Ein kleiner Selbstversuch – das Video zum Text

Kathrin Schlafen 30 Kommentare

Im Buch „Besucherritze“ schlägt die Autorin Eva Solmaz ihren Lesern einen „kleinen Selbstversuch“ vor (Text als PDF gibt es hier). Ein schräge Idee, denn dafür soll ein erwachsener Mensch an einem abgelegenen Ort aus Leibeskräften schreien, am besten 3 Tage lang. Nichts essen, nichts trinken – nur schreien und natürlich alleine bleiben. Um die Sache auf die Spitze zu treiben, fordert Eva nun ihre Leser in einem Gewinnspiel auf, ein Video von diesem Selbstversuch zu drehen.

Gesagt – getan. Hier unser Ergebnis:

Bei den Dreharbeiten ließ mich eine Frage nicht los:
Warum ist es so lustig, wenn sich ein gestandener Mann schreiend auf dem Boden rollt? Wahrscheinlich, weil wir genau wissen wie absurd und unreal solch eine Situation ist! Erwachsene können sehr gut alleine einschlafen. Babys nicht. Wir können einfach aufstehen und aufhören, wenn wir genug haben. Babys nicht. Ein Selbstversuch ist für uns nicht mehr als ein amüsantes Schauspiel. Für Kinder ist Schreien kein Spiel – es ist bitterer Ernst!

Schlafprogramme sind grausam!

„Denn für ein kleines Kind, dessen Überleben von der liebevollen Zuwendung einer Bezugsperson abhängig ist, sind diese Erfahrungen traumatisch. Für Babys ist schreien die einzige Möglichkeit, sich in einer schwierigen Lage zu helfen. Wird auf das Schreien nicht reagiert, führt das bei den Kindern zu massivem Stress. Das Kind erlebt große Angstzustände und fühlt sich verlassen. Es macht die Erfahrung, mit seinem Tun nichts bewirken zu können und keine Hilfe zu erfahren.

Durch Körperkontakt, liebevolle Zuwendung und Nähe können Kinder sich beruhigen, Stress abbauen und die Welt als gut erfahren. Sie spüren, dass sie geliebt und beschützt werden und dass sie Vertrauen in sich und in die Welt haben können. Schenke deinem Kind diese Erfahrung und höre auf dein Herz.“ (Eva Solmaz)

Einen ausführlichen Artikel zum Thema Schreien lassen und Schlaf-Lern-Programme findet ihr hier:
Schlaflernprogramme – ein Blick hinter die Schreikulisse

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  • Anonymous

    Toll gemacht Kathrin!
    Ich bin stolz auf Dich!

  • Anne

    Da habe ich doch glatt meinen Namen vergessen!
    Der Bericht ist auch Super!
    Deine Anne

  • Richtig richtig toll!

  • Mama

    Sehr schön beschrieben.

  • Victoria

    Wirklich sehr nett beschrieben!

    ein Problem hab ich – persönlich – allerdings noch
    wenn meine drei Zwerge keinen Körperkontakt brauchen (und das tun sie nicht sofern sie gesund sind,.. brauchten ihn von Anfang an nicht beim einschlafen, da gabs auch kein Theater) muss ich ihnen dann trotzdem auf die Pelle rücken? Oder darf ich sie ihn Ruhe (ein-)schlafen lassen und mich um Vertrauensverhältnis erst bzw. nur im Wachzustand kümmern.

    Bitte macht nicht den gleichen Fehler wie diese ganzen „Schlaflern-Überzeugten“ und schert dabei alle über einen Kamm. Danke

    • Liebe Victoria, natürlich darfst Du Deine Kinder „in Ruhe lassen“, wenn sie Deine Nähe nicht brauchen oder wollen! Ich sage doch nicht, dass Kinder, die gut und gerne alleine schlafen, unbedingt in der Nähe der Eltern sein müssen. Ich sage: „Lasse dein Kind nicht alleine, wenn es schreit und dich ganz offensichtlich braucht“. Nicht mehr, nicht weniger.

  • Wow – was eine klasse Botschaft in einem noch besseren Video!!!! Ich werde das gleich noch auf Facebook teilen, ich bin richtig angetan. Sehr gut gemacht !!!!
    LG
    Gianna

    • Vielen lieben dank Gianna! Wir brauchen jeden einzelnen, der mutig genug ist diese wichtige und sehr kritische Botschaft zu teilen!

  • Julia

    Liebe Kathrin,
    das ist ein wirklich ganz tolles Video!!!!
    Ich werde es allen Mamas empfehlen, die ich kenne!!!
    Danke für deinen tollen Blog!!!!

  • Sandra

    Hallo!
    Ein toller Beitrag!!! Ich gehöre leider zu den Mamas die haben schreien lassen :(. Ich hatte alles probiert und war am verzweifeln. Und obwohl ich ein absoluter Gegner bin, gab es für mich keine andere Lösung :'(…
    Mein Zwerg ist neun Monate alt. Mein großer drei Jahre. Wir haben ein Familienbett/-Zimmer und wollen es auch nicht anders. Entscheidung meiner Kids, wann sie in ihr eigenes Zimmer möchten! Dachte ich…
    Vor vier Wochen erhielten wir die Diagnose Magenkrebs im Endstadium für meinen Mann. Wir leben beide ohne Familie im den USA. Keine Hilfe in Sicht… Und mein Baby stillt die ganze Nacht oder alle 20 Minuten. Seit sieben Monaten! Ich habe seit sieben Monaten!!!!!!!!! Nicht mehr geschlafen! Letzte Woche hätte ich ihn nachts fast geschüttelt… Ich hab das Licht anmachen müssen um sein Gesicht zu sehen… Ich kann euch nicht annähernd beschreiben wie ich mich gefühlt habe :'(!
    Es ging so nicht weiter. Milo weinen zu lassen (ist mehr ein Meckern) war unsere letzte Chance. Wenn er nachts wach wird gehe ich selbstverständlich zu ihm! Er wird gestillt, gehalten, gekuschelt… So lange er will! Hab ne Couch gekauft für sein Zimmer, damit ich mich mit ihm hinlegen kann wenn er mehr Zeit braucht… Zerfleischt mich, aber ich konnte nicht mehr! Hätte ich mir nie träumen lassen…
    Sandra

    • Ohje, Sandra – kein Mensch wird Dich hier zerfleischen, wie kommst Du denn darauf? Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich sagen soll… Deine Situation ist furchtbar und sehr nachvollziehbar! Ihr erlebt ja gerade einen absoluten Ausnahmezustand. Diagnose Darmkrebs im Endstadium? Verzeih, wenn ich so direkt frage, aber ich habe keine Ahnung – hat Dein Mann eine Chance den Krebs zu bekämpfen? Ich wünsche Euch aus tiefstem Herzen alles Gute und bitte mach Dir keinen Kopf! Du gibst alles, was Deine Kräfte zulassen. Dein Sohn wird das spüren!

    • Anonymous

      Katrin, es wird leider gerne mal ‚draufgehauen‘, weil einige davon ausgehen, dass es ausschließlich egoistische Gründe sind,wenn man sein Kind weinen lässt :(… Danke für deine Worte!
      Mein Mann hat Magenkrebs, keinen Darmkrebs. Magenkrebs ist lt. Schulmedizin im Endstadium (gestreut) nicht mehr heilbar. Unsere Ärztin gab ihm drei bis sechs Monate. Mein Mann probiert einen Alternativen Behandlungsweg und ist zuversichtlich. Ich habe das Gefühl es geht ihm immer schlechter. Aber ich versuche seinen Optimismus zu teilen und gebe die Hoffnung nicht auf! Natürlich bereiten wir uns auf den schlimmsten Fall vor…
      Liebe Grüße
      Sandra

    • Mir kullern gerade die Tränen! Ich kann mir nicht ansatzweise vorstellen, wie Du Dich jetzt fühlen musst…
      Zum Thema schreien lassen: Es gibt Menschen, die grundsätzlich gerne „draufhauen“, ohne den Hintergrund zu kennen. Ob Frau stillt oder Flasche füttert, das Kind im eigenen Bett oder in der Besucherritze schläft usw. usw. Wer auch immer meint, Dein Handeln verurteilen zu müssen, ist ein Gespräch nicht wert, ja noch nicht einmal einen Gedanken. Versuche diese Stimmen auszublenden und Dich auf Deine Familie zu konzentrieren. Die braucht Dich jetzt, mehr denn je! Ich wünsche euch so sehr, dass der alternative Behandlungsweg anschlägt. Glauben hat schon manches Mal Berge versetzt. Fühle Dich von mir gedrückt, Kathrin.

    • Liebe Sandra,
      es tut mir so leid für Euch!
      Meine Mutter ist im Mai gestorben. Sie hatte Darmkrebs im Endstadium. Die Ärzte hatten ihr denselben Zeitraum genannt wie Euch – sie hatte allerdings noch zwei wirklich schöne Jahre (Diagnose bekam sie im Februar 2011, gestorben ist sie im Mai 2013).
      Vielleicht würde doch eine Chemotherapie noch etwas Zeit geben? Aber das wissen die Ärzte sicher am besten.
      Für dich muss es schrecklich sein, die Doppelbelastung von Kind und totkrankem Ehemann.
      Gibt es Hilfe, die ihr in Anspruch nehmen könnt?
      Du vor allem mit den Kindern? In Form von Nannys oä? Hier in Österreich gibt es für solche Fälle von der Caritas sogenannte Familienhelferinnen, die kommen und mit den Kindern spielen, sie bekochen und auf sie aufpassen, damit die Erziehungsberechtigten etwas Zeit für sich haben können.
      So wie du mir das beschreibst, lasst ihr euren kleinen Schatz ja sowieso nicht schreien… du gehst ja eh hin.
      Ich war zb auch bei einer Psychotherapeutin der Krebshilfe Wien, das hat sehr geholfen.
      Ich wünsche dir so unglaublich viel Kraft! Die nächste Zeit wird sehr intensiv – auch im positiven, du wirst sehen!
      Ich wünsche Euch alles erdenklich Gute !

  • Anonymous

    Ich bin sehr stolz auf dich, Schwesterchen

  • So ein tolles Video!
    Wie habt ihr denn das gemacht?
    Das sieht richtig professionell aus :)

  • Jannie

    Liebe Kathrin!
    Danke für dieses Video!! Ich bin schon in meiner Schwangerschaft auf Deinen Blog gestoßen…
    Nun ist mein Sohn 10 Wochen alt und schläft bei mir im Bett…Ich stille ihn dann auch im Liegen, teilweise will er wirklich stündlich „ran“..
    Stillkissen, er, dann komme ich.. Mein Mann fühlt sich nicht gestört.. Selten, dass er mal wach wird, weil unser Sohn weint..

    Nun haben ihm andere Väter (-.-) den Floh ins Ohr gesetzt, dass es ja sonst wie schlecht ist, dass der Kleine bei uns schläft… Er müsse doch im eigenen Bettchen am besten im eigenen Zimmer schlafen… Sonst würde er ja verwöhnt…

    Immer dieses „Sonst wird das Kind verwöhnt“ – ehrlich, da geht mir die Hutschnurr hoch!!! Als ob so ein kleiner Mensch schon wüßte, was verwöhnen ist…

    „Ja aber wie soll denn das später werden?“ fragte mich mein Mann… „die anderen Väter meinten, es ist zwar 3-4 Nächte anstrengend, aber danach gehts..“

    -.- er hört was von anderen und denkt, das ist das Ultimative.. Werd ihm mal das Video zeigen… hoffentlich kommt er zur Einsicht, dass das nicht der Weg sein kann…

    Frohe Weihnachten wünsche ich Dir und Deiner Familie

    Liebe Grüße Jannie

  • Yvonne

    Ich hab mir gerade das Video angesehen. Mir fließen gerade die Tränen über die Wangen. Das ist so furchtbar! Wenn man an die ganzen Babys denkt, die das durchstehen müssen… Bei dem Gedanken kamen mir die Tränen. So hilflos das Baby und ich als Erwachsene, weil ich diese Kinder nicht davor bewahren bzw. helfen kann.
    Meine Kleine (18 Monate) ist immer in meinem Arm eingeschlafen. Jetzt steh ich solange bei ihr am Bett bis sie eingeschlafen ist. Und das alles in Ruhe und Frieden und vor allem ohne Tränen. Und nachts kommt sie bisher jedesmal zu mir ins Bett gekrochen, kuschelt sich an mich und schläft weiter ohne mich zu wecken. Sie liegt jeden morgen so neben mir.

    • Liebe Yvonne, als ich unser fertiges Video zum ersten Mal bis zum Ende sah, hatte ich auch Tränen in den Augen. Ein sehr emotionales Thema…
      Euch wünsche ich weiterhin kuschelige Nächte. Schön, dass Du Deine Kleine nicht alleine lässt.

      LG
      Kathrin

  • Sarah

    Ich stehe diesem Thema im Moment recht zwiespältig gegenüber. Meine Zwillinge sind mittlerweile 15 Monate alt und wir hatten bis jetzt eine wechselhafte Einschlaf-Geschichte. Als Neugeborene haben sie aus praktischen Gründen nicht bei mir mit im Bett geschlafen, da habe ich sie entweder, wenn sie nach dem Stillen eingeschlafen waren, ins Bett gelegt und ggf. noch so weit beruhigt, dass sie wieder eingeschlafen sind. Mit zwei Monaten haben die beiden dauerhaft durchgeschlafen, mit vier Monaten war das leider von einem Tag auf den anderen wieder vorbei und ab Sommer, als es richtig heiß war, konnte ich sie auch nicht mehr bewegen, im eigenen Bett zu schlafen. Mittlerweile, ein dreiviertel Jahr später, ist mir mein Bett aber einfach zu klein geworden für drei Personen. Die beiden sind leider oft auch sehr quengelig, sodass ich als Notlösung sehr viel gestillt habe (15-20x am Tag war das Normale) und die beiden bei mir nur noch mit Stillen oder im Kinderwagen eingeschlafen sind. Vor einigen Tagen nun hatte ich die Nase mal voll und habe beschlossen, dass tagsüber nicht meht gestillt wird und die beiden ohne Brust in den Mittagsschlaf finden sollen. Das schöne daran ist, dass sie jetzt nicht mehr bei jeder Gelegenheit meine Brust wollen, aber beim ersten Mal hatten die beiden einen beachtlichen Wutanfall und mein Sohn hat stolze 1h20min geschrieen und erst in den letzten 15min hat er dann bei mir Trost und Nähe gesucht – vorher ist er immer wieder weg.
    Als die beiden noch jünger waren, hätte ich so etwas nie gemacht, da wäre ich genauso fertig gewesen, wie die beiden, aber jetzt ist es anders für mich. Ich weiß, dass die beiden bei anderen (die ja nicht stillen können… 😉 ) manchmal ohne weiteres auf dem Schoß einschlafen und sie können jederzeit zu mir, aber ich lasse sie eben doch auch schreien; manchmal brauche ich nur „Schlaf, Kindlein schlaf…“ anzufangen und sie legen den Kopf auf meinen Bauch und schlafen fast sofort ein (so wie gerade eben), manchmal schreien sie aber auch so lange (glücklicherweise nicht mehr länger als 15min…), bis ihnen im Schreien schon die Augen zufallen… (so, wie heute Mittag).
    Ich finde es erleichternd, wie es jetzt ist, weil sie oft viel schneller einschlafen, als an der Brust ( wo man ja nicht sein „nuckel“ aufgeben will 😉 ) und das Frustrationspotential meines Alltags deutlich gesunken ist, aber ich betrachte es nur als Notlösung.
    Vielleicht ein bisschen wirr, was ich hier geschrieben habe, aber das wollte mir gerade von der Seele… Ich muss auch dazu sagen, dass ich alleinerziehend bin und deswegen eben niemand da ist, der mir beimSchlafengehen helfen könnte. Schon allein dadurch sind viele Tipps, wie man es sanfter machen könnte, schwer bis gar nicht umsetzbar für mich.

    Fazit aus dieser neuen Situation ist für mich jedenfalls, dass es beim Thema Schreien lassen sehr auf das Alter des Kindes, das Wie und die Gesamtsituation ankommt – pauschal ablehnen tue ich es jetzt nicht mehr.

    • Liebe Sarah,

      ich unterstreiche Dein Fazit voll und ganz.
      Herzlichen Dank für Deinen Beitrag!!

      Liebe Grüße
      Kathrin

  • p

    Ihr denkt aber schon daran, dass ein Kind durch das Schreien auch seinen Körper wahrnimmt und seine Aktivität spüren kann. Schreien ist schließlich auch eine enorme Leistung, die als diese auch wahrgenommen werden kann. Das Schreien für ein Kind „bitterer Ernst“ ist, ist eine typische Interpretation der Erwachsenenwelt in der durch Schreien Aggressionen ausgedrückt werden. Aber wer schon mal vor Freude geschrien hat weiß wie stark der Körper sich darüber freut. Natürlich darf ein Kind nicht vor Einsamkeit schreien, aber hört doch mal auf es einseitig zu bewerten.

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