen hört nicht auf. Auf Toilette bemerke ich „blutigen Schleim“. Ist das der Schleimpfropf? Ich werde zunehmend unruhiger.

Auch der Abgang des berüchtigten Schleimpfropfes ist kein sicheres Zeichen, dass die Geburt „los geht“. Durch leichte Kontraktionen lockert sich der Muttermund, oder öffnet sich sogar schon minimal. Dabei kann der Schleimpfropf sich lösen. Auch danach dauert es manchmal noch Tage, bis es zur Geburt kommt.

Spätnachmittag

Auf der Heimfahrt gönne ich mir ein Mc Flurry von Mc Donald’s – habe ja sonst kaum etwas im Magen. Kaum bin ich zu Hause, muss ich mich übergeben. Mein Bauch ist knallhart – das Ziehen hält kontinuierlich an.

Frauen, die echte, muttermundswirksame Wehen entwickeln, haben in der Regel keinen Appetit mehr. Wenn sie dennoch versuchen etwas zu essen, kommt es meistens wieder raus. Manchmal ist das schade, könnte man doch die Energie in Form von Kohlehydraten gut gebrauchen. Aber der Körper ist einfach zu beschäftigt, um sich auch noch mit der Verdauung herum zu schlagen.

Früher Abend 

Ich bin müde, lustlos und froh, dass ich niemanden mehr sehen muss. Thomas ist arbeiten. Ich bin ziemlich unruhig und beobachte akribisch meinen Körper.

Thomas & ich wenige Tage vor der Geburt.

20 Uhr

Mein Bauch „krampft“ in regelmäßigen Abständen. Geburtswehen? Was soll ich machen? Ich rufe Julia, meine Beleghebamme an, um sie zu warnen (sie braucht ca. eine Stunde bis sie bei mir ist). Sie beruhigt mich und sagt, dass müsse nichts bedeuten (während sie zu Bett geht, um für die Geburt vorzuschlafen – doch davon ahne ich nichts). Also versuche ich zu entspannen. Ich versuche zu schlafen.

So lange es noch geht, ist Schlafen das Beste was man tun kann, denn der Körper braucht ja viel Energie für die Geburt. Es ist daher gut, so „aufgeladen“ wie möglich zu starten.

21.22 Uhr

Ich kann nicht schlafen. Ich spüre Schmerzen, die bis in den Rücken hinein ziehen. Ich brauche Ablenkung und putze die Wohnung – mache alles hübsch :) Im Hinterkopf ständig der Gedanke an die eventuell bevorstehende Geburt.

Letzter Nestbauimpuls. 😉 Es geht sicher los!

22.30 Uhr

Falls es losgeht, möchte ich so spät wie möglich in die Klinik. Eine Freundin hatte den größten Teil ihrer Wehen zu Hause auf einem Pezziball ausgegessen. Ich fand das toll und will das auch so machen.

Sehr gute Idee. Zu Hause kann man sich am besten ablenken. In der Klinik wird man entweder noch mal nach Hause geschickt, oder man erhält ein Zimmer zum „Einwehen“. Dort ist der Bewegungsradius dann natürlich deutlich kleiner als zu Hause.

Ich gehe duschen. Wasche die Haare. Die Wehen werden immer stärker. Die Abstände kürzer. Ich schreibe sie sicherheitshalber auf.

Bei stärker werdenden Wehen hilft Wärme immer gut. Deshalb ist es schön, ausführlich zu duschen, oder gleich in die Badewanne zu steigen. Da beim Baden auch mal Kreislaufprobleme auftreten können, sollte der Liebste (oder Freundin, Mutter, …) in der Nähe sein.

22.45 Uhr

6-7 Minuten Abstände. Ich rufe Julia an, sie soll kommen. Nun muss ich eine Stunde auf sie warten. Ich atme und laufe in der Wohnung umher. Ich stütze mich bei jeder Wehe ab (am Tisch/ an der Wand) und versuche bewusst zu atmen.

Bei Wehenabständen von circa fünf Minuten, sollte man seine Hebamme kontaktieren oder sich in die Geburtsklinik begeben. Da Julia etwas braucht, war der Zeitpunkt gut gewählt. Aufrechte, vornüber geneigte Positionen sind in der Eröffnungsperiode günstig.

00.30 Uhr

5 Minuten Abstände. Thomas kommt heim, sieht meinen Zettel mit den aufgeschriebenen Wehen und gerät in Panik. Er will mir helfen. Witzigerweise versuche ich ihn zu beruhigen. Er kann ja nichts machen, außer da sein. Aber er muss runter fahren, damit ich ruhiger werden kann.

Wahrscheinlich brauchte Thomas auch erst mal einen Moment, um sich in die Situation einzufinden. Er hat ja die langsame Steigerung im Laufe des Tages nicht mitbekommen.

00.45 Uhr

Julia kommt. Sie ist sehr entspannt. Wir wechseln ein paar Worte, dann untersucht sie mich. Mein Muttermund ist schon 5-6 cm geöffnet. Die Fruchtblase sehr prall. Sie sagt wir können noch ein bisschen zu Hause warten oder in die Klinik fahren.

Ich will sofort in die Klinik, habe Angst, dass ich es sonst nicht mehr schaffe. Ich suche in Ruhe meine Sachen zusammen und mühe mich von der 4. Etage zum Auto.  Das Laufen ist eine Qual, mein Rücken schmerzt – ich bin so langsam!

Die Fahrt und der Gang zur Klinik sind furchtbar. Überall Kopfsteinpflaster! Ich habe Angst vor den Blicken anderer Leute. Fühle mich so ausgeliefert.

Ja, in der Regel ist Autofahren unter Wehen ganz furchtbar. Der Anschnallgurt nervt. Man kann sich nicht bewegen. Aber leider gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder sehr früh los fahren und dann viel Zeit in der Klinik verbringen. Oder möglichst spät und dann den Weg einfach durchstehen.

ca. 2.30 Uhr

Ankunft im Kreißsaal. Die Fruchtblase platzt. Das ist mir so unfassbar unangenehm!

Total nachvollziehbar. Aber das muss es nicht sein, denn das sind ja alle Beteiligten gewöhnt. 😉

Ich will SOFORT in die Wanne! Weil ich mich schmutzig fühle und weil mein unterer Rücken schmerzt wie Sau. Ich kann nur stehen oder hocken, aber die Ärztin zwingt mich zum Ultraschall – auf den Rücken. Die Hölle! Als ich die Daten unseres Babys  (nach sehr vielen Wehen in dieser Position) endlich erhalte, fauche ich „Das ist mir scheißegal, ich sehe doch gleich wie groß und schwer sie ist.“ Die Ärztin ist beleidigt und will mir eine PDA verpassen (was sie im Laufe der Nacht noch mehrmals versuchen wird, ohne dass ich es höre).

Julia schreitet ein. Wir haben abgesprochen, dass ich nur Schmerzmittel erhalte, wenn ich ausdrücklich danach verlange. Ich möchte unser Mädchen so natürlich wie möglich zur Welt bringen, falls ich das schaffe.

:) toll! Tapfere Frau!
Es ist gut, vorab die Geburt und die Wünsche zu besprechen, sowie Absprachen zu treffen. Nicht alles kann und wird dann klappen, aber man kann sich dann unter der Geburt auf das Wesentliche konzentrieren: Die Geburt.

3.30 Uhr

Ich darf endlich in die Wanne! Das Wasser fühlt sich kälter an als ich dachte, aber es lindert die Rückenschmerzen ein wenig. Ich sehe die riesige Uhr über mir und bin total irritiert. Bis dahin verging die Zeit wie im Fluge, jetzt scheint sie zu stehen.

Die Eröffnungsphase verlief sehr zügig, aber die Übergangsphase, bei der sich das Baby den Weg ins Becken suchen muss, dauert unendlich lang . Ich spüre wie sie tiefer rutscht – wie sie meinen ganzen Unterleib ausfüllt. Meine Rückenschmerzen sind fast unerträglich und mit jeder Wehe, die wie ein Erdbeben über mich rollt, werden sie unerträglicher.

Ich bin ständig in Bewegung: Ich richte mich auf, gehe wieder in den Vierfüßlerstand, verharre selten länger als ein paar Minuten in einer Position. Sobald die nächste Wehe kommt, kralle ich mich am Wannenrand und an Thomas fest – das hilft die Heftigkeit zu ertragen. Thomas Nähe tut unendlich gut. Ich bin so froh, dass er da ist.

Bei starken Schmerzen im unteren Rücken helfen fast immer: Wärme (z.B. durch ein Kirschkernkissen, oder warmes Wasser), Vierfüßlerstand (geht auch in der Wanne!) und Rückenmassagen.

Ich habe Hunger und versuche einen Molke-Riegel zu essen. Mein Mund fühlt sich an wie eine Wüste. Ich muss den Riegel wieder ausspucken. Ich trinke Kambucha-Tee. Das ist super. Doch leider habe ich mir nur zwei Flaschen mitgenommen :(

Da das mit dem Essen meist nicht mehr klappt, ist es gut, fruchtige Getränke bereit zu halten. Sie geben Energie und beleben. Im Kreißsaal gibt es meist nur Tee und Wasser.

Spezialtipp: Saft in Eiswürfelform ist toll erfrischend.

5.15 Uhr

Die Wehen werden noch stärker. Jetzt darf ich mit schieben. Der Kopf tritt immer tiefer – Julia sieht, dass unser Mädchen keine roten Haare hat 😉 Schade! Doch Hoffnung keimt auf, dass es bald geschafft ist.

5.30 – 5.45 Uhr

Auf einmal muss ich aus der Wanne raus, weiß nicht genau warum (unser Mädchen hat die Nabelschnur 3fach um den Hals, ihre Herztöne sinken – das wird mir zum Glück nicht gesagt.).

Es ist immer unglaublich schade, wenn man Frauen, die sich offensichtlich in einer bestimmten Position wohl fühlen, aus dieser wieder herausholen zu müssen. „Leider“ gibt es bestimmte Leitlinien, die bei einer Wannengeburt eben einzuhalten sind. Eine davon ist, dass das CTG, also die kindlichen Herztöne, gut sein muss. Denn für den Fall, dass ein Eingreifen nötig wird, dauert es natürlich unendlich lange, erst mal aus der Wanne zu steigen.

Ich könnte heulen. Mein Rücken! Ich steige widerwillig aus und schleppe mich in Zeitlupe zum Bett. Hier soll ich mich auf den Rücken legen?  Ein Alptraum, doch ich habe keine Wahl! Ich erhalte Sauerstoff über eine Maske – bin total fertig.

Weitere Presswehen – eine nach der anderen und ich darf mitpressen. Nach unfassbar vielen Presswehen (ich weiß nicht mehr genau wie viele) mit nur sehr kurzen Erholungsphasen lässt meine Kraft nach. Und meine Motivation, denn ich merke wie unser Mädchen immer wieder zurückrutscht, statt raus.

Das schlaue Kind wollte nicht langsam nach unten rutschen, da sich die Nabelschnur dann fester um den Hals gezogen hätte.

6.25 Uhr

Alles wird hektischer im Kreißsaal, ich bekomme das aber nur noch schemenhaft mit. Da sind auf einmal die Ärztin und zwei weitere Hebammen. Irgendetwas stimmt nicht, aber ich presse weiter so gut ich noch kann.

Die Herztöne vom Baby werden wohl immer wieder abgefallen sein. Kinder kompensieren das eine Weile gut. Irgendwann nicht mehr. Wann, das variiert von Kind zu Kind.

Da höre ich: „Noch einmal, dann nehmen wir die Saugglocke“. NEIN! Ich mobilisiere meine letzten Kraftreserven und erhalte „Unterstützung“: Thomas soll meine Beine halten (er sitzt hinter mir), die Ärztin drückt mit ihrem Ellenbogen auf meinen Bauch, eine Krankenhaushebamme schneidet meinen Damm ein (was ich ahne, aber nicht spüre), die andere Hebamme presst meine Beine auseinander, um Platz zu machen. Julia redet mir gut zu. Ich presse wie eine Geistesgestörte bis mir schwarz vor Augen wird, doch der schrecklichste Schmerz meines Lebens holt mich sofort wieder zurück. Was um Himmels willen war das? Dann sehe ich endlich unser Mädchen.

Puh – gut gemacht und zwar alle zusammen! Auch Babys helfen ja bei der Geburt ganz erheblich mit. Und dabei nehmen sie, auf ganz natürliche Art, den Weg des geringsten Widerstandes. Das kann man sich so vorstellen: Die Wehen pressen sie von oben nach unten Richtung Ausgang. Eine Nabelschnur um den Hals verhindert diesen „einfachen“ Weg. Durch die Wehen wird das Kind trotzdem Richtung unten geschoben, aber es merkt, dass es oben besser aufgehoben ist. Ist die Wehe zu Ende, rutscht es wieder zurück. Wenn dann, während der Wehe, durch den sogenannten Kristella-Handgriff von außen „die Ärztin drückte mit ihrem Ellenbogen gegen meinen Bauch“ mitgeholfen wird, kann das Kind trotz des Widerstandes geboren werden. Für diesen kurzen Moment zieht sich dann zwar die Nabelschnur sehr fest, aber, bei jeder Geburt gibt es einen Moment, in dem die Nabelschnur kein Blut mehr transportieren kann. Das können Kinder gut kompensieren.
Es ist übrigens keine Seltenheit, das sich Babys in ihren Nabelschnüren verwickeln. Manchmal schaffen sie es sogar, Knoten entstehen zu lassen. Nur in sehr seltenen Fällen, werden diese – von sportlichen Babys geschaffene – Kunstwerke zum Problem.

6.30 Uhr

Sie wird mir auf den Bauch gelegt, aber ich kann mich nicht über sie freuen. Mir ist kalt. Mir ist so übel. Ich zittere am ganzen Körper und bin total erschöpft. Mein Rücken – wie schlimm können diese Schmerzen denn noch werden? Es ist doch vorbei? Ich brauche was zu essen, was zu trinken.
Ich brauche Schmerzmittel!

Wenige Sekunden nach der Geburt…

Ich erhalte etwas gegen die Übelkeit und die Schmerzen, außerdem eine Zuckerlösung per Schlauch. Die Wirkung ist erstaunlich. Unser Mädchen wird in der Zwischenzeit gemessen und gewogen.

6.55 Uhr

Ich darf unser frischgeschlüpftes Mädchen anlegen. Sie öffnet ihren Mund und trinkt an meiner Brust, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Ich bin fasziniert und die Welt ist wieder ein kleines bisschen in Ordnung.

Sie hat wohl die etwas ruckelige Landung ganz gut verkraftet.

7.30 Uhr

Bevor ich mich besinnen kann, werde ich erneut gequält. Ich bin komplett gerissen – selbst die Klitoris muss genäht werden. Das Nähen dauert über 45 Minuten, in denen mir die Tränen nur so über die Wangen laufen. Nicht vor Freude. Ich muss die ganze Zeit an die Beschneidung afrikanischer Mädchen denken.

Ich denke, es wäre in diesem Moment gut gewesen eine kurze Vollnarkose für die Naht zu machen.

Dabei blicke ich in Thomas’ besorgtes Gesicht und sehe wie er unser Mädchen ganz liebevoll versorgt. Sie badet und anzieht. Wir sind jetzt eine kleine Familie. Ich bin traurig und glücklich zugleich.

:) schön, dass er die Kraft dazu hatte und nicht zu befangen war, nachdem er gerade miterleben musste, wie seine Frau so schrecklich litt!

19. September 2013

Wenn ich an die Geburt zurückdenke, fallen mir zuerst Schmerzen ein. Sehr, sehr heftige Schmerzen.

Geburtsschmerzen zählen sicher zu den intensivsten Erfahrungen, die man machen kann. Je nachdem wie die Geburt verläuft, erfüllt es einen entweder mit unbändigem Stolz diese Schmerzen ausgehalten zu haben – eine Art Initiationsritus als Mutter. Oder aber, wenn es nicht so gut läuft, kann es sogar zum Trauma führen.

Ich bin allerdings sehr dankbar, dass unser Mädchen auf natürlichem Wege zur Welt kommen durfte und ich nicht unnötigerweise mit Schmerzmitteln vollgepumpt wurde. Auch wenn es nicht die leichteste oder sanfteste Geburt war, so kann ich sie gut annehmen. Einfach weil ich das Gefühl hatte, dass jede anwesende Person ihr Bestes gegeben hat.

Man kann mit einem Geburtsverlauf hadern. Aber man kann eben auch nicht alles planen und beeinflussen. Ein Teil ist Veranlagung, ein Teil ist Psyche, ein Teil ist Geburtsleitung und ein Teil ist Schicksal. Wenn am Ende eine gesunde Mutter mit einem gesunden Kind steht, kann es nicht ganz schlecht gelaufen sein. Dann ist es gut zu versuchen das Erlebte durch Gespräche mit den Beteiligten zu verarbeiten und als Teil der eigenen Geschichte zu akzeptieren.

Schlussgedanke

Auch wenn ich kein Geburtstrauma erlitten habe, so würde ich mir – sofern ich eine zweite Chance erhalte – einen angenehmeren Geburtsverlauf wünschen. Die Rahmenbedingungen lassen sich sicherlich optimieren (vielleicht im Geburtshaus oder sogar bei einer Hausgeburt) und meine innere Einstellung.
Eine Leserin wies mich diesbezüglich auf Hypno Birthing hin und die Tatsache, dass viele Frauen nur deshalb starke Schmerzen bei der Geburt empfinden, weil wir in unserer Kultur unser Leben lang darauf vorbereitet werden, dass eine Geburt sehr schmerzhaft ist, um nur einen Aspekt zu nennen.

Von den Zukunftswünschen abgesehen, ließ mich das erneute Aufarbeiten der Geburtsereignisse mit Julia, Thomas und Jana, erst so richtig verstehen, was damals genau geschah. Wahrscheinlich schadet es nicht in regelmäßigen Abständen über solch einschneidende und lebensverändernde Ereignisse zu sprechen. Falls ihr Lust auf eine Nachbesprechung eurer Geburt habt, könnt ihr euch gerne per E-Mail an Jana wenden (jana@hebammenblog.de). Sie hat übrigens eine eigene Version dieses Artikels auf ihrer Seite veröffentlicht:
„Geburtsbericht: Die Nabelschnurverwicklung“

An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an Dich, Jana!
Für die tolle Idee zu diesem Artikel und Deine Unterstützung! 

 

Newsletter Kathrin

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  • Eine unglaublich anstrengende Geburt! Aber ich denke auch, dass du wirklich stolz auf dich sein kannst! Andererseits tut es mir auch leid für dich, dass du solche heftigen Schmerzen erleiden und auch so ausgiebig genäht werden musstest.

    Da hast du sicher großen Respekt vor der nächsten Geburt. Und gerade darum finde ich es schön, dass du dir dennoch eine Hausgeburt vorstellen kannst :)

    glg
    halitha

    • Ja, Respekt habe ich, aber keine Angst. Mal schauen, was die Zukunft bringt…

      Liebe Grüße
      Kathrin

    • Nadine

      Hallo !
      Ich finde die Berichte der Seite total klasse.
      Der Geburtsbericht hat mich nochmal zurück denken lassen an die Geburt meines 11 Wochen alten Sohnes.

      Ich habe mein Erlebnis auch nieder geschrieben .
      Man vergisst ja zum Teil die Feinheiten.
      Ich wünsche dir und deiner Familie alles liebe !

      Und bitte weiter schöne Blogs schreiben !!!

  • Ich finde, es ist trotzdem schön. Ähnlich wie meine (ich werde heute Abend meinen Bericht bloggen, ich hoffe ich komme dazu).
    ich habe hypnobirthing gemacht, sogar einen 10-wochen-kurs, 5 monate tägliche meditationen und affirmationen….. es ist totaler schwachsinn, dass man keine schmerzen hat.
    es war toll gegen die angst und so, aber sonst….
    der riesige babykopf muss da unten raus. da hilft auch keine hypnose 😉 nach 6 h wehen, wo ich mich permanent übergeben musste und der mumu erst bei 2cm war, dachte ich, ich zertrampel den cd player wenn mir die tante noch einmal sagt, dass ich „entspannt und ruhig bin“… 😀

    • Ha,ha :)
      Ich bin gespannt auf Deinen Artikel. Es klingt ganz danach, als wenn Hypnobirthing vielleicht doch nicht des Rätsels Lösung ist?

    • Melanie

      HA! Herzlichen Dank, liebe Helene, jetzt hast DU mir geholfen mit Deiner Antwort. Genau wie Du dachte ich nach der Geburt meines 3. Kindes, wenn ich noch einmal was von HypnoNaturerfahrungZulassenesgibtkeineWehenschmerzen höre, dann „zertrampel ich irgendwas“…lach…Mir tat auch alles höllenweh, meine Beine zitterten vor Anstrengung und ich hatte eine Halsentzündung vom Schreien. Ich hatte noch nicht einmal Kraft dafür, dass mir irgendwas peinlich hätte sein können. Geschafft haben wir es dann auch irgendwie, aber SCHÖN und NATURERFAHRUNG geht anders ;o)

  • Miriam

    Hey das klingt wirklich nach einer anstrengenden Geburt. Ich bin aber dennoch froh, dass Du kein Geburtstrauma erlitten hast.
    Ich gehöre zum Glück zu den Frauen, die eine wunderbare Geburt hatten, die vor allem auch sehr schnell ging und ohne Riss/ Schnitt am Damm, obgleich mein Sohn ein großes kräftiges Kind war mit seinen 3.825 g und 56 cm.
    Vielleicht hast Du aber Recht und es ist viel Einstellungssache und Erwartung etc. mit dabei.
    Meine Mutter war zugleich meine Hebamme und ich habe ihn ihrem Geburtshaus in total entspannter Atmosphäre entbinden dürfen. Auch mein kleiner Mann hatte die Nabelschnur um den Hals, was meiner Mama und meinem Arzt etwas Stress machte, wovon mir aber auch nichts gesagt wurde. Da ich aber quasi mit dem „Kinder kriegen“ groß geworden bin, ist es für mich so eine Selbstverständlichkeit, dass ich sehr gelassen war. Ich muss allerdings zugeben, dass ich schon etwas überrollt wurde von der Heftigkeit der Schmerzen, die ich so nicht erwartet hatte und davon, welche Wucht und Kraft der Körper unter der Geburt entwickelt, die mich schon leicht „geschockt“ hatten, weil ich damit nicht gerechnet hatte, aber keiner kann einem „erklären“ wie die Wehen sich anfühlen, das muss man selber erfahren. Mein Sohnemann ist übrigens genauso alt wie Deine kleine Maus (er wurde am 11.7.11 geboren) und daher lese ich total gerne Deinen Blog und verfolge alles, was Du so bei FB postest und erfreue mich an den vielen Tipps und Gedankenanregungen von Dir! Danke und mach weiter so!!

    • Das hast Du sehr gut beschrieben: „welche Wucht und Kraft der Körper unter der Geburt entwickelt“ – das hat mich auch einfach nur überwältigt. Aber Du hast Recht, diese Erfahrung lässt sich leider nicht gut in Worte fassen. Wer das erlebt hat, weiß allerdings, was gemeint ist.
      Danke für’s treue Lesen und liebe Grüße auch an den kleinen Mann :)

  • Eva

    Liebe Kathrin,
    Ich bin wahrlich nicht nahe am Wasser gebaut, aber Dein Bericht lässt die Tränen nur so fließen. Ich glaube auch, dass immer wieder kehrende Kommunikation helfen kann, damit in Frieden zu kommen. Danke für diese sehr intimen Zeilen.

  • sayra

    eine geburt ist eine geballte ladung an.. energie?
    ich weiß es nicht. es ist so ein elementares ereignis, dass es einen umhaut.
    im gegensatz zu dir, hatte ich eine „schöne“ geburt, aber trotzdem kann ich erst nach ca einem jahr danach darüber sprechen ohne danach einschlafstörungen und albträume zu haben.
    meiner nachbarin geht es ähnlich, nur dass sie ein jahr später eben nur noch ein bisschen weinen muss wenn sie (-falls sie mal) darüber spricht.
    ich fand es am schlimmsten so ausgeliefert und hilflos zu sein. abgesehen mal von den schmerzen. die hatte ich trotz hypnobirthing-geburt.
    ich glaube manchmal ernsthaft, dass ich eine therapie machen sollte. aber nur bei jemanden der erfahrung hat. eine geburterlebnistherpie sozusagen.
    und dann auch gleich eine wegen meinem grauenvollen wochenbett. durch hypnobirthing habe ich mich nämlich nur auf die geburt vorbereitet und nicht auf das danach. tja – frau sein war da sehr schwer.
    aber zum glück ist das nicht bei allen so und viele haben tolle geburten und ein tolles wochenbett!! :)
    alles liebe!

    • Da sagst Du was. Es bräuchte wirklich eine Wochenbettvorbereitung, doch wie sollte die nur aussehen…
      Sehr interessant, was Du über Hypnobirthing sagst. Das nimmt mir direkt alle Hoffnungen 😉

    • sayra

      kein sorge, hypnobirthing (HB) war TOLL!! und ich würde es nur mehr mit HB machen! ich empfehle es auch allen schwangeren in meiner umgenung! ich glaube im vergleich zu andren frauen hatte ich wirklich sehr erträgliche schmerzen. und es lief ruhig und harmonisch und ganz natürlich! ohne verlängerung, ohne dammriss, ohne herztonabfall beim baby, etc. ich hatte sehr viel vertrauen in meinen körper und in mein kind und vor allem hatte ich keine angst!

      aber: es ist und bleibt eine geburt! ein elementares ereignis! das beschäftigt wahrscheinlich alle frauen sehr! es ist eine ausnahmesituation, die das ganze leben verändert! auch wenn sie „schön“ war.

      vielleicht bin ich leichter zu verstehen wenn der hintergrund bekannt ist. hier ist unser geburtsbericht! auf der homepage der HB-Hebamme (ins KH hat mich eine andere begleitet).

      http://www.geburtserlebnis.at/mein-angebot/hypnobirthing/hypnobirthing-erfahrungsberichte/florian-s-geburt/

      Wochenbettvorbereitung: zb: Du wirst sehr müde sein, und es ist okay, wenn du im Bett bleibst. Und zwar nicht einen Tag, sondern die ganzen acht Wochen lang, wenn du dich gut dabei fühlst. Lass alles was geht andere machen. Du musst keine Heldin sein und zB nachts dein Kind selbst wickeln, weck deinen Mann auf!
      Wenn du nicht willst, dass jemand zu Besuch kommt, dann ist das okay. Die Menschen die dich lieben werden es verstehen und wenn sie das nicht tun, dann ist das auch egal.
      Und: Es kann sein, dass wenn du zum Zähneputzen und Duschen kommst, es ein gute Tag war.
      Du musst nicht spazieren gehen! Hör weiterhin auf dein Gefühl! Dein Dammbereich war sehr belastet, er braucht Zeit um sich zu erholen!
      (Ich habe mich geschämt wenn ich nach 20 min gehen nicht mehr konnte, dabei SOLL MAN JA ANFANGS GAR NICHT SO LANGE GEHEN!!! AAAAAHHRG!)
      Also wenn mir das wer gesagt hätte, dann wäre es glaube ich leichter für mich gewesen.

      EGAL. Jetzt bin ich ja klüger. Würde mir zb meine Mutter fix einquatieren oder zu ihr ziehen und mir danach eine Hebamme nehmen, auch wenn die Krankenkasse es nicht bezahlt. Ich hatte nämlich schlimme Stillprobleme. Hab abgepumpt und hatte (viel) zu viel Milch. Einmal in der Woche war also Brustentzündung mit 40 Grad Fieber dran. So aus Schluss. Sonst kann ich wieder nicht schlafen 😉

      GLG

    • Oh super danke!! Eine Stelle fand ich besonders gut bei Deinem Bericht: „Er erinnerte mich bei jeder Welle daran den Unterkiefer locker zu lassen und die Augenpartie zu entspannen.“ Alle meine Adern im Gesicht und in den Augen waren aufgeplatzt, weil ich den Kopf geatmet habe. Ich hatte so einen Muskelkater im Unterkiefer (ich hatte wohl keine Sekunde locker gelassen), dass ich beim Brot essen ernsthafte Schmerzen hatte :/

      Über das Wochenbett müsste tatsächlich auch viel mehr aufgeklärt werden. ich habe auch sehr lange gebraucht, bis ich kapiert habe, wie schwach ich eigentlich noch bin…

      GLG

  • Ari

    Liebe Kathrin
    Wir hatten zwar damals schon persönlich kurz über die Geburt von eurer Tochter gesprochen, aber dies hier nochmal zu lesen berührt mich sehr. Ich selber habe, zwar auf eine andere Art & Weise, eine sehr schmerzliche und unangenehme Geburt gehabt und wünsche mir oft mehr drüber sprechen zu dürfen! Aber die meisten aus meinem Umfeld wollen davon nix mehr wissen bzw hören, für sie zählt nur dass ja endlich der Familiennachwuchs gesund und munter da ist! Bitte nicht falsch verstehen, ich bin darüber auch total glücklich! Nur manchmal würde ich gerne rufen „huhu ich bin auch noch da“
    Danke für deinen Bericht!

    • Liebe Ari,
      danke für Deine lieben Worte – das bedeutet mir sehr viel!
      Das Gefühl nach der Geburt nicht mehr wichtig zu sein, kennen bestimmt viele Mütter. Wenn sich alle nur noch um den Nachwuchs reißen und ihn betütteln, während man selbst kaum noch wahrgenommen wird… Das ist echt traurig.
      Den Rest besprechen wir unter vier Augen 😉

  • ich habe durch deinen text heute auch nochmal intensiv an mein Geburtserlebnis gedacht. An sich war es eine normale Geburt, aber das danach. die Plazenta will nicht raus, Nabelschnur abgerissen. Bis dahin alles ohne Hilfsmittel geschafft, keine PDA nichts. Und jetzt bäm Vollnarkose, ich werde nochmal von meinem Baby getrennt.
    Laut meines Mannes sprach ich in der Aufwachphase der Narkose viel von der Geburt und wie stolz ich war es ohne PDA geschafft zu haben und wo mein Baby ist. Und dann kam das Wochenbett, was ich bis heute noch nicht verarbeitet habe ,., Was ich glaub ich auch nie werde …

    • Oh Mann! Das ist ja furchtbar! Da kannst Du nur hoffen, dass die Zeit die Wunden heilt…

    • Anonymous

      Meine Hebamme macht sich heute noch vorwürfe auch beim kleinen viel zu spät Sachen erkannt zu haben. Ich litt unter Panikanfällen. Saß 2 h vor meinem schreienden Baby weil ich Angst hatte wenn ich ihn hochhebe das ich mit ihm umkippe. Und jetzt bin ich eine glucke. Ich hab so Angst vor einer schlechten Bindung, dass ich schon weine wenn er in seinem Bett liegt wenn ich in der Stube noch tv schauen will. Ich hoff dann immer das er nachts wach wird und ich ihn zu mir holen kann. Es ist entweder schlechtes gewissen oder ich hab Ne Macke …

  • Meine 2. Geburt war schnell und heftig. Innert 1,5 Stunden nach der ersten von mir als richtig schmerzhaft empfundenen Wehe (davor blieb ich 1h im Bett, fand es erträglich), war sie geboren. Ich erlitt einen Dammriss 3. Grades. Eigentlich wollte ich wie bei der 1. Geburt eine PDA. Als wir ins Spital fuhren ahnte ich nicht, wie „weit“ ich schon war, wie auch!? Die Wehen wurden schon im Auto und dann im Rollstuhl gen Kreissaal derart heftig, dass ich dachte es reisst mich auseinander. Ich schrie nach einer PDA und glaubte, jetzt auf der Stelle sterben zu müssen. Ich war wohl keine 5 Minuten im Kreissaal da konnte ich sie schon rauspressen. Im Nachhinein war ich froh um die natürliche Geburt. Meine Tochter hat mich total überrumpelt. Einen Tag später hatte ich die Schmerzen vergessen…

    Das Foto von Euch mit dem Kugelbauch ist wahnsinnig schön! <3 Wie alt ist eure Tochter jetzt?

    • Witzig, so machen uns die kleinen immer wieder einen Strich durch die Rechnung :)
      Danke – ich liebe das Kugelbauch-Foto! Unser Mädchen ist heute genau 27 Monate jung!

  • Michaela aus Wien

    Liebe Kathrin,
    ich möchte dir von meinen Erfahrungen mit HypnoBirthing berichten (und dir damit wieder ein bisschen Hoffnung geben). Ich hatte immer sehr viel Angst vor der Geburt, den Schmerzen, der Verantwortung, mit einem Kind zu leben und habe mich daher erst sehr spät entschlossen, ein Kind zu bekommen (mit 37). Noch zu Beginn der Schwangerschaft hatte ich in Erwägung gezogen, einen Kaiserschnitt machen zu lassen, bis mir eine Freundin, die Zwillinge (!) auf natürlichem Wege geboren hat, von ihrem „Wunder der Geburt“ berichtet hat. So habe ich das letzte Drittel der Schwangerschaft genützt (davor wollte ich einfach die Schwangerschaft genießen; es war ja ohnehin klar, dass ich um das Thema nicht drum rumkomme ;-)), mich intensiv auf die Geburt vorzubereiten. Neben Akupunktur, Gymnastik, Yoga, diversen Kursen und vielen Gesprächen mit Freundinnen war das eben auch ein HypnoBirthing-Kurs bei meiner Hebamme in Wien (allerdings nicht klassisch nach Marie F. Mongan, sondern ein bisschen abgewandelt). In der Zeit des Mutterschutzes (in Österreich 8 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin) habe ich mir täglich die von meiner Hebamme zusammengestellten MP3s zur Tiefenentspannung bzw. Hypnose angehört, ab und zu auch Atemtechniken geübt.
    Für mich war der Zusammenhang von Schmerz und Angst, wie er im Buch von Mongan beschrieben wird, „Augen öffnend“. Und die Erkenntnis, dass die Geburt weniger von Schmerzen dominiert als vor allem harte Arbeit ist (daher finde ich die engl. Übersetzung von „in den Wehen sein“ – „to be in labour“ so passend): Die Muskeln arbeiten schwer, das Baby nach draußen zu befördern.

    Was hat mir HypnoBirthing gebracht?
    Ich habe meine Einstellung komplett geändert.
    Ich war in der Zeit vor der Geburt sehr ruhig und habe gelernt, auf meinen Körper zu vertrauen, denn ER weiß, was während der Geburt zu tun ist. Ich wurde zuversichtlich, dass ich das schaffe.
    Ich war beim Anhören der MP3s meist so entspannt, dass ich eingeschlafen bin, habe mich also in den letzten Wochen vor der Geburt viel ausgeruht und geschont.
    Ich habe mir neben den Übungen zur Tiefenentspannung auch täglich die Affirmationen für eine schnelle, einfache Geburt (im Buch von Mongan) durchgelesen bzw. von meinem Lebensgefährten vorlesen lassen bzw. als MP3 angehört; ich hatte das Gefühl, dass ich die positiven Affirmationen tatsächlich verinnerlicht habe.

    Und die Schmerzen, die Geburt selbst?
    Die Geburt ging sehr rasch vor sich, von Wehenbeginn bis zum Schlüpfen der kleinen Maus vergingen nur 6 Stunden. Am Anfang, als die Wehen alle 5 Min. kamen, konnte ich sie noch ziemlich gut veratmen, ich war auch auf dem Weg ins Krankenhaus sehr ruhig (hab aber ganz kurz noch gehofft, es wäre falscher Alarm ;-)). Die 2 Stunden im Kreißsaal selbst waren dann harte Arbeit und auch schmerzhaft (auch wenn es ganz tolle Geburtsvideos auf Youtube gibt von Frauen, die HypnoBirthing machen, die nicht mal ein bisschen schreien) – aber hey, es waren nur 2 Stunden! Und was sind schon 2 Stunden im Vergleich zu so manchem Besuch beim Zahnarzt! Natürlich hatte ich zwischendurch auch ganz kurz die Phase, wo ich die Hebamme um Schmerzmittel angebettelt habe, doch sie meinte nur: Es geht so schnell, das zahlt sich gar nicht aus bzw. bis die Schmerzmittel wirken, ist es schon vorbei.

    Auf jeden Fall ist eine Geburt eine Grenzerfahrung – die ich nicht missen möchte und die mich unheimlich stark und stolz gemacht hat! (Dass ich leider einen Dammschnitt hatte, was ich als Körperverletzung empfunden habe – obwohl ich weiß, dass er notwendig war – und über den ich noch lange nachgedacht habe, steht auf einem anderen Blatt.)

    HypnoBirthing hat mir bei meiner Geburt sehr geholfen. Nur beim Geburtstermin konnte selbst das nicht helfen: Meine Tochter wurde am 24. Dezember geboren. („Jö, ein Christkind!“ – Genau.)

    Alles Liebe aus Wien, michaela

    • Liebe Michaela, herzlichen Dank für Deinen spannenden Bericht. Ja, ich habe auch nur die Frauen gesehen, die keine Miene verziehen und dachte super, so eine Hypnose will ich auch 😉 Im Ernst, ich glaube es ist wie bei vielen Dingen im Leben Einstellungssache. ich habe mich kaum mit der Geburt beschäftigt. Ich wusste es wird schmerzhaft und wahrscheinlich besser, wenn ich es schaffe mich zu entspannen. Aber an Entspannung war bei der Reise zum KH, den Schmerzen und bei dem anwesende KHPersonal einfach nicht zu denken.

      Unser Mädchen wurde Mitte Juni geboren.

      Liebe Grüße
      kathrin

  • Elfi

    Erstmal herzlichen Dank fürs Teilen! Ich fühle ganz stark mit dir, habe ich doch erst am 1.8.13 eine ähnliche Geburt erlebt, auch ohne jegliche Schmerzmittel und am Schluss mit Saugglocke und Dammschnitt. Auch ich bin noch am „verdauen“ der Geburt. Was das Hypnobirthing betrifft kann ich dem zustimmen, ist eine gute Sache. Was es mir aber schlussendlich gebracht hat, nicht sehr viel..obwohl ich mich, oder vielleicht gerade deshalb (?) sehr auf eine natürliche Geburt vorbereitet habe, war es eine schmerzvolle Geburt. (Ich wollte eine PDA während der Geburt, da ich aber vor der Geburt so auf eine natürliche Geburt ohne Schmerzmittel bestanden hatte, wollte die Hebamme nicht ;)) Es ist mein erstes Kind und auch er glitt immer wieder zurück. Nach 2,5h Presswehen und einer Geburt von total 10,5 Stunden was recht schnell ist für eine Erstgebärende, hätte ich mir eine längere Geburt gewünscht, denn meine Abstände waren nie mehr als 3 Minuten. Da nützt einem dann auch Hypnobirthing nicht mehr 😉 Trotzdem kann ich aber das Buch: Die selbstbestimmte Geburt von Ina May Gaskin empfehlen..denn wie man auch anhand anderer Geburtsberichte sieht, egal wie man sich vorbereitet oder wie gut oder eben nicht, die Kleinen kommen, so oder so und was ich mir wünschen würde währen mehr Frauen, die so offen und ehrlich über ihre Erfahrungen berichten. Lese jedenfalls gerne noch weitere deiner Berichte <3

  • Alexandra

    Liebe Kathrin,

    vielen Dank für deinen Geburtsbericht! Ich habe mich sehr darin wiedergefunden – und irgendwie war es dann doch ganz anders.
    Ich habe mich mit Hyonobirthing vorbereitet, allerdings nur mit dem Buch (inkl. CD) und eine Freundin die sich damit auskennt hat mir einiges gezeigt was ich allein anhand des Buches nicht richtig verstanden hätte…das ist ja alles keine Magie sondern Entspannungstechniken wie sie auch woanders vorkommen. Es ist ja auch keine klassische Hypnose, so Dinge wie „in die Arbeit vertieft sein und die Außenwelt nicht mitbekommen“ gelten ja auch schon als Hypnose laut Buch.
    Meine Wehen kamen im Krankenhaus bereits alle 2min (ich war bei 4cm) und so konnte mein Mann auch nichts entspannendes mehr vorlesen ^.^ Auch die Wellenatmung konnte ich nicht so umsetzen wie sie „korrekt“ gewesen wäre, ich hab dann einfach so geatmet wie es sich für mich richtig angefühlt hat. Schmerzfrei war das ganze nun auch nicht, ich erinner mich wie ich mich in der Eröffnungsphase ziemlich geärgert habe, dass es soo doll im Rücken zieht (mein Mann meinte das sei so typisch für mich) und dass das jetzt sicher stundenlang so weitergeht und immer schlimmer wird…nach etwa 2h ist dann aber meine Fruchtblase geplatzt und ich war so weit, dass ich pressen durfte…danach gab es tatsächlich keinen Schmerz mehr, ich hatte die volle (natürliche) Hormonladung abbgekommen 😉
    Ich hatte mich auch schön in die Badewanne setzen dürfen, musste aber nach wenigen Presswehen raus, weil auch die Herztöne meiner Maus abgesunken sind. Im Endeffekt wurde mir auch auf den Bauch gedrückt und am Köpfchen meiner Maus mit einer Saugglocke gezogen – die Horrorszenarien meiner Mutter und meiner Schwiegermutter kombiniert. Gemerkt habe ich davon nichts…ich hatte auch die Augen beim Pressen zu, ich weiß also nichtmal wie dieser Kristella-Griff aussah. Bei der Glocke wurde auch nur ganz kurz gezogen, die leichte Verformung am Kopf war noch am selben Tag weg.
    Was ich gemerkt habe war der Dammschnitt, allerdings auch wirklich nur gemerkt (habe mich etwas erschrocken). Das Nähen war manchmal unangenehm, aber es ging.
    Hypnobirthing fand ich sehr gut, weil ich auch einfach überzeugt davon bin, dass eine Geburt ohne Komplikationen nicht wehtun muss und dass wir unseren Körpern mehr vertrauen sollten. Andererseits sollte man nicht sofort Angst bekommen wenn doch etwas nicht so läuft wie man es sich erhofft hat – auch darum „kümmert“ sich Hypnobirthing…was mich daran nur gestört hat war dass es wie eine Marke vertrieben wird. Es möchte halt nicht nur die Pharmaindustrie ihr Geld verdienen…
    Ansonsten habe ich gebursvorbereitende Akupunktur gemacht, meine Hebamme schwört dass es deshalb so schnell ging. Es hat auch toll gegen meine Wassereinlagerungen geholfen. Die Hebamme im Krankenhaus hat mir in der Wanne auch zwei Nadeln gesetzt.Außerdem habe ich Geburtstee (ähnlich Stadelmann-Rezept) getrunken, der die Einleitungsphase angeblich auch verkürzt.
    Was es im Endeffekt war weiß ich auch nicht. Ich glaube man kann sich so gut auf die Geburt vorbereiten wie man möchte, im Endeffekt braucht man auch einfach Glück. Auch die Hebammen und/oder Ärzte tragen wesentlich dazu bei.
    Als meine Hebamme mich mal fragte ob ich Arnika-Salbe da habe dachte ich mir übrigens „Nein, Hokuspokussalbe habe ich leider nicht da.“ Ich bin also eigentlich ein Kind der Schulmedizin und hatte bis zur Schwangerschaft weder mit Hypnose (jeglicher Art), noch mit Akupunktur oder Hokuspokustee etwas am Hut 😉
    Ich wünsche dir jedenfalls eine ganz tolle zweite Geburt und bis dahin eine schöne Schwangerschaft!

    • Vielen Dank liebe Alexandra!
      Ich bin alternativen Wegen gegenüber nicht abgeneigt, aber ich bin von Natur aus skeptisch. Dennoch probiere ich das, was mir empfohlen wird (beispielsweise Schüssler Salze bei Schwangerschaftsbeschwerden) und lasse mich gerne (wie von den Schüssler Salzen) überzeugen. Ich bin gespannt, inwiefern Hypnobirthing die zweite Geburt beeinflusst.

      LG
      Kathrin

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  • Anke

    Hey, ein echt toller Blog. Obwohl es bei mir nch ein paar Jahre dauern wird, informiere ich mich sehr gerne hier.
    Deswegen habe ich auch den Eintrag zur Preisgabe von Namen der Kinder usw. gelesen, und wollte dich nur gerade darauf hinweisen, dass im Bericht der Hebamme ein Name genannt wird.
    Vielleicht hast du ja daran gedacht ihn zu verändern, aber falls nicht, wäre er dadurch auffindbar 😉
    Liebe Grüße und mach weiter so!

    • Liebe Anke,

      ja ich weiß. Ich hab sie bereits angeschrieben, aber muss noch mal nach haken!

      Vielen Dank!
      Kathrin

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