Adieu Hebamme?!

Kathrin Familie 4 Kommentare

Bevor ich mich an den Reisebericht von unserem wirklich wunderbaren Urlaub setze, möchte ich fix einer Bitte von Christina Baris (Ärztin und Autorin bei 123-windelfrei.de) nachgehen:

Ihr lieben Blogger,

wir Petenten – change.org/elternprotest – und auch der neue Verein Mother Hood träumen groß um Mögliches zu erreichen. Uns ist es wichtig, dass das Hebammensterben aufhört und die geburtshilfliche Versorgung sich deutschlandweit wieder verbessert. Dabei wollen wir bei unser neuen Petition den Fokus weg von der kleinen Berufsgruppe Hebammen nehmen und hin zu uns Eltern lenken. Denn es sind die (werdenden) Eltern, die die immer schlechter werdende Versorgung durch Hebammen in der Vor- und Nachsorge sowie zur Geburt – außerklinisch als auch in den schwindenden Kreißsälen – zu spüren bekommen. Es werden jährlich circa 680.000 Kinder in Deutschland geboren, sodass die entsprechende Elternzahl wahrlich keine Randgruppe darstellt. Wir sind viele! Das muss in der breiten Öffentlichkeit ankommen. Die Politik, die Wirtschaft und schlussendlich wir selbst müssen die flächendeckende geburtshilfliche Versorgung durch die Hebammen für die noch werdenden Familien retten. Denn nur so gelingt ein guter, individueller Start ins Familienleben.

Ihr Lieben, Ihr seid alle so super vernetzt im Worldwideweb und in Reallife. Ihr habt so eine starke Reichweite. Bitte nutzt diese um auf den Elternprotest auf change.org aufmerksam zu machen: Bloggt, twittert, verlinkt auf Facebook und vor allem stoßt noch weitere BloggerkollegInnen an. Wir brauchen eine große (mediale) Welle. Die Verhandlungen zwischen dem GKV-Spitzenverband und den Hebammenverbänden liegen brach und der 1. Juli 2015 ist schneller da, als gedacht. Die großen Entscheider müssen uns JETZT im Nacken spüren…

Habt Ihr Ideen und Vorschläge, damit wir gemeinsam noch lauter werden können?

Ich freue mich auf Eure Antworten.

Viele liebe Grüße,

Christina

Mein Einsatz

Bislang habe ich es dabei belassen, aktuelle Petitionen und Artikel zur derzeitigen Haftpflichtproblematik auf meiner Facebookseite zu teilen. Einerseits gab es bereits zahlreiche Aktionen und Aufrufe auf allen möglichen Kanälen (ich hatte ernsthaft gehofft, dass sich bis zum Sommer eine Lösung findet), anderseits fehlte uns DIE zündende Idee, mit der sich der bevorstehenden Misere entgegen wirken ließe.

DIE Idee – die konkrete, praktische Lösung – fehlt uns nach wie vor, obwohl Thomas und ich uns regelmäßig den Kopf darüber zerbrechen. Und trotz meiner wachsenden Zweifel, dass weitere Unterschriftensammlungen, Aufmärsche oder Artikel etwas bewirken, schreibe ich diesen Beitrag, ganz einfach, weil ich jeder Frau so eine wunderbare Beleghebamme und (Haus-)Geburt wünsche, wie ich sie erleben durfte, damit das Thema weiterhin ein Thema bleibt und auch, weil ich hoffe, dass ein öffentliches Brainstorming zu hilfreichen Gedanken führt.

Fragen über Fragen

Während ich nun verstärkt über das Hebammensterben grüble, schießen mir viele Fragen durch den Kopf:

  • Seit wann gibt es die Haftpflichtversicherung für Hebammen? Und wie wurden Kosten bei einem Schadensfall früher gedeckt?
  • Wie hoch sind die jährlichen Kosten für von Hebammen „verursachte“ Geburtsschäden tatsächlich? Wie viele Schadensfälle gibt es überhaupt pro Jahr? Warum werden diese Zahlen nicht veröffentlicht?
    (Meines Wissens nach schweigen sich die Kassen darüber aus)
  • Sind die Hebammen in diesen Fällen wirklich die Verursacher?
    „Bei einem Prozess gilt nämlich die Beweislastumkehr, d.h. die Beschuldigten müssen nachweisen, dass ein Schaden NICHT durch sie verursacht wurde“ (siehe „Hintergrundwissen“)
  • Gibt es eine Alternative zu der gesetzlich geregelten Schadensersatzpflicht?
    Dass ich mich beispielsweise auf eigenen Wunsch ohne Versicherung von einer Hebamme betreuen lasse, genau so wie ich ein Krankenhaus vorzeitig auf eigene Verantwortung (gegen Unterschrift) verlassen kann.
  • Warum geben die Krankenkassen freiwillig so viel Geld für teils unnötige Behandlungen und Therapien für Kinder aus (der Bub braucht beispielsweise angeblich eine Krankengymnastik, obwohl er sich bestens entwickelt), während sie zeitgleich den Hebammen überdimensionierte Steine in den Weg rollen?
  • Warum nehmen die Kassen eine steigende Kaiserschnittrate durch mangelnde persönliche Betreuung unter der Geburt in Kauf, die sie langfristig gesehen wahrscheinlich wesentlich mehr Geld kostet, als der Einsatz der Hebammen? (siehe „Kaiserschnitt Faktencheck“)
  • Wie ließe sich eine Lobby für werdende Mütter gründen und welche Personen/ Firmen ließen sich dafür mobilisieren?
  • Wie können wir mehr Druck erzeugen, so dass es einen Zugzwang seitens der Politik gibt?
  • Wie können wir den Einfluss/ die Macht der virtuellen Bloggerwelt nutzen, um im „echten“ Leben etwas zu bewirken?
  • Wie können wir uns zusammenschließen, damit die Mütter auch in Zukunft eine selbstbestimmte Geburt erleben dürfen und eine angemessenen Vor- und Nachsorge erhalten?

Gemeinsam auf der Suche nach Antworten

Es ist höchste Eisenbahn für konkrete Ziele und vor allem für umsetzbare Ergebnisse. Damit die Schwarmintelligenz zum Einsatz kommt, wie es bei Facebook immer so schön heißt, schalten wir Freitag Morgen eine Telefonkonferenz mit Christina Baris und Michaela Skott (Mother Hood), Franzi Karagür (Einfach Klein), Susanne Mierau (Geborgen wachsen), Anja Constance Gaca (Von guten Eltern), Jana Friedrich (Hebammenblog), Nicola Schmidt (Artgerecht Projekt), Nora Imlau und Lena Glodde (Apfelgarten).

Euer Einsatz

Einer allein kann nichts bewirken. Viele kleine Gruppen offensichtlich auch nichts. Deswegen schließe ich mich dem Aufruf von Christina Baris gerne an und teile ihn, damit es nicht wieder bei einem kleinen, ungehörten Protest bleibt, sondern ein Aufstand entsteht, der entsetzlich große Welle schlägt.

Und genau dabei benötigen wir die Unterstützung jedes einzelnen Lesers. Bewerft uns mit Vorschlägen und Ideen, die wir versuchen können umzusetzen. Teilt diesen Aufruf, damit sich weitere Menschen aktiv beteiligen. Gibt es unter euch vielleicht jemanden, der in der Politik aktiv ist und in „Bundestags-nähe“? Oder Journlisten/ Autoren bei größeren Zeitungen? Wir suchen gezielt Helfer und Helferinnen, die sich mit uns gemeinsam für die Hebammen und vor allem die werdenden Mütter von Morgen stark machen. Denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt…

Eure Kathrin

Alle Artikel zu diesem Aufruf

(Du magst auf Deinem Blog auch etwas darüber schreiben? Dann trage Deinen Link gerne in den Kommentaren ein.)

Unsere Hebammen – wir müssen laut werden
Wofür ich als Mutter kämpfe – Du auch?
Wofür wir kämpfen – jetzt erst Recht!
Hebammenkatastrophe – Letzter Aufruf zum Elternprotest
WARUM ABTREIBUNG UNS MEHR WERT SIND ALS GEBURTEN – ODER: DAS RECHT AUF SELBSTBESTIMMUNG!

 

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  • Carolin

    Danke – liebe Kathrin, die Situation derzeit finde ich unhaltbar. Ich hab letzte Woche schon zum Thema gebloggt – wir Frauen haben ein Recht auf Selbstbestimmung: https://ganzheitlichleben.wordpress.com/2015/05/10/warum-abtreibung-uns-mehr-wert-sind-als-geburten-oder-das-recht-auf-selbstbestimmung/

  • Ganz, ganz schrecklich was da gerade passiert. Es ist so traurig, dass die Politik sich nicht rührt.
    Die Fragen, die du gestellt hast, sind leider keine einfachen :-(
    Würde es was bringen, wenn Mütter die Bundestagsabgeordneten ihres Landkreises persönlich anschreiben und nachfragen? Würde das Druck erzeugen?

  • Pingback: #Elternprotest oder eher Hebammenprotest? – Worum gehts da eigentlich? Teil I | Die Kellerbande mit Herz und Seele()

  • Juju

    Ich glaube persönlich da kann man so laut schreien wie man möchte. Es ist ja die Politik ihr Ziel zb. Hausgeburten zu verhindern, etc. Das fängt ja schon damit an, dass man die Kinder bereits mit 6 Monaten in ner Kita steckt um Kind und Familie zu trennen (ab 2016 sollen ja Säuglinge im Krankenhaus gechipt werden, darum denke ich auch, sind sie so vernarrt darin Zwangsimpfungen einzuführen)…. Ich persönlich glaube, dass man da nicht all zu viel Energie reinstecken sollte und lieber gucken soll es untereinander zu Regeln. Das heißt, schwangere Müttern Mut zu machen und mehr zur Natur zurückzugehen, (so wie diese Seite hier, das macht Mut und zeigt wie einfach es doch sein kann Mutter zu sein und vor allem wie schön) Ein Kind zu haben wird in der heutigen Zeit dargestellt, dass es nur stressig ist, sie den ganzen Tag schreien und man windeln wechseln muss, wenn man sein Kind stillt, kann man keine Party mehr machen und ALLES wird anders das GANZE Leben ändert sich… (hab ich bis vor 14Monaten auch noch gedacht, und weis jetzt. dass es nur Blödsinn ist…. ) :-(