Baby Spielzeuge aus Alltagsmaterial

Kathrin Do it yourself 3 Kommentare

Alles, was ein Baby sieht, ist neu und aufregend. Alle Gegenstände, die sich zum Erkunden eignen, sind für ein Baby Spielzeug (siehe auch „Wie beschäftige ich mein Baby„). Warum also viel Geld ausgeben, wenn einfache Haushaltsgegenstände und Alltagsmaterialien mindestens genauso reizvoll sind?

Was gibt es zu beachten?

  • Achte darauf, dass das Spielzeug ungefährlich ist.
    So groß, dass das Kind ihn nicht ganz in den Mund nehmen kann; ohne scharfe Kanten und Spitzen, unzerbrechlich; nicht mit giftiger Farbe bemalt
  • Biete nur wenige Spielzeuge an und tausche sie regelmäßig aus.
    Euer Baby wird sein Spielzeug so mehrmals neu entdecken und sich über diese Abwechslung freuen.
  • Lasst euer Baby die angebotenen Spielzeuge auf eigene Faust erkunden.
    Die selbstständige Beschäftigungen mit neuen Dingen bereitet nicht nur Freude, sondern schult gleichzeitig die Zusammenarbeit beider Hände, Auge-Hand-Koordination, Feinmotorik und die Konzentration.

Baby Spielzeuge aus Alltagsmaterial

1. Gefüllter Schneebesen

Mithilfe eines Schneebesens und eines Tischtennisballs entsteht in Sekundenschnelle eine allererste, spannende Rassel für euer Baby.

Schneebesen

Alternativ kann der Schneebesen mit Tüchern, Stoffresten und Bändern gefüllt werden – ebenfalls eine faszinierendes Greif- und Geschicklichkeitsspiel.

2. Rassel-Ei

Kostengünstige und unterschiedlich klingende Rassel-Eier könnt ihr schnell und einfach selber herstellen, indem ihr leere Überraschungseier füllt. Für Babys würde ich die Eier sicherheitshalber mit einem Tape versiegeln.

Rassel-Ei

Die Rassel-Eier lassen sich später (ab etwa 18 Monate) übrigens als Hörmemory verwenden. Dafür jeweils zwei Eier mit der gleichen Füllung (z.B. Reis, Murmeln, Geldstücke) versehen und das Kind blind raten lassen, welche Eier zusammengehören.

3. Knisterstern

Mein liebstes Spielzeug für den Bub in der Anfangszeit war ein selbstgenähter Knisterstern. Das Knistern zog seine Aufmerksamkeit (beispielsweise beim Wickeln) und der Stern eignete sich hervorragend für die allerersten Greifversuche.

Knisterstern

Wer eine Nähanleitung benötigt, kann beispielsweise bei Edeltraut nachschauen.

4. Sensory Bottles

Ihr braucht eine oder mehrere leere Plastikflaschen, die ihr mit gefärbtem Wasser, Reis, Steinchen, Perlen, Stoff oder anderen bunten Dingen eurer Wahl fühlt und schon kann das Staunen beginnen.

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Diese wunderschöne Sensory-Bottle-Idee, die das Wetter für Kleinkinder veranschaulicht, fand ich auf 123Homeschool4Me:

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5. Transportable Knopf-Dose

Ich habe als Kind total gerne mit der Knopfsammlung meiner Mutter gespielt (sie war Näherin) und deswegen musste ich für meine Nestlinge ebenfalls welche besorgen. Ich nahm eine alte, ausgediente Blechdose und kaufte Knöpfe mit einem Durchmesser von mindestens vier Zentimetern. Mit dieser Knopf-Dose, die bei Reisen immer im Rucksack steckt, spielte unser Mädchen bereits ausgiebig. Der Bub ist gleichermaßen begeistert.

Knoepfe

Solche bunten Knöpfe eignen sich später auch super für Zuordnungsspiele. Dafür braucht ihr dann entsprechend mindestens zwei Knöpfe von der gleichen Farbe oder Form.

Knopf-Memory

6. Papier & Zeitung

Gebe ich dem Bub einen alten Katalog in die Hand, dann blättert er zunächst und beginnt anschließend die Seiten genüsslich herauszureißen. Kataloge, Zeitungen und Papier üben eine magische Anziehungskraft auf Babys aus. Solange sie jedoch noch alles mit dem Mund erforschen, würde ich wegen der Druckerschwärze lieber einfaches Kopierpapier oder Seidenpapier anbieten. Davon dürfen sie auch gerne ein paar Happen probieren…

7. Schlüsselbund

Ein echter Schlüsselbund ist für Kinder ein höchst attraktives Spielzeug, da kann die Spielzeugindustrie mit ihren Plastikschlüsseln nicht mithalten. Wem der eigene Schlüsselbund zu unhygienisch ist, kann ein paar aussortierte Schlüssel auskochen. Das Baby freut sich bestimmt.

Schluesselbund

Größere Kinder probieren ab einem bestimmten Alter mit Vorliebe die Schlüssel aus. Nicht immer an dem dafür vorgesehenen Schloss, wie das Mädchen (damals 17 Monate) auf dem Bild oben zeigt. Wer dafür zu ungeduldig ist, kann ihnen verschiedene Schlösser mit passendem Schlüssel besorgen. (Bildquelle: CountingCoconuts)

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8. CD-Spindel

CDs üben einen ähnlich Reiz auf den Knaben aus wie mein Schlüsselbund. Deswegen überließ ich ihm ein paar alte CDs in einer Spindel, die er nach Belieben anknabbern und durch das Zimmer werfen darf.

9. Küchenutensilien

Kochen oder abwaschen (ja, wir haben keine Geschirrspülmaschine!), klappt bei uns am besten, wenn ich den Bub mit Küchenutensilien spielen lasse. Ich stelle ihm immer etwas anderes vor die Nase. Mal einen Topf, eine Schüssel, Tupperbehälter und natürlich Werkzeuge aus unterschiedlichen Materialien zum Rühren und Klappern.

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10. Spiegel

Es dauert etwa 18 Monate bis Kinder begreifen, dass mit dem „Spielkameraden“ im Spiegel etwas nicht stimmt (siehe „Rouge-Test„). Bis dahin betrachten sie aufgeregt ihr Spiegelbild und erfreuen sich an dem Baby, das ihnen so freudig entgegen strahlt.

11. Schiefe Ebene

Ein Buch oder ein Regalbrett können kurzerhand in eine schiefe Ebene verwandelt werden, auf der kleine Fahrzeuge oder Bälle hinunter sausen können.

schiefe-ebene

Wer ein breites (Regal-)Brett findet, kann es mithilfe eines flachen Kissens oder einer Matratze zu einem Hindernisparcours umfunktionieren. Denn Babys im Krabbelalter finden es aufregend schiefe Ebenen zu erklimmen.

12. Tastbad

Füllt eine Babybadewanne, einen großen, flachen Karton oder ein aufblasbares Planschbecken mit Kastanien, Bällen oder zusammengeknülltem Papier. So voll, dass die Beine bedeckt sind, wenn euer Baby sich hineinsetzt. Ein Kastanienbad gab es hier bislang jeden Herbst, weil es wochenlang für Spaß sorgt.

Kastanienbad

Bei Kastanien und anderen Naturmaterialien bitte unbedingt darauf achten, dass sie gut getrocknet sind, sonst besteht Schimmelgefahr!

13. Pompom-Klett

Eine lustige Beschäftigung ist ein fixiertes Klettband, an dem PomPoms kleben. Für kleine Babys am besten größere PomPoms wählen, damit sie nicht verschluckt werden. Die Pompoms halten übrigens besser, wenn ihr das Gegenstück vom Klett, daran fixiert.

Klett-Pompom

14. Schatzkiste

Unser Mädchen besitzt viele Köfferchen (z.B. Arztkoffer, Kaffeeservice) und leere Kisten, die ich dem Bub in ihrer Abwesenheit heimlich zur Verfügung stelle. Entweder lasse ich ihn mit den darin enthaltenen Dingen spielen oder ich verstecke 2-3 Spielzeuge (z.B. Bausteine, Schleich-Figuren, Rasseln) oder Alltagsgegenstände darin. Das Auspacken alleine beschäftigt ihn eine Weile und die Fundstücke werden in der Regel auch intensiv bespielt.

Was ist/ war bei euren Knirpsen total angesagt? Ich freue mich (und die anderen Leser sicherlich auch) über mehr Ideen und Anregungen in einem Kommentar unter diesem Artikel!

Eure Kathrin

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  • Bettina

    Danke für den tollen Artikel! Wir handhaben das mit dem Spielzeug ähnlich wie ihr. Hier sind ein paar unserer Favoriten:
    Unser Sohn (15 Monate) liebt es, seit er ca. ein halbes Jahr alt ist, mit dem Spülbürstenkopf zu spielen. Wir haben ihm eine neue Bürste aus Holz (gibt es aus Holz günstig bei dm) und den Stiel abgemacht.
    Leere Plastikflaschen gefüllt mit Reis, Kirschkernen etc. sind eine tolle Rassel! Auch die Kaugummidosen sind dafür gut geeignet.
    In leere Schachteln von Kosmetiktüchern kann man kleine Bälle oder Bauklötze stecken, auch sehr spannend.
    Im Moment liebt es unser Sohn, Tupperdosen o. ä. auf und zu zu machen.
    Viele Grüße Bettina

  • Mantenso

    Tolle Ideen.Einige davon waren auch bei uns in der Baby-Zeit immer wieder im Einsatz. Bezüglich der leeren Flasche (sieht man ja immer wieder und sind auch immer sehr sehr beliebt) habe ich allerdings sehr große Bedenken! Sind die doch voll von BPA!! Überall wird geschaut, dass unsere Kleinen nicht mit Giftstoffen etc in Berührung kommen, man kauft Ökoklamotten oder Secondhand und dann bekommen die kleinen PET-Flaschen, nett und ansprechend gefüllt, um diese so richtig ordentlich abzulutschen… Da bilden sich bei mir dann nur noch gaaanz viele Fragezeichen. Ich will dir da jetzt keinen Vorwurf oder so machen, ich bin einfach nur verwundert… genauso verwundert wie ich in meiner Krabbelgruppe oder im Bekanntenkreis war, wenn ich die kleinen damit habe spielen sehen. Vielleicht bin ich da auch einfach extrem – uns kommen diese Flaschen nämlich gar nicht erst ins Haus (zumindest in der Regel, klar ist auch schon mal ne Ausnahme vorgekommen), für unterwegs haben wir immer die Emil-Glasflasche und mein Mann und ich BPA-freie Flaschen…
    Deine Aufstellung finde ich trotzdem toll. Vor allem, weile viele Eltern ihr Kind mit Spielzeug und Reizen überladen und sich gar nicht bewusst sind, dass es oftmals die kleinen Dinge sind, die so ein Baby (aber auch später die größeren Kinder) ansprechen.

  • Barbara

    Zufällig habe ich heute diese Seite entdeckt und bin kleben geblieben – vom Schlafen über Beikost bis zu diesem Beitrag lese ich mich nach und nach durch und bin begeistert! Ganz einfach und bei uns ein Renner als Spielzeug (obwohl ursprünglich aus der Not heraus entstanden) sind Taschentücherpackerl, die hat man immer dabei, knistern, sind weich und können sogar ausgepackt werden…