Erdbeerjoghurt-Massaker

Kathrin Geschichten 4 Kommentare

Die meisten Unfälle passieren im Haushalt, vor allem in den Sommerferien, wenn das Gehirn sich im Erholungsurlaub befindet…

Heute soll es Erdbeerjoghurt für unser Mädchen geben. Erdbeeren putzen, pürieren, etwas Naturjoghurt dazu – fertig! Beim ersten Versuch die leckeren Früchte mit dem Pürierstab zu zerkleinern, passiert gar nichts! Ich schaue auf die Unterseite des Stabmixers und stelle fest, dass die abnehmbare Klinge – ein extrascharfes Multifunktionsmesser – fehlt. Kein Problem! Es liegt blitzblank gereinigt, auf der Arbeitsplatte neben mir und lacht mich an. Während ich versuche mit der linken Hand das Messer auf den Aufsatz zu fummeln, halte ich mit der rechten Hand den Pürierstab weiterhin fest. Das verdammte Ding klemmt! Ich drücke ein bisschen fester: mit dem linken Daumen gegen die Klinge und mit dem Rechten?? Natürlich feste auf den Startknopf!!! Bbbbbbbzzzzzzzzzttttt, das Blatt rotiert und hinterlässt zwei direkt nebeneinander liegende, tiefe Schnitte in meiner Fingerkuppe. Kein Schmerz, kein Blut – ist mir das gerade wirklich passiert???

Ja das ist es! Reflexartig drücke ich die klaffende Wunde mit den restlichen Fingern meiner linken Hand zusammen, während ich in die Vorratskammer presche, um Verbandsmaterial zu holen. Unser Mädchen sofort hinter mir her, schließlich will sie was essen – JETZT SOFORT. Mir wird abwechselnd heiß und kalt, das Blut rinnt nun in dicken Tropfen von meinem Finger und der Schmerz wird deutlich spürbar! Beruhigende Worte vor mich hin murmelnd, versuche ich krampfhaft einen klaren Gedanken zu fassen, doch „Wie blöd bist Du eigentlich, Kathrin?“ ist der einzige Satz, der mir permanent durch den Kopf schießt.

Saublöd! Die verletze Hand in der Luft haltend, meine am Bein klammernde Tochter auf dem Fuß balancierend, versuche ich den erste Hilfe Kasten zu öffnen. Wie war das noch mit dem Druckverband? Ich bin überfordert, möchte mich am liebsten wie eine Katze zusammenrollen, meinem Leid nachgehen und meine Wunde lecken, wäre da nicht unser Mädchen, das nun lautstark ihr Essen einfordert. Also gut, bevor sie ihren Hungerqualen erliegt, beiße ich meine Zähne zusammen. Ich öffne widerstrebend meine pulsierende Hand und klebe ein breites Pflaster auf die sich weit öffnenden Einschnitte. Der weiße Streifen ist sofort blutdurchtränkt, ein Zweites muss her! Der Doppelverband scheint zu halten und ich kann mich wieder den Erdbeeren widmen – kurz pürieren, etwas Naturjoghurt dazu – fertig!

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