Erfahrungsbericht: Abstillen beim Kleinkind

Kathrin Stillen 58 Kommentare

Was ich heute zu erzählen habe, ist das bislang schwärzeste Kapitel aus meiner persönlichen Stillzeit. Eine tieftraurige Erfahrung für mich und unser Mädchen, die ich uns beiden gerne erspart hätte. Aber der Reihe nach…

Das Stillen vor der Geburt von Nestling Nr. 2

Bevor unser Bub das Licht der Welt erblickte, stillte ich das Mädchen (zu dem Zeitpunkt 3,5 Jahre) noch. Tagsüber nur in Ausnahmefällen – wenn sie krank oder sehr müde war. Aber ich stillte sie regelmäßig in den Schlaf, morgens nach dem Aufwachen und unterschiedlich oft in der Nacht. Um ihren dritten Geburtstag herum (Juni 2014) schlief sie nahezu zuverlässig durch, doch mit dem Kindergartenbeginn im August wachte sie nachts plötzlich häufig auf und sie beruhigte sich meist nur an der Brust.

Ich stillte sie, weil ich das Gefühl hatte, dass sie es braucht. Weil es mich nicht störte. Und weil ich hoffte, dass sie eines Tages von sich aus die Bereitschaft zum Abstillen signalisiert. Dass wir unsere Stillbeziehung in beiderseitigem Einverständnis – ohne Widerstand und Protest – quasi „natürlich“ beenden.

Kein natürliches Abstillen

Das natürliche Alter zum Abstillen [also der Zeitpunkt, an dem Kinder von alleine damit aufhören] scheint bei einem Mindestalter von 2,5 Jahren und bei einem Höchstalter von 7,0 Jahren zu liegen.“ Wie viel Zeit unser Mädchen noch benötigt hätte, um der Stillzeit von sich aus ein Ende zu setzen, bleibt ein Geheimnis. Ich hatte mir jedenfalls sehr gewünscht, dass sie zu den „Frühaufhörenden“ zählt (siehe „Langzeitstillen: Ist da überhaupt noch was drin?„). Doch dem war leider nicht so…

Kein gemeinsames Familienbett

Ich hätte ihr gerne noch mehr Zeit eingeräumt, aber mit der Geburt unseres Sohnes, stieß ich beim nächtlichen Tandemstillen heftig an meine Grenzen. Um halbwegs vernünftig schlafen zu können, musste ich sie zumindest nachts abstillen und mit dem Bub separat im Wohnzimmer nächtigen (Thomas blieb beim Mädchen im Schlafzimmer). Denn zwei Kinder nachts mit meiner Aufmerksamkeit und Milch zu versorgen, konnte und wollte ich nicht leisten, auch wenn ich mir nichts sehnlicher gewünscht hatte, als ein ruhiges Nebeneinander im Familienbett.

Wie abstillen?

Für mich kamen „Hardcore-Methoden“, wie eine Woche ohne sie zu verreisen oder die Brust mit scharfen Pasten einzureiben, nicht in Frage. Mit dem Stillen verbanden wir beide eine wunderschöne und innige Zeit, da wollte ich unser Mädchen beim Abstillprozess weder im Stich lassen noch herein legen.

Bei meiner Ausbildung zur Stillberaterin erzählte eine erfahrene Stillberaterin und Mutter von 5 Kindern, dass sie ihre Kinder abgestillt hatte, indem sie die Zeitintervalle mittels einer „Lichtuhr“ in der Nacht peu a peu ausdehnte. Das Licht diente als optische Orientierung und so brauchten die Kinder nicht immer nachzufragen, ob es soweit sei. Gleichzeitig durften diese Kinder weiterhin im Familienbett schlafen und wurden solange sie es brauchten liebevoll (mit Streicheleinheiten & Co) in den Schlaf begleitet. Das passte eher zu uns.

Abstill-Equippment

 Schaf-Schildkröte

Bevor wir starteten, bestellte ich diese Schäfchen-Uhr und außerdem diese Schildkröte mit beruhigendem Lichtspiel und meditativen Klängen zum Runterfahren – letztere sollte ihr das Wiedereinschlafen ohne Brust erleichtern. Als das Paket geliefert wurde und unser Mädchen sich riesig über ihre neuen, „knuffigen“ Geschenke freute, wurde ich so traurig, dass mir das Wasser literweise aus den Augen lief.

Zum einen war ich so kurz nach der Geburt eh schrecklich labil und heulte ständig wegen allem und jedem. Zum anderen war ich all die Jahre jede einzelne Nacht für unser Mädchen da gewesen und nun musste ich sie plötzlich mit „Mutterersatzprodukten“ abspeisen (die ich übrigens furchtbar finde), um mich ausreichend um die Bedürfnisse von Nestling Nr. 2 kümmern zu können. Ich fühlte mich echt mies, weil ihr das putzige Schäfchen und die drollige Schildkröte optisch sehr gefielen, ich aber genau wusste, dass sie lieber mich als diese Tiere an ihrer Seite haben wollte…

Sie fragte, warum ich traurig bin und ich wollte es ihr zunächst nicht sagen, aber Thomas forderte: „Sei ehrlich!“ Da heulte ich noch mehr und erklärte ihr in wenigen Worten was ist. Dass sie ab heute nur noch zum Einschlafen und zum Aufwachen (wenn das Schäfchen grün wird) stillen darf und Papi in der Zeit dazwischen für sie da ist und mit ihr kuschelt, falls sie aufwacht (ich hatte das bereits mehrere Tage vorher angekündigt). Dass ich weine, weil ich mit dem Buben im Wohnzimmer schlafen muss (er grunzt so laut) und weil ich mich lieber um beide Nestlinge kümmern möchte, aber einfach nicht kann.

Ihre Reaktion konnte ich nicht einordnen. Sie saß auf meinem Schoss und spielte neugierig mit der Schildkröte. Ließ die Melodie immer und immer wieder laufen, aber sagte nicht viel. Und so starteten wir in der Nikolausnacht mit dem Abstillen.

Abstilltagebuch

Den „Wieder-in-den-Schlaf-Streichel-Part“ im Familienbett übernimmt Thomas, damit ich nicht extra aufstehen und aus dem Wohnzimmer kommen muss. Das Einschlafstillen erfolgt in der Regel gegen 19.30 Uhr und da sie nachts fast gar nicht mehr trinkt, stelle ich das „leuchtende Stillsignal“ direkt auf 5 Uhr.

Nacht 1 (05.12.14)

Das Mädchen wacht gegen 3 Uhr auf. Sie schreit und protestiert, als Papa sie trösten möchte. Ich liege im Wohnzimmer, wache von ihrem herzzerreißenden Weinen auf und höre zu. Ihr Protest wird immer lauter und hysterischer. Sie schreit: „ICH WILL MEINE MAMI!“ Immer wieder. Mit jedem Mal heftiger. Mein Herz blutet und ich halte das kaum aus. Ich möchte am liebsten ins Schlafzimmer gehen. Das Ganze abbrechen und sie in den Arm nehmen. Aber das geht ja nicht. Und so weine ich leise mit…

Nach einer gefühlten Ewigkeit kommt sie zu mir ins Wohnzimmer. Tränenüberströmt. Ich bin so froh, dass sie da ist. Ohne nachzudenken lasse ich sie kurz an der Brust trinken. Dann besinne ich mich; ich docke sie ab und sage ihr, dass sie erst wieder stillen darf, wenn das Schäfchen grün ist.

Da veranstaltet sie einen riesigen Aufstand. Sie haut mich, schreit und weint. Sie fleht mich an und wälzt sich dabei auf dem Boden. Sie ist traurig, wütend – so unfassbar verzweifelt. Als sie kurz vor dem Kollabieren ist, schicke ich sie ins Schlafzimmer, um zu schauen, welche Farbe das Schaf hat. Es ist grün (5.00Uhr)! Gott sei Dank! Sie darf wieder stillen und wir alle atmen erschöpft und erleichtert auf.

Glücklicherweise ist Nikolaus und die gefüllten Stiefel lenken sie von der schrecklichen Nacht ab. Mich nimmt dieser zweistündige Akt stark mit; ich fühle mich miserabel.

Planänderung: Nach dieser Nacht wird mir bewusst, dass ich sie wieder in den Schlaf begleiten muss, wenn sie wach wird. Sie nicht mehr zu stillen ist die eine Sache, aber sie von jetzt auf gleich nachts alleine mit Papa zu lassen (was sie nicht gewöhnt ist), ist unfair ihr und Thomas gegenüber. Schließlich will ich sie nicht mehr stillen, da kann ich zumindest für einen sanften Übergang sorgen. Auf diese Weise gewöhnt sie sich hoffentlich sanft an die neue Schlafsituation und akzeptiert Thomas irgendwann als nächtliche Bezugsperson. Bei einem Hauruck-Wechsel dagegen wird Thomas zum Buhmann, der ihr die Mama wegnimmt. Kein Wunder, dass sie ihn von sich weist…

Nacht 2 (06.12.2014)
Sie schläft bis 5 Uhr. Freudenstimmung!

Nacht 3 (07.12.2014)
Sie schläft bis 6 Uhr. Sollte es wirklich so einfach sein?

Nacht 4 (08.12.2014)
Sie wacht 3.30 Uhr auf und ich gehe direkt zu ihr. Während der Bub ganz entspannt auf meiner Brust weiter schläft, macht sie Terror. Wieder das ganze traurige Programm (weinen, betteln, schimpfen, treten) bis das Schäfchen sie 5 Uhr endlich erlöst.

Nacht 5 (09.12.2014)
Sie wacht 24 Uhr auf und ich gehe zu ihr. Sie protestiert, aber nicht mehr so heftig. Sie ist anfangs sauer auf mich und rollt sich weg. Dann nimmt sie mein Kuschelangebot an und schmiegt sich ganz dicht an mich ran. Es dauert bis ca. 2 Uhr, bis sie endlich einschläft. Mit ihrem Kopf auf meiner Schulter, während ich ihr weiches Haar streichle und für sie singe.

Nacht 6 (10.12.2014)
Sie wacht gegen 2 Uhr auf und ich gehe zu ihr. Nur noch kleiner Protest und kaum Diskussionen. Sie kuschelt sich nach anfänglichem Widerstand an mich und schläft gegen 3.30Uhr ein.

Nacht 7 (11.12.2014)
Sie wacht auf, aber akzeptiert das Kuscheln sofort.

Nacht 8 (12.12.2014)
Sie wacht auf und akzeptiert das Kuscheln sofort. Schläft schnell wieder ein.

Nacht 9 (13.12.2014)
Gegen 2 Uhr aufgewacht und 1,5 Stunde wach.

Wir stellen das Schäfchen auf 6 Uhr, weil sie nun morgens länger schläft.

Nacht 10 (14.12.2014)
22.30 Uhr wach und ganz schnell wieder eingeschlafen.

Nacht 11 (15.12.2014)
19 Uhr ins Bett mit 38 Grad Temperatur.
3 Uhr mit 39, 5 Grad Fieber über eine Stunde lang wach. Sie fragt ganz leise: „Mama, Milch?“ :(
Mein Herz zerbricht, weil sie immer viel stillen durfte, wenn sie krank war, aber ich will nicht die „Abstillarbeit“ von 1,5 Wochen kaputt machen. Sie fragt nach „Medizin“ – ich gebe ihr ein fiebersenkendes und schmerzstillendes Mittel und streichelte sie in den Schlaf. Sie tut mir unfassbar leid…

Nacht 12 (16.12.2014)
Eine weitere Fieber-Nacht.
Sie wacht 3 Uhr auf und lässt sich zum allerersten Mal nur von Thomas beruhigen. 2 Minuten vor 6 gehe ich zu ihr und das Schaf ist 6 Uhr grün geworden – sie sehr stolz und erleichtert, dass sie es geschafft hat.

Nacht 13 (17.12.2014)
19.30 Uhr ins Bett (kein Fieber mehr dafür Husten)
Gegen 3 Uhr wieder wach und wieder mit Papa eingeschlafen

Nacht 14 (18.12.2014)
Ich muss erst 6 Uhr rüber.

Nacht 15 (19.12.2014)
Wir sind alleine (Thomas fährt nach Weißwasser, um Oma abzuholen).
Sie wird gegen 23.30 Uhr wach (wegen husten) und will unbedingt gestillt werden als ich komme (ist offensichtlich verwirrt, dass ich da bin und nicht Thomas). Sie weint bitterlich und protestierte heftig als ich nein sage, findet dann allerdings trotzdem wieder in den Schlaf (ohne Stillen). Bin dann wieder ins Wohnzimmer mit dem Bub (weil er so laut war) und gegen 6 Uhr wieder zu ihr.

Nacht 16 (20.12.2014)
Thomas ist wieder da und ich muss erst 6 Uhr rüber (grünes Schäfchen).

Nacht 17 (21.12.2014)
20 Uhr ins Bett und bis 6.40 Uhr geschlafen – laut Thomas nur eine kleine Unterbrechung in der Nacht.

Fazit nach 2,5 Wochen: Geht es ihr gut?

Ich hatte zu dem Zeitpunkt den Eindruck, dass es für unser Mädchen ok ist mit Papa zu schlafen (ich hörte sie ja kaum mehr) und ich befragte ihn, wie er es sieht. Für optimal schien er es nicht zu halten, denn sie fragte wohl regelmäßig nach mir. Sie schien traurig zu sein.

Mist. Ich hatte gehofft, dass alles gut ist, denn für mich hörte es sich nachts so „friedlich“ an. Das hätte die Sache zumindest gedanklich erleichtert, denn das Abstillen war unumgänglich für mich – ich hätte unmöglich so weitermachen können. Doch nun wusste ich, dass sie mich nachts sehr vermisst; das tat weh.

Doch ein gemeinsames Familienbett?

Daraufhin fragte ich sie, ob ich wieder mit dem Bub im Schlafzimmer schlafen soll. Ihre Augen leuchteten und sie bejahte sofort. Ich sagte: „Ich habe Angst, dass der Kleine zu laut ist und Dich weckt!“ Sie erwiderte fröhlich: „Du brauchst Dir keine Sorgen machen.“

Doch leider scheiterte auch dieser Versuch, alle Familienmitglieder in einem Bett zu vereinen. Sobald der Bub anfing zu grunzen (das passierte oft und laut), stopfte ich sein Mäulchen schnell mit Milch, damit er das Mädchen nicht stört. Als er dann gegen 4 Uhr morgens wortwörtlich die Schnauze voll hatte und mich und sich mit einem ordentlichen Milchschwall begoss (woraufhin unser Mädchen weinend erwachte) wusste ich, dass das nicht die Lösung sein konnte.

Eine bessere fiel mir leider noch nicht ein, denn beide Kinder haben einen völlig entgegengesetzten Schlafrhythmus und wenn ich die Wachphasen von beiden begleite, bekomme ich selbst kaum noch Schlaf. Und so schlafen wir bis heute getrennt, was unserem Mädchen, vor allem wenn es ihr schlecht geht, zu schaffen macht.

Warum Konsequenz beim Abstillen wichtig ist

Ich verursachte übrigens einen sehr dramatischen Rückschritt, weil ich das Mädchen im Januar (als sie nochmals krank war) abends außer der Reihe stillte. Sie war 19.30 Uhr eingeschlafen und 20 Uhr hustend erwacht. Sie ließ sich nicht von Thomas beruhigen und weinte stark. Ich ging ins Zimmer, fragte ob sie Schmerzen habe. Sie bejahte; ich gab ihr Medizin und bot ihr die Brust zum Wiedereinschlafen an. Keine Ahnung warum. Es passierte einfach. Wahrscheinlich weil ich es so kurz nach dem eigentlichen Einschlafen noch zum Einschlafstillen zählte, aber sie konnte ja nicht wissen, wie lange bzw. wie kurz sie geschlafen hatte…

Die Quittung kam dann in der nächsten Nacht, als sie gegen 1 Uhr erwachte und natürlich wieder in den Schlaf gestillt werden wollte. Als ich verneinte und zur üblichen Routine (Streicheln, Kuscheln, Singen) überging, rastete sie so extrem aus wie in der allerersten (Nikolaus-)Nacht. Sie wehrte sich heftig gegen meine Berührung, gegen Thomas’ Anwesenheit und schrie das ganze Haus zusammen. Fast zwei Stunden lang – extrem laut und wütend.

Wir schlossen das Fenster, weil wir befürchteten, dass jemand wegen ihres schrecklichen Schreiens die Polizei ruft. Gleichzeitig ärgerte ich mich schwarz über meine Blödheit! Warum hatte ich das getan? Vor allem, was habe ich ihr damit angetan? Während sie all ihre Wut und ihren Kummer hinausschrie, lag ich verzweifelt und traurig neben ihr. Sie war anscheinend noch lange nicht über das Abstillen (meine Abwesenheit in der Nacht) hinweg – der Schmerz saß offensichtlich ganz tief. Ich fragte sie irgendwann, was ich machen kann. „Wie kann ich Dir helfen?“ Da schleuderte sie mir fuchsteufelswild entgegen: „Ihr könnt mir nicht helfen!“ Da heulte ich wieder Rotz und Wasser, aber sie hatte Recht. Ich konnte einfach nichts machen…

In den Nächten darauf glätteten sich die Wogen allmählich und sie ließ sich wieder von Thomas beruhigen, aber der Vorfall ging uns echt an die Nieren. Wie gerne hätte ich mein „Zwischenstillen“ ungeschehen gemacht… Das hatte die Situation unnötig erschwert, weil es in ihr Hoffnung entfachte, obwohl meine Entscheidung endgültig war. Thomas meinte in jener Nacht: „Da bekomme ich ja echt Zweifel, ob das Langzeitstillen wirklich so gut ist!“

Ist spätes Abstillen immer mit großem Kummer verbunden?

Ja und nein. Es heißt „je älter Kinder sind, wenn sie abgestillt werden, desto mehr Protest legen sie beim Entzug des Busens ein.“ [Obwohl die Muttermilch für die Entwicklung der Kleinsten ja am wichtigsten ist]. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Großen es sich im Gegensatz zu den kleineren Kindern leisten können „viel Lärm um nichts zu machen“. Denn „lautstarker Protest ist für einen schutzlosen Säugling, der tagtäglich ein Drittel seiner Energie für sein Wachstum abzweigen muss, weitaus „teurer“ als für ein Kleinkind, das nur noch 5 Prozent seiner Energie für das Wachsen braucht.“

„Neben dem Alter entscheidet ein zweiter Faktor, wie schwer der Zoff ist, den sich Mutter und Kind liefern – nämlich wie „sozial einschneidend“ das Abstillen ist. Wenn mit dem Abstillen auch der Verlust der Mutter droht, wird vehementer um den Zugang zur Brust gestritten“ (Herbert Renz-Polster „Kinder verstehen„, S. 65).

Obwohl ich versuchte unserem Mädchen weiterhin viel Aufmerksamkeit zu schenken – sie oft zu herzen und zu tragen, muss sie seit der Geburt ihres Bruders häufig zurück stecken und auf meine körperliche Nähe verzichten. Das Abstillen in der Nacht ging bei uns außerdem mit meinem Auszug aus dem Familienbett einher – eine wahrlich ungünstige Kombination, da sich unser gemeinsames „Kuschelzeitfenster“ plötzlich stark verkleinerte.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass alles halb so dramatisch verlaufen wäre, wenn wir uns nach wie vor ein Bett teilten. Doch das Mädchen ist beim schmusenden Papa ja gut aufgehoben; ich brauche zumindest ein paar Schlafeinheiten und der Bub soll nachts schließlich die gleiche Nähe und Geduld erhalten, die das Mädchen in den ersten Lebensjahren bekam – und zwar ohne unfreiwillige Druckbetankung. Von den alten Gewohnheiten abzulassen, ist gerade sehr schmerzhaft für uns Mädels, aber da hier niemand allein zurückgelassen wird, hoffe ich sehr, dass wir auch diese Umstellung gut überstehen.

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Abstillen?

Im Laufe der Stillzeit dachte ich immer wieder über einen geeigneten Zeitpunkt zum Abstillen nach, aber ich fand ihn nie. Für mich war klar, dass ich dem Mädchen keine artfremde Milch geben will, solange meine fließt und sie welche braucht. Doch bis zu welchem Alter brauchen Kinder Muttermilch? Woran erkenne ich, ob es sich nur um eine liebgewonnene Gewohnheit handelt oder um ein ernsthaftes Bedürfnis?

Vielleicht wäre zwei Jahre ein gutes Alter gewesen, aber es gab immer wieder Wachstumsschübe und Krankheiten, bei denen sie mehr bzw. ausschließlich stillte. Und ich war froh, dass sie in diesen Zeiten wenigstens Muttermilch zu sich nahm. Außerdem schien sie in bestimmten Lebenssituationen das Stillen und die damit verbundene Nähe mehr zu brauchen – beispielsweise als ich schwanger wurde oder während der vollkommen unproblematischen Loslösung von uns beim Kindergartenstart.

Da ich die Frage nach dem richtigen oder besten Zeitpunkt zum Abstillen nie zweifelsfrei für mich beantworten konnte, stillte ich solange weiter, bis ich nicht mehr konnte/ wollte. Ich machte diese Entscheidung sozusagen abhängig von meinen Bedürfnissen und nicht von denen meiner Tochter.

Im Nachhinein betrachtet wäre es vielleicht klüger gewesen, sie bereits früher – vielleicht in der Schwangerschaft – abzustillen, um ihr die doppelte Belastung (Milch und Mama weg) zu ersparen. Aber ich konnte ja nicht wissen (obwohl ich es ahnte), dass es so schlimm für sie wird. Und wer weiß, vielleicht war mein körperliches Limit notwendig, um die Sache bis zum Ende durchzuziehen? Denn ich bin definitiv zu weich für so einen heftigen Abstillkonflikt und hätte mich ohne Nestling Nr. 2 sicherlich schon bei ihren ersten tränenreichen Protesten von ihr erweichen lassen…

Fehlende Vorbilder und Ansprechpartner

Mir machte in dieser Abstillphase nicht nur zu schaffen, dass meine Tochter so darunter litt, sondern auch dass ich keine Gleichgesinnten kannte, mit denen ich darüber reden konnte. Für viele Frauen kämpfte ich mit einem „hausgemachten“ Problem – „Selbst Schuld, hättest ja schon viel eher abstillen können.“ Dabei wünschte ich mir so sehr ein paar aufbauende Worte oder mutmachende Erfahrungsberichte. Doch die Mädels in meinem Umfeld hatten ihre Kinder alle bereits viel eher abgestillt und konnten sich somit weder in meine Situation hineinversetzen noch mit eigenem Wissen weiter helfen. Das war doppelt frustrierend.

Schlussgedanke

„Du musst Dir Deiner Sache nur sicher und konsequent sein und spätestens nach einer Woche ist das Thema durch!“ lautete es von vielen Seiten, als ich mich entschloss unser Mädchen nachts abzustillen. Ich war mir so sicher wie noch nie und trotzdem dauerte es ewig und war emotional sehr aufwühlend. Unser Mädchen hat noch heute daran zu knabbern, was mich wiederum sehr traurig macht.

Dieser Prozess brachte allerdings auch positive Veränderungen mit sich. Beispielsweise verbesserte sich die Beziehung zwischen Thomas und dem Mädchen in dieser Zeit. Das hatte ich mir schon lange für Thomas gewünscht, weil er ein so liebevoller und fürsorglicher Vater ist, doch leider bevorzugte unser Mädchen immer mich, wenn sie Zuneigung oder Trost benötigte. Nun ist sie bereit, die vielen Streicheleinheiten, die sie benötigt auch von ihm anzunehmen und Thomas leistet jede Menge „Herzarbeit“, damit sie sich weiterhin angenommen und geliebt fühlt – am Tage und in der Nacht.

Außerdem wurde mir in dieser Zeit bewusst, dass ich schmerzhafte Erfahrungen nicht abwenden kann, egal wie sehr ich mich bemühe, aber dass das auch gar nicht schlimm ist, weil wir gemeinsam als Familie in der Lage sind, diese „Probleme“ zu lösen. Die Geburt des Buben war definitiv eine einschneidende Erfahrung für unser Mädchen, doch ich glaube, dass wir keinen „Knacks“ bei ihr zu befürchten brauchen, weil wir ihr mitfühlend beistehen und sie nicht „strafen“ für ihre natürliche Reaktion auf diese Veränderung.

Das Einschlafstillen und das Stillen am Morgen möchte ich übrigens noch eine Weile beibehalten. Dafür bedarf es abends zwar den vollen Körpereinsatz von Thomas, weil er den Kleinen dann in den Schlaf tragen muss, damit ich mich ausschließlich um das Mädchen kümmern kann. Aber das machen wir gerne, weil sie bereits viele „Kuschel-Kürzungen“ tapfer wegsteckte und sie sich immer so sehr auf diese 1:1 Mama-Zeit freut. Und wer weiß, vielleicht beendet sie diese „Mini-Stillbeziehung“ ja irgendwann ganz friedlich und von sich aus…

Linktipps

Das natürliche Alter zum Abstillen

8 Tipps für liebevolles Abstillen nach dem 1. Lebensjahr

Abstillen nach Dr. Jay Gordon (für Kinder ab 1 Jahr)

Hinweis zur Lichtuhr
Unser Schäfchen kann ich aus folgendem Grund nur bedingt weiter empfehlen. Wenn das Schaf „einschläft“, ist es hellblau. Beim Erwachen wird es dunkelblau. Eine halbe Stunde vor dem Erwachen wird es grün (ein deutlich erkennbarer Farbunterschied). Verschläft das Kind jedoch diese 30 „grünen“ Minuten, ist der Unterschied zwischen hell- und dunkelblau nur schwer erkennbar. Bei uns klappt es mittlerweile ganz gut, weil unser Mädchen meist zur gleichen Zeit aufwacht. Schläft sie jedoch länger, ist die Irritation groß.

Ich habe bei Amazon noch diese Kinderuhr gesehen, aber selbst nicht probiert. Den Bildern nach zu urteilen, scheint sie jedoch eine bessere Farbabstufung zu haben.

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  • Barbara

    Puh ich kann so gut nachvollziehen, wie es dir geht. Wobei ich nicht so lange gestillt hab und auch nicht tandem. Meine Tochter ist jetzt 2 und 9 Monate. Bis sie 1,5 war, hat sie jegliche feste Nahrung verweigert. Ich hab immer gesagt, ich kann mir vorstellen so bis zwei Jahre zu stillen. Für uns passte ein abruptes Aufhören nicht. Also hab ich zunächst gesagt, dass es nur noch zu Hause Milch gibt. Dann gab es irgendwann nur noch Milch zu festen Zeiten am Tag, anschliessend nur noch im Bett (zum Mittagsschlaf und nachts). Als es nachts nur noch 1x war, hab ich gesagt, es gibt nur noch zum Einschlafen Milch. Und jetzt wo ich das zweiter Mal schwanger war, hab ich das Stillen aufgehört, weil meine Brüste so empfindlich sind. Ich bin froh, dass wir Zeit hatten es so sanft zu machen. Das ganze zog sich über ein Jahr hinweg.
    Als ich deine ersten Berichte von den Nächten mit Tandemstillen las, wusste ich, dass es für mich so nicht in Frage kommt, da ich wirklich viel Schlaf brauche.
    Das Problem, dass sie sich von Papa nicht beruhigen lässt, gibt es aber trotzdem und sie schläft nur sehr mühsam bei ihm ein, wenn ich abends mal arbeiten muss.
    Sie wird sich sicher daran gewöhnen und auch der Kleine wird ja älter und vermutlich irgendwann weniger grunzen :) Drücke euch fest die Daumen, dass ihr die schwierige Zeit bald überstanden habt.

    • Vielen Dank für Deine lieben Worte Barbara!
      Ja, die Hoffnung, dass der Kleine irgendwann geräuschlos schläft, ist tatsächlich immer noch da :)
      LG
      Kathrin

  • Anja

    Auch ich hatte schon in der Schwangerschaft mit Kind 2 abgestillt. Sie war 20 Monate alt. Auch für uns beide war es sehr traurig und schmerzhaft. Auch ich war mit vollzeit arbeiten, neuer Schwangerschaft und schlimmem Schlafmangel an meiner körperlichen grenze angekommen.
    Es hat einen Monat gedauert, bis sie es komplett akzeptierte. Auch wir haben viel gekuschelt und gemeinsam geweint. Als sie den ersten Abend nicht mehr fragte, weinte ich nochmal, weil jetzt war es endgültig vorbei.
    Als Zwerg 2 kam. Vermisste sie das stillen nicht mehr. Forderte und fordert meine Nähe aber immer noch sehr ein. Braucht Mama oft einfach mehr als Papa. Bei uns klappt das Familienbett relativ gut. Die Kinder haben sich an die Geräusche der anderen gewöhnt und wecken sich kaum. Papa kann die große nachts gut beruhigen. Abends begleite ich meine Tochter alleine in den Schlaf. Diese zeit ist ihr kostbar und heilig. Und manchmal dauert. Es lange. Der Papa genießt die extra zeit mit dem Baby und hat so schon eine sehr gute Bindung aufbauen können!
    Ich würde euch schon raten dem Familienbett noch eine Chance zu geben. Es dauert eine kurze Zeit, aber dann.ist es wirklich viel einfacher und deine Tochter hätte dich in der Nacht auch bei sich. Bei uns dreht sie sich wirklich wieder um, wenn der kleine weint und schläft weiter. Und anders herum genauso. Neulich bei magen darm hat er die Brech Attacke der großen plus putzen und Bett umziehen verschlafen. Wenn der kleine länger als fünf Minuten weint, gehe ich auch meist ins Nebenzimmer, aber sie wacht wirklich selten richtig auf.
    Meine beiden sind 3,5 Jahre und 14 Monate alt. Auch nicht immer leicht, auch ohne Tandem stillen und mit viel nähe Bedürfniss der großen Schwester. Aber ich gl wir sind auf einem guten Weg. Da mein mann alle drei Wochen eine Woche nachts arbeitet, wäre eine räumliche Trennung für uns auch nicht möglich gewesen, weil ich da nachts dann eh für beide da sein muss…
    Euch alles Gute und viel Kraft weiterhin. Ich warte auch noch auf die Zeit. Wo ich wieder mehr schlafen darf.

    • Liebe Anja,

      ja das mit dem Familienbett ist tatsächlich noch nicht angehakt. Der Kleine wird zunehmend leiser in der Nacht. Bin voller Hoffnung, dass wir bald noch einen Versuch starten können…

      LG
      Kathrin

  • Sandra

    Hallo liebevolle Vollblutmama (denn genauso soll es sein) ich verfolge schon länger deine tollen Texte und lese sie sehr gerne. In vielem konnte ich dir zu stimmen, allerdings bin ich von Anfang an skeptisch deiner vollen Überzeugung des Langzeitstille gegenüber gewesen. Aber jeder hat das recht es so zu tun wie er es für richtig hält. Deswegen habe ich mich da immer zurück gehalten. Ich selber bin Mama einer achtmonate jungen Tochter und ich habe mich nach einem halben Jahr dazu entschlossen abzustillen. Und ganz einfach aus dem Grund, dass es mein Gefühl war, dass es iht gut tut, wenn ich sie ein Stück „los lasse“.Wir haben eine sehr enge Bindung, es gab Probleme in der Schwangerschaft und ich merke selber, dass ich sie sehr schlecht loslassen kann, sei es die kleinsten Dinge. Sie wollte ständig und stundenlang an meine Brust, kam manchmal einen ganzen Tag lang nicht zum Schlafen, weil sie immer zu mir an die Brust wollte. Sie nickte ein, aber wachte sofort auf, sobald sie von der Brust ab war. Ich merkte, dass es ihr nicht mehr gut tat sie zu stillen, auch wenn es sich für viele komisch anhört. Ich musste sie loslassen, ihr das Gefühl geben, dass sie und ich auch kurz ohne einander können und sein dürfen. Sie wollte auch Nachts nur an die Brust und schlief nicht länger als zwei Stunden am Stück. Von Anfang an schlief sie bei uns und das ist absolut richtig. Denn sie konnte ohne mich nicht einschlafen und wachte auf, sobald ich aufstand oder mich bewegt. Als ich sie dann aber abstillte änderte sich alles ins positive. Sie lebte auf, nahm den Schnuller, lernte Stück für Stück das Schlafen, das ein-und durchschlafen. Sie lerntr sich alleine zu beruhigen, konnte sich auch von anderen Familienmitgliedern beruhigen lassen. Sie konnte endlich schlafen und sich das holen, was sie brauchte. Unsere Bindung ist immer noch sehr eng (so wie es einfach ist bei einer Mama)und ich bin absolut davon überzeugt, dass es für uns beide genau richtig war abzustillen, denn ich denke, dass dies nur eine Mama emtscheiden kann und niemals das Kind und dass es dem Kind immer schwerer fallen wird diese Abnabelung von sich aus stattfinden zu lassen. Ich denke ihr habt mächtig Glück, dass eure kleine Zaubermaus es ihrem Bruder nicht übel nimmt, dass er dich nun emtbehren muss. Und ich finde es wunderbar, dass die Beziehung zum Papa jetzt weiter aufblühen kann.
    ich möchte dir nicht zu nahe treten, aber ich möchte dieses Mal meine Meinung nicht zurück halten. Unserr Maus schläft neben uns im Bett, aber wir sind uns einig, dass sich das nach einem Jahr langsam ändern soll. Ich liebe die Zeit sie bei mir zu haben, aber ich weiß aus eigener Erfahrung wie schwer es sein kann alleine schlafen zu akzeptieren. Denn ich selber durfte zu jeder Zeit bei meinen Eltern schlafen, bis zum 12.!!! Lebensjahr, denn es war normal für mich. Aber es war auch etwas sehr belastendes für mich, ich wollte alleine in meinem Bett schlafen, aber ich konnte es schlichtweg nicht. Ich wusste nicht, wie es ist alleine zu schlafen und ich konnte nicht erfahren, dass es nichts schlimmes ist allein zu sein. Ich war in großem Zwiespalt, denn ich kannte kein Kind, dass es auch tat, mir war es schrecklich peinlich und keiner durfte es wissen. Ich fühlte mich nicht normal und es belastete mich sehr, dass ich es alleine im Bett kaum aushielt. Irgendwann wollte ich es für mich schaffen, aber ich brauchte lange und weinte viele Nächte. Ich möchte, dass unsere Tochter erfährt, dass es normal ist in seinem eigenen Bett zu schlafen und dass es etwas besonderes ist zu Mama und Papa ins Bett zu krabbeln. Jedes Kind ist anders, das weiß ich. Aber meine Erfahrung hält mich weg vom Familienbett. Es ist aber absolut nicht so, dass wir das Abstillen und alleine Schlafen lasseb leicht fiel, aber es sinddie ririchtigen und besten Entscheidungen für mich umd unsere Tochter.

    • Liebe Sandra,
      ich gebe dir vollkommen recht: Das Ende einer Stillbeziehung entscheidet letztendlich die Mutter, nicht das Kind. (Die Gründe dafür mögen für Andere nachvollziehbar sein oder nicht, das ist vollkommen egal) Manchmal sind die energetischen Bande zwischen Mutter und Kind so eng, dass es jeglichen Freiraum nimmt. Wie es sich anfühlt für ein großes Kind, kannst du ja nachvollziehen und uns erklären, damit auch mal die andere Seite beleuchtet wird. Dafür danke ich dir von ganzem Herzen.
      Du machst es genau so, wie es für dich und deine Tochter stimmig ist. Sehr gut ♥
      Liebe Grüße
      Martina

    • Liebe Sandra, danke für deinen ausführlichen und ehrlichen Bericht. Ich stimme Martina zu, Du machst es genau so wie es sich für Dich gut anfühlt und für mich fühlte es sich „richtig“ an, lange zu stillen und meine Kinder nachts zu begleiten. Dass Deine Familienbetterfahrung so negativ ist, tut mir sehr leid. Ich erinnere mich beispielsweise an die Nächte, in denen ich Angst hatte, weil ich etwas an der Wand sah (vermutlich Schatten) und alleine sein musste. Wir durften NIE zu unseren Eltern ins Bett…
      Ich bin sehr zuversichtlich, dass unser Mädchen eines Tages von sich aus, nicht mehr bei uns schlafen will. Sie fragte übrigens heute nach einem eigenen Zimmer :) Genau so wie sie völlig selbstverständlich in den Kindergarten marschierte. Dass sie mit 12 noch regelmäßig bei uns schläft, kann ich mir nicht vorstellen. Für sie und für uns nicht 😉

      GlG
      Kathrin

    • Franziska

      Danke, Sandra, für deinen Bericht. Ich finde, du hast das so gut geschrieben, völlig ohne Wertung und ohne den leisesten Anflug von Angriff. Ich fand es sehr interessant, deine Sicht zu lesen. Wir haben mit unserer Tochter ca 18 Monate im Familienbett geschlafen, seither schläft sie in ihrem Zimmer (besser als bei uns). Manchmal möchte sie wenn sie kurz in der Nacht aufwacht, zu uns kommen, das kann sie sehr klar ausdrücken und sie ist willkommen. Aber sie kann mit uns eigentlich nicht mehr einschlafen, dann ist sie so abgelenkt und will immer noch quatschen, Buch anschauen, alleine (nachdem wir zusammen Buch angeschaut haben) schläft sie problemlos ein. Sie braucht das zum abschalten können. Auch das gibt es, jedes Kind ist anders.

  • Liebe Kathrin,

    ich möchte Dich gerade virtuell in den Arm nehmen und ganz fest drücken! Ich stille selbst Tandem (der Große ist aktuell 3 1/2 und die Kleine 13 Monate). Die Schwangerschaft durchzustillen empfand ich als Kinderspiel im Gegensatz zum Tandemstillen :) Ich bin sehr froh, dass mein Großer einen relativ tiefen Schlaf hat, wenn er erst einmal eingeschlafen ist. Er besteht auf Einschlafstillen und Guten-Morgen-Stillen (ohne ist er den ganzen Tag gniesgnattelig). Er hat viele Sachen verschlafen (vollgekotzte Mutti und Tochter, Bettzeug wechseln etc., weinende Schwester…) und wenn er nachts wach wird reicht meistens kuscheln aus, damit er wieder einschläft.

    Auch ich mache mir oft Gedanken ob ich den richtigen Abstillzeitpunkt bereits verpasst habe, vor allem wenn von meinem Partner Sprüche in Richtung „Mumi ist für Babys“ kommen :/ Glücklicherweise gibt es ja diverse Facebook-Gruppen in denen man sich auch als länger stillende Mutti gut aufgehoben und verstanden fühlt. Und irgendwann ziehen die Kids aus dem Familienbett aus und trinken keine Mumi mehr – der Zeitpunkt wird kommen. Ich glaube fest daran :)

    Ganz ganz liebe Grüße
    Jette

    • Vielen lieben Dank, Jette!!
      Ja, der gute alte Online-Clan ist viel Wert. Aber ab uns zu einen realen Austausch zu haben, wäre auch fein…

      LG
      Kathrin

  • Manuela

    Hallo!
    Ich kann deine Trauer, Wut, Verzweiflung und Ratlosigkeit nachvollziehen. Meine Tochter ist jetzt fast 2,5 Jahre alt und wird noch gestillt. Ich bin hier bei uns ein echter „Exot“ – „was, du stillst immer noch???“…..
    Ich würde auch gerne so langsam abstillen, aber ich hab solche Angst vor dem was da mit großer Sicherheit auf mich zukommt….und nein, man hat echt keine Ansprechpartner, was die Sache nicht einfacher macht und auf doofe Sprüche „hab ich dir doch gesagt“, „selbst schuld“ usw. hab ich dann auch keine Lust.
    Ich hoffe, ich finde einen guten Weg für mich und mein Mädchen.
    Deine Geschichte hat mir auf jeden Fall gezeigt, dass Konsequenz letztendlich wichtig ist, um nicht noch mehr „Schaden anzurichten“.
    Da muss ich an mir arbeiten 😉
    Danke dir dafür.

    • Sehr gerne und Dir ein hoffentlich entspanntes Abstillen!

      LG
      Kathrin

  • Iris

    Du hast eine tolle Fähigkeit – nämlich die Atmosphäre und Stimmungen eurer Familie gut aufzufangen. Ich finde mich in deinem Artikel gut wieder – ich habe das nächtliche Abstillen eingeleitet, als ich schwanger wurde, da war mein Sohn gut 2 Jahre alt – ich brauchte plötzlich immens mehr Schlaf und bekam ihn einfach nicht mit 5 Unterbrechungen die Nacht.
    Auch wir hatten durch Krankheit und „Schub“ 2 Rückschläge – mittlerweile wacht unser Sohn höchstens 1mal die Nacht auf und ich gebe zu, ich stille ihn dann meist auch noch kurz, aber das ist ok für mich – ich komme ja auf viele Stunden Schlaf… Wie es dann mit dem zweiten Kind nachts aussieht, steht natürlich nochmal auf einem anderen Blatt…
    Sehr gut finde ich, dass du von deiner Trauer schreibst – das Gefühl, verantwortlich zu sein für die Trauer deines Kindes. Aber du hast ihr ja auch jahrelang was ganz einmaliges gegeben – es ist doch müßig sich zu fragen, was größer ist: das lange Stillen und der jetzige Verlust oder das frühere Abstillen in der Schwangerschaft, aber dann einige schöne Still- und Kuscheleinheiten weniger.
    Ihr seid tolle, einfühlsame Eltern und auch wenn euer Mädchen jetzt durch eine entbehrungsreiche Zeit geht, könnt ihr sie emotional sehr gut auffangen! Das lese ich zumindest aus jeder Zeile heraus… alles Gute! :-)

    • Deine Worte, liebe Iris, nehme ich mir sehr zu Herzen!
      Wirklich toll! Danke!

  • Hallo ihr alle Zusammen (Autorin + Kommentare),

    auch ich kann mich seeehr gut in deine Situation hineinfühlen.
    Vor der Situation wie du sie beschreibt habe ich immer Angst. Danke, dass du diesen Bericht mit uns geteilt hast, es gibt so wenige die darüber berichten.

    Mein Großer ist genau 3 Jahre alt, und mein Kleiner 5 Monate. Für den Großen war Stillen schon immer das Wichtigste der Welt, darum habe ich ihn auch nie abgestillt. Er hat während der Schwangerschaft sehr stark reduziert, meist nurnoch zum Einschlafen (lebensnotwendig!) und zum Aufwachen, hat da aber auch schon durchgeschlafen. Nach der Geburt vom Mini jedoch hat er wieder richtig losgelegt Ich hatte fast schon zwei Vollstiller…. Sobald der Kleine Hunger hatte stand der Große da. Das war sehr hart für alle. Für mich weil es unglaublich zehrend ist und Energie kostet, für ihn weil er halt nicht immer durfte und auch weil Mama jetzt dann mit dem Mini beschäftigt war. Ich habe auch lange gezweifelt ob es richtig war, habe aber aus den gleichen Gründen wie im Text bisher nicht abgestillt. Nach 2-3 Monaten hat sich das seitens des Großen wieder einigermaßen normalisiert, jetzt kommt er meist nurnoch 1-3 mal täglich. Zum Glück, und da bin ich wirklich dankbar, schläft er auch nachts wieder einigermaßen durch, und zum größten Glück ist der Mini so pflegeleicht und will auch Nachts nur alle 2-3 h was. So verkrafte ich das Ganze ganz gut und komme auf ca. 6 h Schlaf. Reicht fürs Nötigste 😉
    Wir schlafen alle im Familienbett (der Große seit der Geburt unbedingt zwischen Mama und Papa), und mittlerweile bin ich ganz froh, durchgehalten zu haben. Blöd ist immer nur, wenn beide gleichzeitig wach sind und Milch wollen…

    Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft für dich und deine Familie da zu sein, ich finde ihr habt die Situation großartig gemeistert und wart immer für eure Tochter da. Wenn es denn irgendwann sein muss hier, will ich es machen wie ihr.

    Liebe Grüße
    Almut

    • Danke Almut! Auch für Deine ausführliche Schilderung.
      Ich wünsche Dir, dass es weiterhin so friedlich verläuft!

      LG
      Kathrin

  • Marei

    Liebe Kathrin,
    Hab bei deinem Bericht ab und zu Tränen in den Augen gehabt. Ich stille unseren Sohn auch noch. Er ist jetzt 2 Jahre und 9 Monate und ich bin schwanger da hab ich gerade Halbzeit. Ich weiß nicht ob ich Tandemstillen könnte. Wenn ich deinen Bericht lese, denke ich, ich sollte lieber vorher abstillen. Aktuell stillen wir zum Einschlafen ( Mittag und Abend) und aufwachen und bei Krankheit öfter. Er schläft meistens durch, seid einer weile schon. Seit ca zwei Wochen trinkt er vermehrt Milch so das ich vermute ich habe keine Milch mehr. Ich kann auch keine mehr rausdrücken was sonst immer ging. Aber er will trotzdem zum einschlafen MuMi?
    Ich hoffe ich schaffe es mit dem beenden der Stillbeziehung vor der Geburt des neuen Kindes. Hab hier aber auch niemand der da entsprechende Erfahrungen hätte…
    Danke für deinen Bericht
    Marei

    • Danke für Deine lieben Zeilen und alles Gute für euch!
      LG
      Kathrin

  • Vielen Dank für den aufrichtigen Bericht!
    Unbekannterweise umarme ich Dich.

  • Hallo!
    Danke für den ehrlichen Bericht. All diese Überlegungen kommen noch auf mich zu und diese schwierige Abstillsituation. Stille meine Tochter (14 Monate) sehr gerne und würde mir auch wünschen, dass sie die Stillbeziehung friedlich und von sich aus beendet, wenn es soweit ist. Dieser Loslösungsprozess ist nicht einfach für die Kleinen, ein schwieriger Abschied…
    Sei gedrückt, liebe Grüße,
    Gertraud

    • Dankeschön! Ein schwieriger Abschied ja, der aber auch viele positive Veränderungen bereit hält :)

      LG
      Kathrin

  • Liebe Kathrin,
    vielen herzlichen Dank für deinen offenen Bericht und dass du uns an deinen Gedanken teilhaben lässt ♥ Wie ich auch aus deinen anderen Artikeln herauslesen kann, hat deine Tochter einen starken Charakter und kann sehr gut differenzieren, was sie will und was nicht. Das ist total wichtig und gut in der heutigen Zeit, aber du darfst ihr gegenüber ruhig auch genauso stark und fest sein. Das braucht sie und wird immer wieder testen, ob du schwankst und deine Meinung änderst oder nicht. Egal bei welchen Themen – sie ist das Geschenk, an dem du deine Stärke entwickeln kannst. Wenn ich mal noch was „Esoterisches“ einfügen darf :) es kommt mir so vor, als würden in den Momenten der Not, (wie es zweimal der Fall war nach deiner Beschreibung im Text) Erinnerungen aus früheren Zeiten/Leben mit hochkommen und in den aktuellen Schmerz mit einfließen. (Siehe „Ihr könnt mir nicht helfen“) Da darfst du dann umschalten und einfach begleiten, denn zu einem sehr großen Prozentsatz hat das nichts mit dir zu tun. Vor allem – du stillst sie ja doch noch, wie am Ende des Artikels steht, nur halt nicht mehr dauernd. Ich wünsche euch eine gute Übergangszeit ins Großwerden und dir ganz besonders KEIN schlechtes Gewissen ♥ Bitte klopfe deinem Mann mal auf die Schulter, lobe und grüße ihn herzlich. Er macht das auch ganz toll.
    In Liebe
    Martina

    • Anonymous

      Danke für deine lieben Worte, vorallem zu meinem Kommentar ♡

    • Herzlichen Dank für Deine wie immer sehr lieben Worte! Und ja ich, klopfe ihm kräftig auf die Schulter :)
      LG
      Kathrin

  • Sabine

    Hallo,
    vielen Dank für diesen ehrlichen Erfahrungsbericht. Da hat man stellenweise wirklich Pipi in den Augen.
    Ich stille meinen Sohn seit 28 Monaten und wir werden diesen Weg wahrscheinlich auch mal gehen müssen. Der Protest wird bestimmt auch riesig sein.
    Ihr habt es super gemacht und eure Tochter liebevoll begleitet.
    Liebe Grüße
    Sabine

  • helen

    Ich hab auch in der Schwangerschaft abgestillt, weil ich auf keinen Fall Tandemstillen wollte. Meine Tochter war da fast 2; da waren es noch 3 Monate bis zur Geburt. Wenn ich deinen Bericht so lese bin ich echt dankbar… bei uns war es so dass das Stillen plötzlich weh getan hat. Ich hab meiner Tochter gesagt dass das leider nicht mehr geht; sie hat 10min gemeckert („manno!) und dann weiter geschlafen. Als sie krank wurde hab ich sie wieder gestillt und befürchtet einen Rückschritt zu machen; aber in der nächsten Nacht schlief sie wieder ohne Brust… Als mein Sohn geboren wurde war stillen kein Thema mehr für sie.

    • Das hört sich sehr entspannt an. Schön!

  • Pia

    Hallo Kathrin,
    das ist ein sehr emotionaler, toll geschriebener und packender Bericht, danke Dir sehr dafür!
    Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie Du dich gefühlt hast. Wahrscheinlich war es eine der schwierigsten Situationen bisher…

    Mir geht es sehr ähnlich. Meine Tochter ist 3 1/4 und mein kleiner Sohn 4 Monate alt. Ich habe die Schwangerschaft durch gestillt und stille jetzt Tandem.
    Meine Tochter hat durchgeschlafen (allerdings fing sie erst ein paar Monate vor der Geburt des Kleinen damit an) bis zur Geburt des kleinen Mannes, ab dann nicht mehr. Sie wacht inzwischen ähnlich oft auf wie er (2-5 x die Nacht, wobei er wirklich ganz gut schläft.. sowas kannte ich gar nicht,10x waren bei der Maus oft die Regel) und beide natürlich immer im Wechsel..

    In der ersten Zeit war ich echt am Rande meiner Kräfte. Bin immer mit dem Kleinen ins Bett gegangen (gegen 7-9 Uhr), um auf ein paar Stunden zu kommen (bis etwa 12/1 schlief er meistens am Stück o mit nur einer Still-Unterbrechung). Wenn der Kleine schlief, sagte ich der Großen Bescheid, die die Zeit bis dahin mit dem Papa verbrachte.. Anschließend stillte ich sie in unserem Familienbett in den Schlaf. Der Papa verbringt die Abende dann meistens allein, was mir auch sehr leid tut..meistens schläft er danach auch in einem anderen Zimmer, weil die Nächte unruhig waren u sind. Das störte ihn zwar nicht, aber mich hingegen sein Schnarchen und die zahlreichen Einschlafversuche dann mit Schnarchen..
    Inzwischen hat sich die Situation
    etwas entspannt. Zum Glück schläft meine Tochter immer recht schnell wieder ein, nachdem sie kurz gestillt hat und der Kleine nicht schrecklich oft auf..
    Habe mit der Maus vereinbart, dass sie morgens, mittags und abends stillen darf (nachts auch, wenn sie aufwacht), sonst jedoch nicht mehr. Sie wollte noch sehr viel öfter stillen – fast so oft wie der Kleine gestillt wird (nachts und auch tagsüber).. Aber das ging auch echt über meine Kräfte..

    Ich finde es ganz toll, wie du das gemacht hast und vor allem, wie Ihr diese schwere Zeit durchgestanden habt ohne abzubrechen…
    Ich glaube, Du hast es genau richtig gemacht, denn Ende muss dann sein, wenn man selbst einfach nicht mehr kann.

    Mir steht das Ganze noch bevor.. Ich hoffe immer, dass meine Kleine sich von selbst entschließt, aufzuhören, aber sie liebt das Stillen so, dass das vermutlich nie so kommen wird…

    Es stimmt, dass es wirklich kaum Gesprächspartner gibt. Auch in meinem Umfeld haben fast alle viel früher abgestillt…
    Ich spreche zwar schon darüber, habe aber das Gefühl, dass es kaum Leute gibt, die das verstehen..

    An der Art zu schreiben merkt man ganz deutlich, wie sehr Du Deine Kinder liebst und dass Du/Ihr alles versucht habt, um die Kleine mit so wenig Einbußen wie möglich aus der Situation zu bringen. Ich finde, dass Ihr das ganz, ganz toll gemacht habt.

    Liebe Grüße

    • Liebe Pia,

      ich danke Dir von ganzem Herzen! Ja, natürlich liebe ich sie über alles. Das macht es ja so schwer… Aber was erzähle ich, das kennst Du ja 😉
      Ich wünsche Dir viel Kraft und alles Gute mit Deinen Mäusen!

      LG
      Kathrin

  • Michaela aus Wien

    Liebe Kathrin,
    liebe Mamas, die das Abstillen noch vor sich haben,

    als ich vergangenen Okt./Nov. meine Tochter (damals 22/23 Mon. alt) abstillt, haben mir 2 Gedanken sehr geholfen:

    – IRGENDWANN werde ich (oder meine Tochter!) abstillen. Es wird passieren, und zwar nicht erst mit 18 Jahren. Irgendwann muss ich (und muss sie) durch diese (schmerzhafte) Phase gehen. (Denn dass sie sich nicht von selbst einfach abstillen würde, war klar. Und auch, dass ich sie nicht noch mit 3 oder 5 Jahren stillen würde ;-)). Das heißt irgendwann werde ich mich mit diesem Thema auseinandersetzen müssen und werde loslassen lernen. Also warum nicht jetzt? (Denn natürlich verdrängte ich die Genervtheit und die unruhigen Nächte und dachte mir: ein bisschen geht doch noch … ) Und ob ich heute oder in 3 Monaten mit dem Abstillen beginnen werde, es wird auf jeden Fall traurig.

    – Hilfreich war für mich auch dieser Artikel von stillkinder.de (nach Jay Gordon):
    http://www.stillkinder.de/das-10-naechte-programm-fuer-besseres-schlafen-im-familienbett/ – und zwar der Gedanke, dass das Kind am Anfang, wenn es keine Milch mehr bekommt, protestieren und ärgerlich sein wird, aber dass es nicht ängstlich ist, denn es wird ja nicht (wie bei bestimmten Schlafprogrammen) alleine gelassen, sondern Mama (oder Papa) ist da und bietet als Alternative zum Trinken eben Kuscheln oder Streicheln an. Der wütende Protest ist in manchen Minuten während der Abstillphase mitten in der dunklen Nacht zwar manchmal kaum auszuhalten, aber bei uns handelte es sich um 2-3 „Protestnächte“, und dann war die Sache vorbei. In dieser Zeit erklärte ich ihr beim Einschlaf-Stillen immer: „Jetzt kannst du ganz viel trinken, aber in der Nacht, da schlafen wir.“ Oder: „Jetzt kannst du trinken, aber was machen wir in der Nacht?“ – sie, glücklich (!!): „Slapen!“

    Ich habe mir fürs komplette Abstillen Zeit genommen, es hat rund 1 Monat gedauert. In der 1. Woche hab ich die Stillmahlzeiten untertags verweigert (das Tragen von hochgeschlossener Kleidung ist sehr hilfreich!), in der 2. Woche das nächtliche Stillen, in der 3. Woche das Einschlafstillen (das Einschlafen dauerte in dieser Zeit leider über 1 Stunde, das hat mich zwischendurch zweifeln lassen, aber das hat sich nach ein paar Tagen gelegt) und in der 4. Woche das In-den-Schlaf-Stillen zu Mittag (das war bei uns tatsächlich das mühsamste, weil sie nachts und abends beim Einschlafen auch zuvor schon manchmal auch so einschlief, mittags aber nie).

    Natürlich hab ich auch darüber nachgedacht, ob das „sanfte“ und langsame Abstillen nicht eine verlängerte „Quälerei“ ist und ob ein radikales Aus, wie es eine Freundin von mir (Kind war ca. 2,5 J.) gemacht, nicht weniger schmerzhaft gewesen wäre (verdichtet auf 3-4 Tage und Nächte). Ich weiß es nicht. Für mich hat sich dieser langsame Lernprozess richtig angefühlt.

    Ich denke, in der Zeit des Abstillens sollte man viel Geduld haben, mit sich, mit dem Kind – und auch die Umgebung bitten, nachsichtig und rücksichtsvoll zu sein. Ich war in dieser Zeit sehr traurig, sicher auch durch die hormonelle Umstellung. Jetzt sprechen meine Tochter und ich manchmal über das Stillen, v.a. wenn wir kleine Babys sehen oder uns Fotos von ihr, wo sie gestillt wird, ansehen, und das ist schön.

    Liebe Grüße aus Wien, michaela

    p.s.: Ich habe 2 Freundinnen, die eine hat ihre 3 Kinder je 2,5 Jahre gestillt, die andere hat ihre 4 Kinder je 3 bis 4 Jahre gestillt (die letzten beiden Tandem). Beide haben mir geraten, noch vor Vollendung des ersten Lebensjahres abzustillen, weil es dann viel schwieriger wird. Und obwohl beide wussten, was sie beim Abstillen erwarten wird, haben sie ihre weiteren Kinder wieder so lange gestillt – weil es eben einfach schön ist!

    • Liebe Michaela,

      ich werde den Buben auch länger als 12 Monate stillen, allein weil ich ihm keine Pre-Nahrung oder Kuhmilch stattdessen geben möchte. Und da ich kein 3. Kind möchte, wird das Abstillen bestimmt viel, viel friedlicher 😉

      Danke für Deinen lieben Kommentar!
      LG
      Kathrin