Beikosteinführung: Fingerfood statt Brei (Baby-Led Weaning)

Kathrin Beikost 68 Kommentare

Straffe Zeitpläne, fade Breirezepte, sich wehrende Kinder war gestern. Heute gehen immer mehr Eltern das Thema Beikost spielerisch an und verzichten dabei zum Teil gänzlich auf pürierte Babynahrung. Babys entscheiden was und wie viel sie essen möchten. Gestillt wird weiterhin nach Bedarf. Das ist gut so und wichtig, denn bei der vom Baby gesteuerten Beikosteinführung kann es manchmal Monate dauern bis ein Kind keine Muttermilch mehr zum Dessert möchte.

Was ist Baby-Led Weaning?

Baby-Led Weaning (BLW), zu deutsch „Vom Baby gesteuertes Entwöhnen/ Abstillen“, ist die Alternative zur klassischen B(r)eikosteinführung – statt Brei gibt es Fingerfood und zwar von Anfang an. „Publiziert wurde über diese Methode erstmals von Gill Rapley, einer Kinderkrankenschwester und der stellvertretenden Direktorin der „Baby Friendly Initative“ des britischen UNICEF Büros. Der Grundstein des BLW ist die Beobachtung, dass Babys mit sechs Monaten in der Regel von sich aus Interesse am Essen zeigen und dieses entdecken wollen. Dabei wird Stillen als die ideale Vorbereitung gesehen, da gestillte Babys die Milchaufnahme selbst regulieren und es nicht möglich ist, ein gestilltes Baby zu überfüttern.“[1]

Bei der BLW-Methode bekommt das Baby von Anfang an geeignetes (unpüriertes) Essen vom Familientisch und isst nur, was es selber in den Mund führt. Es wird nicht gefüttert und weiterhin nach Bedarf gestillt. In anderen Worten: das Baby bestimmt selbst, wann und wie die Übergänge von der Ernährung durch Muttermilch zu der durch feste Nahrung stattfinden.

Es geht auch ohne Brei – meine Erfahrung

Erst durch unser Mädchen lernte ich, dass eine Breiphase nicht zwingend notwendig ist, um Kinder an feste Nahrung heranzuführen (siehe „Einheitsbrei Beikostempfehlung“). Bis dato ein völlig unvorstellbares Konzept für mich.

Die größte Hürde ist – meines Erachtens – die eigene Unsicherheit.
Unser Mädchen nuckelte wochenlang nur an Nahrungsmitteln herum. Erst mit 7 Monaten konnte sie kleine Stücke abbeißen und schlucken. Eine Phase, die mir unendlich lang vorkam. Erst mit ca. 10 Monaten aß sie Portionen von nennenswerter Größe. Jedoch nicht zu jeder Mahlzeit und auch nicht jeden Tag. Immer wieder bezweifelte ich, dass sie irgendwann regelmäßig essen und davon satt werden würde. Da unser Mädchen die Kombination aus Stillen und fester Nahrung allerdings prima gefiel, machte ich einfach weiter.

Heute weiß ich sicher, dass diese Methode funktioniert. Ich würde es genau so wieder machen und kann Fingerfood bzw. BLW nur wärmstens empfehlen! Kinder brauchen keinen Brei. Sie brauchen weiche Nahrungsmittel, die sie gut in der Hand halten können, eine nicht versiegende Milchquelle und entspannte Eltern.

Die Vorteile von Fingerfood

Es entstehen keine Zwänge/ kein Druck
Weder beim Kind noch bei den Eltern.

Die Familie isst gemeinsam
Du kannst selber essen und bist nicht (nur) mit füttern beschäftigt.

Dein Baby kann essen, was alle essen
Natürlich die kindgerechte Variante. Es muss keine Breie essen, die sonst keiner isst.

Dein Baby lernt Nahrungsmittel in ihrer ursprünglichen Form kennen
Püriert sehen Erbsen, Bohnen und Brokkoli doch fast identisch aus…

Dein Kind lernt von Anfang an den richtigen, unverfälschten Geschmack von Nahrungsmitteln kennen
Pürierte Nahrung schmeckt anders, als unpürierte Kost. Je mehr Zutaten vermischt werden, desto schwieriger lassen sich einzelne Bestandteile herausschmecken. Selbst gekochte Breie werden außerdem oft mit Obstsäften verfeinert, welche vom eigentlichen Geschmack ablenken. Babys werden so auch bei herzhaften Gerichten auf „süß“ getrimmt. In Fertiggläschen lauern viele versteckte Zusatzstoffe wie Zucker oder künstliche Aromen – all das beeinflusst die Geschmacksentwicklung negativ.

Dein Kind entwickelt ein gutes Hunger- und Sättigungsgefühl
Wie beim Stillen nach Bedarf…

Dein Kind entwickelt ein gesundes Essverhalten

Fingerfood hält schlank
(siehe auch „Fingerfood statt Brei und Babys bleiben schlank„)

Die Hand-Mund-Koordination wird von Anfang an gefördert

Durch selbstbestimmtes Essen wird dein Baby unabhängig und selbstbewusst

Die Umstellung von Muttermilch zu Brei und von Brei zu fester Nahrung fällt weg

Es wird natürlich (allmählich) abgestillt
Das schont deinen Körper und deine Nerven!

Vorraussetzung für Baby-Led Weaning

Du

  • stillst gerne nach Bedarf
  • hast nicht das Bedürfnis schnell abzustillen
  • bevorzugst frisch gekochte und gesunde Speisen
  • bist geduldig
  • erwartest nicht von deinem Kind nach wenigen Wochen ein perfekter Esser zu sein
  • vertraust auf die Fähigkeiten deines Kindes
  • hältst es gut aus, wenn der Küchenboden aussieht wie nach einer
    (Essens-)Schlacht

Dein Kind

  • wird noch gestillt
  • stillt gerne
  • zeigt Interesse an fester Nahrung
  • ist in der Lage Nahrungsmittel zu greifen und zum Mund zu führen

BLW – Die Spielregeln

Setze dein Kind aufrecht hin
Nimm es auf den Schoß, wenn es noch nicht im Hochstuhl sitzen kann.

Lass dein Kind an den üblichen Familienmahlzeiten teilhaben
Achte aber darauf, dass dein Kind während der Mahlzeiten nicht zu müde oder zu hungrig ist. Wach und halbwegs satt wird sich dein Knirps besser auf feste Nahrung konzentrieren können.

Muttermilch ist zunächst die Hauptnahrung für dein Baby
Am Anfang untersucht dein Baby Nahrungsmittel nur und experimentiert damit (siehe auch „Mit Essen spielt man nicht! Oder doch?„). Eher zufällig wird es dabei etwas herunterschlucken. Es braucht viel Zeit, bis dein Kind richtig satt wird von fester Nahrung, deshalb solltest Du weiterhin nach Bedarf stillen.

Biete am Anfang weiches Obst und Gemüse an
Härtere Obstsorten (z.B. Apfel) und Gemüse (wie Kartoffel oder Karotten) am besten dünsten.

Biete „faustgerechte“ Stücke an
Babys greifen anfangs noch mit der ganzen Faust. Biete also Stücke an, die gut zu fassen sind.

Biete weniger feste/ flüssige Nahrungsmittel (z.B. Joghurt oder Suppe) mit einem Löffel an
So kann dein Kind lernen mit einem Löffel zu essen.

Biete gesundes Fingerfood an.
Verzichte auf gewürzte Nahrungsmittel, Fertigprodukte und Süßigkeiten.

Biete deinem Kind Wasser zu den Mahlzeiten an
Auch wenn Stillkinder nicht zwangsläufig andere Flüssigkeiten brauchen, ist es gut dein Kind an das Trinken aus einem Becher zu gewöhnen. Vielleicht lehnt es am Anfang andere Flüssigkeit als Muttermilch ab – auch hier gilt anbieten ja, einflössen nein.

Lasse dein Kind entscheiden, wie viel es essen möchte
Keine Tricks, keine Überzeugungsarbeit! Akzeptiere, wenn dein Kind sehr wenig/ nichts isst. Wenn du regelmäßig feste Nahrung anbietest & weiterhin stillst, wird sich dein Kind holen, worauf es Lust hat und was es braucht!

Lasst euch Zeit bei den Mahlzeiten
Keine Hektik, keine Eile! Dein Kind entscheidet, in welchem Tempo es ist bzw. wann es satt ist/ aufhören möchte zu essen.

Orientiere dich an deinem Kind, nicht an Regeln
Wenn es Brei mag, lass es Brei essen. Wenn es nur Fingerfood möchte, auch ok. Eine Mischform – Brei und Fingerfood – ist ebenfalls möglich, genauso wie ausschließliches stillen über das 1. Lebensjahr hinaus.
Versuche herauszufinden, welcher Weg für Dich und Dein Kind der beste ist. Probieren geht über studieren…

Abwaschbarer Fußboden/ Plastikplane
Fingerfood gibt echte Sauereien! Wenn du keinen Fliesenfußboden o.ä. hast, solltest du vielleicht eine Plastikplane unter dem Kinderstuhl ausbreiten.

Lasse dein Kind niemals unbeaufsichtigt!

Wird sich mein Baby nicht verschlucken?

Kinder verschlucken sich manchmal: Beim Stillen, beim Brei essen und auch beim Verzehr von Fingerfood. Reflexartig husten Babys in solch einer Situation. Hatte sich unser Mädchen z.B. an einem Stück Obst verschluckt, hustete sie es einfach wieder aus. Ganz wichtig: dein Kind sitzt aufrecht beim Essen und du bietest keine kleinen, harten Nahrungsmittel (z.B. Nüsse) an.

Babys schieben Nahrung außerdem erst in den hinteren Bereich des Mundes, wenn sie in der Lage sind zu kauen.[2] Das Kauen wird erst erlernt, wenn sie selbstständig Dinge greifen und in den Mund stecken können. Ein Baby, das freiwillig Nahrungsmittel zu sich nimmt, hat also die körperlichen Vorrausetzungen kontrolliert zu essen. Es verschluckt sich so wohl seltener, als ein Baby, dass Brei in den Mund geschoben bekommt.

Kauen ohne Zähne?

Babys sind sehr wohl in der Lage feste Nahrungsmittel auch ohne Zähne zu zerkleinern. Sie saugen sich entweder kleine Stückchen ab oder zermalmen größere Brocken sehr erfolgreich mit Ober- und Unterkiefer. Das dauert natürlich etwas länger und ist ein Grund, warum du dein Kind in Ruhe essen lassen solltest.

Literatur und Links

Bücher

Rapely Gill: Baby-Led Weaning: The Essential Guide to Introducing Solid Foods and Helping Your Baby to Grow Up a Happy and Confident Eater* (Das Original in Englisch)

Rapely Gill: Baby-led Weaning – Das Grundlagenbuch: Der stressfreie Beikostweg* (Die übersetze Version)

Loretta Stern & Eva Nagy: Einmal breifrei, bitte!: Die etwas andere Beikost*

Blogs

Die deutschen Blogs werden leider nicht mehr gepflegt, enthalten aber viele gute Informationen, die auch heute noch aktuell sind.

Breikasper (deutsch)

Unpüriert (deutsch)

Baby-Led Weaning (englisch)

Artikel

In diesen Artikeln findet ihr noch mehr wissenswertes zum Thema BLW:

Rapley, Gill: Guidelines for implementing a baby-led approach to the introduction of solid foods – updated, June 2008

Rapley, Gill: Leitlinien für das Beikosten nach dem “baby-led weaning Ansatz („Guidelines“ ins Deutsche übersetzt)

Zentrum der Gesundheit: Baby-Breie machen Babys dick

Marie-Christin Spitznagel: BLW – Babys breifreier Beikoststart!

Kleintjes, Stefan: Stillfreundliches Einführen von Beikost

Szabó, Kathrin: Beikost für Stillkinder

Werbelinks
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Footnotes    (↵ returns to text)
  1.  Kleinkinder@suite101: http://suite101.de/article/blw–babys-breifreier-beikoststart-a90771#axzz2GHugF7p8
  2.  Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Baby-led_weaning#Safety

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  • Mareike

    Liebe Kathrin,
    vielen Dank für Deinen tollen Blog, ich stöbere so gerne hier herum. Unser Lütter ist jetzt 5 Monate und wir haben vor ca. 3 Wochen mit BLW angefangen. Wir sind alle so begeistert davon, es macht einfach nur Spaß!
    Allerdings würde ich gerne nachts abstillen, ist das mit BLW möglich? Man soll ja nach Bedarf stillen, das tun wir z. Zt. auch. Ich will das auch weiter so machen, aber aufgrund gewisser Umstände halt nachts nicht mehr. Sollte das nicht miteinander vereinbar sein, kriegt er halt weiter seine nächtlichen Stillmahlzeiten :)
    Liebe Grüße!

  • mina

    Hi, tolle Seite! Kompliment! Ich stehe bereits mit meinem zweiten Kind kurz vor der Beikost, beim ersten lief alles nach B(r)eikost-Zeitplan, habe aber gehört dass die zweiten auch lieber das essen was die großen Geschwister essen…also BLW dann :-) Nur noch ne Frage:Was kann ich alles anbieten, du schreibst von Joghurt…bestimmte Dinge (u.a Quark) soll man doch im ersten Jahr nicht geben…Joghurt schon?! danke und lg mina

    • Danke Mina!
      Es gibt Beikostempfehlungen die Milchprodukte (u.a. Nahrungsmittel) im ersten Lebensjahr des Kindes aus verschiedenen Gründen ausschließen. Es gibt aber auch den Ansatz, Kinder so früh wie möglich an kleine Mengen verschiedener Lebensmittel heranzuführen und zu beobachten, wie sie diese vertragen. Ich habe mich für die letzte Variante entschieden. Zum einen, weil ich unserem Mädchen keine Nahrungsmittel vorenthalten wollte auf die sie eventuell (allergisch) reagieren könnte. Zweitens, weil ich selbst Milchprodukte esse und es gemein fand, ihr immer etwas „vorzukauen“. Drittens hat mich das Buch „Baby-led Weaning“ von Gill Rapley inspiriert und sie führt nur eine sehr kleine Liste ungeeigneter Nahrungsmittel an. Was „verboten“ ist, findest Du hier:
      http://www.nestling.org/beikost-fur-stillkinder/#Ungeeignete_Lebensmittel_bis_zum_1_Lebensjahr

      Liebe Grüße
      Kathrin

  • Mirjam

    Hallo!
    Unsere Kleine ist jetzt 7 Monate (ein Stillkind) und als wir vor ein paar Wochen mit dem üblichen Brei gestartet sind fand sie das nicht so toll… Daher war ich von der Idee sie bei uns am Tisch mitessen zu lassen begeistert. Erst hat das auch ganz gut geklappt. Es ist zwar kaum etwas im Kind gelandet, aber sie hat alles angebotene freudig untersucht. In den letzten Tagen haben wir allerdings das Problem, dass sie zu gierig ist und zu große Stücke abreißt (es ist noch kein Zahn zum beißen in sicht), daran „verschluckt“ sie sich dann und übergibt sich. Erst dachten wir, dass das Stück Kolrabi wohl noch zu hart war, aber am nächsten Tag war es sehr weiche Kartoffel und auch die Brotkruste (wir dachten da wird sie schon nicht viel abbeißen können) heute ist erst vollständig im Mund gelandet und dann ausgewürgt worden.
    Was machen wir falsch? Oder was können wir besser machen?
    Liebe Grüße
    Mirjam

    • Liebe Mirjam,

      ihr macht nichts falsch und könnt auch nichts besser machen. Es ist zwar erschreckend und vielleicht sogar beängstigend, aber nicht unüblich, dass Kinder bei BLW (zu große Stücke wieder heraus) würgen. In diesem Fall gilt auch, Übung macht den Meister 😉
      Sie wird schnell lernen, wie viel sie abbeißen muss, damit es „passt“. Solange sie noch mit ihrem Würgereiz kämpft, würde ich ihr weiterhin weiche Nahrungsmittel anbieten. Wird sie sicherer beim Essen, kannst Du ihr dann alles wie gehabt geben.

      Liebe Grüße
      Kathrin

  • Susanne Decker

    Hallo,
    mein Sohn ist nun 8 Monate alt und ich habe angefangen, ihm Mittags einen Brei zu geben. Ansonsten wurde/wird er voll gestillt. Das hat auch 5 Wochen lang super geklappt, aber dann wollte er von einem Tag auf den anderen keinen Brei mehr. Er verweigerte ihn vom Löffel, also gab ich Brei aus der Flasche. Aber auch den verweigerte er total durch Weinen, Quengeln, Kopf wegdrehen, Flasche oder Löffel weghauen.Er will immer nur an die Brust. Ich bin mir auch so unsicher, ob ich dann besser konsequent sein sollte und ihn nicht stille, oder doch nachgeben muss, da das Kind ja Hunger hat. In meinem Umfeld hat mir jeder einen anderen Ratschlag gegeben. Die Kinder meiner Bekannten essen alle Brei und verweigern ihn auch nicht. Ich wusste mir wirklich nicht mehr zu helfen und habe mir fürchterliche Vorwürfe gemacht, dass ich vielleicht etwas falsch gemacht habe. Warum mag er seinen Brei nicht mehr?
    Nun hab ich ihm wenigstens immer eine gekochte Kartoffel , oder eine Möhre zwischendurch in die Hand gegeben und die hat er dann zum Mund geführt. Auch Brotstückchen mit Butter schnullt er gerne.
    Nun bin ich auf diese Seite gestoßen und überlege ernsthaft, ganz auf Brei zu verzichten, da das Brei essen meinen Sohn und mittlerweile auch mich stresst.
    Ich habe nur Angst, dass er vielleicht nicht alle notwendigen Stoffe bekommt. Meine Kinderärztin meinte, dass ca ab dem 7 LM die Muttermilch nicht mehr ausreiche, da mein Sohn auch schon so groß und schwer ist.
    Was soll ich nun machen? Ich weiß mir keinen Rat mehr.
    Liebe Grüße
    Susanne

    • Hallo Susanne,

      es ist schwer zu sagen, warum Dein Sohn auf einmal den Brei verweigert. Vielleicht schmeckt er nicht mehr, vielleicht mag er lieber Fingerfood, vielleicht hat er eine Phase, in der er nur stillen möchte. Vieles ist möglich. Mach Dir keinen Vorwurf und versuche entspannt zu bleiben!
      Ich würde ihn nicht zum Essen zwingen. Essen soll Freude bereiten und nicht zum Machtkampf zwischen Mutter und Kind ausarten. Kein Kind verhungert freiwillig. Biete ihm einfach weiterhin feste Nahrung (Brei oder Fingerfood) an und stille ihn nach Bedarf. Iss am besten gemeinsam mit ihm. Unser Mädchen hat es selten ausgehalten, wenn ich ihr was vorgegessen habe 😉
      Die Sorgen Deiner Kinderärztin sind nur zum Teil berechtigt. Es ist grundsätzlich kein Problem (und keine Seltenheit), wenn sich Dein Sohn im ersten Lebensjahr ausschließlich von Muttermilch ernährt. Solange er die Wahl zwischen einem gesunden Angebot an fester Nahrung und Muttermilch hat, wird er sich genau das heraus suchen, was sein kleiner Körper benötigt. In Ausnahmefällen kann es zu Mangelerscheinungen kommen, wenn Kinder nach dem 6. Monat ausschließlich stillen. Verweigert Dein Sohn weiterhin für längere Zeit feste Nahrung, kannst Du ihn engmaschiger beim Kinderarzt vorstellen, damit Mangelerscheinungen ggf. rechtzeitig erkannt werden.

      Liebe Grüße
      Kathrin

  • mihim12

    Hallo, endlich Erfahrungen die mir sehr bekannt vor kommen. Unser 2. Sohn ist jetzt 8,5 Monate und will nicht wirklich Brei essen, flippt aus wenn er das essen bei uns sieht, jetzt hab ich mich damit abgefunden weiter voll zu stillen und auf fingerfood über zugehen. Toast klappt wunderbar und gekochtes Gemüse+obst, hirsekringel, baby Kekse, alles kein Problem mehr, und das alles ohne zähne . viele grüße

  • Muriel

    Hallo,

    schön, dass es deine Website gibt und du anderen Mut machst, breifrei zu leben.
    Ich weiß nicht, ob du es mitbekommen hast, aber inzwischen gibt es eine deutsches Buch zum Thema… http://www.randomhouse.de/Paperback/Baby-led-Weaning-Das-Grundlagenbuch-Der-stressfreie-Beikostweg/Gill-Rapley/e423358.rhd
    Liebe Grüße
    Muriel

  • Caroline

    Hallo, ich wollte mich erstmal für diese Seite bedanken. Ich bin gerade dabei, mich über BLW zu informieren und könnte mir vorstellen, dass es das Richtige für meinen Zwerg ist. DANKE für alle Informationen. Dabei wollte ich Euch sagen, dass es mittlerweile das Standardwerk auch in Deutsch gibt. Erschienen Sept 2013. Ich habe es soeben bestellt. Liebe Grüße Caroline

    • Danke Caroline! Hatte ich vergessen in den Artikel einzufügen.

  • Dorothea

    Hallo,

    eine tolle Seite mit wunderbaren Tipps hast du hier!!!

    Wir haben jedoch ein Problem bei der BLW Methode – mein Kind, 6 1/2 Monate beißt oft für ihn zu große Stücke ab. Sei es vom Apfel, Mango, Gurke oder Dinkelstangen und dann bleibt ihm das im Hals hängen – anstatt zu husten würgt er und übergibt sich dann.
    Gibt es da einen Tip???

    Dankeschön

    • Liebe Dorothea,

      erst einmal zur Beruhigung – das ist völlig normal, wenn auch nicht schön. Wie ist es, wenn Du weiches Obst und Gemüse anbietest (z.B. Honigmelone, Kartoffel)? Übergibt er sich dann auch? Falls nicht, würde ich zunächst weichere Nahrungsmittel bevorzugen – vielleicht auch mal an einem Brötchen nagen lassen. Dinkelstangen sind so furchtbar trocken und krümelig, die hat unser Mädchen erst später bekommen.
      Falls der „Härtegrad“ egal ist, einfach ein paar Tage Zeit geben. Das wird sich schnell legen.

      Liebe Grüße
      Kathrin

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  • Anonymous

    Hallo Kathrin,

    das Thema BLW finde ich sehr interessant; mein Sohn ist jetzt 3 Monate alt – also noch nicht ganz im Beikost-Alter – aber ich bin immer gerne gut vorbereitet… ;o)

    Allerdings stellt sich mir folgende Frage: wenn mein Sohn acht Monate alt ist, werde ich drei Tage die Woche wieder ganztags arbeiten; mein Kleiner ist dann bei Oma bzw. Tagesmutter untergebracht (nein, ich bin keine karrieregeile Rabenmutter, sondern die Hauptverdienerin und auch Fingerfood kostet Geld…). Folglich ist es mir dann auch nicht möglich, nach Bedarf zu stillen.

    Hast Du einen Tipp, wie sich dieses Konstrukt mit BLW vereinbaren lässt?

    Danke!!!

    • Hallo,

      sehr gut würde ich sagen. Warte erst einmal ab, wie viel Dein Kind bis dahin futtert. Es gibt Baby-led Weaning Knirpse, die mit 8 Monaten schon von fester Nahrung satt werden. Falls nicht, kann er zusätzlich abgepumpte Muttermilch oder Pre-Nahrung erhalten. Falls Omi und Tagesmutter sich absolut gegen BlW sträuben, bekommt er eben an diesen drei Tagen Brei und an den anderen Fingerfood. Da findet sich bestimmt eine Lösung für „dieses Konstrukt“ 😉

      Falls Du in der Zeit noch Fragen hast, kannst Du Dich ja gerne noch einmal melden!

      Alles Liebe
      Kathrin

  • Astrid

    Hallo,

    mein Hase ist jetzt 20 Wochen alt – ein bißchen warten wir noch, aber dann soll’s losgehen mit BLW (freue mich schon auf die Brokkoli-Röschen in den Ohren und die Avocado in den reichlich vorhandenen Haaren… =o)

    Vielleicht habe ich das nur überlesen, aber wie ist es denn mit „allen anderen Gewürzen“ außer Salz, sowie Kräutern? Darf man die – in Maßen natürlich – verwenden oder ist da schon etwas dabei, was man besser vermeidet? Gerade Kräuter haben ja häufig auch gewisse Wirkungen…

    Und in die B(r)eikost gehört doch eigentlich auch immer ein Schuss Öl zur besseren Verwertung der Vitamine? Auch Quatsch oder „tunke“ ich die gedünstete Möhre nochmal ein…??? =o)

    Ansonsten tolle, informative Seite, DANKE!!!

    • Liebe Astrid,
      Gewürze in Maßen (auch Kräuter) sind völlig in Ordnung. Manche Kinder mögen sie, manche stehen allerdings überhaupt nicht drauf. Also auch hier schauen, was der Zwerg mag. Da bei der Breikost in der Regel große Portionen Brei (200g) die Milchmahlzeit ersetzen sollen, ist das Öl wichtig. Bei BlW wird zusätzlich zur festen Nahrung gestillt, so dass die Kleinen ausreichenden Fette über die Milch erhalten. Musst also das Gemüse nicht in Butter oder Öl tunken 😉

      Liebe Grüße
      Kathrin

  • Pingback: Die richtige Ernährung des Babys? Unser Weg durch die Mitte | Einfach klein()

  • Jule

    Hallo,

    diese Art von Beikosteinführung ist doch nur für Frauen, die Angst haben das Baby könnte sich zu schnell von der Brust entwöhnen! Egoistisch!!!

    • Nicky

      Hallo Jule,

      nein, egoistisch ist diese Art der Beikosteinführung sicherlich nicht. Eher das genaue Gegenteil. Man lässt den Kindern die Zeit, die sie brauchen und stopft sie nicht bis zum Stehkragen mit Brei voll, damit man selbst am besten gleich die Nächte durchschlafen und das Kind zum Essen auch gerne mal an Oma, Opa und Co. „abdrücken“ kann.

      Mal ganz ehrlich…. die Erfindung des Breis muss ja wohl etwas modernes sein, oder hast du in einem Museum schon mal einen steinzeitlichen oder auch mittelalterlichen Pürierstab gesehen??? Also ich nicht, aber klär mich bitte gerne auf, sollte ich da etwas so kurioses noch nicht entdeckt haben.
      Bis der Brei aufkamen sind Kinder auch satt geworden und das hat ja offenbar ganz gut funktioniert, schließlich ist die Rasse Mensch noch nicht ausgestorben.
      Und last but not least: hast du dir schon mal Gedanken darüber gemacht, wie die Babys in der dritten Welt groß werden…..????? Hipp, Alete und wie sie nicht alle heißen sind da sicher nicht in jedem Haushalt zu finden…..

      Alles Gute für eine offenbar breiige Zukunft wünsche ich dir….
      Nicky

    • Kate Mitchell

      Hallo :)
      auch wenn das ganze hier schon älter ist möchte ich doch etwas dazu sagen.
      Natürlich gab es damals keinen Pürierstab, durch die fehlende Elektrik etc. aber es gab durchaus sogenannte Stampfer, und zur not auch Gabeln mit der man das essen wunderbar zermatschen konnte… und wenn wir von der Steinzeit anfangen… Schonmal was vom vorkauen gehört? Natürlich nicht die beste Art durch die Kariesübertragung aber damals hatten die wohl auch ganz andere sorgen. Aber so konnte das Baby Fleisch essen ohne sich daran zu verschlucken bzw. diese zähe masse überhaupt in gerechte stücke zu bekommen.Und in der dritten Welt sind die Frauen froh wenn ihr kleines Würmchen überlebt, mit was wäre den total egal, da ist diese form von „fingerfood“ wohl eher eine Phrase! Zumal die Frauen auch mit einem Baby arbeiten gehen, unter anderem auf dem rücken gebunden. Die haben sicher keine zeit für so was und auch nicht die Kapazitäten.

      LG
      von einer Mutter die ihr baby sehr glücklich macht,
      mit selbstgekochten und jaaa pürierten Brei!!! Und ich weiß nicht von wem sie das mit dem Obstsaft haben aber das ist wohl der größte Mist!!!!

    • Katrin

      Was hat das denn mit Egoismus zu tun wenn man seinem Kind die Möglichkeit gibt selbst zu essen und zu entscheiden???

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